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Verfasst:
07.11.2006, 15:00
von Georg
Ulrich,
Original von Ulrich Albrecht
... Sie suchen eine schnelle, leichte Loesung, die nicht viel geistige Konzentration verlangt.
Das sind die sogenannte Dünnbrettbohrer, die sich beim Studium die leichteste Fächerkombination aussuchen.
Ein gutes Beispiel im Modellbausektor bildet dazu der Karton-Modellbau. Das braucht sehr viel Zeit, wenn man zu guten Ergebnissen kommen will. Heute will man den Faller-Bausatz an einem Abend "hochziehen". - Am besten, wenn man die Teile nur noch zusammenstecken muß, ... denn mit Kleber schmiert man sich die Finger ein.
Georg

Verfasst:
08.11.2006, 13:01
von Stefan
Hallo zusammen,
@Ullrich
DAS
Original von Ulrich Albrecht
Die meisten Jugendlichen sind nicht an Beschaeftigungen interessiert, die Kreativitaet und Anstrengung verlangen. Ich sehe es jeden Tag, wenn ich es mit den Studenten an er Uni zu tun habe. Sie suchen eine schnelle, leichte Loesung, die nicht viel geistige Konzentration verlangt.
Ulrich
ist das ganze Problem. Mal abgesehen davon, dass ich das für Diplomanden(!) in meinem Bereich voll bestätigen kann, fürchte ich, dass auch die Betriebswirte diese Krankheit haben. Dann muss man sich nicht wundern, wenn im Berufsleben (und der Politik) auch nur noch die schnelle Lösung gesucht wird. Deshalb sind unsere Eliten so leiche Beute für die McKinseys und natürlich auch für die Billigheimer und Kopierer aus Fernost.
Gruß
Stefan

Verfasst:
09.11.2006, 22:32
von noels
Hallo zusammen,
Georg, danke für Deine differenzierenden Erläuterungen! So liest es sich anders. Die Argumentation erinnert mich an meinen VWL- Professor, einem Schüler Karl Schillers. (Beide schätze ich noch heute sehr). In der Quintessenz räumst Du ja auch der Veränderung der Bedürfnisse die größere Bedeutung ein. Das frei verfügbare Einkommen (auch das Taschengeld der Kids) hat gegenüber unserer Jugendzeit nicht abgenommen, aber die Verwendung ist eine andere. In Hinblick auf die Modellbahn liegt es wohl einerseits an der Veränderung der Gesellschaft. Aber auch die Industrie hat es versäumt, latente Bedürfnisse für sich zu zu wecken. Welches letztlich den größeren Einfluß hatte, werden wir nicht ermitteln, sondern nur das Ergebnis konstatieren können. Dabei sind die Folgen für unser Hobby nur eine unbedeutende Randerscheinung. Stefan und Ulrich weisen auf Folgen hin, die wesentlich wichtiger sind.
Aber ich bin da mal vorsichtig optimistisch. Schon immer wurden gesellschaftliche Veränderungen als besorgniserregend angesehen, haben sich später aber nicht als so schlimm erwiesen.
Zur Modellbahn zurück: Auch mir geht es so, daß ich mit meinem Hobby nicht unbedingt hausieren gehe, weil ich keine Lust mehr habe, immer wieder Erklärungen dafür abzugeben. Das empfinde ich aber auch gar nicht als schlimm. Die Kontakte unter uns (zahlenmäßig reduzierten) Hobbykollegen und die Beschäftigung mit der Modellbahn geben mir sehr viel. Andere Menschen haben für sich andere Dinge gefunden, die für sie diese Funktion erüllen. Das ein Kind von heute sich über Klingeltöne für das Handy so freut, wie ich mich früher über einen Kesselwagen, will ich nicht beurteilen. Entscheidend ist die persönliche Freude.
Bedenklich ist es nur, daß sich schon Kinder für ihre kleinen Freuden verschulden. Das hat man bei uns früher glücklicherweise kaum zugelassen. Der zweite bedenkliche Aspekt ist die Verarmung der Phantasie durch weniger anregende Freizeitbeschäftigung. Als Eltern und Großeltern darauf das Augenmerk zu legen, ist sehr wichtig. So habe ich meinen Sohn zwar nicht für die Modellbahn gewinnen können ;( aber er hat ein anderes kreatives Hobby gefunden. So etwas muß man dann unterstützen, auch wenn wir Alten es nicht teilen. Dann werden sich Ulrichs Beobachtungen vielleicht nicht mehr so oft wiederholen. Wenn wir dann noch etwas offener für Fragen und Vorstellungen unserer Kids sind, wird unser Hobby vielleicht quantitativ reduziert noch lange weiter leben. Neurdings gibt es ja auch wieder eine größere, preisliche Bandbreite des Angebotes. Damit mag die Produktion in Fernost ja vielleicht sogar einen positiven Effekt haben. Ein Teil der Leute, welche die Packungen bei Aldi gekauft haben finden jetzt preislich adäquate Ergänzungsmöglichkeiten. Der eine, oder andere bleibt so ebentuell bei der Stange.
Gruß
Heiko
Es war einmal

Verfasst:
09.11.2006, 23:04
von solemio
Hallo Georg,hallo Trix Freunde,
Ich gebe Georg recht auf seine ausführliche Antwort betreffs "es war einmal".Im Trix Katalog 1961 kostetete die BLS Lok DM 47.50 jedoch in der Schweiz 64 sFr.Die DM war damals ca.1.35 Sfr.wert je nach Bankkurs.Die CH Vertretung hatte damals Franz Carl Weber in Zürich.Man sieht heute noch am ehemaligen Lagergebäude die gelbe Trix Express Leuchtreklame auf der rechten Seite aus dem Zugfenster bevor man im Zürich HB einfährt.Aus meiner Sicht kann man heute sich schneller solche Sachen kaufen,als früher zu meiner Jugendzeit,denn damals gab es von der Bank auch noch keine Kleinkredite für solche Konsumgüter.

Verfasst:
10.11.2006, 01:52
von Ulrich Albrecht
Hier in Amerika hat in den letzten Jahren die Zeitschrift "Modelrailroader" aktiv Schritte vorgeschlagen, mit denen das Hobby Modelleisenbahn populaerer gemacht werden kann. Zum Beispiel gibt es einen Tag im Jahr, an dem man sein Modellhobby seinen Kollegen am Arbeitsplatz erklaeren sollte. Auch "schaemen" sich die amerikanischen Modellbahnkollegen ihres Hobbys nicht. Ich zeige meine Anlage regelmaessig unseren Besuchern.
Weiterhin gibt es Programme und Fahrzeuge fuer Jugendliche und Kinder. So sind zum Beispiel sogar bei uns im tiefsten Sueden im Hobbygeschaeft Modelle von Thomas der Dampflok erhaeltlich. Diese populaere Serie ist sicherlich ein guter Weg, Kinder dem Hobby zuzufuehren. Ausserdem bieten die Einsteigermodelle von Athearn einen guten Weg, robuste und relativ preiswerte Modelle zu erhalten.
Bei meinen Besuchen in Deutschland habe ich jedoch nie das Gefuehl gehabt, dass die Modellbahnindustrie aehnliche Schritte unternommen hat, Kinder direkt anzusprechen. Es gibt zwar den Fleischmann Magictrain, aber hat jemand schon mal ein Modelleisenbahngeschaeft gesehen, dass eine Magictrainanlage ausstellt, mit der Kinder auch spielen koennen?
Ulrich
Kinder

Verfasst:
10.11.2006, 09:38
von stefanelle
Da bin ich voll bei dir, außer Thomas und dem Harry Potter Zug (der schon garnicht mehr lieferbar ist) gibt es kein spezielles Angebot für Kinder.
In meiner Kindheit wurden die samstäglichen Weihnachtseinkäufe so geplant, das wir an jedem Geschäft mit Modelbahnanlage vorbei mussten. Damals gab es in den Schaufenstern Druckschalter, damit auch nach Ladenschluß ein Zug fuhr.
Die letzte Modellbahn, die ich in den letzten 25 Jahren in einem Schaufenster gesehen habe, stand bei unserem Apotheker....(!), leider macht der das auch nicht mehr. War zu laut, dank Märklin M-Gleisen.
Aber genauso wie die Kinder verschlafen werden, ignoriert Märklin ja auch die Besucherzahlen in dortmund, die wohl eindeutig belegen, das TE lebt.....
stefan

Verfasst:
13.11.2006, 10:59
von Taigatrommel
Hallo,
hier ein paar Worte von mir dazu. Ob ein Modell aus China kommt oder nicht ist für mich nicht ganz so entscheidend, sondern ob ich es auf Express umrüsten kann. Speziel bei den Lokmodellen ist das der Fall. So hat Piko zB. bei den Modellen der BR 185 und 189, sowie der Siemens ER 20 soviel gelasen, das man diese Modelle ohne weiteres auf Express umrüsten kann. Die Heris DE 2500 (auch made in China) hat auch soviel Platz, allerdings hat dieses Modell schon von Hause aus in Kurven laufprobleme, so das ich auf ein Umbau verzichtet habe. Das mit den Umbaumöglichkeit auf Express trift auch auf ein Teil der älteren Lima (made in Italy), Lima (made in China) und den Modelen von Mehano (Class 66, Belgische Diesellok Class51 und den Eurosprinter und vermutlich auch auf Franz E-Lok) zu. Viel entscheidener ist es doch, ob vorhandene Formen und Arbeitsplätze hier in Europa abgebaut worden sind, so wie es bei Märklin oder Lima der Fall ist. Ich habe keine Probleme wenn eine Firma ein Teil der Arbeit in China machen läst, aber Insolvens anmelden und dann alles nach Chima verkaufen, so wie es bei Lima geschehen ist, damit habe ich meine Probleme. Daher probiere ich so lange wie es geht für Limambauten zB. der V 300 ältere Limamodelle zu nehmen. Zusätzlich hoffe ich das die Ehemaligen Mitarbeiter der Firma Lima die zT. eine neue Firma gegründet haben uns auch wieder mit berücksichtigen und entsprechend Platz für Expressräder lassen. Auch versuche ich es zu vermeiden mir bestimmte Märklin Wagen zu kaufen. Wichtig für mich ist es,das ein Teil der Wertschöpfung in Europa stattfindet und speziel wie Deutsche Firmen mit diesen Thema umgehen. Für den einen oder den anderen mag meine Denkweise nicht Ok sein oder nur Halbherzig sein, aber ich hoffe so für mich meinen Weg mit den Thema ,,Made in China´´machen zu können.
Gruß Taigatrommel
Nachtrag vom 02.12.06 habe mir nun doch die Heris-Henschellok gekauft und umgebaut, mehr dennächst hier oder in Thema Korosinlok. Allerdings sollte jeder vorab mal den Testbericht in den Modelleisenbahner und den Eisenbahnkurier gelesen haben, wie die Lok dort abgeschnitten hat.
Trix-/Märklin-Kesselwagen

Verfasst:
17.03.2008, 19:17
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !