von dho » 26.01.2005, 16:32
Hallo an alle potentiellen Gleisselbstbauer
Ich habe sehr viel Zeit in den Gleis- und Weichenselbstbau investiert.
Folgende Anforderungen haben mich dazu veranlaßt mich mit diesem Thema zu beschäftigen:
1. TE-Gleismaterial war zeitweise total überteuert.
2. Es gab und gibt keine TE-Flexgleise
3. Die engen Radien haben bei mir immer Probleme mit langen Zuggarnituren verursacht.
4. Ich hatte immer Probleme mit der Stromaufnahme bei Kreuzungs- und Bogenweichen und bei langen, komplexen Weichenstraßen.
5. Die Geometrie der Weichen gefiel mir nicht mehr.
6. Bei beleuchteten Wagen (meist nur mit jeweils einem Mittel- und einem Außenschleifer) sieht es aufgrund der schlechten Stromaufnahme immer so aus, als wenn in ihrem Innern delekte Neonröhren eingebaut wären.
Anfangs war bei mir der glaube da, dass ich es schaffen könnte das vorhandene TE-Gleissystem ohne Kompromisse mit Selbstbaugleisen zu erweitern.
Bei normalen Gleisen (Gerade, Kurve und Flex) habe ich das auch hinbekommen. Tillig Schwellenbänder plus Peco Code 124 Schinenprofil + Klavierdraht 1mm Durchmesser dann noch ein bischen 2k-Kleber und etwas Lötzinn, das ist alles.
Einen Prototyp für eine 12 Grad Kreuzung habe ich auch hinbekommen. Bei diesem Prototyp habe ich die Schienen einfach auf eine Sperrholzplatte geklebt. Mechanisch war das ganze eigendlich kein Problem.
Ich habe nämlich ein anderes Konzept als Trix zur Vermeidung von Kurzschlüssen gewählt. Trix hat (wie im Trix-Express-Dienst von 19 hundert schlagmichtot nachzulesen ist) die Kreuzungen und Weichen so konstruiert, dass aufgrund der gewählten Geometrie der Weichen und Kreuzungen und der verwendeten Isolierstücke ein Kurzschluss vermieden wird. Deshalb die großen Winkel und kleinen Radien.
Ich habe einen anderen Ansatz gewählt. Ich löse das Kurzschlussproblem durch eine elektrische Schaltung.
Die Kreuzung ist von den zu- und abgehenden Gleisen elektrisch völlig getrennt. Jedes einzelne Schinenstück der Kreuzung hat einen eigenen elektrischen Anschluß und ist gegen die angrenzenden Schienenstücke isoliert.
Die richtige Stromversorgung erfolgt über Relais und Schaltkontake.
Bei Weichen ist das Konzept das gleiche. Die Geometrie der Weiche muss auf die Geometrie der TE-Radsätze optimal abgestimmt sein. Die elektrischen Notwendigkeiten müssen mit Hilfe der Elektronik gelöst werden. Dann ist es möglich auch für TE sehr schlanke Weichen zu bauen (an andere Stelle im Forum gibt es Bilder von meinem Prototypen).
Bei all meinen Versuchen habe ich festgestellt, dass die TE-Schleifer die meisten Probleme verursachen. Ich habe während meine ersten Weichenselbstbauversuche eine E50 und eine V36 auf Radschleifer umgerüstet, die TE-Mittelschleifer habe ich durch Roco Flüsterschleifer ersetzt. Das Ergebnis war so beeindruckend gut, dass ich mittlerweile alle Loks so umgerüstet habe.
Auf die Idee das Kurzschlussproblem elektrisch zu lösen bin ich gekommen, als ich mir das Tillig Elite und das Peco Finescale Gleissystem näher angeschaut habe. Auch bei diesen Gleissystemen werden z.B. die Herzstücke von den zuführenden Gleisen isoliert und die Stromversorgung erfolgt über einen eigenen Anschlus der entsprechend geschaltet wird.
Dieses Konzept (ich will jetzt wirklich nicht überheblich sein) eignet sich sicher nur für den fortgeschrittenen Modellbahner für den auch elektrische Schaltungen kein Fremdwort sind. Das Trix in den 50ern und 60ern nicht ein solches Konzept verfolgt hat kann ich gut nachvollziehen. Das Gleissystem mußte auch für einen Kundenkreis geeignet sein der die Eisenbahn zu Weihnachten auf dem Küchentisch oder Wohnzimmerfußboden aufgebaut hat.
Märklin, mit seinem Gleissystem aufgrund des Mittelleiters (sind zwar PuKo´s aber auch die sind ein Mittelleiter) sicherlich auf den ersten Blick am nächsten am TE-System dran, aber elektrisch gesehen am weitesten weg, kann man sicher nicht zumuten ein Gleissystem was einen solchen schaltungstechnischen Aufwand nach sich zieht zu entwickeln.
Bleibt die Frage ob Tillig oder Peco dazu bereit währen ein TE-Gleissystem anzubieten. Sicher ist aber, dass ein solches Gleissystem sehr viel einfacher zu realisieren wäre, wenn die TE-Schleifer nicht wären sondern stattdessen außen Radschleifer und in der Mitte Skischleifer.
Dirk