Original von jacobhh
... Gützold-Lokomotiven ..., die die Antriebsart "Dreileiter Gleichstrom" haben. Weiß jemand, ob dies bedeutet, das diese Maschinen auf Trix Express laufen?
Leider laufen die Lokomotiven nicht auf Trix Express - Gleisen. Obwohl die Ähnlichkeiten unübersehbar sind, geht es leider nicht.
Die Anfänge der Modelbahnen in der DDR nach 1945 sind anfangs durch viele Firmen gekennzeichnet, die heute bis auf Piko und Gützold fast alle in Vergessenheit geraten sind.
Bei den ersten Konstruktionen von Pico (damals noch mit "c" geschrieben) von 1949 hat man eindeutig bei Trix abgekupfert. Die Lokomotiven hatten Wechselstrommotore (um korrekt zu sein: es sind Allstrommotore) wie es damals auch bei Trix und Märklin Standard war. Die ersten Piko Loks Me101 und Me102 ähneln im Aufbau sehr stark der damaligen zweiachsigen Trix Express – Lok 20/52.
Die Fahrtrichtungs-Umschaltung der Piko-Loks erfolgte (ähnlich Märklin) mit einem Überstromrelais: ein vom einem Magneten angezogener Anker drehte eine Schaltwalze jeweils 90° weiter (ähnlich alten Trix Express Wechselstromloks). Die Schaltwalze war allerdings nicht wie bei Trix als "eine lange Welle" ausgebildet. Man muß sie sich als eine quer zur Fahrtrichtung eingebaute "dicke Trommel" mit darauf befindlichen Kontakten vorstellen.
Im folgenden Bild ist die Unterseite der ersten "Pico Express" Lok zu sehen. Die Stromaufnahme erfolgt auf der einen Seite über die Räder aus Zinkdruckguß (leiden heute wie die ganze Lok meistens unter der Zinkpest). Die Räder der anderen Seite bestehen aus Bakelit. Über zwei isoliert angeordneten Schleifer, die denen einer Trix Express - Lok ähneln, erfolgte die Stromaufnahme vom durchgehenden Mittelleiter.
In der Literatur wird darauf hingewiesen, daß der Mangel an geeigneten Magnetmaterial der Grund für die Modellbahn-Wechselstromanfänge sei. Die Planwirtschaft bestimmte, daß alles hergestellte Magnetmaterial für die Herstellung von Fahrraddynamos und nicht für Spielzeug verwendet wurde.