Auch ALLE Roco-Wechselstromloks haben einen Gleichstommotor. Wenn man das Wechselstrommodell als Ausgang nimmt, hat man schon einen Mittelschleifer, den man beim Trix Express weiter verwenden kann. Auch beim Wechselstrommodell sind alle Achsen Isoliert. Da gibt es keine Probleme.
Die Schwierigkeiten liegen ganz woanders:
Denn, ob der eine Schleifer allein ausreichend ist, muß nachher die Fahrpraxis zeigen. Notfalls mußt man noch einen zweiten Schleifer montieren. Ob das bei der Roco E94 ohne Schwierigkeiten möglich ist, kann ich nicht sagen, da ich keine habe. Roco verzichtet bei einigen Wechselstrommodellen (z.B. die ganze Famile der BR 110/140) auf den Allachsantrieb und treibt eine Achse weniger an, weil es sonst keine Befestigungsmöglichkeit für den Mittelschleifer gibt.
Aber viel wichtiger ist folgendes.
Die Wechselstrommodelle haben eine größeren Spurkranz als die Gleichstrommodelle. Bei gleichem Laufkreisdurchmesser der Räder ist der Spurkranzdurchmesser etwa 0,6 mm größer. Die Ringe von Herrn Hess sind auf die Spurkranzgrößen von Trix-International-Achsen ausgerichtet und ergeben dann einen Spurkranz im Express-Dimensionen von 1,9 bis 2,1 mm Höhe. Zu prüfen wäre also, ob bei Benutzung der Wechselstromräder der fertige Express-Spurkranz nicht zu groß wird.
Denn bei anderen Fabrikaten sind die Ringe von Herrn Hess meist etwa zu groß oder zu klein. Wenn die Ringe zu groß sind, besteht zudem die Gefahr, daß sie nach dem Montieren eiern, wenn man nicht sorgfältig gearbeitet hat. Auch kann der Spurkranz (wie schon erwähnt) insgesamt zu groß werden. Nimmt man den nächst kleineren, muß man unter Umständen den Roco-Spurkranz kleiner machen, dann wird aber der fertige Spurkranz auch kleiner. Solange er aber noch mindestens 1,6 mm hoch wird, besteht keine Gefahr. Es kann nur etwas in den Weichenlücken poltern, wo normalerweise auf dem Spurkranz gefahren wird. (Daher lassen sich auch keine amerikanischen Fahrzeuge mit RP25-Spurkränzen umbauen: der Spurkranz würde nicht hoch genug - man müßte schon spezielle Ringe fertigen)
Entscheidend ist, welcher Radsatz besser zu den lieferbaren Ringgrößen (Innendurchmesser = Spurkranzhöhe des Ausgangsrades: 11,4 12,4 13,4 14,4 15,4 16,4 17,4 18,4 mm) paßt. Der Außendurchmesser = Express-Spurkranzdurchmesser ist dann jeweils 1,1 mm größer.
Der Ring 11,4 mm ergibt also ein Rad, mit einem Spurkranzdurchmesser von 12,5 mm. Da die Express-Spurkranzhöhe nicht unter 1,6 mm, aber nicht über 2,1 mm sein soll, eignet sich der kleinste lieferbare Ring für Räder mit einem Laufkreisdurchmesser von 8,3 bis 9,3 mm .
Dann mußt man den Rahmen der Roco-Drehgestelle für die beiden Außenachsen (die Mittelachse braucht nicht umgebaut werden) so schmal machen, daß das Trix Express Radsatzinnenmaß von 11,6 mm + 0,2 mm möglich wird. Meist ist das nicht erreichbar und viele Umbauer begnügen sich mit einem Radsatzinnenmaß von 12,2 mm. Wie die Praxis zeigt, reicht das aus. Aber darüber darf es nicht sein.
Also greife erst mal zur Schieblehre und nimm an den Roco-Modellen der beiden Ausführungen Maß.
Da es von Trix ein (wenn auch nicht ganz taufrisches) Modell der BR E94 gibt, das regelmäßig auf Modellbahnbörsen und bei Ebay (zwar nicht ganz billig) auftaucht, sehe ich persönlich keine Notwendigkeit, ein Roco-Modell umzubauen, dessen Fahreigenschaften doch sehr vom Gelingen des nicht einfachen Umbaus abhängen. Das Trix-Modell hat seinen Wert und behält ihn auch. Von einem Roco-Umbau läßt sich das leider nicht sagen.
Falls das Trix-Modell nur wegen des ruppigen Motors abgelehnt wird: der Trix-Motor ist leichter auszuwechseln, als eine Roco-Lok umzubauen.
http://www.h-mehnert.de/Tips/Lokomotiven/Baureihen/E94/e94.html
Die Firma Fricke in Osnabrück bietet den Umbau der Märklin E94 an, vielleicht wäre das auch eine Alternative.
Anmerkung:
Die Spurkranzhöhe bei Trix Express beträgt 2 mm +/- 0,1 mm!
Um zahlreiche Märklin-Wagen auf Express-Anlagen einsetzten zu können, wurde der Radsatz Art.-Nr. 66689 (neu 33-3578-11) geschaffen. Dieser Radsatz hat einen Laufkreisdurchmesser von 10,2 mm und einen Spurkranzdurchmesser von 13,4 mm, der Spurkranz ist somit 1,6 mm hoch. Geschaffen wurde dieser Radsatzkompromiß mit verringertem Spurkranz, weil ein Radsatz mit standardgemäßem Spurkranz am Märklin-Wagenboden gescheuert hätte. Mit dem kleineren Spurkranz sinkt das Rad etwas im Herzstück der Weichen ein und poltert ein wenig. Ob allerdings ein Laufkreisdurchmesser von 10,2 mm (ergibt als Vorbildmaß etwa 89 cm) für die Märklin-Wagen vorbildgerecht ist, untersuchen wir lieber nicht?