Hallo Ulrich
Deine Vermutung, daß der Hersteller der Vorbildlokomotiven des Trix-Rivarossi – Diesellokmodells Fairbanks-Morse ist, ist richtig.
Professor Hugo Junkers (bekannt durch Junkers-Flugzeuge und -Heizthermen) erteilte, bevor er durch die Nazis zwangsenteignet wurde, der Firma Fairbanks-Morse eine Lizenz zum Nachbau des von ihm entwickelten Doppelkolben- oder Gegenkolbenmotors.
Der von Junkers als Flugzeugmotor enwickelte 2-Takt-Dieselmotor wurde von Fairbanks-Morse weiter entwickelt zu einen Schiffsmotor, der währen des II. Weltkrieges als Motor für Schnellboote Verwendung fand.
http://www.fairbanksmorse.com/img/public/engines/op_cutaway_large.jpg
Nach dem Krieg suchte man eine andere Verwendungsmöglichkeit für den ungewöhnlichen Motor, der auf kleinem Raum mit großer Leistung aufwarten kann.
Neben Verschubloks entwickelte man für den Steckendienst die sogenannte "Erie built" Lokomotive (weil sie zwischen 1945-49 in der GE Erie Fabrik gebaut wurden). Die Lok lief auf zwei dreiachsigen Drehgestellen und hatte für die damalige Zeit die beachtliche Leistung von 2000 PS. Von dieser Leistung waren die Motore der F3/F7 noch weit entfernt. Die Santa Fe erwarb eine FM-Einheit bestehend aus zwei Einheiten mit Führerstand (A Erie) und einer führerstandslosen Mitteleinheit (B Erie). Die 6000 PS dieser dreiteiligen Garnitur entsprachen leistungsmäßig einer US-Dampflok der Achsfolge 2'D2'.
Ab 1950 konnte Fairbanks-Morse die Lokomotiven in eigener Fabrik herstellen. Für die dort hergestellten Stromlinien-Streckenloks hat sich der Name "C-Liner" nach deren offizieller Typenbezeichnung eingebürgert. Die Loks liefen auf zwei zweiachsigen Drehgestellen und hatte entweder 1600 oder 2000 PS. Typenbezeichnung: CFA-16-4 bzw. CFA-20-4 und CFB-16-4 bzw. CFB-20-4 für die führerstandslosen Einheiten.
Noch während der Produktionszeit des FM C-Liners entwickelte Rivarossi um 1952 sein Modell (noch mit Zinkdruckguß-Drehgestellen) dieser amerikanischen Diesellok. Zu der Zeit konnte das Design der FM-Lok als das neueste der amerikanischen Stromlinienloks angesehen werden, hatte man doch die Nase der "Erie built" –Lok etwas verkürzt und den großen seitlichen Lufteintritt geschickt in einem Lüfterband integriert.
Die Santa Fe hat von dem C-Liner keine Lok beschafft. Die Wabash hat nie eine Lokomotive von FM besessen. In Koblenz wurden jüngst weitere Farbvarianten gezeigt. Die Farben stimmen für die Bahnverwaltungen. Aber bis auf Milwaukee Road, New York Central, Pennsylvania Railroad, Canadian National und Canadian Pacific hatte keine Bahnverwaltung diesen Lokomotivtyp beschafft.
Das, was auf Schiffen und als stationärer Motor gut funktioniert, taugte leider für den rauhen Eisenbahnbetrieb nur bedingt. Die Bahnverwaltungen wollte zuverlässige Loks und die lieferte EMD (General Motors) mit der F3-Typenreihe. Weil die Nachfrage ausblieb, hat FM sich dann von der Lokomotivproduktion verabschiedet.
Die Firma Fairbanks-Morse gibt es immer noch. Man baut weiterhin Motore für Schiffe und den stationären Einsatz. Auch Doppelkolbenmotore gibt es immer noch. Sie sind im Einsatz als Notstromgeneratoren.
1994 hat FM von Alco die Produktions-Lizenzen für den ALCO - Lokomotivmotor 251 übernommen und liefert seitdem Ersatzteile und Motore für die Modernisierung älterer Lokomotiven.
Georg