Hallo Taigatrommel
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Auch soll das hier keine Kontoverse sein. Jeder kann schon mal ein Detail übersehen.
Um das Problem mal leicht verständlich für alle deutlich zu machen, warum man ein umschaltbares Gleis in die Zufahrt zur Drehscheibe einbauen muß, soll das beispielhaft mit dem Befahren zweier Lokomotiven beschrieben werden.
Zunächst fährt eine Lok der BR 24 von der Strecke auf die Drehscheibe. Diese Lok hat bekanntlich zwei Mittelschleifer und zwei Außenschienenschleifer, die normalerweise (bei Fahrt Schornstein voraus) die rechte Außenschiene bestreichen. Wenn man den Transformator, der die Strecke versorgt, und den Trafo, der die Drehscheibe versorgt, gleichsinnig gleich weit aufdreht, fährt diese Lok ohne Probleme auf die Drehscheibe. Soweit hat Heiko Recht.
Nun wird eine Lok der BR 54 auf die gleiche Fahrt geschickt. Die BR 54 hat aber keine Außen-Schienenschleifer, sondern nimmt den Strom über die drei nicht angetriebenen Treibräder der Lok und der mittleren Tenderachse auf. Die Lok hat eine Stromabnahmebasis von der Außenschiene von über 11 cm.
Im Auslieferungzustand sind die Außenschienen bei der Märklin-Drehscheibe miteinander verbunden. Das ist auch nicht leicht zu ändern.
Ob wir den Trafo für die Drehscheibe aufdrehen oder nicht, ist ohne Belang. Daher lassen wir zum leichteren Verständnis diesmal den Trafo für die Drehscheibe in Nullstellung und fahren nur mit dem Streckentrafo die BR 54 auf die Drehscheibe. Was passiert nun? Anzunehmen wäre, daß die Lok stehen bleibt, sobald sie keinen Strom mehr von dem Streckentrafo bekommt.
Aber wenn die erste Treibachse die Gleise der Märklin-Drehscheibe berührt, passiert zunächst ganz etwas Anderes.
Die BR 54 hat eine umschaltbare Fahrstromumschaltung. An der Stirnseite des Tenders sitzt ein kleiner Schiebeschalter, mit dem man die Fahrstromversorgung der Lok von der rechten auf die linken Außenschiene umschalten kann. Das heißt aber auch, daß bei dieser Lok nicht nur die rechten Räder der Lok eine ständige Schienenstromaufnahme haben, sondern AUCH die linken Räder ! ! ! Sie wird nur im Normalfall nicht genutzt.
Wenn nun die Lok mit der ersten Achse das Drehscheiben-Gleis erreicht hat, fließt der Strom von der rechten Strecken-Außenschiene über das rechte, erste Treibrad in das Gleis der Drehscheibe. Da auf der Drehscheibe aber die beiden Schienen elektrisch zusammengeschaltet sind, fließt der Strom weiter zum linken Rad der ersten Treibachse. Über die nicht genutzte linke Schienenstromaufnahme der Lok fließt der Strom weiter in die mittlere Tenderachse, die noch auf dem Streckengleis steht. Damit gerät plötzlich die linke Strecken-Außenschiene unter Spannung und ein irgendwo auf diesem Stromkreis abgestelltes Triebfahrzeug setzt sich ungewollt in Bewegung.
Das ursprünlich abgestellte Triebfahrzeug bleibt solange in Bewegung, bis die BR 54 die Drehscheibe vollständig erreicht und das Streckengleis verlassen hat. Da die Stromaufnahmebasis dieser Lok über 11 cm ist, legt das ungewollte sich in Bewegung setzende Fahrzeug etwa die gleiche Stecke zurück. Da kann schon einiges zu Bruch gehen.
Bei Triebfahrzeugen, die ihren Strom mit Schienenschleifern von der Außenschiene aufnehmen, UND bei Modellen, die auf der Basis von Märklin - Wechselstrom - Modellen entstanden sind (BR 103, 151, Ae6/6), hat man das Problem nicht.
Aber das oben aufgezeigte Problem ist nicht nur auf die BR 54 beschränkt. Auch die BR 38, BR 92 und die BR 98.4 besitzen eine umschaltbare Fahrstromversorgung. Bei den letztgebauten Modellen der BR 98.4 findet man in der Lok einen (in der Gebrauchsanweisung nicht beschriebenen) Stecker, der diesem Zweck dient.
Georg