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Trix wieder auf eigenen Füßen?

BeitragVerfasst: 19.12.2006, 22:36
von Dietmar
Hallo
Hier ist ein Interessanter Bericht über Trix, Märklin hat wohl langsam verstanden, leider nur zu spät für uns Trix Express Freunde.
http://www.echo-online.de/suedhessen/te ... ?id=417653
Grüße
Dietmar

BeitragVerfasst: 20.12.2006, 21:50
von dralle
Hallo,
einen ersten Hinnweis habe ich beim Einkaufsschmöckern im Herbst erhalten.
Dort sagte der neue Investor das er zur Rettung der Fa. Mä... die Kernkompetenz stärken wolle und das die Marke Trix Anteil haben soll. Etwas verwundert reibe ich mir die Augen, so umwerfend hätte ich mir die längst überfällige Veränderung nicht vorgestellt.
Grüße dralle

BeitragVerfasst: 21.12.2006, 01:07
von Georg
Der Schreiber des Artikels, Klaus Honold, ist Redakteur beim Darmstädter Echo.
http://www.echo-online.de/images/mitarbeiter/redaktion/khonold.jpg
Er hat ein Buch über die Darmstädter Straßenbahn geschrieben. Er kennt sich mit der Materie aus.

Dennoch ist ihm in der zeitlichen Reihenfolge der Ankündigungen des Schweizer-Niederländischen TEE-Triebwagens RAm ein Fehler unterlaufen. Man hat ihm von Seiten Märklin wohl nicht mit den richtigen Informationen versorgt. Denn zuerst warf L.S. Models (Limited Series) seinen Hut in den Ring. Als zweiter dann Roco. Und die Ankündigung von Trix kommt zeitlich erst an dritter Stelle.

Sehr gut beschreibt er, daß man bei Märklin 10 Jahre (solange ist die Übernahme von Trix durch Märklin auch schon her) gebraucht hat, bis man erkannt hat, daß man die Herzen der Gleichstrom-Modellbahaner nicht mit den alten Märklin-Motoren gewinnt, die auf die Anfangszeiten der H0-Bahn zurückgehen. Hier trifft er mit seinen Zeilen genau ins Schwarze:

Zitat aus dem a, 19.12.2006 im Darmstädeter Echo erschienenen Artikel von Klaus Honold
Erst bediente sich Märklin für sein System aus dem Trix-Fundus, dann wurde die Tochtermarke nur noch dazu benutzt, Märklin-Lokomotiven mit Gleichstrommotoren zu verkaufen. Dabei ging Märklin recht lieblos vor: Unter den stabilen Metallgehäusen aus Göppingen tat oft Uralt-Technik knarzend und kreischend ihren Dienst.

Damit konnte man die von Firmen wie Fleischmann und Roco verwöhnten Gleichstrom-Modellbahner nicht locken. Weil Trix „wie Blei“ (so die Händler) im Regal lag, wurde kaum noch geordert. Märklin versuchte es mit Tricks – vergeblich; Trix-Loks vermochten nur noch Sammler zu reizen. In der Vitrine sahen die hochwertigen Miniaturen immer gut aus.


In den Modellen der BR 103 (von der Helvetia-Lok abgesehen), der BR 151 und der SBB Ae6/6 tut in der Tat ein Scheibenkollektormotor Dienst, den es in dieser Form schon 1950 gab.

weiter schreibt Klaus Honold
"Die Märklin-Kundschaft fährt inzwischen fast zu hundert Prozent digitalisert. Gleichstromer setzen mehr auf Vorbildtreue und ärgern sich, dass sie teure Dekoder mitbezahlen sollen, die sie gar nicht brauchen. „Die Gleichstrombahner haben ganz eigene Vorstellungen“, erklärte Märklin-Sprecher Roland Gaugele gestern – fast ein Jahrzehnt nach der Übernahme der Gleichstrommarke Trix."


Soll man nun daraus lesen, daß die Zwangsdigitalisierung, indem man den Kunden einen Dekoder (ob er ihn nun wollte oder nicht) bei den diesjährigen Trix-Neuheiten mitverkaufte, auch schon wieder Schnee von gestern ist? Die Modelle würden mit einem Schlag um den Dekoder preiswerter. Und bei einem zunehmend preissensibler werdenden Markt ist der Preis entscheidend. Nicht nur bei Aldi sondern auch bei dem Modellbahnhändler.

Daß Gleichstrombahner ganz eigene Vorstellungen haben, wird Märklin-Sprecher Roland Gaugele wohl schon vorher gewußt haben, aber er durfte es wohl nicht sagen.

Man kann aus den Zeilen auch herauslesen, daß in absehbarer Zeit der klassische Märklin-Motor in Neukonstruktionen nicht mehr zu finden sein wird. Wenn man die Fertigung nach und nach ins Ausland verlegt, wird man die aufwendige Fertigung dieses Motors sicherlich nicht mehr nach China verlagern.

Im gewissen Sinne hat Trix doch über Märklin gesiegt, denn Trix hatte schon in der E94 einen Allachsantrieb auf alle Achsen über Kardanwellen realisiert. Die heutige, übliche Bauform der Drehgestell-Lokomotiven, bei der die Kardanwellen direkt über Kardangelenke mit der Motorwelle verbunden sind, habe ich zuerst bei der 1958 erschienenen Gützold V200 entdeckt. Das haben also weder Röwa (V216) noch Roco erfunden.

Georg