Hallo Stefan
Suche doch mal nach "Schlepptriebwagen", und weil der vom AW Nürnberg aus eingesetzt wurde, ergänze die Suche um das Wort "Nürnberg". Dann steht es gleich an erster Stelle
Was Wunschmodelle angeht, hat jeder so seinen Traum. Für einen Hersteller ist dagegen wichtig, daß sich das Modell verkauft und konstruktiv ins Modell umgesetzt werden kann. Bei der sächsischen BR 19.0 beträgt beim Vorbild der Abstand zwischen den Treibrädern nur 5 cm. Wollte man maßstäbliche Räder und maßstäblichen Achsabstand im Modell umsetzen, würde es nicht mal für RP25 Spurkränze reichen.
Da das Vorbild des Schlepptriebwagens aus einem alten Wismarer Triebwagen umgebaut wurde, würde ich mir später einen der in zahlreichen Varianten gebauten Triebwagen aus den Dreißigern erhoffen. Von Trix Express gab es mit dem VT 50 ( Art.-Nr. 20/58 bzw. 758 ) schon einen ähnlichen Triebwagen. Da die damaligen Triebwagen (wie auch der Schlepptriebwagen) nicht so lang waren, gibt es auch nicht die oben beschriebenen Probleme bei Kurvenfahrt.
Wenn eine Firma neu am Markt Fuß fassen will, bleiben nur die Lücken, die die großen Firmen lassen. Das sind Einzelgänger bzw. beim Vorbild nur in geringer Stückzahl eingesetzte Fahrzeuge. So fertigte Rivarossi zunächst die V320, die E19, ( später die E17+ E18 ) und die BR 98.0.
Für eine kleine Firma ist es verständlich, daß man sich um Lücken kümmert. Wenn sich aber eine große etablierte Marke in Marktnischen verkriecht...
Nachdem Trix sich in den Sechsigern auf die neue Spur N konzentrierte, zogen die Mitbewerber im H0-Bereich an Trix vorbei. Als man sich wieder um den H0-Markt kümmerte, war aus der Trix (Express) - Komplettbahn schon fast ein H0-Nischenanbieter geworden. Bis auf die Baureihen 111, 140 und 221 hat man der Konkurrenz das Feld überlassen und sich auf Modelle von beim Vorbild kaum noch bekannte Baureihen wie der BR 38.4, der BR 54, den ET87, die E05, die E36 und die E75 konzentriert.
Dabei hätte man zeitgemäße Modelle wesentlich bekannterer Vorbilder fertigen können. Z. B. statt der bayrischen BR 38.4 die preußische P8. Das Liliput-Modell von 1959 war schon 1970 nicht mehr zeitgemäß.
1975 beendete die Deutsche Bundesbahn das Dampflokzeitalter in Rheine. Die zuletzt eingesetzten Baureihen waren: BR 01.10 Öl (012), die BR 41Öl (042), die BR44 mit Öl- (043) und Kohlefeuerung (044) und die BR50.
1975 gab es von diesen Vorbildern nur Modelle der BR 50 von Märklin und Fleischmann und ein wenig überzeugendes Modell der BR44 von Jouef. Das betagte Märklin-Modell der BR 44 war nicht mehr erhältlich. Von der BR41 gab es kein maßstäbliches Modell und an der BR01.10 hatte sich noch niemand versucht. Man hat diese Chancen vertan und es Roco überlassen, diese Modelle zu fertigen. Und Roco wuchs....
Heute ist es weitaus schwieriger, ein Vorbild zu finden, das den Absatz nennenswerter Stückzahlen in einem schrumpfenden Markt verspricht.
Da es die Köf schon von Märklin und Brawa gibt, dürfte die Nachfrage danach verhalten sein. Die V45 hat da mehr Chancen. Zudem hat GeconVVM die MH05 angekündigt, die eine "moderne Version" der V45 darstellt.
Wenn die angekündigten Modelle für Trix Express erst einmal erschienen sind, hat man zumindest im Rangier-Diesellok-Sektor genügend Modelle. Da es von anderen Anbieter die V60, V80 und die V90 gibt, wird man sich die nicht erhoffen dürfen.
Georg