ig-trix-express.de

Interessengemeinschaft Trix-Express

E-Lok Trix H0 Serie 460 auf Express möglich?

Technisches: Fragen, Tipps & Tricks zu Wartung, Reparaturen, Umrüstungen etc.
Nicht themenbezogene Beiträge werden gelöscht.

E-Lok Trix H0 Serie 460 auf Express möglich?

Beitragvon zumheulen » 04.04.2005, 19:18

Hallo,

hat schon jemand eine E-Lok der Serie 460 z.B. Art. Nr. 22589 von Trix H0 auf Express umgebaut?
Aufgrund der niedrigen Fahrgestelle wird das wohl schwierig mit den Mittelschleifern.

Für Eure Hilfe wäre ich Euch sehr dankbar.

MfG

Koppi
Dateianhänge
460.jpg
zumheulen
 
Beiträge: 9
Registriert: 04.04.2005, 19:04

Beitragvon Sandro Coletta » 04.04.2005, 19:48

...ich bin mir sicher das Herr Hess schon solche Loks umgebaut/adaptiert hat. Wende Dich an ihn unter hedia@gmx.net.
Mit freundlichem Trix-Express-Gruß,

Sandro Coletta
Sandro Coletta
 
Beiträge: 150
Registriert: 24.08.2004, 19:43
Wohnort: Mainz

Beitragvon noels » 04.04.2005, 20:06

hallo,
nun heul man nicht gleich :D
am nicht angetriebenen Drehgestell (im Bild rechts) siehst Du unten die Aufnahme für den Märklin- Skischleifer. Das lange Exemplar tut es auch für TE sehr gut.
Am Antriebsdrehgestell mußt Du den Rahmen auf beiden seiten etwas schwächen, daß Du die Zahnräder weiter herauf gedrückt bekommst. Das Spurinnenmaß der TE- Räder sollte dann 11,6 -11,8mm betragen. Verloren hast Du erst einmal, wenn die Zahnräder mit der Achse ein Gußstück bilden. Das macht Murkslin manchmal. Dann mußt Du Dir neue Achsen und separate Zahnräder besorgen (findest Du bei Lokshop).
Viel Erfolg
Heiko Mehnert
noels
 
Beiträge: 1023
Registriert: 16.06.2002, 08:45
Wohnort: Osnabrück

Beitragvon Georg » 04.04.2005, 21:00

Frage mal die Firma Fricke in Osnabrück.

http://maerklin-service-fricke.de/index.htm

Diese Firma hat für einen Bekannten eine Lok der SBB Reihe 460 umgebaut. Billig wird das nicht! Aber die Firma macht keine halbe Sachen.

Die Probleme liegen nicht nur im Motordrehgestell, die Heiko Mehnert schon beschrieben hat.

Glücklicherweise hat die Lok separate, nicht mit den Radsätzen vergossene Zahnräder. Das Problem stellt sich nicht so, wie oben von Heiko beschrieben. Aber die Zahnräder sitzen nicht auf der Achse, sondern auf einem Bund der Radscheibe. Die Zahnräder sind dort verbördelt. Wegen des aufzuziehenden Hess-Ringes "müßten" die Zahnräder etwas auf dem Bund von der Radscheibe abgerückt werden. "Müßten" deshalb, weil der Bund so kurz ist, daß das abgerückte Zahnrad dann auf dem Bund keinen Halt mehr findet. Man muß zunächst die Verbördelung beseitigen und kann dann das Zahnrad abziehen, das in der Bastekiste verschwindet. Nun muß der Bund der Radscheibe teilweise entfernt werden. Dann muß man das neu beschaffenden Zahnrad direkt auf die Achse aufziehen wie Heiko es beschrieben hat.

Wenn man das Zahnrad auf der Treibachse versetzt hat, kämmt es mit dem den nächsten Zahnrad nur noch teilweise. Damit der Zahneingriff möglichst groß ist, muß man auch auf der nächsten Zahnradstufe das Zahnrad nach innen versetzen. Das kann auf verschiedene Art machen:
-> wenn also das Zahnrad auf der Treibachse um einen Millimeter nach innen versetzt wird, muß man auf der nächsten Zahnradstufe das Zahnrad um mindestens 2/3 mm nach innen versetzen. Und das Zahnrad auf der dritten Zahnradstufe, das mit dem Zahnrad auf der Ankerwelle kämmt, dann noch 1/3 mm. Trotzdem laufen die Zahnräder verschleißträchtig auf Kante.
-> Fricke verschiebt auf allen Zahnradstufen die Zahnräder so, daß sie nicht "auf Kante" laufen. Dabei muß man aufpassen, daß das Zahnrad, daß mit der Ankerwelle kämmt, nicht in die Wicklung des Ankers gerät. Zwischen Ankerwicklung und Zanrad paßt nachher sprichwörtlich gerade ein Blatt Papier dazwischen.

Im Laufdrehgestell stecken auch noch einige Probleme. Die Blechhalterung für die Achsen kann man nicht "mal eben" zusammendrücken, damit das Radsatz-Innenmaß von 11,6 bis 11,8 mm möglich wird. Biegt man die Blechhalterung, die die Achsen hält, einfach zusammen, wird die Lok auf den Laufdrehgestell "hochbeinig". Und dann paßt auch nicht mehr die Drehgestellblende, die den Märklin-Schleifer trägt. Fricke trennt daher die originale Blech-Achslagerung teilwese ab und baut stattdessen von ihm selbst angefertigte Lagerböcke für die Laufachsen ein. Diese Messingblöcke dienen als Lagerung für die Laufachsen und werden von Fricke mit den verbleibenden Blech-Drehgestellrahmen verschraubt.

Als Radsätze beschafft sich Fricke Original Trix Express-Räder. Für die SBB Reihe 460 hat er die der Trix BR 217 verwendet. Für andere Loks verwendet er die Radsätze der BR 110 usw. Falls geeignet, nimmt er auch Trix-Tauschradsätze für Güter-und Personenwagen, die er auf den erforderlichen Achsdurchmesser aufbohrt.

Der von Märklin für diese Loktype vorgesehene Schleifer gehört nicht gerade zu den langen Schleifern. Da beim Märklin-Wechselstromsystem der Skischleifer auf den Weichen über die Schienen "hinweggehoben wird", gibt es für den von Märklin vorgesehen Schleifer Vertiefungen im Drehgestell, wo die "Hörner" an den Schleiferenden einfedern können.

Bei Betrieb auf Trix Express Weichen wird der Schleifer zwar nicht so hoch angehoben, aber auch die Hörner eines längeren Schleifers wollen einfedern, dummerweise an Stellen, wo Märklin kein Platz dafür vorgesehen hat. Auf der Pufferseite kommt man schnell mit der Schürze unter den Puffern in Konflikt. Zur Lokmitte ist zwar etwas mehr Platz. Man könnte die zusätzliche Länge eines längeren Schleifers dort unterbringen, vorausgesetzt es gibt im Märklin-Programm einen passenden Schleifer mit der Befestigungsschraube an der "richtigen" Stelle. Das Skischleifer-Angebot wurde von Märkln im Laufe der Jahre immer weiter zusammengestrichen. Die Auswahl ist nicht mehr groß.

In Kurven weicht ein so unsymetrisch zum Drehgestell montierter Schleifer dann aber erheblich vom Mittelleiter ab. Und bei in der Höhe unsauber verlegten Gleisen kann das lange Schleiferende dann schon die Lokunterseite berühren (Kurzschluß!), weil die Lok zwischen den Drehgestellen auch weit herunter reicht. Daher kann man nicht einfach einen längeren Schleifer montieren, den man für die Trix Express-Weichen benötigen würde.

Aus diesem Grund hatte Fricke bei der von ihm umgebauten Lok den von Märklin für diese Loktype vorgesehen (für Trix Express zu kurzen) Schleifer unter dem Laufdrehgestell verwendet und einen zweiten Scheifer unter dem Motordrehgestell montiert. Wegen der kleinen Räder dieser Lok ist unter dem Motordrehgestell jedoch so wenig Platz, daß kein Raum mehr zum Einfedern des Märklin-Schleifers bleibt. So eignet sich als zweiter Schleifer unter dem Motordrehgestell nur ein Brawa-Schleifer, der besonders flacher als der Märklin-Schleifer baut.

Da Fricke die Lok mit Radsätzen der BR 217 umbaute, stellte sich zum Schluß heraus, daß die Drehgestellblende auf den Schienen auflag und die Traktion der Lok verloren ging. Die Drehgestellblenden mußten von unten noch etwas abgeschliffen werden. Raum für einen Märklin-Schleifer unter dem Motordrehgestell kann man nur schaffen, wenn man in die Drehgestellblende eine Rille für den Schleifer fräst. Dabei geht die Stabilität der Drehgestellblende aber verloren. Bei den Versuchen eine brauchbare Lösung zu finden, sind einige Drehgestellblenden in den Mülleimer gewandert. Beim Einbau von zwei Schleifern braucht man diese aber nicht hohl zu biegen. Das Hohlbiegen kostet auch Einbauhöhe, die bei dieser Lok nicht zur Verfügung steht.

Die Lok ist absolut NICHTS FÜR ANFÄNGER, die mal eben eine Lok umbauen wollen.

Wenn man andere Märklin-Drehgestelloks umbauen will, steht man im Grunde genommen vor den gleichen Problemen. Da die Loks in der Regel aber größere Radsätze haben, ist bei diesen Loks die "Bodenfreiheit" etwas größer und man bekommt mit dem Schleifer nicht die Platzprobleme, die gerade bei der SBB Reihe 460 auftauchen. Da kann man dann mit einem langen Ski-Schleifer auskommen.


Ich habe hier mal ausführlich beschrieben, an was alles zu denken ist. Nur wer sich das alles zutraut, sollte sich dann ernsthaft damit befassen. Dazu gehört auch ein gewisser Maschinenpark, um die Fräsarbeiten durchführen zu können. Das erklärt auch, warum Fricke für einen Umbau bei angelieferter Lok 130,- Euro verlangt.

Auch mit der benötigten Ersatzteilversorgung ist es leider nicht so, wie man sich das wünscht. BEVOR man nämlich anfängt, sollte man die benötigten Ersatzteile schon besorgt haben. Die bewußte Zahnräder, die auf die Treibachsen aufgezogen werden, sind leider nicht immer lieferbar. Wenn es sie vor zwei Monaten schon einmal geleifert bekam, ist das noch lange keine Garantie, daß man sie heute bekommt. Beim Lokshop mag das Teil in der Liste stehen und die Märklin-Verfügbarkeitsanzeige signalisiert, daß es vorrätig ist .... und totzdem ist es nachher nicht lieferbar! Ich habe da leider schon etliche Erfahrungen sammeln müssen.


Georg
Georg
 
Beiträge: 514
Registriert: 30.04.2004, 08:06

Beitragvon zumheulen » 18.04.2005, 09:15

Zuersteinmal ein herzliches Dankeschön für Eure Hilfe.
Vorallem Georg hat sich ja richtig Mühe gegeben :-)

Nach alldem Wissen das ich nun hab, lasse ich die Finger von der Lok und hab hierzu die Fa. Fricke konsultiert.
Nach anfänglichen ausbleiben einer Antwort kam nach ca. 1 1/2 Wochen ein Anruf und der nette Herr den ich leider sprachlich schlecht verstand (lag am Dialekt) teilte mir mit das ich mit 150 Euronen dabei bin.

Schluchts, aber es hilft nix, ich will die Lok auf Express haben und deshalb ist sie unterwegs zu Fricke.

Sobald sie wieder bei mir ist, setze ich mal Bilder und Erfahrungsbericht hierzu online, falls es Euch interessiert.

Gruß Koppi
zumheulen
 
Beiträge: 9
Registriert: 04.04.2005, 19:04


Zurück zu Bastelstube

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 2 Gäste