Wenn wir neue Triebfahrzeuge für unsere Bahn haben möchten, sind wir seit einigen Jahren auf Umrüstung angewiesen. Das mache ich wie auch einige, andere Hobbykollegen, damit es eine lebendige, sich entwickelnde Modellbahn bleibt. Dabei bevorzuge ich Modelle von TRIX H0, auch damit wenigstens der Name noch stimmt. Die letzten Modelle für EXPRESS waren teilweise ja technisch auch schon anderer Herkunft.
Neben den oft notwendigen Fräsarbeiten und der Anpassung der Räder, stellt der neue Drehstrommotor eine neue Hürde dar, die zumindest für Analog- Fahrer tückisch ist.
Gemerkt habe ich das an der neuen E50. Nach Threats in anderen Foren ist das bei der neuen V218 und der neuesten Ausführung der V290 auch so, da sie den gleichen Motor haben. Die ersten V290 hatten noch einen normalen Gleichstrommotor.
Im Analogbetrieb rollt die Lok erst bei erhöhter Spannung an, dann aber gleich mit einer recht hohen Geschwindigkeit. Das kennt man auch von anderen Modellen mit eingebautem Decoder. Unerträglich sind dann aber die Bocksprünge im mittleren Geschwindigkeitsbereich. Bei Höchstgeschwindigkeit legt sich das Phänomen wieder.
Ich weiß nicht, ob es an der Lastregelung des Decoders liegt, oder am Treiber des Drehstrommotors. Sollte es am Decoder liegen, kann man das vielleicht mit einem Brückenstecker lösen. Nur liefert Trix den leider nicht mit. Bei eine 8-poligen NEM- Schnittstelle könnte man sich selbst helfen. Wie das für die 21- polige aussehen müßte, weiß ich nicht.
Daß Märklin in seiner Firmenpolitik auf die Digitalisierung setzt, kann man diskutieren. Aber daß ein Modell mit "automatischer Analogerkennung" beworben wird, finde ich äußerst dreist, wenn der Betrieb praktisch nicht möglich ist. Keine Frage- die Möglichkeiten der neuen Modelle kann man nur digital richtig ausschöpfen. Das ist mit ein Grund, warum ich auch umstelle. Aber so werden die Modellbahner (nicht nur Expressler), die weiterhin analog fahren wollen, einfach ausgeschlossen.
Im Digitalbetrieb nach DCC- Norm gibt es ein weiteres, unangenehmes Phänomen: Zumindest bei meiner E50 lassen sich die Geräusche nur im Stand ein- und ausschalten. Blöde wenn man mit eingeschalteter Pfeife los fährt.
Ansonsten ist diese Lok ein absolut tolles Modell- fast komplett aus Metall, hervorragend detailliert und glänzende Fahreigenschaften im Digitalbetrieb. Von der V218 wird ähnliches berichtet (habe ich aber selbst nicht).
Ob Märklin sich damit einen Gefallen tut? Viele Analogfahrer werden die Lok wohl reklamieren. Das werden wohl noch zu viele sein, als daß man auf sie als Kunden verzichten könnte.
Gruß
Heiko Mehnert
