Hallo Stefan
Original von Stefan
Warum kann man nicht den an anderer Stelle negativ aufgefallenen Effekt der Brünierung nutzen? Wenn das Rad gar nicht zur Stromabnahme herangezogen wird wäre die verdreckte Brünierung doch hier ideal...
Brünierung wird zum Korrosionsschutz bei Waffen verwendet. Bei den Radsätze wird es vornehmlich wegen des Aussehens angewandt. Die Brünierschicht ist so dünn (sie liegt meistens bei 1 µm), daß sie bei Radsätzen, dort sie wo die Schiene berühren, schon nach kurzer Zeit abgefahren ist. Die isolierende Wirkung ist auch nicht so groß wie vermutet.
Ein Lackauftrag bringt Dir nichts. Ist er dünn, wird er in kürzester Zeit abgefahren und verteilt sich in winzigen Staubpartikeln auf der Anlage. Macht man die Lackschicht dicker, damit man länger "seine Ruhe hat" ist der Radsatz nicht mehr maßhaltig, da es nicht gelingt, den Lack gleichmäßig aufzubringen. Der Radsatz läuft unrund.
Original von Stefan
Warum keine Achse z.B. aus Germanium oder Silizium? Elektrisch betrachtet ist deren Leitfähigkeit 10.000.000 mal geringer als die von Kupfer. Das sollte selbst bei 100 Achsen noch OK sein.
Germanium und Silizium sind zwar Halbleiter, das sagt aber nicht, daß der durch sie hindurchfließende Strom so gering ist, daß man es vernachlässigen kann.
Silizium hat die geringere Leitfähigkeit. Sie beträgt 2,52 10-4 oder 0,000252 Siemens pro Meter. Da der Widerstand der Kehrwert des Leitwertes ist, hätte ein 1 Meter langer Siliziumstab einen Widerstand von 3968 Ohm (1 geteilt durch 0,000252).
Da der Abstand der Radscheiben auf der Achse nur wenig mehr als 1 cm und damit ein Hunderstel der obigen Stab-Länge beträgt, ist der Widerstand auch nur ein Hunderstel des obigen Ohm-Wertes. Eine einzige Achse aus Silizium hätte also einen Widerstand von rund 40 Ohm. Bei 12 Volt „verbraucht“ ein solcher Widerstand etwa 0,33 A. Das ist etwa soviel wie der Motor der Lok benötigt. Mit anderen Worten: es ist ein „Fast-Kurzschluß“.
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0,01 Siemens = 100 Ohm
0,1 Siemens = 10 Ohm
1 Siemens = 1 Ohm
10 Siemens = 0,1 Ohm
Zum Vergleich: ein mit hochohmigem Leitlack behandelter Radsatz (für Gleisbesetztmelder) hat etwa 5.000 bis 10.000 Ohm.
Georg