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Trix BR 120.1, Art.-Nr. 22604, Neuheit 08, Umbau auf Express

BeitragVerfasst: 19.10.2008, 21:49
von koegais
Die BR 120.1 von Trix habe ich vor kurzem bei meinem Händler für € 189,50 gekauft. Bevor ich den Umbau auf Express beschreibe, einige Worte zum Modell:
Es besteht - bis auf den Fahrzeugrahmen, der gleichzeitig Ballastblock ist, Motor, Radsätzen, Zahnradachsen, einigen Schrauben und der Schneckenwelle mit Schnecke - aus Kunststoff. Damit ist der mechanische Teil der Lok "weit weg" von z.B. der BR 290 oder der E 44, die ich auch beide umgebaut habe und so gut mit der BR 120.1 vergleichen kann.
Alle Kunstoffbauteile sind sehr sauber und passgenau gearbeitet, das Auseinander-und Zusammenklipsen funktioniert absolut problemlos. Spitzen-und Schlußbeleuchtung mit warmweißen LED's sind perfekt. Die Fahreigenschaften sind ausgewogen, im Analogbetrieb läßt sich die Lok gut regeln mit guten Langsamfahreigenschaften und läuft in allen Geschwindigkeitsbereichen schlinger-und taumelfrei. Leider ist der Motor etwas schwach ausgelegt, d.h. in der Ebene ist alles prima, jedoch Steigung 'rauf-langsam, 'runter schnell.
Zur "Optik": Perfekt, jedoch erscheint "das Gesicht" aus bestimmten Betrachtungswinkeln "etwas zu rund".
Doch nun zum Umbau:
Erste Zerlegungsstufe nach der Betriebsanleitung, zweite Zerlegungsstufe wie folgt:
Verbindungskabel zur Leiterblatte von den Federblechen der Radschleifer über der Halteklammer der Schneckenwelle ablöten. Achtung, dabei die Halteklammer aus Kunststoff nicht verkokeln !!!
Halteklammer abklipsen und Schneckenwelle mit Kardanhalbwelle herausnehmen, zweite Hälfte bleibt am Motor. Die Drehgestelle sind jetzt frei und können durch leichtes Eindrücken der beiden Rastnasen nach unten herausgenommen werden.
Die Drehgestelle bestehen aus 3 Bauteilen: Traggestell mit Getriebe, Drehgestellblende (mit Traggestell verschraubt ! ) und der unteren Getriebeabdeckung, gleichzeitig Achshalter.
Als nächstes werden die Blenden abgeschraubt und die Getriebeabdeckungen vorsichtig nach Betriebsanleitung abgeklipst, die Radsätze können jetzt entnommen werden. Zur Montage der bekannten Radreifen zur Spurkranzverbreiterung habe ich pro Radsatz jeweils das ohne Isolierbuchse abgezogen, um diese beim Wiedereinbau nicht zu beschädigen. Ebenfalls abgezogen wurde das Achszahnrad zum Schutz vor Beschädigung und um später noch jeweils eine Unterlagscheibe ( 0,08x2,5 mm ) zwischen Radinnenseite und Traggestellager einlegen zu können. Verwendet wurden die Radreifen von T. Jongen, Typ EL 1110 00, 17,5 / 16,4 / 13,0 , welche hier unter Kleinanzeigen bestellt werden können.
Es sind keinerlei Fräs,- Schleif,- ober Feilarbeiten erforderlich, die Radsätze haben auch nach der Montage der Radreifen zur Spurkranzverbreiterung ausreichend Platz für freie Beweglichkeit ( Trix sei Dank !? ).
Lediglich die Federblechradschleifer sind so zu biegen und einzustellen, daß sie an der original Radscheibe anliegen und nicht am aufgeklebten Radreifen.
Der Rückzusammenbau erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Dabei ist jedoch eine Besonderheit zu beachten: Die Radsätze können erst nach dem Einlegen in das Traggestell auf Endmaß gepresst werden, da sie nach der Verringerung des Spurinnenmaßes nicht mehr über die Abstandsflansche der Achslager passen. Die Getriebeabdeckung ( Achshalter ) muß schräg eingefädelt, ausgerichtet und erst dann eingerastet werden.
Das Spurinnenmaß habe ich auf den gerade noch zu vertretenden Wert von 12,1 mm ( L.W. zwischen den Spurkränzen ) eingestellt.
Als Mittelschleifer wurde je Drehgestell ein Skischleifer von Brawa, Art.-Nr.: 2225 Silencio angebaut. Auch hier ist wegen ausreichender Einbauhöhe keine Fräsarbeit notwendig. Das Anschlußkabel kann seitlich durch den Spalt am Drehgestell vorbei zur Leiterplatte geführt werden. Die notwendigen Lötarbeiten werden hier nicht beschrieben, da "selbserklärend".
Noch ein Hinweis zum Schluß: Die Traggestelle können beliebig verdreht und vertauscht werden. Dadurch kann jeder Umbauer selbst entscheiden, wo er die Räder mit den Haftreifen ( 2 Stück ) anordnen will. Ich habe sie jeweils an den äußeren Achsen auf der linken Lokseite ( Nichtstromaufnahmeseite ) montiert.
Nach ersten, ausgiebigen Testfahrten läuft die Lok einwandfrei durch R1, alle Weichenkombinationen, die DKW und über des Entkupplungsgleis. Zur Befahrung von Bogenweichen kann ich keine Aussage treffen, da wegen Dauerärger mit diesen Teilen bei mir keine mehr vorhanden sind.

Leider ziemlich viel Text, aber ich besitze ( noch ) keine Digitalkamera, deshalb sind selbsterklärende Fotos nicht möglich.

Trixgruß, Gerhard

BeitragVerfasst: 20.10.2008, 19:06
von noels
Hallo Gerhard,
ein toller Bericht! Zumindest wenn man solche Arbeiten schon einmal gemacht hat, versteht man gut, wovon Du schreibst.

Ein paar Anmerkungen:
- Bei dem Preis ist es enttäuschend, wenn die Technik aus Plastik ist. Bei der V80 ist das akzeptabel, weil der Preis dementsprechend ist.
-Wenn Du die Haftreifen auf die Achsen zur Lokmitte hin legst, hast Du wahrscheinlich etwas mehr Wirkung. Aber wenn der Motor zu schlapp ist, spielt das wohl keine Rolle.
- Erstaunlich, daß Trix die Drehgestellrahmen jetzt schmaler gemacht hat. Bei der V80 geht es nicht ohne fräsen, weil die Rahmen gute 12 mm breit sind.

Gruß
Heiko

BeitragVerfasst: 21.10.2008, 20:50
von koegais
Hallo Heiko,

über Deine Antwort habe ich mich gefreut!
Zu meiner Umbaubeschreibung möchte ich noch 2 Punkte ergänzen:

1) Die Breite des Traggestells ( Rahmen ) beträgt 11 mm. Bei einem Spurinnenmaß von 12,1 mm nach dem Umbau bleiben also nur ca. 0,55 mm "Luft". Die Radscheiben müssen deshalb sehr präzise auf die Achsen gepreßt werden und dürfen nicht "eiern".
2) Sowohl die Leiterplatte als auch die LED-Trägerleiste der Stirnbeleuchtung, durch Flachkabelbündel miteinander verbunden, sollten zum Schutz vor Beschädigung während des Umbaues ausgebaut werden. Dazu sind die Motoranschlußkabel abzulöten, die LED-Trägerleiste senkrecht nach oben abzuziehen.

Bei der Anordnung der Haftreifen auf den jeweils äußeren Radsätzen bin ich bisher von der ( theoretischen) Überlegung ausgegangen, daß diese durch die Anhängelast an der Kupplung eher belastet, die inneren Radsätze zu Lokmitte dagegen eher entlastes werden und somit weniger Reibungsgewicht abbekommen.

Trixgruß, Gerhard