von Ulrich Albrecht » 11.10.2005, 17:40
Hallo Stefan und Alle:
Ich habe die umgebaute Weiche heute ausprobiert, und es klappt. Hier ist im Telegramstil der Umbau:
Man besorge sich eine Fleischmann Schnellfahrweiche aus dem Modellgleisprogam, d.h. Nr. 6080(l) oder 6081(r).
Der Umbau gliedert sich in drei Schritte:
1) Mechanische Arbeiten:
Das einzige Problem ist, dass der Spurkranz der Trixraeder auf Teilen der Weiche auflaufen. (Kleineisen, nachgebildete Deckel) Alle diese muessen mit einer kleinen Feile niedriger gefeilt werden. Dabei entsteht unter dem Herzstueck ein freier Raum. Unter das bewegliche Herzstueck wird vorsichtig ein 0,8mm dicker Plastikrest geklebt, damit das Herzstueck beim Uebefahren nicht in den freien Raum absinkt. Ich habe die Schienen aussen noch mit 2-Komponentenkleber befestigt, um mehr Stabilitaet zu erhalten. Wenn alles fertig ist, ist die Weiche fuer Trixraeder einsetzbar. Da NEM-Raeder nirgendwo in der Weiche auflaufen, gibt es fuer sie keinerlei Probleme. Komplizierter wird es jedoch im elektrischen Bereich, da bis auf das bewegliche Herzstueck alle Teile aus Metal sind.
2) Isolierung des Hezstueckbereiches:
Fleischmannweichen sind als denkende Weichen schaltbar. Entferne die kleinen Drahtbruecken im Innern der Weiche. Jetzt sind Zungen und Backenschienen von den durchgehenden Schienen isoliert. Unterbreche die elektrische Verbindung von Backenschiene und Zunge auf folgende Weise: Entferne eine kleine Lasche an der Zunge. Diese Unterbrechung muss durchgefuehrt werden, weill die dicken Raeder manchmal Zunge und Backenschiene mit der Rueckseite beruhren, und dann gibt es einen Kurzschluss. Weiterhin muessen die Backenschienen kurz vor dem Herzstuck noch einmal getrennt werden, damit der Teil der vom Mitttelschleifer beruehrt wird nicht auch von einem Rad zur gleichen Zeit beruehrt werden kann. Man mus etwasmit einer Lokomotive experimentiren, um die richtige Lage der Schnittstellen zu finden. Die Dreiteilung war bei TRIX nicht noetig, da der ganze Bereich aus Plastik bestand.
3) Ein Mittelleiter aus Neusilberschienenprofilen (2.5mm) wie bei einer Trixneusilberweiche einbauen, wobei das breite Stueck aus duennem Messingblech geschnitten wird. Ich habe es auf Plastikprofilen von Evergreen gelagert, um die richtige Hoehe zu bekommen. An beiden Seiten wird es mit einem duennen Plastikstreifen isoliert, sonst kann es bei unguenstiger Lokstellung zum Kurzschluss kommen. Aus dem gleichen Grunde sollte man nachpruefen, ob man das abgewinkelte Ende der Backenschiene um einige Millimeter kuerzen sollte. Ich habe dies bei der im abbiegenden Teil der Weiche liegenden Backenschiene gemacht, und diese zusaetlich etwas am Ende abgeflacht. Was man genau machen muss, haengt zum Teil von den eingestzten Lokomotiven ab. Die auf das Herzstueck zulaufende Schienen zusammenschalten (Iso;ierschienenverbinder am Ende nicht vergessen), und ueber einen Anschluss eines bistabilen 4Xum Relais polarisieren. Der zweite und dritte Anschluss des Relais schalten die Mittelteile der Backenschienen, so dass nur die von den Raedern in einer Richtung befahrene Backenschiene Strom hat. Der vierte Anschluss macht dasselbe fuer die Mittelleiter am stumpfen Ende der Weiche. Auf diesen kann man verzichten, wenn man das Ende der Mittelleiter aus Plastik herstellt (wie Trix), doch habe ich aus Stabiliaetsgruenden darauf verzichtet.
Nach etlicher Feinarbeit sieht das erste Exemplar besser als erwartet aus, aber sie wird im Tunnel liegen, so dass das Aussehen der Funktionalitaet untergeordnet werden kann.
Hat sich der Auwand gelohnt? So einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es nicht. Erstaunlicherweise war das mechnische Problem sehr leicht in den Griff zu bekommen, nur der Mittelleiter war eine Qual. In einer Serienfertigung sollte das nicht so schwierig sien. Auf jeden Fall werde ich meine 24 eingesetzten Trixweichen nicht ersetzen. Aber der Umbau erlaubt an zwei Stellen komplizierte Weichenstrassen zu vereinfachen, die noetig waren, da sowohl Trix- als auch NEM-Loks in den Schattenbahnhof einfahren sollten. Ich beabsichtige 2 Weichen (Einfahrt und Ausfahrt des Schattenbahnhofes) umzubauen, um so 6 Trixweichen einzusparen. Ich hatte auch erst beabsichtigt zwei Gleiswechsel mit diesen Weichen zu bauen, aber der Aufwand steht nicht im rechten Verhaeltnis zum Nutzen.
Die obigen Anleitungen sind ohne Gewaehr und der Nachbau erfolgt auf eigene Gefahr. Die Kosten belaufen sich auf ca. 32.00 Euro fuer die Weiche, 10.00 Euro fuer ein Relais, und 3.00 Euro fuer Kleinteile, so dass 45.00 Euro zusammen kommen. Wenn jemand Fragen hat, schickt mir eine E-Mail. Ich versuche, mir digitale Kamera von der Uni auszuleihen, und schicke dann Bilder von meinen modifizierten Weichen (Fleischmann und Trix Neusilber).
Ulrich