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Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 05.02.2011, 23:58
von Ede-Neersen
Hallo,
ich habe alte Personenwagen 20161 und 20162 ergattert.
Es würde mich interessieren, wie die Stromabnahme für die Innenbeleuchtung von Trix vorgesehen war. Ist es richtig, dass die Masse über die Kupplung von der Lok abgenommen wurde? Was muss beim Drehgestell für die Stromabnahme von der Außenschiene montiert werden? Hier sind Achsen mit einseitigem Metallrad montiert. Fotos wären da sehr hilfreich.
Vielen Dank

Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 06.02.2011, 03:11
von PaTrix
Hallo Ede-Neersen,

Hier die originale Beschreibung zum Einbauen und Beteiben der Beleuchtung bei den Modellwagen der Serie 20/16x:
TE_Modellwagen_20_16x_Beleuchtung_1.jpg
Anleitung


Und hier nachfolgend zwei Beispiele für korrekten Einbau:
TE_Modellwagen_20_16x_Beleuchtung_2.jpg
Unterseite CIWL-Wagen

TE_Modellwagen_20_16x_Beleuchtung_3.jpg
Unterseite Packwagen


Wenn alles richtig eingebaut und isoliert ist, dann fliesst der Strom über das Drehgestell mit den zwei metallenen Rädern (ab Aussenschiene) zur Beleuchtungsplatine und fliesst von dort über das andere Drehgestell mit den vier Bakeliträdern über den eingelegten Schleifer (auf der Achse aufgelegt und mit der Blattfeder "arretiert") auf den Mittelleiter (= Masse) wieder ab.

Auch sollte der Dorn, der mittig in jedem Drehgestell sitzt und durch ein Loch im Wagenboden in den Innenraum ragt, den Wagenboden bzw. das Chassis nicht berühren, da es sonst zum "Kurzschluss" kommen kann. Auf diesen Dorn wird je eine Buchse der Beleuchtung beidseitig aufgesteckt.

Es kann sein, dass der Vorbesitzer eine Änderung vorgenommen hat, um von einer WS-Lok den Strom ab deren Kupplung zu nehmen. Dies müsste dann ein Märklin-Fahrer gewesen sein, der den Strom über die Kupplung abgenommen hatte und über die metallenen Räder auf Masse abgegeben hatte...

Daher auch überprüfen, wo keine Isolation (mehr) besteht, und ob alle Drehgestelle mit den Radsätzen korrekt ausgelegt sind. Die Drehgestelle sind gegenüber dem Chassis isoliert durch beidseitige Buchsen auf der Querachse des Drehgestells. In den Abbildungen sind diese Buchsen entweder schwarz oder durchsichtig (weiss) ausgelegt. Die Drehgestellträger werden über diese Buchsen gestülpt, so dass Isolation besteht.

Ebenso muss die Platine gegenüber den Querträgern im Dach isoliert sein. Die Buchsen in den Dachquerträgern sollten daher auch isoliert sein. Ziel ist es, dass der Wagen NICHT unter Strom steht, sondern nur die angeschlossene Beleuchtung.

Hoffe, dies kann Dir eine Hilfe sein.

Mit TRIXigen Grüssen
PaTrix

P.S. Vermutlich ist die Bedienungsanleitung auch im Mitgliederbereich zum Herunterladen vorhanden.

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 06.02.2011, 15:36
von Ede-Neersen
Hallo,
vielen Dank für die Hinweise. Was mir bei der Beleuchtung nicht gefällt, ist der Umstand, dass die Masseversorgung über die Kupplung von der Lok erfogt. Durch die Vielzahl der beweglichen Teile erfolgt kein vernünftiger Kontakt. Gibt es hier eine bessere Lösung? Gab es hierzu einen Mittelschleifer zum Nachrüsten?

Gruß Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 06.02.2011, 20:54
von Roman Favero
Sali Ede
Du hast nicht ganz aufgepasst, denn es gibt sehr wohl einen Mittelschleifer für die Masse. Auf der Foto ist er zwar nicht so deutlich sichtbar. Er besteht aus 2 Teilen; der Blattfeder und dem rundgebogenen geschlitzten Blechschleifer. Wenn nichts verbogen oder verbastelt ist eine gute und funtionale Sache. Erstzteile gibt es bei Jongen.
mit vertrixten Grüssen
Roman Favero

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 07.02.2011, 12:46
von PaTrix
Hallo Ede,

Bitte schaue Dir die beiden Bilder zu den Unterseiten der Wagen genau an, und vergleiche die Gegebenheiten mit denen, die Du ergattert hast. :wink:

Mir würde die Situation mit der Masseabgabe über die Wagenkupplung auch nicht gefallen. Es besteht Gefahr für einen ungewollten Stromschlag, wenn z.Bsp. der Wagen berührt wird, und eine WS-Lok gleichzeitig "geschaltet" wird! Die Spannungsspitze liegt dann kurzzeitig bei ca. 22-25V! :shock:

Also damit is nix, wenn die Beleuchtung korrekt eingebaut ist und alle Isolationen korrekt vorhanden sind. :!:

Der Rundschleifer war in der Beleuchtungsanlage 30/78 beigegeben. Weil die meisten Kunden damit nicht klar gekommen sind, oder weil das Teil häufig verlustig ging, da es nur "eingelegt" war, sind die Schleifer für diese Modellwagen in den Packungen nach dem Krieg ersetzt worden.

Hier nachfolgend das Beispiel:

30_78_Schleifer_20_16x_1.jpg
30/78 Schleifer Draufsicht
30_78_Schleifer_20_16x_1.jpg (2.17 KiB) 654-mal betrachtet

30_78_Schleifer_20_16x_2.jpg
30/78 Schleifer Seitenansicht
30_78_Schleifer_20_16x_2.jpg (2.3 KiB) 654-mal betrachtet

30_78_Schleifer_20_16x_3.jpg
30/78 Schleifer Untersicht
30_78_Schleifer_20_16x_3.jpg (2.5 KiB) 654-mal betrachtet

(N.B. Bitte entschuldige die Bildqualität wegen der Schärfe...hatte nichts Passenderes zur Hand als die einfache WebCam!)

Der Schleifer wurde im Drehgestell mittels der kleinen Schraube befestigt. Die (bei Kauf im Drehgestell) schon vorhandene Blattfeder wird dann nicht mehr benötigt.

Hoffe, dies kann Dir nochmals weiterhelfen.

Mit TRIXigem Gruss
PaTrix

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 07.02.2011, 18:07
von Ede-Neersen
Hallo,
vielen Dank für die Fotos und nützlichen Hinweise. Den Mittelschleifer hätte ich mir wie auf den Bildern versucht nachzubauen. Doch erst einmal sehen, was Ton Jongen mir bieten kann.
Danke nochmals an alle für die ausführlichen Infos.
Gruß
Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 12.02.2011, 14:27
von Ede-Neersen
Hallo,
ich habe nunmehr Mittelschlaifer beider Ausführungen erhalten. Leider ist das Ergebnis nicht berauschend. Ein einziges Geflacker. Ich vermute. dass die Stromabnahme über die Räder nicht optimal ist. Die Metallräder habe ich bereits mit einem Schienenradiergummi gesäubert. Das hat aber auch nicht geholfen. Wer weiß Rat?
Gruß
Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 12.02.2011, 17:48
von PaTrix
Hallo Ede-Neersen,

Beim "Rollen"-Schleifer:
Die beiden Seitenwangen des -> eingelegten "Rollen"-Schleifers - besser wäre: des "eingerollten" Schleifers - so zusammendrücken, so dass sie sich berühren und damit der Schleifer gar nicht mehr über die Drehgestellachse "herausrutschen" kann. Der eingerollte Shhleifer muss "schleifen" und darf nicht um die Drehgestellachse "rotieren". Dies wäre eine Ursache für das "Flackern". Damit der Schleifer nicht "rotiert" wird er über die Blattfeder und die Rückenplatte des Schleifers fixiert und angedrückt. Allenfalls den Anpressdruck der Blattfeder erhöhen. Hier ausprobieren, wie es für jeden Wagen am besten geht!

Beim Schuhschleifer:
An der Blattfeder im Schleifergehäuse ebenfalls leicht den Anpressdruck erhöhen, indem Du mit einem kleinen Schaubenzieher, die Blattfeder in leicht-konkave Form zum Schleiferhals biegst. Der Schleifer federt dann weniger und verhält sich bei Unebenheiten im Gleise (Mittelleiterverbindungen) "stabiler".

Beim Drehgestell mit den Metallrädern:
Zusätzlich zum gründlichen Reinigen der Metallräder auch noch die Achslager der Radsätze(!) überprüfen und gegebenenfalls sorgfältig reinigen. Wie die Achsen aus dem Drehgestell aus- und wieder eingebaut werden können, weisst Du vermutlich. Sonst bitte, melde Dich deswegen nochmals.

Innenbeleuchtungen und TRIX EXPRESS:
Leider ist das Flackern eine Erscheinung, die häufiger auftritt als einem "lieb" sein kann. Mit den gezeigten Massnahmen kann Abhilfe geschaffen werden. Allerdings nicht vollständig: über Weichenstrassen wirst Du immer ein "Aus" und "An" der Innenbeleuchtungen haben, weil die Herzstücke der Weichen nicht leitend sind, und zu wenige Stomaufnahmepunkte vorhanden sind.

Allenfalls müsstest Du Dir noch zusätzlich Kondensatoren in die Wagen legen, damit Du "Stomlücken" bei Weichenstrassen kurzzeitig überbrücken kannst. Wenn Du so vorgehst, dann bitte deren Isolation berücksichtigen, wo auch immer Du diese anbringen würdest.

Normalerweise gilt auch, je länger die Beleuchtung eingebaut ist, und sich die Schleifer und Räder "einschleifen" können, wird das Flackern ganz verschwinden und Du hast eine angemessene Innenbeleuchtung. Immerhin schön zu wissen, dass diese Wagen ab 1938 schon eine Innenbeleuchtung hatten. Auch hier hatte TRIX die Nase vorn! :)

Hoffe, diese Hinweise können Dir nützlich sein.

Mit TRIXigen Grüssen
PaTrix

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 12.02.2011, 18:29
von Ede-Neersen
Hallo,
ich weiß leider nicht, wie man die Räder geschickt aus dem Drehgestell herausbekommt. Da brauche ich doch einen Tipp.
Danke
Gruß
Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 12.02.2011, 19:30
von PaTrix
Hallo Ede-Neersen,

Vorbemerkung:
das ganze Drehgestell zusammen mit der Pufferbohle ist als Einheit im Wagenboden eingenietet. Ein solcher Ausbau ist nicht notwendig.

Ausbau Drehgestell:
Das Drehgestell allein wird über die Drehgestellhalterung festgehalten. Dies sind die beiden fingerförmigen Doppel-Laschen (U-Profil), die auf den Plastikbuchsen sitzen. Diese leicht nach innen "einbiegen". Das Drehgestell fällt dann aus dieser Halterung.

Ausbau der Achsen:
Die Achsen bekommst Du aus dem Drehgestellrahmen, indem Du nur auf einer Seite der Längswange, die kleinen Verlaschungen, welche zur jeweilgen Querwange gehören, vorsichtig aufbiegst, und dann die Längswange wiederum leicht nach aussen aufbiegen kannst. Auf der Querwange sitzt als Gussteil das "Federpaket und die nachgebildeten Achslager". Dieses Teil wird auch von den Laschen gehalten. Wenn dieses "abfällt" dann auf die Seite legen. (Allenfalls "klebt" dieses an der Querwange; dann sein lassen!) Die Achsen der Radsätze können jetzt ausgebaut und die Achszapfen und die eigentlichen Lager gereinigt werden.

Rückbau der Achsen:
Der Rückbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge, indem Du die Radsätze (beide Metallräder auf der gleichen Seite!) wieder in die Lochungen der Achslager auf der nicht geöffneten Seite einlegst, die gegenüberliegende Querwange wieder zurück in die Vertikale biegst. Dabei darauf achtest, dass die Achsen auch hier in den Lochungen liegen. Falls die Nachbildung der Federpakte/Achslager lose war, dieses Teil wieder auf- bzw. einlegen, bevor die Laschen der Querwangen wieder zurückgebogen werden. Die Radsätze müssen sich leicht bewegen lassen. Ein Tröpfchen Öl in jedes Lager dazugeben.

Rückbau des Drehgestells:
Das Drehgestell wieder mit der Achse in die Fingerlaschen (U-Profile) einlegen und die beiden Laschen über die Plastikbuchse zurückbiegen. Diese Laschen sollten in der Vertikale liegen. Das Drehgestell sollte beweglich bleiben (Wanken in der Längsachse) und die Drehgestell-Einheit über die Pufferbohle wieder leicht seitlich beweglich sein.

VORSICHT: :!:
- bei den Seitenwangen (= Metallteil mit den Federpakten/Achslager), weil dieses Gussteil sehr leicht brechen könnte (je nach Zustand des verwendeten Mazaks !)
- bei den kleinen Laschen der Querwangen, diese allzuleicht abbrechen könnten; wenn diese bisher noch nie aufgebogen wurden, dann kann dieser Vorgang ein- bis zweimal vorgenommen werden; hat der Vorbesitzer, diese schon mal auf- und zugebotgen, ist die Gefahr des Abbrechens auch gegeben!

Es ist ein bestimmter Aufwand, doch es lohnt, damit die Wagenbeleuchtung zu Deiner Zufriedenheit - hoffentlich- funktionieren kann. :wink:

Mit TRIXigen Grüsse
PaTrix

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 12.02.2011, 19:30
von PaTrix
(p.m. Beitrag "gelöscht" 14-Feb-11, 19:05, da doppelt zu oben, in der DB vorhanden! PaTrix :? )

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 14.02.2011, 08:13
von Ede-Neersen
Hallo,
Hat alles geklappt. Die Beleuchtung ist jetzt so wie ich es mir vorgestellt habe. Danke für die ausführlichen Hinweise. Es ist schon traurig, dass Trix Express sich mit seinen vielen technischen Tricks nie an die Spitze hat setzen können. Gute Ideen mit schlechter Vermarktung sind für den Untergang bestimmt. Schade!
Grüße
Ede-Neersen

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 14.02.2011, 11:55
von PaTrix
Hallo Ede-Neersen,

Gern geschehen! Prima, weil die Beleuchtung jetzt nach Deinem Gusto funktioniert. :lol:

Ede-Neersen hat geschrieben:...
Es ist schon traurig, dass Trix Express sich mit seinen vielen technischen Tricks nie an die Spitze hat setzen können. Gute Ideen mit schlechter Vermarktung sind für den Untergang bestimmt. Schade!
...


Ja, leider muss ich Dir zustimmen. Die Ideen waren da und haben begeistert, aber nicht immer ist es TRIX gelungen, die Spitze zu halten... :?

Weiterhin viel Spass mit Deiner beleuchteten Schnellzuggarnitur!

Mit TRIXigen Grüssen
PaTrix

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 14.02.2011, 13:16
von Peter Tümmel
Ede-Neersen hat geschrieben:...
Es ist schon traurig, dass Trix Express sich mit seinen vielen technischen Tricks nie an die Spitze hat setzen können. Gute Ideen mit schlechter Vermarktung sind für den Untergang bestimmt. Schade!
...

Ja das liegt aber auch daran, dass die Händler nie richtig informiert bzw. geschult wurden. So geschehen z.B. bei Selectrix. Eigentlich das beste Digitalsystem. Konnte sich aber nie richtig durchsetzen mangels geschultem Moba-Händler. Schade eigentlich.

Gruß Peter

Re: Innenbeleuchtung für alte Blechpersonenwagen

BeitragVerfasst: 14.02.2011, 18:18
von Jan TE
Nun weiss ich es auch nicht mehr genau, aber irgendwo steht mir in erinnerung das Trix mal ein info-videofilm herausgegeben hat.
Ist jemanden mit diese Videofilm bekannt?


MfG., Jan