von Georg » 09.03.2006, 20:55
Die Brünierung der Räder und Schleifer einer neuen Lok hindert den leichten Stromübergang von der Schiene zum Rad oder Schienenschleifer. Die Lok muß gewissermaßen eingefahren werden, sprich die Brünierung muß abgefahren werden.
Aber dazu kommt noch folgendes: brünierte Räder und Schleifer gibt es noch nicht so lange. Wir verwenden aber häufig älteres Gleismaterial.
Schon einmal daran gedacht, daß zwar die Außenschienen des Trix Express-Gleises (mit Plastikbettung) aus Neusilber sind, daß aber der Mittelleiter aus Eisen besteht?. Nur bei den in den letzten Jahren unter Märklin-Regie gefertigten Schienen ist er auch aus Neusilber.
Beim Märklin - C-Gleis ist es ähnlich. Als Märklin daran ging, das Trix - C-Gleis (im Grunde genommen hat man die Punktkontakte des Märklin - C-Gleis fortgelassen) zu entwickeln, hat man auf die bisher beim Märklin - C-Gleis verwendeten Eisenschienen verzichtet und sie durch Neusilberschienen ersetzt. Nur damit ist bei Zweileiter-Gleichstrombetrieb ein strörungsfreier Betrieb überhaupt möglich. - Für die Hersteller ist es letztendlich ein Preisfrage, welches Metall verwendet wird. Eisen ist nun mal billig.
Wenn Ulrich so lange zur Reinigung des Mittelleiters braucht, hat er höchstwahrscheinlich Schienen mit eisernem Mittelleiter. Blankes Eisen rostet / oxidiert bekanntlich schnell. Einfach mal einen Dauermagneten an die Schienen halten, dann weiß man, was man hat.
An dieser Stelle sei eine Geschichte eingeflochten: Es gab mal eine Firma Egger, die dachte mit Eisenschienen und Magneten, die dicht über der Schiene in der Lok eingebaut wurden, die Zugkraft ihrer winzigen H0e Feldbahnloks zu erhöhen. "Magma-Kraft" hieß das in der Werbung. Das funktionierte aber mehr schlecht als recht. Die winzigen Magnet brachten kaum zusätzliche Adhäsion. Aber man handelte sich ein anderes Problem ein. Die Stiftung Warentest gab es damals noch nicht. Aber die Zeitschrift "DM". Die testete Mitte der 60er wenig objektiv Modellbahnen und stellte fest, daß die Eisenschienen rosteten und es zu Kontaktproblemen kam. Die Zeitschrift pflegte den wenig objektiven Stil des Boulevard-Journalismus und so nimmt es nicht Wunder, wenn als Folge der Veröffentlichung plötzlich ein Nachfrageschwund eintrat. Kurz darauf war der Hersteller insolvent.
Georg