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Doppeltes Lottchen

BeitragVerfasst: 07.03.2005, 14:12
von kladewa
Liebe Trixler,

einige von Euch haben sich schon mal mit dem Thema Doppeltes Lottchen befasst; anbei mein Beitrag dazu.

Die beiden Loks haben Mabuchis von Heiko Mehnert (http://www.h-mehnert.de/Restaurierung_T ... ative.html); ich habe die Loks mit zwei dünnen (1,4 mm) schwarzen Kabeln (+ und -) verbunden. Die Kabel habe ich links und rechts neben den Kupplungen (die Kupplungsfeder muss man rausnehmen, aber bei Dauerkuppeln braucht man sie auch nicht) durch die Schlitze der Kupplungsfederaufnahme und das Loch, durch das das Mittelleiterkabel geht, durchgezogen. Die Kabel übertragen keine Zugkräfte, das machen noch die Kupplungen. Sie "hängen" etwas durch, so kann man sie mit etwas Phantasie als Druckluftschläuche erkennen. Ich finde, das sieht gar nicht mal schlecht
aus. Ich habe das Gespann jetzt seit einer Woche im Einsatz. Als Rangierlok(s) ideal, weil sie nirgends mehr stehen bleibt, außerdem hat das Gespann eine unglaubliche Zugkraft bei butterweichem Anfahren.

Grüsse

Dieter

BeitragVerfasst: 09.03.2005, 19:45
von mitwoch
Das Doppelte Lottchen eine schöne Sache.

Ich bitte zu beachten, das dieses nicht als Kritik, sondern als Ergänzung, Tipp und Information dienen soll.

Man sollte beim Modell zwei verschiedene Fahrzeugnummern verwenden, denn es sind 2 separate Maschinen. Die Beleuchtung der zugewandten Führerstände macht wenig Sinn. Ebenfalls sollten die Dachkanzeln entfernen werden, denn erst 1953 begann man mit dem Versuch der Einmannsteuerung.
Man unterschied in 2 Versuchsmuster:
1. Die uns allen bekannte Bauart Rosenheim, wie sie bei den TRIX Modellen nachgebildet ist. Hier sei erwähnt, dass es verschiedene Varianten dieser Dachkanzel gegeben hat und die bekannteste auf dem Modell Verwendung fand.
2. Die weniger geläufige Bauart Steinbeck. Mir ist eine TRIX Lok bekannt, die mit diese Führerstandskanzel ausgerüstet ist. Hierbei könnte man allerdings von einem Führerstand sprechen. Diese Ausführung hat sich nicht bewährt, da durch das zusätzliche Gewicht des Aufbaus, die Lok nun sehr Hecklastig wurde. Das TRIX Modell befindet sich im Besitz von Herbert Mergel. Dieses Modell ist gelegentlich auf TRIX Treffen der IG zu bewundern.

Da wir nun schon mal beim Vorbild sind, sei darauf hingewiesen, dass unsere TRIX V36 nur in der schwarzen Ausführung die Dachkanzel hätte haben dürfen.
Anfang der 50er Jahre wurden alle Wehrmachtsloks in die seinerzeit Typische Kleinlokfarbe Schwarz umlakiert.
Doppel Loks mit Dachkanzel waren nicht im Einsatz. Währe eine Zumutung für den Lokführer gewesen, denn er müsste jedes mal Klettern um den erhöhten Führerstand zu erreichen.
Rote und grüne V36 mit Dachkanzel hat es nie gegeben.
Ebenfalls hat es keine rote V36 bei der DB gegeben.
Lediglich in Hannover hat seinerzeit die Deutsch Post mit roten V36 ihren Rangierdienst verrichtet.
Unser TRIX Modell entspricht überhaupt nicht dem Vorbild. Die V 36 257 hat nach dem 2. Weltkrieg bei der Deutschen Reichsbahn Ost (DR) ihren Dienst getan, ohne Dachkanzel.

Wer noch mehr Infos zu den Wehrmachts Lokomotiven haben möchte, der sollte sich mit dem Buch „Die Diesellokomotiven der Wehrmacht, die Geschichte der V20, V36 und der V188“ von Stefan Lauscher, erschienen im EK Verlag, befassen

Gruß Michael

BeitragVerfasst: 09.03.2005, 21:32
von Georg
Zitat:
"Die V 36 257 hat nach dem 2. Weltkrieg bei der
Deutschen Reichsbahn Ost (DR) ihren Dienst
getan, ohne Dachkanzel."

Nanu?
Diese Seite sagt aber etwas anders:
Danach wurde die V36 257 (zusammen mit ihren
Schwestern V36 251 bis 262) 1948 von der MAK Kiel
gebaut und 1977 in Braunschweig ausgemustert.

http://www.loks-aus-kiel.de/portrait.php?nav=1400688&id=10058&action=view

Wer sein Modell mit dem Vorbild vergleichen will,
viele Bilder von der V36 in rot und schwarz gibt
es auf:

http://www.eisenbahnfotograf.de/privatbahn/galerie20/site20.htm

und

http://www.privatbahnalbum.de/vgh.html

Bei dieser Kleinbahn liefen die Loks in roter Farbgebung.
Erst die später hinzugekommenen Loks wurden in
der Farbe belassen, in der sie übernommen wurden.

Auf den Bildern ist zu erkennen,
daß (nur!) die V36 004 einen 2. Luftbehälter hatte.
Wäre vielleicht eine Bastelanregung.

Es ist richtig, daß der Dieselmotor der V36
mit Preßluft angelassen wird.
Das ist auch heute noch bei großen
(Schiffs-)Dieselmotorern Stand der Technik.

Georg

BeitragVerfasst: 09.03.2005, 22:21
von noels
Hallo,
eine kleine Ergänzung zu Georg:
Schiffsdiesel ist das richtíge Stichwort. Einige der in MAK-Loks verbauten Motoren waren Kontruktionen für kleine Schiffe und Lastkäne. Die V65 unseres Museumsbahnvereins hat einen Motor mit 75 l Hubraum, sechs Zylindern und einer Höchstdrehzahl von ca. 800 rpm. Sie wird mit 80 at Preßluft gestartet. Wie sollte bei einem solchen Motor wohl der Elektrostarter aussehen und die Batterien dazu? Daneben hat die Lok den gleichen DOFA- Ofen, wie die V36 zur Vorwärmung. Es muß etwa ein bis zwei Stunden geheizt werden, bevor gestartet werden kann. In größeren BW übernahmen diese Aufgabe die Heizloks.
Wenn die V35 mit ihrem Zug anfährt, ist das Geräusch von einem Flußkahn kaum zu unterscheiden.
Im übrigen plädiere ich dafür, sich zwar um das Wissen, wie es denn beim Vorbild war, zu bemühen, aber im Modell es dann doch nicht zu eng zu sehen. Hauptsache, es macht Spaß. Aber auf jeden Fall vielen Dank für die interessanten Infos
Gruß
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 10.03.2005, 16:15
von mitwoch
ZU GEORG

Da mir ein Tippfehler unterlaufen ist, hast Du natürlich Recht.

Die V36 257 WR360C14 ist mit der Fabrik Nummer 2014
zusammen mit V36 258 und V36 259 am 13.10.1948
an die DEUTSCHE REICHSBAHN (nicht OST) von MAK aus Kiel ausgeliefert worden.

BeitragVerfasst: 11.03.2005, 16:30
von kladewa
Vielen Dank an Alle für die ergänzenden Hinweise und Informationen.

Natürlich, an dem Gespann kann man noch viel verbessern (z.B. auch noch kürzere Kupplungen, gestern habe ich eine V36 mit aufgebohrten und verglasten Frontfenstern gesehen, die Kuppelstangen waren vermutlich auch nicht gerade silbern glänzend).

Mir ging es erst mal vorrangig um die Technik - die funktioniert hervorragend - das Feintuning kommt später.

Fotos von Euren Lottchen sind immer willkommen.

Viele Grüsse

Dieter

doppeltes Lottchen

BeitragVerfasst: 17.12.2006, 12:27
von Frank Bertram
Hallo Freunde,

dank Reimunds Hartlöttechnik fährt meine V 72 (2 X V 36 = doppeltes Lottchen) wieder wie eine eins.

Ich habe mich von den früheren Verkabelungsversuchen verabschiedet und einfach das "natürliche" Trix Express Bauprinzip zu eigen gemacht: Gehäuse = Masse = Mittelleiter.

So wurde lediglich zwischen beiden schwarzen V36 eine starre Kupplung (wie zwischen V98 und Steuer- oder Beiwagen) eingesetzt, die Reimund zuvor um 0,8 cm gekürzt hat.

Die Puffer berühren sich noch nicht, aber diesen Kompromis muß man wohl bei Radius 1 eingehen.

Zum nächsten Euregiostammtisch bringe ich das Gefährt mit und lasse es laufen.

Frage: gab es auch BR 80 im Doppelpack? Mein Ablaufberg ist zu steil für eine 80 mit mehr als sechs Güterwagen.

Gruß

Frank