von Georg » 20.11.2010, 12:39
Hallo Dieter,
Die Achsanordnung soll bei diesem Modell so sein. Spätere Versionen haben den spurkranzlosen Radsatz in der Drehgestellmitte. Aber bei Deiner Lok, die um 1955-57 gefertigt wurde, ist das so richtig. Es ist eine E94 mit dem Umbau-Permamotor, der mit Gleichstrom läuft. Es ist keine Wechselstrom-Lok. Anstelle des Umschaltmechanismus befindet sich an der Stelle ein Gewicht.
Wenn die Lok nicht laufen will, kann ich Dir nur empfehlen, der Sache Schritt für Schritt auf den Grund zu gehen. Zuerst würde ich (weil am einfachsten) die Motorkohlen untersuchen. Prüfen ob die Kohlen nicht verbraucht sind, die Federn noch genügend drücken. Ersatz gibt es von Märklin. Dann muß die Lok höchstwahrscheinlich gereinigt und neu geölt werden. Wenn das noch nichts gebracht hat, mußt Du Dir den Motor vornehmen und den ausbauen.
Bevor Du daran gehst, kannst Du mal mit einem Meßgerät die Stromaufnahme des Motors prüfen. Wenn Du die Lok so wie auf dem Bild zu sehen, betreibst, sollte die Stromaufnahme um die 0,5 bis 0,6 Ampere liegen. Wenn Du den Probelauf der Lok auf der Seite liegend machst, wie im oberen Bild zu sehen: aufpassen, daß sich die Kardanwellen nicht aushaken.
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Der Motor wird von den zwei großen Schrauben gehalten, die Du unten in der Lokmitte siehst. Um an die Schrauben zu gelangen, mußt du ggf. die Drehgestelle abbauen. Aufpassen! Die Drehgestelle (und die zugehörigen Kardanwellen) sind verschieden und dürfen nicht verwechselt werden. Übrigens bei allen abgebauten Teile sich merken, wie herum es zusammen gehört!
Dann solltest Du das Kegelradgetriebe mal öffnen und nachsehen, ob die Kegelräder nicht verschlissen sind. Das Getriebe muß mit Fett(!) gut geschmiert sein und ist wahrscheinlich nach so vielen Jahren völlig trocken.
Wenn der Motor dann immer noch nicht läuft, muß man die Stabmagnete, die links und rechts des Motorankers sitzen, untersuchen. Sie können ihre Magnetkraft verloren haben. Es gibt Motore, die auf jeder Seite einen Magnet haben, es gibt aber auch Motore, die auf jeder Seite zwei (also insgesamt 4) Stabmagnete haben. Die Magnete sind mit den Ankerjochen verklebt.
Bei einem Auseinanderbau müssen die Magnete genauso wieder in die Joche eingebaut werden. Korrekt zusammen gebaut , wollen sie scheinbar immer auseinander springen, weil sich die Magnete abstoßen (müssen!), das ist aber richtig. Wenn sie von selbst zusammenhalten wollen, ist es genau falsch. Deswegen sind Magnete und Joche werkseitig miteinander verklebt.
Wenn die Magnete wirklich zu schwach geworden sind, kann der Motoranker wegen zu hoher Stromaufnahme Schaden nehmen. D.h. er wird dann zu heiß geworden und brennt durch. Da die Lok aber noch läuft, dürfte der Anker nicht durchgebrannt sein. Er können aber (unsichtbar von außen) die inneren Ankerwindungen Schaden genommen haben. Ein Hinweis darauf ist eine zu hohe Stromaufnahme.
Viele Grüße Georg