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Bruenierung und Kontaktprobleme

Verfasst:
02.03.2006, 20:23
von Ulrich Albrecht
Die Frage von Hans, was man gegen Kontaktprobleme bruenierter Raeder machen kann, hat bei mir einen Verdacht geweckt.
Fast alle Kontaktprobleme meiner Trix Expressloks lassen sich auf verdreckte Mittelschleifer zurueckfuehren. Schleifer auf den Aussenschienen verzundern kaum, die fuer den Mittelleiter zeigen sehr schnell schwarze Stellen. Rein zufaellig bemerkte ich heute, dass meine neue V140 auf den Schienen, deren Mittelleiter ich mit dem Rocorubber vor einigen Monaten poliert hatte, keine Probleme hatte. Auf nicht polierten Schienen blieb sie jedoch bei langsamer Fahrt stehen. Eine genaue Untersuchung ergab, dass sich auf den unpolierten Mittelleitern eine stumpfe Oberflaeche gebildet hatte. Mein Verdacht ist, das die Bruenierung auf den Raedern und den Mittelleitern mit der Zeit oxidiert, und dass dieses Oxydationsprodukt nicht leitend ist. Aehnliches passiert mit Messingschienen. Waehrend das Oxydationsprodukt von Neusilber leitend ist, ist das von Messing ein Isolator.
Ulrich

Verfasst:
03.03.2006, 16:23
von Ulrich Albrecht
Nachdem ich die urspruengliche Nachricht geschrieben hatte, suchte ich nach einer Loesung dieses Problems. Die Reinigung des Mittelleiters unter einer Oberleitung und im Tunnel kann sehr problematisch sein.
Ich hatte noch einen alten Schienenputzwagen von Liliput, der die Gleise mit einem nassen Filz saeubert. Als ich mir den Filz genauer ansah, stellte ich fest, das dieser die Aussenschienen bedeuten intensiver als den Mitteleiter reinigte. Also benoetigte ich eine Putzwagen fuer den Mittelleiter alleine, da der normale Rocoreinigungswagen fuer die Saeuberung der Aussenschienen ausreicht. Hierzu entfernte ich den Filz, und ersetze ihn durch einen duennen Streifen aus dem Rocorubber, der ungefaehr die Breite eines Mittelschleifers von Maerklin hat. Diesen "Mittelleiter-Putzwagen" liess ich dann fuer 10 Minuten (ca. 10 Runden) hinter meiner 01 auf der Anlage laufen. Jetzt sind alle Mittelleiter sauber poliert.
Ulrich

Verfasst:
09.03.2006, 16:25
von Hans
Hallo Ulrich,
jetzt habe ich auch noch die Roco BBII Mallet als Patient mit den gleiche Symtomen - brünierte Radreifen. Vielleicht liegts an dem Umzug in den Keller vor 4 Jahren obwohl ich die Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60% halte.
Der Mittelschleifer verdreckt bei mir mindestens doppelt so schnell wie die Schienen, da die Trix & Co Loks meistens nach unten offene Getriebe haben und so natürlich mit Öl und Fett um sich werfen.
Da ist der Mittelleiter meist mit einer leichten Schicht überzogen. Neue glatte Schleifer und vor allem der richtige Druck verhindern den öfteren Boxenstop.
Ich werde jetzt einen der getrixten Roco Rubberwagen nur mit einem "Mittelleiterputzer" ausrüsten und regelmäßig im Zug mitlaufen lasssen.
Grüße in den Westen
Hans

Verfasst:
09.03.2006, 19:12
von noels
Hallo Hans,
überprüfe bitte auch unbedingt einmal den Federdruck Deiner Mittelschleifer. Ist der zu schwach, funkt es und das Öl verbrennt um Nu zu einer prima Isolierung.
Meine Bahn steht auch im Sousterrain bei ca 60- 70% rel. LF. Im Sommer ist es auch schon mal mehr. Trotzdem habe ich die Probleme nicht so massiv.
Bei mir laufen übrigens immer mal zwei von den neuen Trix- Reinigungswagen (Klappdeckelwagen) mit. In der Mitte habe ich auch einen Reinigungsfilz für den Mittelleiter angebracht. Richtig putzen muß ich die Gleise nur 2 - 3 mal im Jahr.
Gruß
Heiko Mehnert
Schienenputzer und Co

Verfasst:
09.03.2006, 20:42
von Hans
Hallo Heiko
klar ist der Schleiferdruck am wichtigsten. Der Erfahrung nach ist der Mittelleiter öfters verdreckt als die Schienen und müsste somit logischer weise öfters geputzt werden ?
Der Roco Reinigungswagen hat aber einen zu hohen Rollwiderstand um regelmäßig im Zug mitzulaufen. Die Idee war jetzt dem Rubber einen Irokesen zu verpassen um ihn so in regelmäßigen Zügen mitlaufen lassen zu können.
Übrigens hat die Notbremsrate und somit die Schmerzensgeldzahlungen an die Reisenden rapide abgenommen seit Motoren aus der Gegend von Osnabrück eingebaut sind

)
Die Klappdeckels laufen gut?
Grüße von einem Keller in den anderen
Hans

Verfasst:
09.03.2006, 20:55
von Georg
Die Brünierung der Räder und Schleifer einer neuen Lok hindert den leichten Stromübergang von der Schiene zum Rad oder Schienenschleifer. Die Lok muß gewissermaßen eingefahren werden, sprich die Brünierung muß abgefahren werden.
Aber dazu kommt noch folgendes: brünierte Räder und Schleifer gibt es noch nicht so lange. Wir verwenden aber häufig älteres Gleismaterial.
Schon einmal daran gedacht, daß zwar die Außenschienen des Trix Express-Gleises (mit Plastikbettung) aus Neusilber sind, daß aber der Mittelleiter aus Eisen besteht?. Nur bei den in den letzten Jahren unter Märklin-Regie gefertigten Schienen ist er auch aus Neusilber.
Beim Märklin - C-Gleis ist es ähnlich. Als Märklin daran ging, das Trix - C-Gleis (im Grunde genommen hat man die Punktkontakte des Märklin - C-Gleis fortgelassen) zu entwickeln, hat man auf die bisher beim Märklin - C-Gleis verwendeten Eisenschienen verzichtet und sie durch Neusilberschienen ersetzt. Nur damit ist bei Zweileiter-Gleichstrombetrieb ein strörungsfreier Betrieb überhaupt möglich. - Für die Hersteller ist es letztendlich ein Preisfrage, welches Metall verwendet wird. Eisen ist nun mal billig.
Wenn Ulrich so lange zur Reinigung des Mittelleiters braucht, hat er höchstwahrscheinlich Schienen mit eisernem Mittelleiter. Blankes Eisen rostet / oxidiert bekanntlich schnell. Einfach mal einen Dauermagneten an die Schienen halten, dann weiß man, was man hat.
An dieser Stelle sei eine Geschichte eingeflochten: Es gab mal eine Firma Egger, die dachte mit Eisenschienen und Magneten, die dicht über der Schiene in der Lok eingebaut wurden, die Zugkraft ihrer winzigen H0e Feldbahnloks zu erhöhen. "Magma-Kraft" hieß das in der Werbung. Das funktionierte aber mehr schlecht als recht. Die winzigen Magnet brachten kaum zusätzliche Adhäsion. Aber man handelte sich ein anderes Problem ein. Die Stiftung Warentest gab es damals noch nicht. Aber die Zeitschrift "DM". Die testete Mitte der 60er wenig objektiv Modellbahnen und stellte fest, daß die Eisenschienen rosteten und es zu Kontaktproblemen kam. Die Zeitschrift pflegte den wenig objektiven Stil des Boulevard-Journalismus und so nimmt es nicht Wunder, wenn als Folge der Veröffentlichung plötzlich ein Nachfrageschwund eintrat. Kurz darauf war der Hersteller insolvent.
Georg

Verfasst:
09.03.2006, 21:24
von irolke
Hallo Alle zusammen
ich habe auch die Probleme gehabt
und wie folgt gelöst
da ich alte Schleifer auf löte musste ich das überschüssige Lot ab schleifen erst Grob und dann immer feiner erst habe ich mich mit 400 Wasserschleifpapier begnügt aber da hatte ich auch noch Probleme und nun Poliere ich die Schleifer mit einen Dremel, Paste und einer Filzscheibe
die Dinger glänzen wie ein Kinderasch und ich habe fast keine Probleme mehr
und wenn ich mal neue brünierte Schleifer habe poliere ich die erst mit den Rädern ist das schwieriger aber da das eine Filzscheibe ist gibt es keine Kratzspuren
die Lok umdrehen Strom anschließen und in Gegenrichtung des Dremel anstellen, nach dem Polieren die Reste mit Bremsenreiniger und Wattestäbchen reinigen
keine Angst vor den Bremsenreiniger mit etwas Vorsicht bekommt man Tesafilmreste von Popwagen ab
ohne den Lack zu beschädigen. Hugo war begeistert!!
mfg Ingo
Kontaktprobleme

Verfasst:
10.03.2006, 12:56
von Richard
Hallo zusammen
Die Firma HAG hat in den 90er-Jahren auch einmal versucht, bruenierte Räder zu verwenden. Infolge Kontaktproblemen kehrte man aber schon nach zwei Jahren wieder auf vernickelte Räder zurück. Im HAG-Forum ist sogar eine Beschreibung zu finden, wie man brünierte Räder mit einfachen Mitteln nachträglich wieder vernickeln kann.
Zum Thema Schienenreinigung ist bei rail4you vor kurzem ein neues Produkt auf den Mark gebracht worden. So wie es auf den Fotos aussieht, sollte ein Umbau auf TRIX EXPRESS möglich sein. Die Beschreibung findet man unter
http://www.rail4you.ch/dokumente/ReinigungsSchlitten.pdf.
Freundliche Grüsse
Richard
rail4you-Reinigungsschlitten

Verfasst:
10.03.2006, 13:39
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

Verfasst:
10.03.2006, 15:54
von Ulrich Albrecht
Georg,
Du hast vollkommen recht, dass bei den meisten meiner Schienen der Mittelleiter aus Eisen besteht. Aber stellte ich fest, dass die nicht polierten Eisenleiter bedeutend schneller verdreckten. Dies legt den Verdacht nahe, dass die Scwaerzung selbst auch oxidiert, und man somit ein doppeltes Problem hat: Eisenoxid (Rost) und oxidiertes Bruenierungsmittel. Das letztere Produkt der "Eisenbahnchemie" klebt regelrecht an den Leitern und ist schwarz.
Ich habe uebrigens bei all meinen Fleischmannloks die Bruenierung der Raeder auf die anderswo beschriebene Weise entfernt, und seither laufen sie bedeutend besser.
Ulrich