von Georg » 23.03.2005, 15:15
Erst einmal etwas Grundsätzliches:
Das Trix Express System ist seit seiner Einführung ein ZWEIT-ZUG-SYSTEM! Das sollte nicht vergessen werden. Das funktioniert aber nur in der vorgesehenen Form, wenn man keine Kehrschleifen baut.
Hat man keine Kehrschleifen auf seiner Anlage, genügt immer EIN Kupplungsbügel, weil sich die Stellung von Lok und Wagen zueinander auf dem Gleis nicht ändern kann. Es steht dann nie ein Wagen "falsch" herum.
Baut man aber Kehrschleifen, muß man (ähnlich wie beim Zweileiter-Gleichstrom-System) in der Kehrschleife die Außenleiter unterbrechen bzw. umschaltbar machen, sonst kann man nur noch einen Zug steuern. Da sich in der Kehrschleife die Stellung von Lok und Wagens auf dem Gleis (wie auf einer Drehscheibe) ändert, würde man nun an jedem Wagenende einen Kupplungshaken benötigen. Aber so war das von Trix nicht vorgesehen.
Hat man jedoch Kehrschleifen (oder eine Drehscheibe) auf seiner Anlage, ist es zweckmäßig den zweiten Bügel nachzurüsten. Aber Obacht! Es kann vorkommen, daß genau zwei Bügel aufeinander stoßen und keiner nach oben ausweicht. Anstatt zu kuppeln, läuft der zu kuppelnde Wagen dann davon. Und auch das Entkuppeln auf dem Entkupplergleis ist nicht mehr so einfach.
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Etwa anders sieht es aus, wenn man an die Mitte der 60er-Jahre eingeführte Kupplung mit dem vertikalen Ausheber denkt. Fehlt hier der Haken, fällt auch der Ausheber heraus. Deswegen müssen Fahrzheuge mit dieser Kupplung an beiden Enden Kupplungshaken haben.
Aber die Intension, die hinter dieser Kupplung steckt, war nicht etwa eine Lösung für Kehrschleifen zu finden. Man hatte sich ganz etwa Anderes gedacht. Der Kupplungschacht war noch nicht erfunden. Da Trix nun seine Fahrzeuge auch für das H0-Zweileitersystem anbot, mußte eine Kupplung für die Fahrzeuge entwickelt werden, die mit den damalig üblichen Kupplungen von Märklin und Fleischmann kuppelte. Heraus kam eine etwa klobige "eierlegende Wollmichsau". Diese Kupplung war als Universalkupplung gedacht, die einmal mit der alten Trix Express Kupplung und dann mit der Fleischmann-Fallhakenkupplung (dafür die Vertiefungen links und rechts neben dem Kupplungshaken) und der Märklin-Bügelkupplung (dafür das nach unten zeigende Dreieck am Ausheber) kuppeln konnte. Ferner sollten über einen Entkuppler die Wagen mit Märklin- und Fleischmann-Kupplung entkuppelbar sein. Daß die Fahrt nur bei absolut eben verlegten Gleisen reibungslos verläuft und das Kuppeln und und Enkuppeln mit den Fremdkupplungen nur auf dem Papier der Patentschrift einwandfrei funktionierte, ist eine andere Sache.
Auch bei dieser neuen Kupplung besteht das Problem, daß zwei Kupplungsbügel (in exakt gleicher Höhenlage) aufeinandertreffen können. Auch dann läuft wieder der zu kuppelnde Wagen davon.
Ein Vorteil hat die neue Kupplung aber: befinden sich Kupplungen auf dem Entkupplergleis und man schaltet den Entkuppler ein, werden die Ausheber angehoben - auch im Stand und auch bei geschobenen Zügen.
Bei der alten Kupplung kann es vorkommen, daß der Wagen aus dem Gleis gehoben wird. Denn beim Einsatz der alten Kupplung sollte man den Entkuppler einschalten, wenn sich keine Kupplung über dem Entkuppler befindet: man zieht dann mit den zu entkuppelnden Kupplungen langsam darüber hinweg. Nicht schieben! Dann ist eine Entgleisung vorprogramiert!
Wenn man alte und neue Kupplungen gemischt einsetzt, kann das für den Bediener schon für Verwirrung sorgen, weil die beiden Kupplungsauführungen doch eine unterschiedliche Benutzung des Entkupplungsgleises erfordern.
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Sofern man nicht mit einer zeitgemäßen Kurzkupplung im Kupplungsschacht fährt: ich persönlich halte die ältere oben im Bild an den Schnellzugwagen zu sehende Trix-Kupplung für praxistauglicher, weil sie leichter kuppelt und kleiner ist. Bei der neuen Trix-Kupplung "klemmt" schon mal was.
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Und noch etwa:
Vorsicht bei dem Einsatz der Märklin-Kupplungsköpfe in Trix Fahrzeugen! Die Trix-Fahrzeuge haben maßstäbliche Puffer! Die Märklin-Kupplung benötigt eine größere Höhe als die Kurzkupplungsköpfe von Fleischmann oder Roco und da kann bei Kurvenfahrt eine Märklin-Kupplung schon mal die Puffer berühren. Märklin hat extra bei für das Märklin-System herausgebrachten Fahrzeugen aus Trix-Formen die Puffer etwas höher gesetzt bzw. die Pufferteller verstümmelt, um das Verhaken zu vermeiden.
Das ist auch der Grund, warum viele Märklin-Fahrer behaupten, daß auf ihren Anlagen Fremdfahrzeuge von Trix, Roco, Fleischmann entgleisen. Die Wagen haben an der richtigen Stelle maßstäbliche Puffer und keine vermurksten. Darüber schweigen die Modellbahnzeitschriften mit Rücksicht auf den Anzeigenkunden.
Georg