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Doppelstockwagen mit Tauschradsätzen für Trix Express

Verfasst:
08.08.2006, 08:38
von Nafy
Hallo,
die Firma Bremod kündigt unter der Rubrik Neuheiten für 2006/2007 einen fünfteiligen Doppelstock-Gliederzug DGBgqe (mit und ohne Steuerabteil) der DR mit Tauschradsätzen für Trix Express an.
http://www.bremod-modellbahn.de
Nafy

Verfasst:
10.08.2006, 18:37
von Manfred Drepper
Hallo,
ist Bremod eine Nachfolgefirma von GECON???
Welche EXPRESS-Lok könnte zu dem DR-Doppelstock-zug passen,
die E05 oder evt. die 01 mit den großen Ohren der Reichsbahnausführung, die wurde ja auch bei der DR der DDR ohne große Änderungen in der Epoche III so betrieben?
Für Hinweise dazu wäre ich dankbar.
Gruß

Verfasst:
10.08.2006, 22:23
von Georg
Es gibt von Piko schon seit Jahrzehnten ein Modell des vierteiligen DR-Doppelstockwagens. Die Entwickung des Vorbildes begann 1952. 1955 wurden einmalig 12 zweiteilige Einheiten abgeliefert. Als vierteilige Einheit wurden bis 1974 152 Züge gebaut. Die letzten Fahrzeuge dieser Serie wurde 1995 ausgemustert. Jeweils zwei Wagenenden stützen sich auf ein dreiachsiges Drehgestell.
BreMod kündigt nun das Nachfolgemodell an, das ab 1957 zunächt als Fernverkehrsvariate fünfteilig entwickelt wurde. Bei dieser Serie ruhen jeweils zwei Wagenenden auf einem kurzen Gelenk-Zwischenstück, das selbst auf einem zweiachsige Drehgestell ruht.
Zunächst wurden 33 Einheiten für den Fernverkehr gebaut. Der mittlere Wagen besaß ein Büffet und die Wagenübergänge befinden sich nicht auf üblicher Höhe.
Erst ab 1971 hat man 31 Einheiten in einer Nahverkehrsausführung gebaut. Nun befanden sich die Übergänge auf normaler Höhe, um am Nichtführerstandsende normale Wagen ankuppeln zu können. Auch diese Wagen wurden bis 1995 ausgemustert.
Die vierteilige Ausführung wurde in großen Stückzahlen an die polnische PKP geliefert Ich habe sie dort hinter der pr. P8 laufen sehen. Bei warmen Wetter blieben die Schiebetüren auch während der Fahrt geöffnet.
Einsatz bei der DR:
Die BR E05 wurde ja schon angedacht. Die wenigen Exemplare der BR E05 dürften jedoch für andere Zwecke verwendet worden sein. Auch die BR 01 ist nicht unmöglich, obwohl (insgesondere bei der Nahverkehrsvariante) wenig wahrscheinlich.
Ansonsten könnte man die Loks davorhängen, die epochemäßig dazu passen.
Elloks: BR E11 ( 211 ), E42 ( 243 ), E44 ( 244 )
Dieselloks: V100 ( 110 ) V180 ( 118 ), 119
Dampfloks: BR 03, BR22, BR 23.10, BR 38.10, BR41, die Loks der BR50/52-Familie und BR 65.10
Von den genannte Modellen gibt es aber für Trix Express nichts serienmäßig. Epochemäßig kann man eine BR 24 oder BR 64 einsetzen, aber beide Lok-Baureihen nehmen sich etwas schwachbrüstig vor solch einer fünfteiligen Doppelstockeinheit aus. Mit der Begründung eine Gebirgsstecke befahren zu wollen, könnte man die Einheit auch mit einer E94 behängen.
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BreMod hat nichts mit GeconVVM zu tun.
BreMod ist eine Gesellschaft nach englischem Recht (Ltd.) Auf der BreMod - Internet-Seite findet man nach längerem Suchen eine Anschrift in Bremen. Es ist aber keine Telefonnummer angegeben. Keine Email-Adresse. Es gibt nur ein Kontaktformular, das eine Mail verschickt. Ein den Vorschriften entsprechendes Impressum konnte ich nicht finden. Warum wohl wurde die Firma BreMod nach englischem Recht gegründet? Wollte man das Geld für eine teurere deutsche GmbH-Gründung sparen?
Georg

Verfasst:
11.08.2006, 08:25
von Sandro Coletta
Hallo Georg,
eine deutsche Firma die als Ltd. fungiert, ist mir ebenfalls immer etwas suspekt (das ist allerdings ausdrücklich meine private Meinung und muß nichts mit dem tatsächlichen finanziellen Gegebenheiten der entspr. Firma zu tun haben), deshalb habe ich ebenfalls nach einem (vorgeschriebenen) Impressum gesucht und bin in der rechten unteren Ecke der Site fündig geworden:
http://www.bremod.com/impressum.html
BTW - die deutsche GmbH ist ja nicht nur teurer in der Gründung, sondern haftet auch für einen deutlich höhere Summe (mind. €25.000,00 - welche mind. zu 50% in bar einzulegen sind), deshalb weichen viele auf z.B. die Limited aus. Man könnte ja auch eine (günstige, nur Gewerbeanmeldungsgebühren) GbR. gründen, nur dann haften die Gesellschafter eben persönlich...

Verfasst:
11.08.2006, 16:14
von Georg
Hallo Sandro
Vielen Dank für den Tipp.
Bei einer Ltd sollte man schon genau hinsehen. Die Firma Getacom Ltd z. B. hat gerade mal eine halbes Jahr bestanden, als sie für Schlagzeilen sorgte (bitte bei Google suchen).
Die Sache mit den englischen Gesellschaften muß nicht dubios sein. Für eine Firmengründung in Deutschland braucht man eben eine Menge Zeit und viel Papier. Und das kostet ....
Die englischen Gesellschaften sind vornehmlich für Handwerksbetriebe gedacht, die in Deutschland dem Meisterzwang unterliegen. So kann man eine Firma in Deutschland betreiben, wenn man z.B. nicht Dachdeckermeister ist.
Wer auch seine eigene Firma in Cardiff gründen will, hier geht es lang:
http://www.gomopa.net/insolution/limited-bestellen.php
Irgendwie muß ich immer an Herris denken. Der druckt einen schönen bunten Prospekt und sammelt damit Bestellungen. Sind genug besammen, schreitet man in China zur Tat.
Georg
Lok für Doppelstockzug

Verfasst:
12.08.2006, 14:36
von mitwoch
Ich habe vor meinen Doppelstockwagen von SCHICHT ( sind den PIKO Wagen sehr ähnlich) die TRIX 01 mit Wagenerblechen 2222.
Die Wagen sind natülich auf EXPRESS umgebaut.
Dieses war bei den alten Modellen nicht ganz einfach.
Bei den Blechdrehgestellen mußte eine Flex helfen, um den Platz für die EXPRESS Achsen zu schaffen.
Meiner Meinung nach, macht sich die 01 ganz gut vor dem Zug.
Das Bild entstand auf dem IG Treffen 2000 in Dortmund.
Gruß Michael

Verfasst:
27.09.2006, 15:33
von Georg
Das Geschäftsprinzip von BreMod erinnert etwas an die Firmen Heris und Heico (letztere inzwischen von Hornby aufgekauft, um sie als deutsche Hornby-Vertriebsfirma nutzen zu können). Man entwickelt Fahrzeugmodelle, die von den großen Anbietern links liegen gelassen wurden, aber von Modellbahner schon seit langem gesucht werden. Dann druckt man davon einen schönen Prospekt und sammelt Aufträge. Mit den gesammelten Aufträgen in der Hand erbittet man sich dann von seiner Bank den nötigen Kredit zur Finanzierung der Produktion in Fernost.
Doch die Banken hinterfragen nach der jüngsten Pleite ihre Kreditvergaben an Modellbahnunternehmen, insbesondere wenn es sich um einen "Newcomer" handelt. Das mußte auch BreMod erfahren. Auf deren Homepage liest man jetzt:
Leider führt die allgemeine schlechte Situation und Insolvenzen auf dem Modellbahnmarkt dazu, dass die Banken zurzeit nicht mehr bereit sind, weitere ursprünglich genehmigte Mittel zur Verfügung zu stellen. Eine sehr bedauerliche Entwicklung, welche wir im Vorfeld nicht vorhersehen konnten und uns wie ein Schlag trifft. Unsere Mittel sind begrenzt, unser Ziel bedarf jedoch weiterer Investitionen. Aus diesem Grund suchen wir aktuell einen Investor, der es der Marke BreMod ermöglicht, die begonnene Produktlinie weiterhin erfolgreich zu verwirklichen und Modelle zu fertigen, die dem hohen Standard des Marktes gerecht werden. Leider führten Kooperationsgespräche mit anderen Herstellern zu keinem Ergebniss, offenbar möchten diese weiterhin nur ihr eigenes Süppchen kochen und nicht über den Tellerrand schauen. Einen interessierten Investor erwartet neben den internen Regelungen sowohl die Beteiligung am Unternehmen, wie auch die Möglichkeit erfolgreich in den Markt einzusteigen und in Zukunft die Marke BreMod zu einer Erfolgreichen Marke zu verhelfen. Ein notarieller Vertrag zwischen dem Investor und BreMod Modellbahnen Ltd. sehen wir als selbstverständlich an. Sind Sie interessiert? Gern erwarten wir ihre Zuschrift, strenge vertrauliche Behandlung wird von uns garantiert und entsprechend auch erwartet.
Bremod weist ausdrücklich darauf hin:
Um möglichen Spekulationen vorzubeugen, BreMod Modellbahnen Ltd. ist weder insolvent noch Konkurs!
Die Verlautbarung liest sich so, als wenn die Bank einen Rückzieher gemacht hat und der Firma BreMod die schon zugesagten Kredite nach den jüngsten Vorkommnissen in der Modellbahnbranche nicht mehr im ursprünglich vereinbarten Umfang gewähren will.
So sucht nun BreMod die für die geplante Produktion entstandene Finanzierungslücke auf anderem Weg zu schließen. Wer sich also schon immer mal gerne Teilhaber einer Modellbahnfirma fühlen wollte oder sein Erspartes als Kredit zur Verfügung stellen möchte, hier bietet sich die Gelegenheit. Über das Risiko sollte man sich bewußt sein!
Der von Nafy am Eingang dieses Threads erwähnte/erhoffte Doppelstock-Gliederzug dürfte damit auf auf eine sehr lange Bank geschoben sein. Mehr dazu auch hier:
http://www.eisenbahn-kurier.de/modellbahn/aktuell/news_bremod.html
Georg
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Verfasst:
28.09.2006, 08:28
von Taigatrommel
Hallo Leute,
das die Wagen nun nicht kommen ist nicht nur für Expressfahrer ärgerlich. Andererseits mal ehrlich wer von den Expressfahren kauft sich DR-Personnewagen die nur im DR-Binnenveker liefen? Wer unbedingt alte DR-Doppelstockwagen haben möcht der kann sich auch die älteren von Schicht / Piko auf Express umbauen, mit 10mm Spitzlagerradsätzen geht es auch ohne Flex. Nur die umrüstung der Kupplung ist etwas schwierriger. Eine DR V 100 bzw. V 180 umgerüstet auf Express biete ich ja an. Solch eine Doppelstockeinheit mit einer V 180 fuhr zB. gleich nach der Wende, für ca. 1 1/2 Jahre, im Pendelverkehr von Berlin-Wannsee nach Potzdam. Dieser Pendelverkehr wurde dann durch Durchlaufende RB´s und die Streckenverlängerung der S-Bahn nach Potzdam ersetzt.
Gruß Taigatrommel

Verfasst:
22.10.2006, 08:32
von Georg
Die Vorbildauswahl ist aus der Sicht eines Trix Express - Fahrers natürlich kritisch zu sehen. Wegen der deutschen Teilung konnte sich Trix dort nicht verbreiten. Märklins AC-System hat ja ähnliche Probleme dort.
Aber freut man sich denn nicht, wenn mal was Neues auf die Gleise gestellt wird, und nicht immer in Märklin-Manier die alten Sachen nur in neue Farbtöpfe getaucht werden?
Im Moment ist die Internetseite von BreMod offline. Da mag damit zusammenhängen, weil ein größerer Webserver-Hoster aufgibt und alle dort gehosteten Seiten umziehen müssen.
Laut einer Pressemitteilung von BreMod soll es aber weitergehen. Auf der EK-Seite ist nun zu lesen:
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass BreMod Modellbahnen Ltd. erste Gespräche mit einem Investor führt und zurzeit alle Möglichkeiten der Fortführung unserer Produktlinie sondiert werden. Wir hoffen, diese Gespräche zu einem erfolgreichen Abschluss führen zu können und dass die Marke BreMod künftig bestehende Lücken im Modellangebot schliessen kann. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass ursprünglich geplante Produkte im Zeitplan nach hinten verschoben werden müssen. Sicher ist jedoch, dass die Modelle wie der Steuerwagen „Wittenberger Kopf“, Doppelstock-Gliederzug und „Tube“ realisiert werden sollen, ...
Wenn nun Herrn Bosse mit dem Investor zum Abschluß kommen sollte, dürfen wir weiter hoffen und bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.
Georg
P.S. selbst wenn ich das Geld hätte, wäre ich nicht als Investor eingesprungen... . Da fällt einem immer die Heris-Geschichte ein.