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Alter VT 08 - kurzgekuppelt?

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Alter VT 08 - kurzgekuppelt?

Beitragvon TE lebt » 24.03.2007, 19:09

Hallo Freunde,

nach langer, zäher ebay-Suche und vielen Rückschlägen wegen der Preise darf ich nun endlich einen dreiteiligen VT 08 mein Eigen nennen.
Nun kam mir die Frage in den Sinn, ob es wohl möglich ist, die altertümlichen Kupplungen zwischen den Wagen durch neuzeitliche Kurzkupplungen zu ersetzen, die auch noch die elektrische Verbindung herstellen.
Hat damit schon jemand Erfahrung oder Ideen dazu?

Gruß Günther
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Beitragvon Stefan » 26.03.2007, 08:33

Hallo Günther,

an Deiner langwierigen Suche kannst du ablesen, dass der VT08 auch in bespielten Originalzustand sammelwürdig ist. Du solltest Dir also gut überlegen, ob Du den "verbasteln" willst.

Eine Kurzkupplung braucht eine Kulisse für den "Schwalbenschwanz", damit richtiges "Kurzkuppeln" möglich ist. Es gibt Universalumbausätze z.B. von Ribu http://www.rietze.de/de/ribu/ribu_train.htm, aber das ist bei Wagons mit Drehgestellen (insbesondere wenn es noch Schleiferplatten gibt) nicht so einfach.
Solche Systeme haben einen Normschacht nach NEM, daher sind sie für Kurzkupplungsköpfe verschiedener Hersteller geeignet.

Wenn Du Stromführenden Kupplungen verwenden willst, was sollen die denn können? 2-Polige für die Übertragung des Fahrstroms zwischen den Wagen zur Vergrößerung der Stromabnahmebasis gibt es z.B. von Viessmann (Nr. 5048 Fleischmann-Profi-Kupplungesköpfe mit 2 Kontakten), damit hab ich gute Erfahrungen. Vorsicht: Dann brauchst Du lange Halteabschnitte vor den Signalen.
Wenn Du mit richtigem Lichtwechsel digitalisieren willst, oder analog mit Steuerwagenbetrieb fahren willst, brauchst Du mehrpolige Kupplungen. Dann solltest Du Dir mal die Ersatzteillisten von Mätrix ansehen. Auch dabei wären erhebliche Anpassungen notwendig.

Gruß
Stefan
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Beitragvon TE lebt » 26.03.2007, 13:27

Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine Hinweise.
Dass die Sache nicht einfach würde, habe ich mir schon gedacht. Und wie es scheint, hat es auch von den Umbau-Experten hier im Forum noch keiner gemacht.
Am Überzeugendsten ist jedoch Dein Argument, dass man ein so gefragtes Stück nicht verbasteln sollte. Ich werde also den Zug so lassen, wie er ist und mich trotzdem an seinem Anblick erfreuen.

Gruß Günther
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Beitragvon axelkockel » 26.03.2007, 20:50

Hallo Günther,

meinen 5-teiligen VT 08 habe ich mit zwei Mabuchi-Motoren ausgerüstet. Die Schwungmasse an diesen Motoren führt zu einer ruhigeren Fahrweise des Zuges. Die mechanischen Auswirkungen des Uralt-Kupplungssystems sind nicht mehr vorhanden.

Bei digitaler Betriebsweise ist der Lichtwechsel ebenfalls keine Problem. Wenn dann noch gelbe LED zur Wagenbeleuchtung eingesetzt werden, stellt der VT 08, trotz seines Alters, einen echten "Hingucker" dar.
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Beitragvon ratloser » 26.03.2007, 23:03

Hallo Günther,

wenn Du kein absoluter "Sammlerfreak" bist, empfehle ich Dir zum Nachrüsten einer Kurzkupplungskulisse die Firma Symoba. Mit deren Produkten habe ich meine Trix-Umbauwagen umgerüstet. Funktioniert klasse, aber dann ist eben der sammlerwürdige Zustand dahin. Als Betriebsbahnler ist diese Lösung m. E. allerdings das Beste, was derzeit auf dem Markt ist.

Viele Grüße

Volker
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Beitragvon Stefan » 27.03.2007, 06:25

Hallo Volker,

von Symoba hab ich schon Gutes gehört, u.a. dass die Fa. Gützold die Produkte einsetzt und auch einzelnd vertreibt:
http://www.guetzold.de/01170.htm
ABER: So weit ich weiss sind die Dinger momentan nicht lieferbar.

Gruß
Stefan
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Beitragvon Georg » 27.03.2007, 09:57

Hallo Günther

Sei froh, daß Du einen VT08 günstig erwerben konntest. Sein Wert steht und fällt aber auch mit seinem Originalzustand. Ich würde an diesem rund 40 Jahre alten Triebwagen nichts verändern, daß den Wert mindert. Da kann ich den Vorschreibern nur beipflichten.

1969 hätte ich Dir vielleicht einen anderen Rat gegeben. Da wurde der Triebwagen "fürn Appel und ein Ei" verkauft und man maß ihm keinen großen Wert bei. Siehe Anzeige. Da wäre selbst bei einem Mißlingen des Umbaus der Verlust nicht sehr groß gewesen. Aber damals wäre noch niemand auf die Idee gekommen, eine Kurzkupplungskulisse einzubauen - weil sie noch nicht erfunden war.
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Beitragvon Georg » 27.03.2007, 10:01

Und die Firma Stein in Düsseldorf hatte ähnliche Sonderangebote. Warum hat man nicht gleich 10 Stück gekauft?
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Beitragvon Georg » 27.03.2007, 10:09

Ich habe mal ein Bild von der Unterseite des Trix VT08 gemacht. Zum Vergleich sieht man links im Bild den Kato VT18 (BR 175) und rechts den Lima ET30.

Beim Kato-Triebwagen fungiert der Faltenbalg als Kupplung. Gleichzeitig wird eine vierpolige Stromverbindung zwischen den Fahrzeugen hergestellt. Der gezeigte Antrieb befindet sich in einem der Mittelwagen. Die Stromversorgung erfolgt durch den in Fahrtrichtung voraus fahrenden Triebwagenkopf. Im Bild ist die Kupplung in der maximalen Auslenkung fixiert. Diese Auslenkung ist bei Fahrt durch eine S-Kurve auch erforderlich. Bitte einmal beachten, wie weit dabei die Kupplung heraus schaut. Der Haken (rechts oben am Faltenbalg) wäre bei Geradeausfahrt überhaupt nicht sichtbar. (Im Bild unten schaut ein Stück der blanken Kardanwelle hervor.)

Der Lima ET30 gleicht vom technischen Aufbau her dem VT08 des gleichen Herstellers. Beide Modelle hat Lima mit einer Kurzkupplungskulisse versehen. Die Lima-Triebwagen besitzen serienmäßig keine elektrische Verbindungen zwischen den Wagen. Man könnte das aber mit stromführenden Kupplungsköpfen schnell ändern. Auch bei dem Lima-Modell wurde die Kupplung in maximaler Auslenkung fixiert. Man kann sehr gut die schwalbenschwanzförmige Kulissenführung erkennen. Bitte einmal darauf achten, wie stark der Schwalbenschwanz geschwungen ist, damit die Kupplung in Kurven auch weit genug heraus kommt. Ist diese Auslenkung mit der Symoba bzw. Ribu-Kupplungskulisse überhaupt möglich?

Heiko zeigt auf seiner Seite:
http://www.h-mehnert.de/symoba-einbau.pdf
den Einbau der Symoba-Kupplung nur in zwei- und dreiachsigen Fahrzeugen.

Aber abgesehen von der erforderlichen Auslenkung der Kupplungskulisse. Die Y-förmigen Beinchen der Lima -Kupplungsdeichsel reichen oberhalb des Wagenbodens genau so weit, wie die Befestigungspunkte unter dem Wagenboden für die beiden Federn. Beim Kato-Modell reicht die Faltenbalgkulisse etwas weiter in das Fahrzeug hinein als wie sie breit ist. Der erforderliche Raum wird beim Trix-Modell aber von dem vorhandenen Antrieb beansprucht. Antrieb umbauen? Auf was? Ein Mittelmotor wie beim Kato- und Lima-Triebwagen scheidet aus, weil die Kardanwelle eines Mittelmotors die Gehäusebefestigungszapfen kreuzen würde. Also den großen Trix Standard-Permamotor durch einen kleinen kurzen Mabucci-Motor von Heiko ersetzen? Reicht ein angetriebenes Drehgestell dann noch? Sowohl das Kato- als auch das Lima-Modell haben zwei angetriebene Drehgestelle.


Aber man erkennt etwas Anderes. Sowohl bei dem Kato- als auch bei dem Lima-Triebwagen ist sehr viel Platz zwischen den Spurkränzen der Radsätze und dem Drehgestellrahmen. Mit anderen Worten: mit Spurkranzringen von Herrn Hess lassen sich der Kato- und der Lima-Triebwagen relativ leicht auf das Trix Express – System umbauen, da an den Drehgestellen keine Fräsarbeiten nötig sind. Beide Triebwagen sind übrigens für das Anbringen eines Märklin-Schleifers vorbereitet.

Bevor man sich mit dem Trix VT08 abmüht und den Sammelwert vernichtet, sollte man die Anschaffung des Lima-Triebwagens ins Auge fassen. Wenn man den für das Trix Express- System umbaut, steigert sich erfahrungsgemäß dessen Wert.

Man sollte aber bedenken, daß jeder Wagen des maßstäblich langen Lima-Modells über 30 cm lang ist, da kann es in den Kurven eng werden. Die Wagen des Kato-Triebwagens sind etwas kürzer: 27 cm.

Mit freundlichen Grüßen
Georg
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Beitragvon TE lebt » 27.03.2007, 15:18

Hallo Georg,

Original von Georg
Und die Firma Stein in Düsseldorf hatte ähnliche Sonderangebote. Warum hat man nicht gleich 10 Stück gekauft?



ja, warum?

Vielleicht, weil 1969 400.-- DM viel Geld waren. Ich hätte mir das damals als W 18 jedenfalls nicht leisten können...
Aber wahrscheinlich eher deswegen, weil, wie Du ja schreibst, niemand dachte, dass das Teil einmal so gefragt sein wird. Aber die Vorstellung ist fantastisch: Man hätte einige gekauft und nie ausgepackt, ausser zum Abschmieren. Und könnte jetzt ladenneue VT 08 anbieten!
Doch zurück zur Realität.
Deine detaillierten Ausführungen samt Bildern haben mich endgültig davon überzeugt, dass der Zug so bleiben soll wie er ist.
Ich danke Dir und allen anderen Schreibern für die Anregungen und Hinweise.

Viele Grüße

Günther
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Beitragvon noels » 27.03.2007, 17:04

Hallo zusammen,
Georgs Ausführungen sagen schon fast alles. Noch ein paar Ergänzungen dazu:
Mit der Symoba- Kupplung habe ich schon sehr viel gemacht. Die im obigen Link abgebildete Kulisse ist eigentlich für N und TT- Fahrzeuge gedacht. Bei H0 kann man sie nur in Fahrzeugen mit wenig Auslenkung verwenden, oder man muß auch in der Grundstellung etwas Luft zwischen den Puffern lassen. Das ist z.B. beim VT 98 so. Auch vierachsige und dreiachsige Umbauwagen kann man nicht völlig dicht kuppeln.
Beim VT 08 ist besonders in S- Kurven die Auslenkung gewaltig. Da reicht diese Kulisse nicht. Das Hauptproblem ist aber der Antrieb im Motorwagen. Es ist nirgendwo Platz, um sinnvoll eine Kulisse unterzubringen.
Wegen dem starken Ausscheren in S- Kurven kann man auch einen Faltenbalg nicht sinnvoll unterbringen.
Da die Trix- Fahrzeuge eine Kante im Gehäuse haben, die aussieht, als sollte hier ein Faltenbalg sitzen, habe ich dort einen schwarzen Streifen aufgeklebt, der auch knapp 1 mm über die Gehäusekante ragt. Ob das sinnvoll ist, mag jeder selbst entscheiden. Mir gefällt es so (siehe Anhang)

Der Mabuchimotor verhilft dem Triebwagen zu tollen Fahreigenschaften. Wenn das Getriebe jault, kann man auch auf den Riemenantrieb umrüsten. Aber dann ist er auch nicht mehr Original. Allerdings läßt sich der Originalzustand wieder herstellen bei Bedarf.
Gruß
Heiko Mehnert
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Beitragvon Georg » 27.03.2007, 19:22

Original von noels
... Da die Trix- Fahrzeuge eine Kante im Gehäuse haben, die aussieht, als sollte hier ein Faltenbalg sitzen, habe ich dort einen schwarzen Streifen aufgeklebt, der auch knapp 1 mm über die Gehäusekante ragt. ...

Heiko,
mit dem schwarzen Streifen hast Du genau das Vorbild getroffen. Die Kante am Trix VT08 ist genau da, wo das Vorbild einen Gummiwulst hat, der allerdings erheblich von den bekannten Gummiwülsten der Reisezugwagen abweicht. Diese ungewöhnliche Form findet man nur bei den DB Triebwagen-Baureihen, die in den 50ern entstanden sind. Der Wulst läßt praktisch keine Lücke zwischen den Wagen. Sieht toll aus, ist aber pflegebedürftig.

http://www.railfaneurope.net/pix/de/diesel/dmu/historic/VT08/VT08_DN6.jpg

Beim IC-Experimental hat man es noch einmal mit einem ähnlich geschlossenen Übergang versucht. Bei den Serienfahrzeugen hat man darauf verzichtet.

Georg
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VT 08 Kurzkupplung

Beitragvon Frank Bertram » 27.03.2007, 20:49

Heiko,

das mit dem schwarzen Streifen ist recht gut - und da kommt mir der Gedanke, den Zwischenraum ggf. noch mit schwarzem Schaumstoff aufzufüllen (nicht flächig, sondern jeweils eine halbe Umdrehung je Wagen, versetzt angeordnet dürfte das dann einem (zugegeben) riesigen Faltenbalg nahekommen.

Gruß

Frank Bertram

PS:

hat jemand Erfahrung mit vierteiligen VT 08 TE- Garnituren? Wie fahren die? Ich könnte mir vorstellen, daß Mabuchi auch hier hilft.
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Beitragvon noels » 27.03.2007, 21:07

Hallo Frank,
Faltenbalg wäre hier falsch, wie Georg es ja schon geschrieben hat.
Das mit dem ausfüllen kannst Du vergessen. Wenn Du den Zug mal in einer Weichenstraße (TE) gesehen hast, weißt Du was ich meine. Ein so flexibles Material gibt es nicht. Inzwischen akzeptiere ich den großen Spalt bei diesem alten Zug auch. Wer es moderner haben will muß halt auf neueres Material zurück greifen. Wie ich von Thorsten gehört habe, klappt es auch, den neuen Zug von Trix umzurüsten. Der sieht natürlich insgesamt viel besser aus. Unser alter ist ja maßstäblich nicht nur viel zu kurz, sondern ebenso zu dick. Aus einem Heckflossen- Mercedes kann man eben keinen CLK machen.
Daß sich der Mabuchi mit Schwungmasse und Getriebereduzierung lohnen, habe ich ja schon geschrieben. Zur Optimierung habe ich die Glühlampen noch durch Dioden ersetzt wegen dem Dynamoeffekt. Dazu habe ich auch das Zwischenzahnrad erneuert. Jetzt gleitet der Zug fast lautlos über die Gleise. Mir fehlt nur noch der Zwischenwagen, aber da tut sich vielleicht auch bald etwas.
Gruß
Heiko Mehnert
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