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EMS

BeitragVerfasst: 05.09.2007, 08:43
von king-net
Hallo zusammen,

setze mich nun seit gut 3 Jahren mit einer Trix Express Anlage auseinander und glaube nun auch schon ein paar Hürden genommen zuhaben.

Leider habe ich zur Zeit wieder so ein kleines Problem, bei dem ich einfach nicht durchblicke.

Habe mir so mit der Zeit mal ein bis zwei EMS-Trafos, sowie die passenden Loks besorgt (sogar mit original EMS-Baustein).

Nun bin ich endlich soweit und würde gerne mit EMS die dritte bzw. 4 Lok laufen lassen und dann passiert folgendes:

Die normale Lok (gleiche Schiene wie EMS) wird plötzlich schneller, wenn ich die EMS-Lok laufen lasse. Auch hat die EMS-Lok nicht die volle Leistung. Die geschieht aber nur, wenn beide in Betrieb sind. Auch ein Wechseln der Abnehmer auf den anderen Trafo hat keine Besserung gebracht.

Habe nun auch den EMS-Trafo komplett von der Anlage getrennt und speise diesen über einen Lichttrafe, sowie einem seperaten Trafo. Und schade. das gleiche Ergebnis.

Frage nun:

Haben auch schon andere das gleiche Ergebnis erhalten?
Kann es sein, das entweder die EMS-Trafos oder die Bausteine defekt sind?
Hat vielleicht jemand eine Lösung, die sonst nicht in den Anleitungen zu finden sind?
Es ist leider so, das verschiedene Sachen, welche für die meisten selbstverständlich sind, für mich einfach Neuland bedeuten.

Würde mich über ein paar tolle Tips freuen.

Gruß

Frank Schmitz

BeitragVerfasst: 05.09.2007, 09:28
von Ulrich Albrecht
Frank,

Taucht das Problem mit beiden EMS-Trafos und allen EMS-Loks auf? Da Du zwei Trafos hast, kannst Du dies ja testen, da es unwahrscheinlich ist, dass beide Probleme haben. Wenn die elektronischen Bauteile in Ordnung sind, kann es an Deiner Anlage liegen. Wenn Du Extraschienen hast, baue Dir doch einen Kreis auf, und teste die Fahrzeuge dort. Dies sollte Dir eine halbwegs "elektronisch saubere" Umgebung liefern.

Da EMS eine im Tonfrequenzbereich liegende Wechselspannung ist, die der normalen Gleichspannung ueberlagert ist, ist es wichtig, dass dise und der Gleichstrom vollstaendig entkoppelt werden. Genau dies scheint bei Dir nicht zu klappen. Irgendwo wird die Wechselspannung in Gleichspannung umgewandelt. Dies kann manchmal durch in die Anlage eingebaute elektronische Bausteine, wie z.B. Gleichrichter (Dioden zur Spannungsreduzierung im Gefaelle, Prellbocksicherung), Bremsbausteine usw., bewirkt werden. Ich hatte aehnliches bei der Dauerzugbeleuchtung von Arnold erlebt, die auf dem gleichen Prinzip beruht. Das Ueberbrucken des stoerenden Teiles mit einem Kondensator 10-20nF, bipolar, loesste diese Probleme.

Ulrich

BeitragVerfasst: 06.09.2007, 13:17
von king-net
Hallo Ulrich,

zur erst einmal vielen Dank für die prompte Antwort.
Das Problem besteht wirklich bei beiden Trafos.
EMS-Lok (s) habe ich zur Zeit nur eine; weiterer Kauf verschoben, wegen des hier beschriebenen Problems.
Leider habe ich so gut wie keine Ahnung von Elektrik;
aber laut deiner Ausführung könnte das Verhalten also auch an einem Bremswiederstand (habe diesen von Trix in einer Gefällstrecke eingebaut) bzw. mußte ich auch diverse Weichensteuerungen über Dioden machen.
Und du meinst, das dies dann zu dem beschriebenen Verhalten führt?
Werde einmal bei Zeiten einen seperaten Kreis aufbauen und dann neue Testen.
Deine kurze Ausführung über den Kondensator und überbrücken kann ich nicht so ganz folgen. Aber das liegt einfach an meiner Dummheit im Bezug auf Elektrik.

Vorerst vielen Dank.

Gruß

Frank

BeitragVerfasst: 06.09.2007, 14:13
von Ulrich Albrecht
Hallo Frank,

Der Bremswiderstand ist kein Problem, da er sowohl Gleichstrom wie hochfrequenten Wechselstrom durchlaesst. Dioden im Fahrstromkreis stellen Probleme da, da sie den hochfrequeten Wechselstrom gleichrichten. Wenn sie im Schaltstromkreis der Weichen, also am Wechselstromausgang angeschlossen sind, stellen sie kein Problem dar.

Im allgemeinen kannst Du folgende Regel benutzen:

Spulen wie Motorwicklungen stellen fuer den hochfrequenten Wechselstrom des EMS-Gerates einen sehr hohen Widerstand dar, fuer den Gleichstrom des Fahrpultes einen relativ geringen.

Kondensatoren verhalten sich genau umgekehrt, Fuer den hochfrequenten (induktiven) Wechselstrom haben sie einen kleinen Widerstand. Gleichstrom kann durch sie nicht geleitet werden. Daher werden Spulen und Kondenstoren im EMS-Betrieb benutzt, um die beiden System zu trennen, z.B. reagiert der Motor kaum auf den EMS-strom wegen des hohen Induktiven Widerstandes der Wicklungen.

Ich vermute nach Deiner Beschreibung, dass der EMS-Baustein in der Lok ein Problem hat. Zur Fehleranalyse, schliesse einen Fahrtrafo und ein EMS-Geraet nach der Beschreibung an. Fahre eine normale Expresslok mit dem Gleichstromgeraet. Dann regele den EMS-regler hoch, und widerhole den Versuch. Wenn alles normal laeuft, regle beide Fahrregler zurueck auf 0. Dann setze einen beleuchteten Wagen auf die Schienen. Wenn Du keinen hast, schliess ein 14V Birnchen an den Mittelleiter und die Aussenschiene an, an der die EMS/Gleichstromkombination angeschlossen ist. Wenn Du jetzt das EMS-Geraet hochregelst, sollte das Birnchen leuchten, die Lok aber nichtfahren. Mit dem EMS-Regler auf voll, wiederhole en Fahrversuch. Wenn alles ohne Probleme verlaeuft, kannst Du davon ausgehen, dass der Baustein und nicht der Regler ein Problem hat.

Ulrich

BeitragVerfasst: 06.09.2007, 15:29
von thomas48
Hallo Ulrich,

wenn ich das richtig verstehe: Leuchten die Birnchen in *BEIDEN* Loks eigentlich immer, egal ob man nur das EMS Gerät hochdreht oder den Gleichstromtrafo?

Übrigens hat es für die Carrera Servo Autorennbahn mal ein ähnliches System wie EMS gegeben. Denn die Autos konnten beliebig die Spur von rechts nach links und umgekehrt wechseln, und es gab zu den beiden lenkbaren Autos noch automatisch fahrende "Hindernisfahrzeuge". Um das alles elektrisch noch trennen zu können, hat man diese Hindernisfahrzeuge über so einen Hochfrequenz-Wechselstrom-Adapter angesteuert. Müßte von der Grundidee genau wie EMS gewesen sein.

Viele Grüße
Thomas

BeitragVerfasst: 06.09.2007, 17:10
von Ulrich Albrecht
Thomas,

Bei EMS-Betrieb brennen die Birnchen beider Lokomotiven, so bald die EMS-Spannung hochgeregelt wird. Ist der Lichtwechsel in der Nicht-Emslok richtungswechselnd, wird eine Seite heller, die andere dunkler, wenn die Gleichspannung hochgeregelt wird.

Ulrich

EMS-Anschluss

BeitragVerfasst: 06.09.2007, 19:41
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

BeitragVerfasst: 09.09.2007, 20:35
von Roman Favero
Salü zäme

Ich fahre seit längerem mit EMS. Ich kenne also die üblichen Probleme damit. Deshalb habe ich einen Vielfachumschalter (aus einem PC-Druckerumschalter)zwischen den normalen und den EMS Trafo eingebaut. So kann ich jederzeit auch ohne EMS-Signal herumfahren. Dies ist vor allem wichtig, wenn z.B. noch Digitalloks auf der Anlage stehen. Dazu gehört auch der Goliath. Spezialisten haben mich eindringlich davor gewarnt, dass das EMS-Signal sich mit den digitalen Decodern nicht vertragen.
Das lästig Pfeifen einzelner normalen Loks habe ich mit einem EMS-Filter gelöst. Dieser besteht aus einer Drosselspule und einem bipolaren Kondensator.
Im übrigen vertragen Glockenankermotoren den EMS-Strom gar nicht. sie gehen mit der Zeit kaputt. Sie überhitzen. Zudem laufen sie, wenn auch schlecht, ohne EMS-Elektronik. Auch dort braucht es einen Filter, oder aber eben EMS abschaltbar machen. Bei den PC-Umschaltern habe ich immer 2-3 Kontakte parallel genommen, damit ich einen genügenden Stromdurchgang hatte. Diese PC-Umschaltboxen-Schalter haben 30 bis 60 Umschaltkontakte, und sind billig bis gratis überall zu haben.

Grüsse Roman

BeitragVerfasst: 10.09.2007, 14:29
von king-net
Zwischenbericht:

So, habe nun am Wochenende eine Versuchsbahn aufgebaut. Kleiner Kreis; normaler Trafo sowie EMS-Trafo und alles angeschlossen.
Variante 1 : normaler Trafo versorgt EMS-Trafo sowie schiene, alte Rangierlok genommen und diese dann auf langsamste Fahrt gestellt. Und siehe da, ich konnte wieder mit dem EMS-Trafo die Lok beschleunigen. Auch die Birnchen leuchteten heller. Nun den normalen Trafo abgeschaltet und die Lok blieb auch stehen.
Variante 2 : nun noch eine EMS-LOK hinzugestellt und wieder konnte ich mit dem EMS-Trafo die normale Lok beschleunigen. Wohl war es nicht möglich, mit dem normalen Trafo die EMS-Lok zu bewegen, bzw. mit dem EMS-Trafo die normale Lok zu bewegen.
Anschließend bin ich noch hingegangen und habe einen zweiten Trafo angeschlossen, nur für die Versorgung der EMS-Geschichte.
Bei beiden Varianten das gleiche Resultat wie vorher.
Nur wenn die EMS sowie die normale Spur getrennt sind, also einmal Aufnahme linkes Gleis und einmal Aufnahme rechtes Gleis, ist alles wirklich getrennt.

Leider habe ich mit Jens Ullmann noch keinen Kontakt gehabt, vermute aber das dies ein normales Verhalten ist.

Werde nun einmal schauen, ob ich nicht ins Digitale Lager wechsele.

Gruß und nochmals vielen Dank für die Hilfen.

Frank Schmitz

BeitragVerfasst: 10.09.2007, 23:21
von Ulrich Albrecht
Franz,

Wenn Du mit dem EMS-Trafo eine normale Lok bewegen kannst, dann hat der Trafo meiner Meinung nach ein Problem.

Ulrich

Völlig (EMS-)normal

BeitragVerfasst: 11.09.2007, 08:12
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

BeitragVerfasst: 11.09.2007, 10:27
von Dietmar
Hallo Frank
Wenn du auf Digital umsteigen möchtest, kann ich das verstehen, es ist eben die Zukunft.
Aber so schlecht wie man glaubt ist das EMS auch nicht. Sicher, es ist veraltet und nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Aber das ist mein 20 Jahre alte 3er BMW im vergleich zu neuen Autos auch nicht mehr, trotzdem erfreut er mich und den TÜV immer noch durch seine Zuverlässigkeit und Mängelfreiheit. So ist das auch mit dem EMS, die Vorteile von Damals gelten ja noch heute, wenn sie auch längst von der Digitaltechnik überholt wurden. Wenn du aber nur mehrere Loks Steuern möchtest, und nicht auch die Anlagensteuerung Digitalisieren willst, reicht EMS bei kleineren Anlagen sicher aus. So einfach wie es oft gesagt wird, Anschließen, Einstecken und Losfahren, ist es bei Digital auch nicht wenn man die Vorteile wirklich nutzen möchte. Man muss sich schon ein wenig damit Beschäftigen, es kann da vieles eingestellt werden. Wenn dir aber ein Fahrverhalten wie bei einem herkömmlichen Trafo ausreicht, dann reicht auch EMS. Die Digitaltechnik kann auch schnell ein Selbstläufer werden, sozusagen ein Staat im Staat. Man ist nachher mehr mit der Dingitechnik beschäftigt als mit dem Fahren von Zügen, und ganz billig ist es ohne hin nicht.
Und wo bitteschön, fahren denn beim Vorbild die Züge auf Steigungen genau so schnell wie in der Ebene? Bestenfalls auf den Neubaustrecken. Es ist doch vorbildgerecht wenn sich eine Dampflok am Berg abmüht, auch Dieselloks haben an Steigungen so ihre Probleme. Und auf einer Gefällestrecke tut es auf einer Anlage auch schon mal ein Bremswiederstand von Trix um einen Zug nicht zu schnell werden zu lassen.
Nicht das ich falsch verbanden werde, ich möchte keinem EMS einreden, das wäre auch verrückt. Aber wenn man das Zeug schon hat, kann man es ja auch nutzen. Es hat auch seinen „Spielwert“. Fahren mit „Vorspann“ oder noch mehr mit „Nachschub“ ist mit EMS genauso einfach wie mit zwei herkömmlichen Trafos. Bei der Digitaltechnik braucht man dafür auch ein zweites Steuergerät. Ansonsten ist nichts mit an den Zug hinten ranfahren und gleichzeitig abfahren und nachschieben.
Ich habe auch meinen Ausflug in die Digitalwelt gemacht, ist schon toll. Selbst die kleine Henschel gewinnt dadurch. Aber es ist auch teuer, deshalb habe ich auch z.Z. nur 3 Loks digital.
Grüße
Dietmar

EMS-Nebenefekte

BeitragVerfasst: 11.09.2007, 23:18
von Roman Favero
Salü zäme
Nochmals: wer unerwünschte Nebeneffekte mit EMS hat muss entweder das EMS abschaltbar machen oder wie ich Filter in die gestörten Loks einbauen. Dioden, zum von hinten durchfahren bei Lichtsignalen, (kleine grüne Kästchen mit 2 Anschlüssen) sind in einer EMS Anlage unbrauchbar.
mein Aufbau:
Nach einer Dioden- Kreutzschaltung kommt eine 2A/250V 2x2,2mH Drosselspule und um den Rest der HF-Wellen zu killen, einen Bipolaren 100uF Kondensator darüber.
Die BLS Lok die zuvor vor sich hinpfiff(mich nervte), war danach ruhig und die Lichter wurden auch nicht mehr hell wenn ich das EMS-Signal auf die Schienen gab.
Die Kreutzschaltung mit Dioden mache ich nur, damit ich nicht das ganze EMS-Signal auf der ganzen Anlage platt mache. Ein Elektroniker könnte wohl die Werte der benötigten Teile berechnen und entsprechend optimieren.
Nochmals: Glockenankermotoren von Maxon, Faulhaber, oder andere Marken laufen mit und ohne EMS, nur gehen sie mit EMS-Signal und ohne EMS Bauteil kaputt.
Auv dem Bild sind die typischen "Gleichstrombilder" mit und ohne EMS. Die beiden ersten Bilder sind die Wellen eines modernen grossen grauen Trix-Trfos, einmal auf voll Stellung und einmal auf Stellung 2. Der Rest ist EMS Nullstellung und Vollstellung und dazu die Kombination von EMS und Normaltrafo. Ein Elektroniker wird es ev. schütteln ob meiner Messbilder, aber so ist sehr gut zu sehen, dass wir TE'ler überhaupt nie mit richtig glatter Gleichspannung fahren. Ich würde dazu bemerken: ein sehr gut gelungener Murks.
Grüsse Roman

BeitragVerfasst: 13.09.2007, 01:50
von trixh0
Hallo Frank,

Original von king-net

Variante 1 : normaler Trafo versorgt EMS-Trafo sowie schiene, alte Rangierlok genommen und diese dann auf langsamste Fahrt gestellt. Und siehe da, ich konnte wieder mit dem EMS-Trafo die Lok beschleunigen. Auch die Birnchen leuchteten heller. Nun den normalen Trafo abgeschaltet und die Lok blieb auch stehen.



Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Wort "sowie" bei dir bedeutet, dass da auch ein Kabel zwischen Gleichstromtrafo und der Schiene liegt. Den normalen Trafo darf man bei EMS NICHT an die Schiene anschliessen, der muss mit saemtlichen vier Leitungen an den EMS trafo angeschlossen werden und NUR die zwei Anschluesse des EMS Trafos duerfen an die Schiene.

Dieses wuerde das Lokverhalten erklaeren.

Original von king-net
Leider habe ich mit Jens Ullmann noch keinen Kontakt gehabt, vermute aber das dies ein normales Verhalten ist.


Am schnellsten gehts mit E-Mail direkt, insofern ist deinen Vermutung richtig.

Gruss Jens

na also, klappt doch!!!!

BeitragVerfasst: 20.09.2007, 12:30
von king-net
Hallo Jens,

vielen Dank für den letzten aber entscheidenen Tipp.
Bei mir heißt sowie, das der Trafo an der Schiene und am EMS-Trafo liegt.
Gestern abend nach deinem Ratschlag getestet und der Erfolg gibt dir Recht. Nun läuft beides hervorragend.
Bin mir zwar nicht ganz sicher (da ich immer zuerst bastele und dann lese), aber so direkt hat das noch nirgens gestanden, das der normale Trafo nur an EMS und nicht auch an der Schiene liegen darf.
Aber gut nun läuft dieses Teil.
Was ist aber mit dem zweiten EMS-Trafo? Langsam komme ich mit der Verkabelung in Schwulitäten.
Geht es, das man die normalen Trafos, sowohl für EMS als auch für Licht bzw. Weichensteuerung nehmen kann.
Du hast ja ganz klar geschrieben, alle Kabel in den EMS und keins an die Schiene!.
Vermute aber, das der Abzweig für Licht bzw. Signale und Weichen noch möglich ist.

So nun noch allen viel Spass beim Hobby.

Bis zur nächsten Frage!

Gruß

Frank