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Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 24.03.2009, 22:20
von janchristoph19
Liebe TE-Kollegen,
die schwarze Farbe der meisten Dampfloks bringt mich langsam zur Verzweiflung!!! Alle anderen Lokgehäuse lassen sich hervorrangend mit Azeton abbeizen, nur bei den Dampfloks hilft weder Azeton noch Benzin, Terpentin, Petroleum, Spiritus oder Bremsflüßigkeit. Wer weiß Rat?!
Schöne Grüße
Hendrik Cornelius

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 25.03.2009, 01:52
von ecki
Hallo Hendrik Cornelius,

in mehreren Fällen hatte ich mit Nitro-Verdünnung Erfolg. Zwei Dinge sind dabei wichtig:
1. Nitro-Verdünnung wird inzwischen in mehreren "Aggressivitätsstufen" angeboten - ich habe mich jeweils für die aggressivste Variante entschieden.
2. "Bewegung" : Ich habe die Gehäuse jeweils komplett in Nitro getaucht - den verschlossenen Behälter habe ich dann regelmäßig heftig bewegt.

Das führte zu brauchbaren Ergebnissen - jedoch musste ich immer noch nachbearbeiten, d.h. die angelösten Lackreste entfernen. Das gelang mir durch Abblasen mit hohem Luftdruck, teilweise musste ich auch rein mechanisch mit einer Drahtbürste nachhelfen.
Eine insgesamt aufwendige und "nervige" Verfahrensweise.

Daher bin ich inzwischen dazu übergegangen, das Strahlverfahren zu verwenden. Als Strahlmittel verwende ich feine Glaskugeln.
Ich selbst bade die zu strahlenden Teile allerdings meistens zuvor einige Zeit in Nitro-Verdünnung - mit dieser Kombination bin ich recht zufrieden.

TRIX EXPRESSionistische Grüße
ecki

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 25.03.2009, 05:34
von janchristoph19
Hallo ecki,
danke für die Infos, werde mal schauen wo ich aggressives Nitro herbekomme und dann versuche ich's nochmal.
Schöne Grüße
Hendrik

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 25.03.2009, 12:13
von Richard
Hallo Hendrik Cornelius

Teilweise konnte ich bei Lokgehäusen die Farbe nur mit "Abbeizpaste für Einbrennlacke" aus dem Baumarkt entfernen. Am besten geht es, wenn das Gehäuse dick mit der Paste eingeschmiert und das Ganze dann in Küchenfolie eingewickelt wird. Dies verhindert dass die Paste austrocknet und die Wirksamkeit nachlässt.
Die Paste darf nur mit Gummihandschuhen verarbeitet werden, da sie sehr agressiv ist (Sicherheitshinweise auf der Verpackung beachten!). So nach ca. 2 Tagen hat sich noch jede Farbe ablösen lassen. Anschliessend noch gut mit Nitroverdünner alle Rückstände entfernen.

Freundliche Grüsse
Richard

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 25.03.2009, 14:47
von Peter Tümmel
Hallo Richard, hallo Hendrik,

leider ist das mit dem Abbeizer so eine Sache. Nicht nur daß man die Haut schützen muß, nein der gehört auch noch in den Problem- bzw. Sondermüll. Auch hat er bei einer älteren E 10 bei mir, obwohl ich ihn 5 Tage habe einwirken lassen, nicht besonders gründlich gewirkt. So habe ich dann die Restfarbe mit einem Dremel und einer weichen Kupferdrahtbürste abgekratzt. Die gleichen Probleme traten auch bei einer älteren Dampflok auf. Wahrscheinlich hat man in den 50er Jahren andere Lacke als in den 60er Jahren und später verwendet.
Vor dem Neulackieren, sollte man dann die Lok erst mit Haftgrundierung einsprühen, leicht anschleifen und erst danach den eigentlichen Lack auftragen. Zum Schluß noch mit mattem Klarlack übersprühen.

Gruß

Peter

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 25.03.2009, 18:48
von railway
Hallo Hendrik Cornelius
Habe zwar keine erfahrung mit Dampfloks, aber bei meinen Diesel und E-Lok Gehäusen konnte ich die Farbe sehr gut mit "FLUX Abbeizfluid " der Firma Kluthe abbekommen. Zwar habe ich auch mehr als einen Arbeitsgang dazu gebraucht das Ergebnis war aber sehr respektabel.
Gruß Gerd

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 26.03.2009, 00:30
von Roman Favero
Hallo Hendrik Cornelius
darüber ist zwar schon viel geschrieben worden aber das Thema ist immer noch aktuell.
Schau doch mal im Forum unter den vielen Abbeizberichten nach.
Ich selber habe schon alle Varianten verwendet. Meist verwende ich einen dicken PE Plastiksack in möglichst kleiner passenden Form, den ich mit Abfallverdünner so 6-7cm auffülle. Abfallverdünner deshalb weil ich bei jedem Pinsel- oder Spritzpistole-waschen den gebrauchten Vedünner in eine alte Glasflasche giesse. So ergibt es einen richtig schlimmen agresssiven Benzin, Acteton, Nitro, Withsprit etc. Coktail. In der Flasche setzt sich der Farbschlamm immer wieder ab und so kann man die Sosse auch viele Male wiedergebrauchen.
Oft ist aber ganz einfach Spiritus angesagt. Spirituslacke lösen sich mit den erwähnten Lösemittel schlecht.
Im Plastiksack lasse ich das Metallgehäuse manchmal einige Tage schwimmen.
Roman Favero

Re: Problem mit schwarzer Farbe von Dampfloks

BeitragVerfasst: 28.03.2009, 17:46
von Mechanik-Freak
Hallo Hendrik.
Auch ich habe die Erfahrung gemacht, daß manche Lackierung widerstandfähiger ist als andere. Seit ich von Universal-Verdünnung auf Nitro-Basis auf richtige Nitro-Verdünnung umgestiegen bin, geht's wesentlich einfacher. Bei vielen Lok-Gehäusen löst sich die Farbe von alleine und wenn der Lack doch mal etwas hartnäckiger ist, helfen ein Schuß Aceton und eine ausrangierte Zahnbürste weiter. Die ist auf jeden Fall schonender, als eine Drahtbürste. Für die Bohrungen für Lichtleiter etc. haben sich Interdentalbürstchen bewährt. Beides ist übrigens nitrobeständig, man braucht also keine Angst haben, daß man neben der Farbe auch noch gelösten Kunststoff beseitigen muß!
Kleinere Lok-Gehäuse kommen sowieso in den Ultraschallreiniger, bei großen Gehäusen (BR01 BR42) greife ich auf o.g. Verfahren zurück, weil die da nicht rein passen.
Mit den Resten der Verdünnung halte ich es wie Roman Favero: die kommen in ein gesondertes Behältnis und werden wiederverwendet.

Gruß, Michael