von Georg » 12.03.2007, 23:24
Märklin hat die Konstruktion bei den Kurzkupplungen zwischen den Triebwagenteilen komplett geändert, weil das ein Schwachpunkt des Trix ET87 war. Daher passen die Teile des Märklin-Modells 37265 und des Trix-Modells 22106 nicht in den älteren Trix-Modellen 22491, 22492, 22493, 32291, 32292, 32293.
Entscheidend ist, ob der Zustand des Triebwagens noch große Investitionen rechtfertigt. Man müßte den Triebwagen komplett mit den neuen Bodenplatten des Märklin-Triebwagens aufbauen. Da auch der Antrieb geändert wurde, werden da viele Teile benötigt. Das Vorhaben scheitert aber daran, daß die Bodenplatte des Mittelwagens als Ersatzteil nicht lieferbar ist. Ein Neukauf des Triebwagen wäre da wohl sinnvoller.
Wenn die Kosten im verträglichen Rahmen bleiben sollen und das Fahrzeug wieder rollen soll, ist bastlerisches Geschick gefragt, denn man wird um Improvisationen nicht herumkommen. (Es sei denn, man findet irgendwo das benötigte Ersatzteil)
Die Kurzkupplung 43 2292 88 erfüllt mehrere Funktionen. Sie dient einmal der Verbindung der Fahrzeuge, aber auch der Stromübertragung zwischen den Wagen. Sie zerbricht leider leicht an der schmalsten Stelle, wo sich die Kontaktbleche mit kleinen Halteklammern an dem Plastik-Kurzkupplungs-Teil festhalten. Ich gehe mal davon aus, daß die Kupplung genau da zerbrochen ist, aber die einzelnen Teile von den beiden Kontaktblechen noch zusammen gehalten werden.
Wenn auch die Teile der Kurzkupplung "total kaputt" sind, sollten die Teile der Kurzkupplung noch vorhanden sein. Die meistens nur verbogenen Kontaktbleche lassen sich wieder richten. Dann geht man so ähnlich vor, wie der Arzt bei einem Knochenbruch, der eine "Schiene" anlegt. Genauso wird für die Bruchstelle der Kurzkupplung ein Messingblech angefertigt mit dem man das dünne, sonst zu schwache Kontaktblech verstärkt. Das Messingblech übernimmt so die Funktion des zerbrochenen Kunststoffteils.
Wie man das Messingblech genau formt, hängt von der Bruchstelle ab. Vielleicht genügt ein flaches Messingblech. Eventuell kann es aber sinnvoller sein, das anzufertigenden Messingblech L oder U-förmig zu formen, damit es von zwei oder drei Seiten die Bruchstelle des Kunststoffteil umgibt.
Wenn man Kontaktblech und angefertigtes Messingblech nicht mit Löten verbinden will, kann man die Teile am breiten Ende der Kurzkupplung mit kleinen Schrauben verbinden. Im Bereich des schmalen nur 3 mm breiten, in dem Mittelwagen ragenden Teils der Kupplung kann man Messingblech und Kurzkupplung auch mit einem Zwirnfaden fest umwickeln. Dieser "Verband" wird dann (nicht mit Gips) mit Kleber getränkt. Zuvor wird der Kunststoff, der normalerweise nicht geklebt werden kann, durch Kratzer mit der Feile aufgerauht, damit der Kleber besser haftet. So habe ich mal eine Kurzkupplung wieder funktionstüchtig gemacht. Aber so wie bei einem Beinbruch möglicherweise die Hose nachher nicht mehr über das eingegipste Bein paßt, muß man die Öffnungen für die Kupplungen in den Fahrzeugen für die nun dickere Kurzkupplung vielleicht etwas vergrößern.
Zum Kuppeln der Wagen hätte man alternativ noch die Deichseln (alte Trix-Nummer 43 2292 69, neue Nummer 12476200 (lang) bzw. 12476300 (kurz)), die der Steuerung der Radsätze in den Kurven dienen. Diese Deichseln rutschen aber bei der kleinsten Zugbeanspruchung aus der Halterung, da sie dafür nicht vorgesehen sind. Man müßte sich eine Vorrichtung (Klammer) bauen, die das Herausgleiten der Deichsel verhindert. Dann muß die Deichsel so umgearbeitet werden, daß die Fahrzeugen immer auf größten Abstand gehalten werden, da es keine Kurzkupplungskulisse mehr gibt. Langloch in der Deichsel durch Rundloch ersetzen. Die nicht mehr kurzgekuppelten Fahrzeuge geben natürlich kein so schönes Bild ab. Daher sollte - wenn irgend möglich - die Original-Kurzkupplung wieder funktionsfähig gemacht oder in den defekten Teilen nachgebaut werden.
Wie gesagt, Märklin hat die Konstruktion erheblich geändert. Es paßt im Bereich Kupplung leider keines der derzeit lieferbaren Ersatzteile an dem alten Trix-Modell.
Viele Grüße Georg