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Interessengemeinschaft Trix-Express

Made in China

Nicht technische Themen zu Trix-Express.

Made in China

Beitragvon Georg » 09.02.2005, 20:14

Blättert man in den Neuheitenprospekten von Trix und Märklin findet, man nur wenig, was für Trix Express auf Anhieb geeignet ist. Allenfalls ein paar Wagen, die man mit Radsatztausch umrüsten kann. Bei Triebfahrzeugen muß man leider "fremdgehen".

Aber auch die bekannten Modellbahnhersteller gehen "fremd", sprich lassen einen zunehmenden Teil im Ausland fertigen.

Da fallen einem insbesondere die preiswerten Hobby-Loks von zunächst Piko und nun in zunehmenen Maße auch von TrixH0 und Märklin ein. Besonders die Preisunterschiede zwischen den sogenannten Hobbyloks und den seit langem in Deutschland gefertigten Modellen fallen auf.

Wer eine Piko-Lok und eine TrixH0-Lok aus China-Fertigung zerlegt auf dem Tisch liegen hat, kommt zu dem Schluß, die TrixH0-Lok ist eine Weiterentwicklung der Piko-Lok. Woher kommen nun diese preiswerten Hobby-Loks?

Sie kommen alle aus Shenzhen, der Sonderwirtschaftzone nördlich von Hongkong. Erfahrung im Bau von Modellbahnen hat man dort schon länger. So fertigte die Firma Sanda Kan Industrial Ltd. ( "one of the world's leading hobby train manufacturer in China" ) von Hongkong aus schon in den 70ern Modelle für die englische Firma Airfix. Schon frühzeitig ging die englische Firma Hornby nach Hongkong und zahlte sehr viel Lehrgeld. Doch seit 1999 läßt Hornby alles von Sanda Kan fertigen. In England wurden die letzten 400 Arbeiter heim geschickt und die letzten 110 verpacken nur die Ware. Die chinesische Firma wurde von der in New York ansässigen Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaft ZS Fund L.P. für 109 Mill. $ übernommen. 2002 hatte man 1200 Beschäftigte, für 2003 werden schon 2000 angegeben. Die genannte Wagniskapitalfirma ist auch an Life Like beteiligt.


Nun hat "Der Spiegel" einen ausführlichen Bericht verfaßt, unter welchen Umständen dort Frauen für eine Monatslohn von unter 50,- Euro nicht nur Modelleisenbahnen zusammenbauen. Wenn man liest, unter welchen für uns unwürdigen Zuständen man dort die Hobby-Loks zusammenbaut, fragt man sich, warum eine dort gefertigte einfache Ellok in Deutschland dann im Laden fast 100,- Euro (= ungefähr zwei chinesische Monatslöhne) kostet.

Die Lok dürfte für einen Bruchteil, der hier im Laden gefordert wird, die Firma in China verlassen. Dann bekommt ein Umsatz von
100 Mill $ für Sanda Kan bzw.
75 Mill $ für Life Like
eine ganz andere Bedeutung und es müssen dort gewaltige Mengen gefertigt werden.


http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,340166,00.html
Georg
 
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Beitragvon heiko » 16.02.2005, 15:57

Lieber Georg,
dies stimmt, nicht nur für die von Dir genannten
Fa.'s sondern auch für Firmen wie Herris und Brawa,
die praktisch nur für den deutschen Markt jedoch
auch fast nur in China produzieren, spez. Herris.
Bei Brawa werden zumindestens die Entwicklungen
noch in Deutschland gemacht.
Gruß HK
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Beitragvon Georg » 16.02.2005, 21:40

Hallo Heiko


Mit Heris schneidest Du ein besonderes Kapitel an. Glücklicherweise sind wir bei Trix bisher von solchen, folgenden "Winkelzügen" verschon geblieben.

Herris und seine Partner wie L.S. haben bei Modern Gala in China fertigen lassen. Da es zum Streit kam, wem denn nun die Formen gehören (sie sollen zum Teil von Sachsenmodelle stammen) hat man sich mit seinem früheren Partner L.S. überworfen.

Nun hat Heris sich flugs die Marke Modern Gala in Deutschland schützen lassen. Damit wird es gefährlich für einen ausländischen Anbieter/Händler, wenn er mit Modellen oder Verpackungen auftaucht, auf denen der Name des chinesischen Herstellers zu finden ist.

Als nun diese ausländischen Firmen auf der Spielwarenmesse ihre Modelle ausstellten, ist Heris oder genauer gesagt der beauftragte Anwalt aktiv geworden.


Dazu wußte die Nürberger Zeitung am 14.2.2005 zu berichten:

Ein Justiz-Service gegen die Abkupferer
Die Wettbewerbsrichterin Ingrid Kefer hat wegen der Spielwarenmesse viel zu tun

Sonder-Service der Justiz: Jedes Jahr am Spielwarenmesse-Samstag schieben Wettbewerbs- und Handelsrichter des Landgerichts im Nürnberger Justizpalast Bereitschaft. Sie nehmen Anträge auf Einstweilige Verfügungen entgegen, mit denen sich die Aussteller gegenseitig bekämpfen. Und sie entscheiden sofort.

Konzentriert bearbeitet Ingrid Kefer inmitten des für eine Landgerichts-Geschäftsstelle ungewohnten Trubels den Computer. Aus dem Nachbarzimmer kommt ihre Kollegin Uschi Bärner immer wieder im Trab angelaufen und bringt frisch getippte Unterlagen. Die Amtsinspektorin und die Justizangestellte haben sich die Arbeit genau aufgeteilt. Müssten sie noch Organisatorisches abklären, kämen sie heute nicht mehr nach. Wettbewerbsrichterin Ingrid Kefer und ihre Beisitzer Jörg Eichelsdörfer und Eike Nielsen beraten, entscheiden und unterschreiben fast im Akkord.

Der Mann, der ihnen heute einen Großteil der Arbeit beschert, wartet am Gang darauf, dass ihm die Entscheidungen ausgehändigt werden. Markus Nöhring, Anwalt aus Stuttgart, wurde vom Mönchengladbacher Modelleisenbahn-Anbieter Heris auf die Spielwarenmesse mitgenommen, um Einstweilige Verfügungen gegen die Konkurrenz zu erwirken. Sieben Verfügungen hat Nöhring am Freitag und Samstag beantragt und bekommen; vier will er kurz vor Ende der Messe nachschieben. Alle richten sich gegen Konkurrenten, die Modelle seiner Mandantin nachbauen.

Die Abkupferer kommen aus Belgien, Portugal, Italien oder China und bieten ihre Modellwaggons auf einem gemeinsamen Stand an. Heris besitzt Lizenzen für spezielle Sammlerstücke, die in Kleinserie produziert werden. Der Markt ist begrenzt; da tut es besonders weh, wenn Wettbewerber auftauchen, die sich das Geld für Lizenzen sparen und die Modelle günstiger anbieten können. Ja, die sogar, und das kommt vor, ihre Ware vom selben Produzenten beziehen, der einfach heimlich mehr hergestellt hat.

Die Spielwarenmesse bietet Konkurrenten beste Gelegenheit, gegeneinander vorzugehen. Denn sie lockt die Anbieter aus dem Ausland auf deutschen Boden. Ist der juristische Weg mit der Einstweiligen Verfügung hier erst einmal beschritten, bleibt das angerufene Gericht auch bei einer nachfolgenden Klage dafür zuständig - egal, woher der Beklagte kommt. Das vereinfacht vieles.

Außerdem, so erklärt Anwalt Nöhring, kann die Einstweilige Verfügung sofort vollstreckt werden. Deren Inhalt ist zum Beispiel, dass der Konkurrent seine Produkte auf der Messe nicht mehr vertreiben darf. Dass er die Ausstellungsstücke außerdem an Ort und Stelle einem Gerichtsvollzieher aushändigen muss. Und dass er innerhalb einer bestimmten Frist Auskunft über den Vertriebsweg der Produkte, über Hersteller, Lieferanten, Vorbesitzer und Stückzahl geben muss.

Kaum hat der Anwalt die Entscheidung des Gerichts schriftlich in der Hand, geht er daher damit zum Gerichtsvollzieher, der während der Spielwarenmesse ebenfalls Bereitschaft schiebt. Der wiederum besucht den nichts ahnenden Konkurrenten, stellt die Verfügung zu und lässt sich die Produkte geben.

Drei Monate lang behält er sie dann in Gewahrsam. Der betroffene Händler kann zwar über einen Anwalt Rechtsmittel einlegen. Mehrere Kanzleien halten sich dafür auf der Messe bereit. Doch bis die Richter darüber entscheiden können, dauert es ein paar Tage. Die Messe ist dann vorbei.

Nicht jede beantragte Einstweilige Verfügung wird erlassen. Der Antragsteller muss den Richtern überzeugend darlegen, dass seine Rechte verletzt sind. Die meisten Schriftsätze sind daher mit Fotos und Produkten garniert. Anwalt Nöhring hat ein paar Waggon-Modelle mitgebracht und eine Lupe, um Markierungen an deren Bodenplatten anschauen zu können.

....

Zwei Stunden dauert die Samstags-Bereitschaft eigentlich. Drei werden es. Kefer, Beisitzer und Geschäftsstellen-Mitarbeiterinnen sind so eingedeckt, dass sie das mitgebrachte Kaffee-Gebäck nur bissenweise nebenbei essen können. Handelsrichter Helmut Haberstumpf bleibt dagegen Luft, Arbeit wegzuschaffen, die unter der Woche aufgeschoben werden musste.

Den Spielwarenmesse-Bereitschaftsdienst bietet die Justiz, seit sich Ingrid Kefer erinnern kann. Für sie ist es diesmal der letzte. Die Vorsitzende der Wettbewerbskammer geht in Pension - sie wird im April 65 Jahre alt. Anzumerken ist ihr das nicht.
aus dern Nürberger Zeitung
von GUDRUN BAYER 14.2.2005


Wie man sieht, wird hinter den Modellbahn-Kulissen mit harten Bandagen gekämpft.

Mehr dazu:

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=741390

und

http://www.tt-board.de/forum/archive/t-4055.html
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Beitragvon heiko » 18.02.2005, 20:05

Hallo Georg,
recht vielen Dank für Deinen interessanten Bericht
Gruß HK
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Beitragvon miximaxi » 19.02.2006, 13:12

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Beitragvon Stefan » 20.02.2006, 10:08

Hallo zusammen,

das Verhalten deutscher Manager in Zusammenahng mit Geschäften mit China kann nur als grob fahrlässige Dummheit aus niederen Beweggründen (GIER) betrachtet werden. Nachdem schon vor Jahren eine Straßenbahn einen Preis als "Plagiat des Jahres" bekommen hat weil sie einer Siemensbahn bis zu den Lampenausschnitten zum verwechseln ähnlich sah, ist heuer das Thema, dass eben nicht Thyssen-Krupp die Fernstrecke für den Transrapid in China baut, sondern ein chinesisches Konsortium mit einer eigenen(!) Magnatschwebebahn...
Bei den Billigprdukten hab ich da wenig Probleme, aber bei den Hochpreisprodukten??? Mittler Weile werden Uhren von Lange und Söhne, Adidasprodukte die es gar nicht gibt (Feuerzeuge mit 3 Streifen), Bremsscheiben, auf die sogar das Formel1-Team von Mercedes reinfällt und dergleichen mehr in China kopiert. Die Zokllfahndung verzeichnet eine Zunahme der aufgebrachten gefälschten Waren um 90% (2003->2004, noch zunehmend!!!). Wirtschaftsinstitute schätzen den Schaden Weltweit vorsichtig auf 200Mrd. (!!!) Dollar. Die Heuschrecken haben den Kampf längst gewonnen. Man kann einfach niemanden überreden, aus Patriotismus oder für die Arbeitsplätze anderer Leute mehr für ein Produkt zu bezahlen.
Und die Politiker, die uns eigentlich beschützen müssten (dafür werden Sie von uns bezahlt!) nehmen an der Verarschung teil.

Gruß
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Beitragvon Ulrich Albrecht » 20.02.2006, 15:50

Meine Frau und ich waren zweimal in China, um zwei kleine Maedchen von dort zu adoptieren. Bei einem dieser Aufenthalte, besuchten wir eine Firma, die gestickte Bilder verkaufte. Die Frauen, die in dieser Fabrik arbeiteten, mussten die feine Stickerei in halbdunklen Raeumen durchfuehren, obwohl es eine Deckenbeleuchtung gab. Diese wurde jedoch nur fuer uns eingeschaltet, damit wir besser sehen konnten. Wir haben nichts in dem zugehoerigen Ladengeschaeft gekauft. Ich bin sicher, dass die Arbeiter/Arbeiterinen, die Modelleisenbahn herstellen, unter den gleichen Bedingungen arbeiten muessen.

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Beitragvon Georg » 19.10.2006, 14:48

Wie aus den von Miximaxi erstellten Listen hervorgeht, wurden in den letzten Jahren der zweiachsige Trix-Kesselwagen in folgende Varianten angeboten:

2002 Trix 23995 Rheinpreussen (im Set mit Tank-LKW)
2002 Märklin 46427 46428, 48302, 48544
2004 Märklin 48807 SBB: „Spurt Qualitäts-Benzine“ (im Set)
2004 Märklin Strukton (3 Wagen im Set)

Die vorstehend erwähnten Wagen tragen an der Unterseite die erhabene Beschriftung:
"TRIX GERMANY" bzw "märklin GERMANY".

Aber:

2005 Märklin 48546 DDPA-Esso (2 Stück im Set)
2006 Märklin 46430 Henkel (3 Stück im Set: Persil, Somat, Weißer Riese)
2006 Trix 24505 ÖBB-Übungskesselwagen (im Set: Rungenwagen und Feuerwehrauto)
2006 Märklin 00756-7 bis –12 BV-Aral (silber Ep.III)

Diese ab 2005 ausgelieferten Wagen tragen entweder die erhabene Beschriftung:
"märklin" oder einen kleinen Aufkleber "TRIX".


"Made in Germany" (oder die Kurzform Germany) war bisher immer ein Qualitätskennzeichen, das Hersteller gerne benutzten. Es durfte nur bei in Deutschland gefertigten Waren angebracht werden. Wenn man den Schriftzug jetzt bei den jüngst ausgelieferten Wagen entfernt hat, bedeutet das, daß die Wagen zwar noch in Deutschland gefertigt sein KÖNNEN, aber nicht gefertigt sein MÜSSEN. Diese Formänderung macht man nicht aus Spielerei, sondern nur wenn man tatsächlich die Produktion im Ausland (China) plant.

Wenn man sich vor Augen führt, daß zu Weihnachten 2004 die ersten Nachrichten kamen, daß (wie es anfangs hieß) 400 Mitarbeiter entlassen werden müßten, kann man sich die Geschichte zusammenreimen...

Man hat die Mitarbeiter entlassen, um die Produktion im billigen China zu beginnen. Die Arbeit für die entlassenen Mitarbeiter war da. Die Umstände sprechen dafür, daß man das pünktlich Ende 2005 ausgelieferte Set Märklin 48546 DDPA-Esso zwar schon in China fertigen wollte, es aber noch in Deutschland gefertigt hat, weil es mit der Umstellung nicht so schnell klappte, wie man sich das gedacht hat. Weiter war auch für 2005 das Märklin-Set 46430 "Henkel" angekündigt. Dieses Set hat aber lange auf sich warten lassen und ist erst jüngst ausgeliefert worden. Diese Lieferverzögerung kann man so deuten, daß man die Zeit benötigte, um die Produktion in China anlaufen lassen zu können. Und auch die Kesselwagen aus dem Thekenkarton 00756 sind (wie vermutlich auch die anderen Modelle des Kartons) in China gefertigt.

Der einzelne Kesselwagen aus dem Thekenkarton kostet knapp 20,- Euro (UVP). Vergleicht man den Preis mit den Preisen der noch in Deutschland gefertigten Wagen, erkennt man, daß der Preisvorteil der in China gefertigten Wagen nicht an den Kunden weitergegeben wird.

Aber die in Deutschland gefertigten Wagen trugen ihr Scherflein zur Sicherung unseres Staates und Sozialsystems bei. Nun verdient daran ein Staat, der keine freien Gewerkschaften kennt und in dem für die Arbeiter frühkapitalistische Zustände herrschen.

Fazit: Diese Kesselwagen spiegeln im Kleinen wider, woran es in Deutschland krankt.

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Designed in Germany - Produced in China

Beitragvon miximaxi » 20.10.2006, 08:41

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Beitragvon noels » 20.10.2006, 10:06

Hallo miximaxi,
ich denke, mit so einfachen Mitteln ist das Problem „Globalisierung“ nicht zu lösen. Im Grunde stehen wir jetzt weltweit an der gleichen Stelle, an welcher man in Deutschland und Europa zur Zeit der Industrialisierung und der beginnenden verkehrstechnischen Erschließung (Eisenbahn) stand. Auch damals hat sich eine gewisse Schicht sehr schnell und in ungeheurem Maße bereichert, einhergehend mit der Verelendung der übrigen Bevölkerung.
Erst soziale Unruhen, mit ihren schädlichen Nebenwirkungen, haben eine Besserung gebracht. Die Inhaber des Kapitals haben eingesehen, dass die Menschen auch die Mittel haben müssen, die produzierten Waren zu kaufen. Leute wie Henry Ford haben es selbst klar ausgesprochen: “Unseren Arbeitern muß es gut gehen und sie müssen unsere Autos kaufen können. Dann wird es auch uns gut gehen“. Andere haben länger zu dieser Einsicht gebraucht.
Jahrzehntelang haben wir ganz gut auf Kosten der Menschen in den Entwicklungsländern gelebt und tun es auch jetzt noch.
Als stark exportorientiertes Land können wir in Deutschland keinen Protektionismus in großem Stil betreiben.
Leider wird es wohl erst zu größeren sozialen Unruhen und wirtschaftlichen Verwerfungen kommen müssen, bevor sich etwas ändert. In den Schwellenländern müssen die Leute auch anständig bezahlt werden und bei uns wird man sich an ein niedrigeres Niveau gewöhnen müssen. Das verkauft sich natürlich nicht gut für die Politiker. Aber solange es so ist, dass es billiger ist, Güter um die halbe Welt zu karren, als vor Ort zu produzieren und solange die Menschen in den jetzigen Schwellenländern sich die Güter gar nicht leisten können, bleiben die Probleme der Globalisierung erhalten.
Eigentlich sind die Notwendigkeiten nicht kompliziert und den meisten Menschen klar, aber wir haben nun einmal (glücklicherweise) keine Weltregierung und unsere lokalen Politiker haben nicht mehr wirklich die Macht.
Trotzdem ist Dein Verhalten richtig und ich kaufe (solange ich noch einen Job habe) auch nicht nach dem Geiz ist geil- Prinzip. Es gibt noch mehr Beispiele, als unser Hobby. Mehr kann der Einzelne leider kaum tun.
Gruß
Heiko Mehnert
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Was man selber beitragen kann

Beitragvon miximaxi » 20.10.2006, 10:43

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Beitragvon Ulrich Albrecht » 20.10.2006, 12:07

Nur zum Trost, hier in Ameika ist es noch schlimmer bezueglich des Importes aus Billiglaendern. Vieles wuede es gar nicht geben, wenn man sich nur auf "Made in America" beschraenken wuerde, wozu uebrigens 80% der Modelbahnartikel gehoeren. Wie Miximazxi auch schon sagte, ist es zudem bei den meisten Artikeln aeusserst schwierig, das genaue Herkunftsland herauszufinden. Ich habe Artikel mit der Beschriftung

Assembled in America with parts from Indonisia and China, Packaging printed in Poland

gesehen.

Da ich mit eigenen Augen die Verhaltnissegesehen habe, unter denen in China gearbeitet wird, bin ich aeusserst kritisch, wenn ich "Made in China" kaufe. Andererseits, die Waren aus diesem Lande klappt nichts mehr im Rest der Welt. Und den chinesischen Arbeitern geht es heute bei aller Ausbeutung besser als unter Mao, so dass sich, meiner Meinung nach, das Lohnniveau in den Billiglaendern nicht sehr lange halten wird. Nur, wenn diese Laender dann teuer prodizieren, haben wir in Europa und Nordamerika unsere Industrie abgerissen, und koennen keine Konkurenz mehr bieten.

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Umdenken

Beitragvon miximaxi » 20.10.2006, 14:25

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Thema geteilt

Beitragvon ecki » 20.10.2006, 18:14

Teile dieses Themas wurden hierhin verschoben aus Bastelstube / Kesselwagenneuheiten...
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Beitragvon Robsche » 21.10.2006, 14:16

Hallo, auch die Art, wie über China geredet wird, hat sich in den letzten Jahren merklich geändert. Wurde vor einiger Zeit noch hinter vorgehaltener Hand über Fertigung in China gesprochen (wegen Menschenrechten, Todesstrafe, diktatorischem Regime u.a. Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens) so ist es inzwischen in Wirtschaftskreisen nur noch "hip", da man sich dumm und dämlich verdient. Diskussionen wie diese hier finden leider nur noch in geringem Maße statt, die Bevölkerung wird dumm gehalten. Die Politik sorgt dafür, das kein Produkt mehr bezüglich seines Herstellungsortes bzw. Herstellers identifizierbar ist. So wird selbst der kritischste Verbraucher daran gehindert, seine Kaufentscheidung nach solchen Kriterien zu fällen. (Übrigen auch innerhalb der E.U. "made in E.C." worunter ja demnächst Bulgarien und Rumänien fallen, da geht es Arbeitsbedingungstechnisch ähnlich ab , oder "made for Rewe Handelgruppe") In unserem Konzern , wo die Standorte gegeneinander konkurrieren, wird es für die westeuropäschen Standorte immer schwerer, gegen die Werke (z.b. in Tschechien) zu bestehen. Wobei die Tschechen inzwischen erste Probleme haben , da die nebenan so billig sind...........(neues Werk, Infrastruktur und Werk mit EU Finanzmitteln gefördert, bezahlt durch unsere Steuern.............)
Ein Wort noch zu China. Einer meiner Kollegen, der seit 3 Jahren in China in unserem Werk arbeitet, erzählte mir folgendes. Auf dem Weg zur Arbeit wurde der Verkehr auf der Hauptstrasse durch Miliz gestoppt. Die Fahrzeuginsassen, ausgenommen Ausländer, wurden hinaus gebeten und mußten sich in eine nahegelegene Tongrube begeben. Nach 5 Minuten war der Spuk vorbei , die Leute kamen wieder und die Fahrt ging weiter. Auf seine Frage, was den los gewesen sei, wurde Ihm von seinem Fahrer berichtet: Öffentliche Hinrichtung, zur Abschreckung.

Noch Fragen ??

Gruß Robert
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