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Interessengemeinschaft Trix-Express

Gelbe Shell Kesselwagen

Nicht technische Themen zu Trix-Express.

Gelbe Shell Kesselwagen

Beitragvon Manfred Drepper » 26.03.2006, 20:36

Bunte Kesselwagen gab es reichlich im EXPRESS-Programm, werden aber oft als Phantasiemodelle angesehen. In einem Buch aus dem EK-Verlag mit dem Titel "Eisenbahnraritäten in Farbe aus dem Archiv Carl Bellingrodt 1939 - 1960" habe ich auf Seite 140 einen Güterzug entdeckt, in dem 10 gelbe zweiachsige Shell Kesselwagen unterschiedlicher Bauarten eingereiht sind. Eine Bauart entspricht dem TRIX 33541. Man kann also vorbildgerecht solche Fahrzeuge einsetzen. Allerdings habe ich bisher nur Shell-Wagen auf den raren Farbfotos aus der Epoche 3 entdecken können und nicht die Vorbilder anderer Mineralölfirmen.
Auch andere Vorbilder zu den EXPRESS Modellen aus den 50 und 60 Jahren sind in dem Buch zu entdecken, so die Vorserien E10 003 auf Seite 126 wo auch ein weißer Streifen unten als Abgrenzung zu dem Fahrwerksbereich zu sehen ist. Graue und braune Kohlewagen in einem Zug gibt es auf Seite 123, den roten ET 87 auf Seite 134 und ein schwarze V36 mit zwei roten Donnerbüchsen auf Seite 55.
Da ich zu jung bin um die Epoche 3 bewußt miterlebt zu haben - die große Zeit von EXPRESS aber die 50 und 60 Jahre waren-, finde ich es unheimlich faszinierend diese historischen Fahrzeuge auch mal in Farbe beim Vorbild sehen zu können und nicht nur als Modell oder Abbildung im TRIX-Katalog.
Gruß
Manfred Drepper
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Beitragvon Ulrich Albrecht » 27.03.2006, 00:36

In der Miba gab es mehrere Jahre zuvor eine Artikelserie ueber Knadden's Zuege, in denen auch ein Gueterzug aus den 50er Jahren nachgebaut wurde. Einer der Wagen im Zug war ein vierachsigen Kesselwagen. Dieser war ein gelber Shellwagen der Bauart, die Trix in den 50er und sechziger Jahren anbot. Liliput-Bachmann hat im letzten Jahr diese Wagen hergestellt, und ein gelber Shellkesselwagen befindet sich darunter.

Diese Wagen sind Wagen der Kriegsbauart, die um 1943 entwickelt wurden, und entsprechen in ihrer Konstruktion dem von der 42 bekannten Wannnentender. Dagentyp kann sicherlich auf allen Anlagen, die von 1943 bis 1975 spielen eingesetzt werden.

In wieweit die anderen bunten Wagen Phantasieprodukte sind, weiss ich nicht. Aber schoen sehen sie alle Male aus. Da es sich bei diesen Wagen um Privatkesselwagen handelt, kann man ja immer noch argumentieren, dass es halt bei einem Mineraloelvertrieb einen Direktor gab, der auf die werbewirksame Bemalung der Wagen bestand. Wenn man es ganz genau nimmt, kann man alle in Shellwagen umspritzen.

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Kesselwagen-Bildergalerie

Beitragvon br45 » 27.03.2006, 12:27

Ich bin davon überzeugt, dass nicht nur der Shell von Trix aus der ELK-Reihe ein reales Vorbild hatte. Früher wurden Kesselwagen sehr oft zur Werbung benutzt, wenngleich die überwiegende Anzahl der Kesselwagen wohl grau oder silbern gewesen sein dürfte. Auch hier hatte Trix einige von von den silbernen im Programm, z.B. Aral, Esso, Gasolin, Mobiloel (Mobiloil). Und rote Gasolin hat es definitiv auch gegeben. Leider sind fast alle Aufnahmen aus dieser Zeit in S/W gemacht worden, lassen aber dennoch erahnen, dass die Wagen bunt waren.

Einen schönen Einblick in seine Firmengeschichte gibt uns dieser Waggonhersteller, dort sind immerhin 450 (!) verschiedene Wagen, darunter sehr viele Kesselwagen, zu sehen:

http://www.kaminski-hameln.de/Sites/Gallery.aspx?AspxAutoDetectCookieSupport=1

Zurücklehnen, Tasse Kaffee und entspannt genießen...

Gruß, Claus
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Bunte Kesselwagen

Beitragvon Frank Bertram » 27.03.2006, 16:27

Hallo Trix Freuinde,

bunte Kesselwagen habe ich in den sechziger Jahren an der Rheinpreussen-Werksbahn erlebt - erst in Rheinpreussen-grün, dann in DEA- grün (zwei- und vierachsige Wagen, wie sie von Trix angeboten worden sind). Es gab aber schon viele graue und silberfarbige Tankwagen.

An einen roten Gasolin kann ich mich auch noch erinnern (Essen- Katernberg), denn den hatte ich damals als Modell und war hocherfreut, "meinen" Wagen im Original zu sehen. Ob es ein ELK war, weiß ich aber nicht mehr.

Gruß

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Beitragvon Ulrich Albrecht » 27.03.2006, 23:26

Frank,

Bist Du in Essen aufgewachsen? Ich habe fuer 18 Jahre in Altenessen gelebt. Essen-Katernberg und der Verschiebebahnhof Altenessen-Rheinisch sind angenehme Eisenbahn Erinnerungen.

Als ich 1976 nach dem Abi eine Sommerjob hatte, fuhr ich fuer 6 Wochen jeden Morgen mit dem Zug von Altenessen nach Gelsenkirchen, und erinnere mich sehr wohl an die BR50, die im Altenessener Bahnhof vor sich hin dampfte. Das waren noch tolle Eisenbahnzeiten, zumal der Nahschnellverkehrszug mit dem ich immer fuhr auch noch einen alten Eilzugwagen mitfuehrte. Auf der Rueckfahrt gab es dann auch haeufig noch eine E04 in Gelsenkirchen zu sehen!

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Bunte Kesselwagen

Beitragvon Frank Bertram » 28.03.2006, 07:54

Hallo Ulrich,

ja, ich bin in Essen-Altenessen zum Leibnitz-Gymnasium gegangen (nur ein Jahr, da wir dann nach Moers umgezogen sind) und habe in Essen-Katernberg vier Jahre gewohnt. Mir sind die Kesselkwagen und vor allem die langen Züge von und zur Kokerei (mit 50 in Doppelpack oder sogar 44) noch gut in Erinnern. Hinzu kamen die Kohlezüge der Zeche Zollverein mit Dampfloks aller möglichen ex- Staatsbahn, -länderbahn- und ELNA- Bauarten. Dieses Erlebnisse haben in mir den Eisenbahnvirus zum Blühen gebracht - ganz besonders die schönen bunten Trix Express Kesselwagen, die ich mir damals mühsam vom Taschengeld und "von Oma" erspart hatte. Meine BR 80 mit vier - fünf Kesselwagen (ich hatte Shell, Aral, Gasolin und Mobil- Zweiachser, später in Moers dann die Rheinpreussen- bzw. DEA- Wagen (TRheinpreissen gab es ja viel später von Trix/Murkslin) waren für mich der schönste Güterzug. Na ja, ich hatte ansonsten ja nur Linz,. Schwerin und München und einen Hannover zu bieten. Vom Bromberg konnte ich nur träumen.

Gruß

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Beitragvon Ulrich Albrecht » 28.03.2006, 20:14

Frank,

Das Leibnitz Gymnasium wäre auch fast meine Schule geworden, wenn sie nicht im überfüllt gewesen wäre. So schickte man mich auf das Gymnasium in Essen-Borbeck. Ich habe ähnliche Erinnerungen wie Du an die schweren Kohlenzüge gezogen von BR44 und BR50. Mein Vater arbeitete übrigens als kaufmännischer Angestellter auf dem Versand der Zeche Zollverein, und viele dieser schweren Kohlezüge abgefertigt.

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Bunte Kesselwagen

Beitragvon Frank Bertram » 29.03.2006, 06:35

Hallo Ulrich,

es wird ja immer privater. Ich kann Dich vielleicht etwas toppen, denn mein Vater war Leiter der Werkstatt auf Zollverein (bis 1964), in der die Grubenloks (Pressluftloks) und einige Eisenbahnfahrzeuge gewartet, z.T. gebaut und repariert worden sind. Auch daher meine Erinnerung an bunte Kesselwagen.

In diesem Zusammenhang mal an alle:

Die Wagen waren ja doch wohl im Normalfall von einer "Marke", wenn sie von einer Raffinerie kamen. Bunt wurde die Zusammenstellung doch i.d.R. erst durch die Verschiebebahnhöfe und die Bildung von Wagengruppen für eine Richtung.

Um einen vorbildgerechten Betrieb zu machen, müßten dann nicht die "Shell" in einer Gruppe im Zug, die "gasolin" in einer anderen Gruppe etc. laufen? Einzelne Kesselwagen verschiedener Marken dürfte es doch nur in Übergabezügen gegeben haben.

Wer weiß mehr von der Zugzusammenstellung und dem Betrieb mit Kesselwagen (auf der Ausstellungsanlage des Euregio-Stammtisch haben wir nur ganz verschämt eion Mini-Hydrierwerk angedeutet, dem Lagerkessel von Shell, Esso und ich glaube Aral (insgesamt vier Stück) zugeordnet sind.

An alte MIBAs erinnere ich mich, in denen Gleisanlagen solcher Werke abgebildet waren. Doch wie wurden die Züge gebildet? Wie bunt waren diese (Ganzzüge, Wagengruppen etc.).

Übrigens: der Link zu Kaminski ist echt Sahne!

Gruß

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Beitragvon Georg » 29.03.2006, 20:06

Original von Frank Bertram
Die Wagen waren ja doch wohl im Normalfall von einer "Marke", wenn sie von einer Raffinerie kamen.


Nichts ist peinlicher für eine Esso-Tankstelle, wenn man beim Tanken beobachtet, wie das kraftspende Naß mit einem Shell-Tankwagen angeliefert wird.

Genauso ist es bei den Raffinerien. Um die Kesselwagen freizüger einsetzen zu können, sind sie daher eher unauffällig. Viele Kesselwagen gehören der VTG (Vereinigte Tanklager Gesellschaft) und nicht den Mineralölgeselllschaften. Es hat zwar gelbe Shell-Kesselwagen gegeben, aber ansonsten waren die Wagen in überwiegend grau bis schwarz, Woran dann auf einem Schild die Mineralölmarke stand. Ganz so bunt wie es die Modellbahnhersteller treiben, waren die Vorbilder aber nie. Beim Vorbild verschmutzen die Wagen eben schnell.

Original von Frank Bertram
Wer weiß mehr von der Zugzusammenstellung und dem Betrieb mit Kesselwagen ... Doch wie wurden die Züge gebildet? Wie bunt waren diese (Ganzzüge, Wagengruppen etc.).


Ganzzüge wurden früher - abgesehen von Erzzügen - kaum gefahren. Das war immer mehr oder weniger bunte bunte Fuhren.

Im Bild ist ein "ganzen" Zug zu sehen, der so vor 35 Jahren über eine Privatbahn polterte und mit Trix Express-Fahrzeugen nachgeahmt werden kann. Beide Kesselwagen tragen am Kessel das Firmenzeichen der VTG. Der erste Wagen hat zusätzlich ein Shell-Werbeschild. Beide Wagen hatten das selbe Ziel.

Das damals noch in Betrieb befindliche Bahnhofsgebäude (rechts) ist vorvorgestern abgebrannt.

Georg
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bunte Kesselwagen

Beitragvon Frank Bertram » 30.03.2006, 06:53

Hallo Georg,

vielen Dank für die Aufklärung. Ich kann mich aber an bunte Kesselwagen außer Shell erinnern (das war vor 40 Jahren vielleicht anders, oder meine Erinnerung trügt).

Das Bild von der Privatbahn gefällt mir sehr, denn ich bin Kleinbahn-Fan. Was ist das für ein schönes Bahnhofsgebäude? Das würde sich zum Nachbau m.E. lohnen.

Gruß

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Bahnhof? = Bruchhausen-Ost

Beitragvon br45 » 30.03.2006, 19:17

Hallo Frank!

Ich denke mal, dass Georg in seinem Bild den damaligen Bahnhof Bruchhausen-Ost zeigt. Drauf gekommen bin ich nicht etwa, weil ich so gute Augen habe, denn außer "Ost" konnte ich auf dem Bahnhofsschild nichts lesen, aber die rote V36 brachte mich auf die Spur. Diese gab es ja bei der Deutschen Bundesbahn nicht (die waren alle schwarz), aber bei den Verkehrsbetrieben Grafschaft Hoya (VGH). Dort waren insgesamt 8 dieser schönen Loks im Einsatz, die von der DB übernommen wurden.

Das Gebäude ist übrigens in der Nacht zum 27.03.2006 abgebrannt, zuletzt war da ein Erotikclub drin, wie ein Blick auf die HP der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen verriet.

Gruß, Claus
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Beitragvon br45 » 30.03.2006, 19:24

Hier sind noch zwei Links mit Bildern vom Einsatz und Ende der V36 bei den VGH:

http://www.drehscheibe-online.de/forum/read.php?f=17&i=25649&t=25639

und

http://www.eisenbahnfotograf.de/privatbahn/galerie20/site20.htm

Gruß, Claus
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Bruchhausen-Ost

Beitragvon Frank Bertram » 31.03.2006, 07:21

Hallo Claus,

danke für Deine Aufklärung. Ich hatte auch schon an die VGH gedacht (wegen der V 36), aber das Stationsschild konnte ich nicht lesen.

Die Links sind sehr gut und haben mich zu einer neuen Frage (siehe V 36) gebracht.

Gruß an alle

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Beitragvon Manfred Drepper » 02.04.2006, 18:20

Hallo,
in der Epoche 4 konnte ich selber bunte Kesselwagen beobachten und zwar grüne Zweiachser des "Branntwein-Monopols" für Alkoholtransporte oft zu sehen in Lippstadt NRW und einen blauen Vierachser der ehemaligen Zellstoffwerke in Wildshausen im Sauerland.
Gruß
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