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Kupplungen

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 10:29
von MacMart
Hallo miteinander,

ist es serienmäßig, daß immer nur an einer Seite die Kupplung den Metallüberwurfbügel hat (s. Foto)? Sämtliche Waggons bei mir sind derart "einseitig" ausgerüstet.

Jetzt, da ich allmählich alle Bestände sichte, fallen mir natürlich solche "Kleinigkeiten" erst ins Auge.

Fach- und sachdienliche Hinweise sind willkommen.

Herzlichst
MacMart

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 10:35
von trix103
Bei den Kupplungen, die Du hier zeigst, ist das vollkommen richtig. Erst später, ich meine so ab Beginn der 80er Jahre wurden die Bügel beidseitig angebracht, dann kam die NEM-Kupplung, die ja auch auf beiden Seiten gleich ist.

trix103

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 10:44
von MacMart
Hallo trix103,

danke für die schnelle Antwort.
Was mache ich nun? Rüste ich alles. was Kupplung hat, einheitlich aus bzw. um oder belasse ich es, wie es ist? Welche Vor/Nachteile ergeben sich je Alternative?

Herzlichst
MacMart

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 11:42
von trix103
Ich habe meine Waggons alle so belassen. Das stellt bisher auch kein Problem dar. Willst du die alten Kupplungen mit Bügeln ausrüsten, ist das nicht ganz einfach, weil die dafür nie vorgesehen waren.

Neuere Wagen mit NEM-Schacht kannst Du auf Kurzkupplungen unterschiedlicher Hersteller umrüsten. Sieht gerade im Zugverband sehr gut aus. Für Personenwagen empfehlen sich auch Stangenkupplungen von Brawa. Dann sollte der Zug aber im Verband bleiben und nicht oft getrennt werden.

Und außerdem: Die alten Trixkupplungen haben doch schon was nostalgisches, das würde ich nie ändern...

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 11:46
von Sandro Coletta
...Du kannst es natürlich so lassen wie es ist, nur wenn zwei Wagen "falsch" zueinander stehen, dann können sie beim Rangieren halt in Ermangelung der Kupplungsbügel u.U. nicht verbunden werden. Empfehlen würde ich deshalb sämtliche Wagen/Kupplungen mit den Drahtbügeln nachzurüsten. Diese kosten ja auch nur ein paar Pfennige, äh Cent (z.B. Trix-Treffen oder eBay) und der Aufwand für die Nachrüstung ist ebenfalls sehr gering.

EDIT: Trix03, wieso kann man die alten Kupplungen nicht ändern? Bei mir geht/ging das problemlos; die Bohrungen für die Bügel sind auf beiden Seiten vorhanden!

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 12:05
von trix103
OK, habe gerade nachgesehen... auch bei mir sind die Bohrungen vorhanden... Dann ist eine Nachrüstung natürlich einfacher...

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 15:15
von Georg
Erst einmal etwas Grundsätzliches:

Das Trix Express System ist seit seiner Einführung ein ZWEIT-ZUG-SYSTEM! Das sollte nicht vergessen werden. Das funktioniert aber nur in der vorgesehenen Form, wenn man keine Kehrschleifen baut.

Hat man keine Kehrschleifen auf seiner Anlage, genügt immer EIN Kupplungsbügel, weil sich die Stellung von Lok und Wagen zueinander auf dem Gleis nicht ändern kann. Es steht dann nie ein Wagen "falsch" herum.

Baut man aber Kehrschleifen, muß man (ähnlich wie beim Zweileiter-Gleichstrom-System) in der Kehrschleife die Außenleiter unterbrechen bzw. umschaltbar machen, sonst kann man nur noch einen Zug steuern. Da sich in der Kehrschleife die Stellung von Lok und Wagens auf dem Gleis (wie auf einer Drehscheibe) ändert, würde man nun an jedem Wagenende einen Kupplungshaken benötigen. Aber so war das von Trix nicht vorgesehen.

Hat man jedoch Kehrschleifen (oder eine Drehscheibe) auf seiner Anlage, ist es zweckmäßig den zweiten Bügel nachzurüsten. Aber Obacht! Es kann vorkommen, daß genau zwei Bügel aufeinander stoßen und keiner nach oben ausweicht. Anstatt zu kuppeln, läuft der zu kuppelnde Wagen dann davon. Und auch das Entkuppeln auf dem Entkupplergleis ist nicht mehr so einfach.

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Etwa anders sieht es aus, wenn man an die Mitte der 60er-Jahre eingeführte Kupplung mit dem vertikalen Ausheber denkt. Fehlt hier der Haken, fällt auch der Ausheber heraus. Deswegen müssen Fahrzheuge mit dieser Kupplung an beiden Enden Kupplungshaken haben.

Aber die Intension, die hinter dieser Kupplung steckt, war nicht etwa eine Lösung für Kehrschleifen zu finden. Man hatte sich ganz etwa Anderes gedacht. Der Kupplungschacht war noch nicht erfunden. Da Trix nun seine Fahrzeuge auch für das H0-Zweileitersystem anbot, mußte eine Kupplung für die Fahrzeuge entwickelt werden, die mit den damalig üblichen Kupplungen von Märklin und Fleischmann kuppelte. Heraus kam eine etwa klobige "eierlegende Wollmichsau". Diese Kupplung war als Universalkupplung gedacht, die einmal mit der alten Trix Express Kupplung und dann mit der Fleischmann-Fallhakenkupplung (dafür die Vertiefungen links und rechts neben dem Kupplungshaken) und der Märklin-Bügelkupplung (dafür das nach unten zeigende Dreieck am Ausheber) kuppeln konnte. Ferner sollten über einen Entkuppler die Wagen mit Märklin- und Fleischmann-Kupplung entkuppelbar sein. Daß die Fahrt nur bei absolut eben verlegten Gleisen reibungslos verläuft und das Kuppeln und und Enkuppeln mit den Fremdkupplungen nur auf dem Papier der Patentschrift einwandfrei funktionierte, ist eine andere Sache.

Auch bei dieser neuen Kupplung besteht das Problem, daß zwei Kupplungsbügel (in exakt gleicher Höhenlage) aufeinandertreffen können. Auch dann läuft wieder der zu kuppelnde Wagen davon.

Ein Vorteil hat die neue Kupplung aber: befinden sich Kupplungen auf dem Entkupplergleis und man schaltet den Entkuppler ein, werden die Ausheber angehoben - auch im Stand und auch bei geschobenen Zügen.

Bei der alten Kupplung kann es vorkommen, daß der Wagen aus dem Gleis gehoben wird. Denn beim Einsatz der alten Kupplung sollte man den Entkuppler einschalten, wenn sich keine Kupplung über dem Entkuppler befindet: man zieht dann mit den zu entkuppelnden Kupplungen langsam darüber hinweg. Nicht schieben! Dann ist eine Entgleisung vorprogramiert!

Wenn man alte und neue Kupplungen gemischt einsetzt, kann das für den Bediener schon für Verwirrung sorgen, weil die beiden Kupplungsauführungen doch eine unterschiedliche Benutzung des Entkupplungsgleises erfordern.


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Sofern man nicht mit einer zeitgemäßen Kurzkupplung im Kupplungsschacht fährt: ich persönlich halte die ältere oben im Bild an den Schnellzugwagen zu sehende Trix-Kupplung für praxistauglicher, weil sie leichter kuppelt und kleiner ist. Bei der neuen Trix-Kupplung "klemmt" schon mal was.

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Und noch etwa:
Vorsicht bei dem Einsatz der Märklin-Kupplungsköpfe in Trix Fahrzeugen! Die Trix-Fahrzeuge haben maßstäbliche Puffer! Die Märklin-Kupplung benötigt eine größere Höhe als die Kurzkupplungsköpfe von Fleischmann oder Roco und da kann bei Kurvenfahrt eine Märklin-Kupplung schon mal die Puffer berühren. Märklin hat extra bei für das Märklin-System herausgebrachten Fahrzeugen aus Trix-Formen die Puffer etwas höher gesetzt bzw. die Pufferteller verstümmelt, um das Verhaken zu vermeiden.

Das ist auch der Grund, warum viele Märklin-Fahrer behaupten, daß auf ihren Anlagen Fremdfahrzeuge von Trix, Roco, Fleischmann entgleisen. Die Wagen haben an der richtigen Stelle maßstäbliche Puffer und keine vermurksten. Darüber schweigen die Modellbahnzeitschriften mit Rücksicht auf den Anzeigenkunden.


Georg

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 17:07
von MacMart
Hallo Georg,

da sprach der Profi *smile* Herzlichen Dank für Deine umfangreichen Ausführungen.
Damit ich nun alles, was rollt, standardisiert bekomme und auch mit Entkupplern klarkomme, und man berücksichtigt, daß viel altes Material aus Blech im Einsatz ist....was mache ich nun?
Ist es sinnvoll, alles auf einen Kupplungstyp umzurüsten? Ist es überhaupt machbar?

Herzlichst
MacMart

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 19:11
von Georg
Zitat:

Ist es sinnvoll, alles auf einen Kupplungstyp umzurüsten? Ist es überhaupt machbar?


Also dem Ingeniör ist nicht schwör.

Aber wegen der Kosten ist es wohl nicht sinnvoll. Auch gelingt es in der Regel nicht, den Fahrzeugpark komplett auf die eine oder andere Bauform umzustellen..

Bei einigen Wagen mit alter Kupplung hat die Kupplung einen Schaft, für die es keine neue Kupplung gibt. Z. B. die Wagen der Kesselwagenserie 20/78 und ähnliche.

Dann gibt es viele Wagen, wie der Hochbordwagen 2416 und die von die von Dir oben gezeigten Schnellzugwagen, wo die Kupplung praktisch nicht ausgetauscht werden kann. Bei den Wagen wird die Kupplung mit einem Quetsch-Niet gehalten. Ein Austausch so gut wie nicht möglich, weil das Spezialwerkzeug fehlt, mit dem man den Niet quetschen kann. Mit einem Seitenschneider kneifst Du nur den Niet ab, bekommst ihn aber nicht gequetscht. Ferner ist bei einigen Wagen das Untergestell mit dem Obertei vernietet, da kann man auch keinen neuen Niet und damit auch keine neue Kupplung einsetzten.


Umgekeht wird in viele neuere Wagen die Kupplung eingeklippst. Dafür gibt es natürlich keine passende alte Kupplung.

Auch bei den Schnellzugwagen aus Kunststoff mußt Du mit der neuen Kupplungsform leben. Die Kupplung und der Drehschemel sind ein Teil. Der verwende Kunststoff läßt sich nicht kleben!

Nur bei einem Teil des Fahrzeugparkes, wie z. B. den vierachsigen Metallkesselwagen, dem ErzIIId-Wagen, dem Muldenkippwagen ist ein Austausch der Kupplung weitgehend(*) möglich. Die Kupplungen werden von einer Schraube gehalten, da ist ein Tausch leicht möglich.

(*) bei einem Teil der vierachsigen Wagen aus den 50ern ist die Kupplung mit dem schlanken Schaft, die sich auch im erwähnten 20/78 befindet, eingebaut. Da paßt keine neuere Kupplung, weil deren Schaft etwas dicker ist.

Ich würde mit beiden Kupplungen leben.

Georg

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 19:31
von MacMart
hhhmmm....

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug.......
(Goethe muß bereits das Problem erkannt haben *gg*)

Danke, Georg,

ich werde es also nach der alten Devise Try and Error versuchen. Je nach Restaurierungsgrad der einzelnen Waggons wird mir bestimmt hoffentlich ein wohlgesonnener Trixperte (auch ein toller Nick !!!) weiterhelfen können.

Herzlichst
MacMart

BeitragVerfasst: 23.03.2005, 23:28
von dralle
Howdy,
den Ehrgeiz alles auf einen Kupplungstyp umzurüsten hatte ich auch einmal, heute empfehle ich die Finger davon zu lassen. Es ist äußerst unwahrscheinlich das Du alle Wagen wechselnd zu Zügen zusammen stellen wirst (zB. ein TEE bleibt wie auch Gußgüterzug) stehts im Verband. Eine Mischung aus Guß-, Blech- oder Plastikwagen läuft schlecht, besonders wenn in Kurven die leichten Wagen hinter der Lok laufen (kippen um)Kurzgekuppelte Wagen wirst Du mit Kurzkupplungen ausrüsten wollen, um den Pufferabstand auf 0 zu kürzen und damit scheidet die Trixkupplung ohnehin aus, die dann nur noch Verbindung zur Lok sein kann....
laß es sein,... es ist teuer,... nervig,... unsinnig,... legst Du Wert auf Originalität...
Den Tip von Sandro (2. Bügel) für Altkupplung würde ich befolgen, kostet aber sicherlich im 10er Pack ein paar Euros.
Gruß an alle, dralle

Kupplung/Best.Nr.

BeitragVerfasst: 24.03.2005, 09:55
von Peter Hess
An unsere "Neuen"
Die Bestellnummern der Kupplungen sind:
Zugbügel alt (rund) 15-0001-07
Zugbügel neu (scharfkantig) 15-0935-07
Ausheber (senkrecht) 11-0271-03
kurze Kupplung für NEM Schacht 43-3362-58
MfG Peter Hess

BeitragVerfasst: 24.03.2005, 13:48
von MacMart
Danke, dralle und Herr Hess,

ich habe es gerade einmal mit etwas stabilerem Blumendraht und 2 Spitzzangen versucht. So ein Drahtbügel lässt sich also formen, und da, wie Sandro Coletta schrieb, die Bohrungen vorhanden sind, wird über Ostern nachgerüstet, was nachrüstbar ist.

Zu abgebrochenen Kupplungen melde ich mich dann nocheinmal.

Herzlichst
Frohe Österlichkeiten
MacMart