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V200 Fahrgestell zerlegen

Technisches: Fragen, Tipps & Tricks zu Wartung, Reparaturen, Umrüstungen etc.
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V200 Fahrgestell zerlegen

Beitragvon peterpff » 04.12.2006, 19:32

Hallo, kann mir jemand sagen, wie das Fahrgestell einer alten V200 zerlegt werden kann. Ich muß das Kunstoffteil für die Schleiferbefestigung reparieren. Ich sehe je 2 Schrauben die aber von den Rädern verdeckt sind. Müssen die Räder von den Achsen abgezogen werden ??

Danke für jeden Hinweis peterpff
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Beitragvon ecki » 04.12.2006, 23:17

Hallo peterpff,

nein, die Räder können auf den Achsen verbleiben.

Der Schleiferträger (das besagte Plastikteil) wird von 4 Laschen gehalten. Nach deren Aufbiegen (ACHTUNG!! Die Laschen brechen leicht ab! Vorheriges Erwärmen mit dem Lötkolben könnte helfen, jedoch leider auch den Schleiferträger anschmurgeln!)) sowie vorherigem entlöten der entsprechenden Kabel im Lokinneren kannst Du den Schleiferträger nach unten aus dem Drehbock nehmen.

Allerdings ist das Aufbiegen der 4 Laschen ohne vorherige Demontage des Drehgestells so eine Sache..

Da wir gerade dabei sind: Häufig ist bei dieser Lok und den ähnlich konstruierten Modellen (E 10, E 40) auch die Verbindung (Kupplungsklauen) der beiden Getriebehälften auf den Getriebewellen lose. Zur Reparatur oder dem Ersatz des häufig fehlenden Plasikkreuzes ("Zwischenteil" zwischen den Kupplungsklauen) muss man das Drehgestell komplett zerlegen. Dabei wie folgt vorgehen:

Kabel im Lokinneren entlöten.
Schraube das betroffene Drehgestell aus dem Lokrahmen.

Falls Motordrehgestell: Motor ausbauen,dann den Motorbock abbauen.

Bei beiden Drehgestellen:
Nun die beiden Laschen an der Oberseite der Pufferbohle vorsichtig aufbiegen (ACHTUNG!! Die Laschen brechen leicht ab! Vorheriges Erwärmen mit dem Lötkolben kann nicht schaden...) und Pufferbohle entfernen.
Dann die beiden Laschen an der Stirnseite des Drehbocks aufbiegen. Nun lassen sich die beiden Getriebeblöcke nach vorn bzw. hinten herausziehen.

Soll auch das Getriebe (evtl. auch das Laufgestell) zerlegt werden: Radscheiben von Achse abziehen, danach die beiden Hälften durch Lösen der hinter den Radscheiben liegenden Schrauben trennen. Achtung: die Hälften der Getriebe- bzw. Laufgestelle sind unterschiedlich!! Sie dürfen keinesfalls verwechselt werden. ( Von den Löchern an der Oberseite weisen nicht alle Gewinde auf - bei falscher Montage lässt sich ggfls. der Motorbock nicht mehr befestigen!)

Hilfreich in jedem Fall: die Explosionszeichnung!
Kann man in Mitgliederbereich downloaden. ;)

Falls Du dennoch nicht klarkommst oder Teile benötigst kannst Du mich gerne anrufen oder anmailen. (Impressum)
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Beitragvon peterpff » 04.12.2006, 23:27

Hallo ecki, Deine Antwort hat mir sehr geholfen. Habe nun alles zerlegt. Leider ist der Schleiferträger mitten durch gebrochen. Kleben hat wohl wenig Sinn. Kann man so ein Ersatzteil noch irgendwo bekommen ?
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Beitragvon ecki » 05.12.2006, 00:37

Hallo peterppf,

Ja. Kannste haben.
Frag mal bei Ton Jongen nach neuen, ggfls.Repliken, - sonst bei mir gebraucht.

TRIX EXPRESSionistische Grüße

ecki
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Beitragvon Richard » 05.12.2006, 13:04

Hallo zusammen

Wie Ecki richtig bemerkt hat, brechen die umgebogenen Laschen an den Drehgestellen sehr oft ab. Grund ist die Verhärtung des Blechs während dem Umbiegen an der Biegestelle.

Bestenfalls lässt sich eine Lasche einmal auf- und anschliessend auch wieder zubiegen. Wegen der Kaltverhärtung wird sie sich aber nie mehr so schön anlegen, wie beim ersten Mal umbiegen.

Um einen Bruch sicher zu vermeiden, müssen die Biegestellen weichgeglüht werden. Aber Erwärmen mit dem Lötkolben bringt da gar nichts. Dazu muss die Biegestelle min. 15s rotglühend erhitzt werden (= ca. 800°C!) und nachher langsam abkühlen. Ich mache dies jeweils mit einem kleinen Lötgerät wie es z. B. Conrad für SFR 29.95 in der Schweiz vertreibt.
Wichtig ist, wirklich nur bei der Biegestelle zu heizen und nicht das ganze Blechstück, andernfalls können aufgenietete Radblenden aus Zinkdruckguss (z. B. BLS-Lok; Schmelzpunkt ca. 400°C) in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn es nur um lose Klauenkupplungen oder fehlende Plastiksterne geht, so entferne ich jeweils nur den Radträger auf der Seite mit dem Zahnrad. Brechen die kleinen Laschen auf der Oberseite des Drehgestells ab, ist dies nicht tragisch, da das Antriebsdrehgestell ja zusätzlich durch die Schrauben des Motorträgers zusammengehalten wird.

Solche Reparaturen sind nicht ganz einfach und erfordern etwas feinmechanisches Geschick. Auch ist der Küchentisch nicht unbedingt der richtige Arbeitsort.

Trotzdem viel Erfolg bei der Reparatur!

Freundliche Grüsse
Richard

N.b. Die Temperaturen nennen etwa die Grössenordnung, für präzise Angaben müsste ich meine Lehrbücher von der Lehre im Estrich ausgraben.
Richard
 
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Beitragvon Nachtkappe » 18.12.2006, 15:55

Hallo zusammen !

Ich habe mal bei meiner E 10 138 wie von Richard beschrieben mit der Arbeit begonnen.
Problem ist hier, daß sich die beiden Vorderräder leer drehen (grüner Pfeil auf dem Fotolink):
http://img261.imageshack.us/img261/6739/e10138gs8.jpg

Die beiden weißen Pfeile markieren - wenn ich es hier richtig gelernt habe - die beiden KUPPLUNGSKLAUEN.
Aus der RECHTEN KUPPLUNGKLAUE ist nach dem Öffnen das von ecki beschriebene PLASTIKKREUZ gefallen.
Weitere Teile befanden sich nicht im Schacht.
Meine Fragen bitte:
1.) Wie soll ich jetzt weitermachen ? Mit was um Himmelswillen sind denn die beiden Klauen verbunden ?
2.) Wie soll das Plastikkreuz wieder in die linke Klaue ?
3.) Welche Ersatzteile brauche ich ?

Vielen Dank !!!!!

Gruß
Mattes
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Kupplungsklauen

Beitragvon miximaxi » 18.12.2006, 17:27

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Beitragvon Nachtkappe » 18.12.2006, 18:02

Super, Jürgen !
Besten Dank für die gute Anleitung !!!!!
Das müsste hoffentlich klappen.
Super Hilfe, einfach fantastisch !!!!!

Als erstes besorge ich den Loctite 648 und dann gehe ich wie von Dir beschrieben schrittweise dran .....

Also wenn sie dann wieder fährt .....
Das wäre die Sensation !

Bis denne, besten Gruß
Mattes
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Beitragvon Nachtkappe » 23.12.2006, 16:50

Hallo Jürgen !

Ja, plötzlich habe ich den Zusammenhang und den Aufbau kapiert !
Dann ist es ganz einfach. In dem farbigen Bild hat sich die Klaue RECHTS nach RECHTS verschoben. Die linke Klaue ist ok.
Bitte hilf` mir mit der Positionierung weiter. Ich habe mal versucht so gut es geht eine Abbildung von der Situation zu erstellen.
Müssen die Zapfen jeweils in die bestehenden Zwischenräume, also nebeneinander ?
Und das Plastikkreuz liegt dann jeweils so drauf, daß es von jedem der 4 Zapfen berührt wird ?
Also "A." auf "A." und "B." auf "B." ?
Richtig so ?
Vielen Dank, Jürgen !!

Gruß
mattes
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Klauen E 10 138.png
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Kupplungsklauen

Beitragvon miximaxi » 23.12.2006, 17:46

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Beitragvon Nachtkappe » 23.12.2006, 17:56

Super, Jürgen !
Einmalig die Skizze und die Beschreibung !
Damit ist es dann klar.
Das müsste gelingen .....

Besten Gruß
Mattes
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Beitragvon Nachtkappe » 28.12.2006, 13:12

Hallo Jürgen:
HURRA, HURRA, HURRA, HURRA, HURRA !!!!!
Eingriff ist erfolgreich verlaufen !
Die Klauen habe ich wie in Deiner Zeichnung (sonst hätte ich das nie hingekriegt !) zusammengefügt.
Sie läuft wie flammneu !

Alles in allem sage ich`s mal so:
TRIX-Betrieb OHNE dieses Forum = Nachtlandung auf einem Flugzeugträger bei haushohen Wellen !
TRIX-Betrieb MIT diesem Forum = in der 1. Klasse fliegen + ach ja, gerade wird der Hummer serviert .....


1.000 Dank und besten Gruß !!
Mattes

Übrigens, da kommt mir noch folgende Frage zum Thema "Klauentrennung":
- was kann die Ursache sein ?
- seht Ihr generell einen Zusammenhang zwischen der Menge der gezogenen Waggons und derartigen Schäden ?
- Ich lasse schon mal gerne so 10 Waggons von 1 Lok ziehen, sollte man das nicht machen, sondern eher weniger nehmen ?

Denke mal, ein interessanter Bezug !
Nachtkappe
 
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Setzverhalten von Zinkdruckgussteilen

Beitragvon miximaxi » 28.12.2006, 14:20

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Beitragvon Nachtkappe » 28.12.2006, 14:27

Hallo Jürgen !

Prima ! Danke für die Infos. !

Die "vorbeugende Klebeaktion" für die andere Klaue hatte ich schon mal intuitiv durchgeführt. Jetzt bin ich natürlich froh, daß ich hier lese, daß das richtig war !

Besten Gruß
Mattes
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Das Kreuz mit dem Kreuz

Beitragvon Georg » 28.12.2006, 17:27

Trix hat zwar das grundsätzliche Antriebsprinzip bei Drehgestell-Lokomotiven mit im Drehgestell eingebauten Schneckenwelle nie verlassen. Im Detail hat man aber im Laufe der Jahre die Schwachstellen der frühen Konstruktionen beseitigt.

Die in den 50ern entwickelten Modelle:
E 10 003, BLS Ae4/4, VT75, V200, E10 138, E40 001 haben noch Drehgestelle (VT 75: Fahrgestell) aus gebogenem Stahlblech. In dem dünnen Stahlblechrahmen kann man schlecht Schneckenwelle und Radsätze lagern. ( Jeder hat vermutlich mal die - mangels Schmierung - groß gewordenen Lagerlöcher für die Radsätze in den Wagen gesehen.) Diese Probleme vermeiden die silbern schimmernden Lagerböcke für je einen Radsatz. Da je ein Lagerbock von jeder Drehgestellseite eingeschoben wird, kann man einerseits keine durchgehende Schneckenwelle verwenden, sondern muß sie teilen. Andererseits fluchten die beiden Schneckenwellen nie genau. Zur Lösung hat man die Sache mit der Klauenkupplung und dem Kreuz in der Mitte ersonnen.

Wie Jürgen schon beschrieben hat, löst sich die Klauenkupplung schon mal auf der Welle. Trix muß an den zur Reparatur in Werk gesandten Lokomotiven erkannt haben, daß da Handlungsbedarf bestand und hat dann bei später entstandenen Lokmodellen die Drehgestelle neu konstruiert. Es entstanden die Drehgestelle aus Zinkdruckguß, die - da sie mit Schrauben zusammengehalten werden - sehr servicefreundlich sind. Die Schneckenwelle ist nun ungeteilt und hat nun nur noch 2 Lager (statt vorher je 2 in jedem Lagerbock). Damit sich die Zahnräder auf den Achsen nicht so leicht lösen können, hat man als zusätzliche Sicherung die Achse an den Stellen, wo Radsätze und Schneckenräder aufgepreßt sind, mit kleinen Rillen versehen.

Das Aufpressen von Zahnrädern, Schnecken und Klauenkupplungen ist eine Gratwanderung. Im Prinzip muß das Loch in den aufzupressenden Teilen ja etwas kleiner als die Achse sein. Macht man das Loch nicht klein genug, findet das aufzupressende Bauteil auf der Achse keinen Halt. Macht man es zu klein, kann das aufgepreßte Bauteil zerplatzen. Eine großer Teil der von Lima (Italien) gefertigten Lokomotiven (z.B. das Model des DB-Einzelgängers der BR 127) krankt an diesem Problem. Lima hat auf die Antriebsradsätze ein kleines Plastikzahnrad so stamm aufgepreßt, daß es über kurz oder lang aufplatzt. Da das Problem bekannt war, konnte man in den letzten Jahren der Existenz von Lima (Italien) trotzt der bekannt schlechten Ersatzteilversorgung aus Italien neue Radsätze sehr schnell geliefert bekommen. Bedingt durch die Insolvenz von Lima gibt es nun werksseitig keinen Ersatz mehr. Da es von Lima (Hornby) keine Hilfe gibt, wird inzwischen von privater Seite Ersatz in Form von Messingzahnrädern angeboten.

Georg
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