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Zugkräftige Schlepptenderlok?

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Zugkräftige Schlepptenderlok?

Beitragvon Hans » 17.12.2007, 14:54

Hallo,

mir wurde gestern beim Besuch einer privaten Mä.. Anlage mit 120 Meter reiner Streckenlänge wieder bewusst, dass uns Expresslern eine „zugkräftige“ 5-Achsige Schlepptenderlok fehlt. Dort ziehen mehrere BR44 digital gesteuert seit 15 Jahren Ihre Bahn mit z.T. 40Achsen am Haken.
Jetzt gibts hier schon einige threads über Umbauten der Mä 44er mit Knickrahmen der offensichtlich nicht gerade einfach durchzuführen ist (mir fehlen die Werkzeuge!). Ich selbst habe eine getrixte Fleischmann BR 50kab mit passablen, aber nicht überragenden Zugeigenschaften.
Die originale TE BR 42 (3-Achser) hat zwar mit Mabuchi und Schwungmasse jetzt sehr gute Fahreigenschaften, aber sie hat gerade mal die halbe Zugkraft der BR 64!

Frage: Wie schauts mit Umbauerfahrungen und Fahreigenschaften mit den verfügbaren Modellen BR 43/44 von Roco oder BR 41 von Piko, Roco, Märklin oder Fleischmann aus?

Herzliche Grüße

Hans
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Beitragvon noels » 17.12.2007, 18:04

Hallo Hans,
die 41 von Roco ist hinsichtlich Zugkraft auch eine Enttäuschung.
An Deiner Stelle würde ich in den sauren Apfel beißen und eine 44 von Hamo, oder wenn Du Wert auf eine modernere Lok legst, eine von Trix H0 nehmen. Das spart die Isolierung der Radsätze. Wenn Du Dir das selbst nicht zutraust, gibt es ja Leute, wie Thorsten Schlange, die das können. Das ist nicht ganz billig, aber lohnt sich. Von Thorsten habe ich eine BR50, eine BR44 und eine BR85 umbauen lassen.
Gruß
Heiko Mehnert
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Beitragvon Christof » 23.12.2007, 22:52

Hallo Hans,

die Zugkraft von Loks ist wesentlich beeinflusst von Motorstärke, Übersetzung und Haftung auf den Schienen..
Um die Zugkraft vergleichen zu können, habe ich den Prellbock eines Abstellgleises ausgebaut,
und eine Umlenkrolle montiert. Über ein dünnes Seil lasse ich dann von den Testloks Gewichte
hochziehen.
Ich habe zum Vergleich auch einige gängige Expressloks gemessen. Teilweise haben die Loks
relativ alte Haftreifen. Die Messwerte können dadurch etwas abweichen.
Deine Erfahrung bezüglich BR 42 und BR 64 kann ich nicht bestätigen.
Die BR 42 mit Haftreifen auf der 2. Kuppelachse zog mehr als die BR 64.
In die Messtabelle habe ich nach gutem alten Trix Brauch auch die Fahrzeuggewichte aufgenommen.
Zusätzlich habe ich die Höchstgeschwindigkeit gemessen, um die Übersetzungsverhältnisse zu ermitteln.

Zugkraft
Zugkraft Zugkraft
Lok Gewicht Vmax vorwärts rückw. Bemerkung
V 36257 280 220 125 125
BR 80018 265 150 110 Scheibenmotor
BR 80018 270 220 125 Permamotor
BR 64089 350 220 110
BR 42555 840 160 125 110
BR 01001 925 220 125 n. mögl.
V1001009 380 200 125 110 4 Achs-Antrieb
V 200035 705 220 160 160 2 Motore
BR 41334 535 200 160 160
BR 50082-7 520 140 125 110
BR 85007 515 160 140 140


BR 41, BR 50 und BR 85 sind auf Express umgebaute Märklin Hamo Loks.

Die höchste Zugkraft der Märklinloks entwickelt die BR 41 gefolgt von BR 85 und BR 50.
Die BR 50 hat jeweils 2 Haftreifen auf der 3.und 5. Kuppelachse.
Die BR 85 hat 2 Haftreifen auf der 5. Kuppelachse. Der Haftreifen der 3. Kuppelachse rechts
ist aus Kontaktgründen auf der 1. Kuppelachse links montiert. Ohne diesen Haftreifen ist die
Zugkraft deutlich geringer.
Die BR 41 hat nur 2 Haftreifen auf der 4. Kuppelachse. Im Vergleich zu Gelenkfahrgestell-Loks
ist die BR 41 wesentlich einfacher aufgebaut. Bei älteren Ausführungen BR 41 haben die Loks 4-Achsantrieb über Zahnräder.
Bei neueren Ausführungen ab 93 ist nur die 4. Kuppelachse mit Zahnrädern angetrieben, die restlichen Achsen werden über Gestänge mitgenommen.
Die BR 41 gab es wohl wegen der einfacheren Konstruktion viele Jahre in Märklin Anfangspackungen, aber eben nur als Wechselstrommodell.
Die hohe Zugkraft der BR 41 liegt wohl daran, dass der Motor hinter der 4. Kuppelachse
angeordnet ist und damit eine hohe Achslast auf die 4. Kuppelachse bringt.
Wenn man mit der BR 41 lange Züge rückwärts schieben will, hebt sich die Nachlaufachse
an. Der Anlenkpunkt des Nachlaufs am Fahrgestell liegt geringfügig tiefer als die Kuppelstange
zum Tender.
Für schwere Güterzüge ist der Tender der BR 41 etwas zu leicht und neigt sich in Kurven R1 leicht zur Seite, wird dann aber offensichtlich durch die Lok gestützt. Die BR 50 hat das Problem wegen der geringeren Zugkraft nicht.
Die Tender der BR 41 und BR50 sind leider unbeleuchtet. Die Beleuchtungen wurden wahrscheinlich
wegen der aufwendigen Umschaltung bei Wechselstrom eingespart wie auch bei vielen anderen Märklin Loks. Neuere Ausführungen mit elektronischen Umschaltern sind beleuchtet.
Alle 3 Märklinloks sind über robuste Metallzahnräder angetrieben; haben daher auch beim Fahren das Märklin-typische Surren. Ab und zu verlangt die Mechanik einen Tropfen Öl.


Mit Express Grüßen

Christof
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Beitragvon Ulrich Albrecht » 26.12.2007, 11:15

Ich habe mehrere schwere Gueterzugloks verschiedener Hersteller eingesetzt. Die BR42 von Trix lag mit der Zugkraft am unteren Ende des Bereiches, die 41 und 50 von Maerklin am oberen.

Ich bin jedoch auch mit den Rocoloks zufrieden. Meine 44 zieht sehr gut. Bei einigen 41er mit Oeltender war die Zugkraft gering, da die mittleren Raeder des Tenders durch Federn hochgedrueckt werden. Bei meiner 41 mit Altbautender 2'2'T32 ist dies besser geloest. Ich habe auch eine 50 von Fleischmann mit Wannentender, und diese zieht so gut wie die Roco 44.

Lange Schlepptenderloks sollten mit einem Tenderantrieb versehen werden, da sie sonst entweder schwer durch die Kurve fahren (z.B. BR42 von Trix) oder das Getriebe laut wird (Maerklin). Meine Fleischmann- und Rocoloks zeigen das ausgeglichenste Fahrverhalten.

Ulrich
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