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Trix H0 Loks für EXPRESS

Verfasst:
20.10.2007, 18:57
von noels
Wenn wir neue Triebfahrzeuge für unsere Bahn haben möchten, sind wir seit einigen Jahren auf Umrüstung angewiesen. Das mache ich wie auch einige, andere Hobbykollegen, damit es eine lebendige, sich entwickelnde Modellbahn bleibt. Dabei bevorzuge ich Modelle von TRIX H0, auch damit wenigstens der Name noch stimmt. Die letzten Modelle für EXPRESS waren teilweise ja technisch auch schon anderer Herkunft.
Neben den oft notwendigen Fräsarbeiten und der Anpassung der Räder, stellt der neue Drehstrommotor eine neue Hürde dar, die zumindest für Analog- Fahrer tückisch ist.
Gemerkt habe ich das an der neuen E50. Nach Threats in anderen Foren ist das bei der neuen V218 und der neuesten Ausführung der V290 auch so, da sie den gleichen Motor haben. Die ersten V290 hatten noch einen normalen Gleichstrommotor.
Im Analogbetrieb rollt die Lok erst bei erhöhter Spannung an, dann aber gleich mit einer recht hohen Geschwindigkeit. Das kennt man auch von anderen Modellen mit eingebautem Decoder. Unerträglich sind dann aber die Bocksprünge im mittleren Geschwindigkeitsbereich. Bei Höchstgeschwindigkeit legt sich das Phänomen wieder.
Ich weiß nicht, ob es an der Lastregelung des Decoders liegt, oder am Treiber des Drehstrommotors. Sollte es am Decoder liegen, kann man das vielleicht mit einem Brückenstecker lösen. Nur liefert Trix den leider nicht mit. Bei eine 8-poligen NEM- Schnittstelle könnte man sich selbst helfen. Wie das für die 21- polige aussehen müßte, weiß ich nicht.
Daß Märklin in seiner Firmenpolitik auf die Digitalisierung setzt, kann man diskutieren. Aber daß ein Modell mit "automatischer Analogerkennung" beworben wird, finde ich äußerst dreist, wenn der Betrieb praktisch nicht möglich ist. Keine Frage- die Möglichkeiten der neuen Modelle kann man nur digital richtig ausschöpfen. Das ist mit ein Grund, warum ich auch umstelle. Aber so werden die Modellbahner (nicht nur Expressler), die weiterhin analog fahren wollen, einfach ausgeschlossen.
Im Digitalbetrieb nach DCC- Norm gibt es ein weiteres, unangenehmes Phänomen: Zumindest bei meiner E50 lassen sich die Geräusche nur im Stand ein- und ausschalten. Blöde wenn man mit eingeschalteter Pfeife los fährt.
Ansonsten ist diese Lok ein absolut tolles Modell- fast komplett aus Metall, hervorragend detailliert und glänzende Fahreigenschaften im Digitalbetrieb. Von der V218 wird ähnliches berichtet (habe ich aber selbst nicht).
Ob Märklin sich damit einen Gefallen tut? Viele Analogfahrer werden die Lok wohl reklamieren. Das werden wohl noch zu viele sein, als daß man auf sie als Kunden verzichten könnte.
Gruß
Heiko Mehnert
Versuch mit Trix-Leiterplatte 611716

Verfasst:
21.10.2007, 09:32
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

Verfasst:
21.10.2007, 17:52
von noels
Hallo Jürgen,
habe es probiert - negativ. Scheinbar liegen zumindest Teile des Treibers für den Drehstrommotor nicht auf der Hauptplatine (wie der Modelleisenbahner in der jüngsten Ausgabe meint), sondern auf dem Decoder. Die V290 läuft mit dem Decoder nicht und umgekehrt die E50 nicht mit dem Brückenstecker. In beiden Fällen geht zwar die Beleuchtung mit Lichtwechsel, aber die Motoren rühren sich nicht.
Da bleiben für Analogfahrer nur aufwendige Auswege:
- Einen Elektroniker finden, der die Brückenstecker richtig hin bekommt mit Treiber für den Drehstrommotor
- Einen Faulhaber- Motor einbauen.
Beides wäre mir die Sache nicht wert. So bliebe dann nur der Weg, sich Märklins Wunsch zu beugen und Produkte nicht zu kaufen.
Auf jeden Fall würde ich dazu raten, vor dem Kauf mit dem Händler ein Rückgaberecht zu vereinbaren, wenn er nicht im Laden eine ordentliche Teststrecke mit Analogtrafo hat.
Wenn man in einschlägigen Foren stöbert, findet man folgendes Bild:
- Analogbetrieb der Gleichstromvariante ist nicht möglich
- Unter Wechselstrom (Märklin) laufen einige Exemplare ordentlich, andere machen ähnliche Probleme wie die DC-Modelle, wenn auch nicht so ausgeprägt.
Gruß
Heiko

Verfasst:
21.10.2007, 20:13
von TE lebt
Hallo Heiko, hallo Jürgen,
(Ironie-Modus an)
jetzt hat es MäTrix also endlich geschafft: die Analogfahrer, diese Ewig-Gestrigen, sind ausgesperrt! Recht geschieht ihnen! Warum weigern sie sich auch beharrlich, sich diesen teueren Digital-Krempel zu kaufen? Wo wir doch unseren revolutionären Drehstrommotor entwickelt haben, der für Analogfahrer viel zu schade ist! Denen wollen wir nichts mehr verkaufen. (Ironie-Modus aus)
Ich möchte keine neue Diskussion über das Für und Wider der Digital-Fahrerei anzetteln, aber ich finde es einfach überheblich, Modelle anzubieten, die sich für Analogbetrieb nicht eignen. Damit grenzt man eine ganze Menge potentientieller Kunden aus. Und das ist nicht nur schlecht für den Umsatz o.g. Firma, sonder auch für uns TE-ler, da so eine Quelle für umrüstbare Loks versiegt. Also müssen wir andere finden.
Mir scheint, auch das neue Management dieser Firma übt sich wieder in Fehlentscheidungen. Mal sehen, wie die Käufer darauf reagieren.
Gruß Günther

Verfasst:
21.10.2007, 21:09
von trixklaus
Hallo zusammen,
das Problem mit dem neuen Drehstrommotor wird wohl sein, das er eine eigene Elektronik hat. Das heist, wir Analogfahrer müssen den Regler erst einmal weit genug aufdrehen, damit diese Elektronik ihre Versorgungsspannug hat. Damit minimiert sich natürlich der Regelbereich. Irgendwelche Brückenstecker statt Dekoder werden da wohl kaum funktionieren.
Bin mit dem Umbau meiner E 50 noch nicht fertig, erinnere mich aber das der Drehstrommotor 6 oder 7 Anschlüsse hat und nicht 2 wie die normalen E-Motoren.
In wie weit der Hinweis in der Betriebsanleitung auf eine geglättete Fahrspannung auf das Fahrverhalten einen Einfluss hat kann ich noch nicht sagen, unsere normalen Trixtrafos liefern ja doch eher eine Halbwellenspannung als eine Gleichspannung.
Eine Idee habe ich schon, muß das aber erst mit meiner E 50 ausprobieren.
Noch einen schönen Abend, Klaus.

Verfasst:
21.10.2007, 22:04
von noels
Hallo Klaus,
das Problem ist nicht, daß der Motor wegen der Elektronik eine höhere Spannung braucht. Der eingeschränkte Regelbereich ist bei Loks mit Decodern üblich, z.B. V80, Köf. Das Problem ist, daß es nicht möglich ist, in einer mittleren Geschwindigkeit zu fahren. Bei gleichbleibender Reglerstellung beschleunigt und bremst die Lok ständig.
Das gleiche Problem hatte ich auch schon bei anderen Loks mit ESU- Decoder, wenn die Lastregelung für den Analogbetrieb eingeschaltet blieb. Nur beim LoPi kann ich das abstellen. Beim Trixdecoder ist zumindest nicht dokumentiert, wo das möglich wäre, so es denn überhaupt geht. Vielleicht hilft ja ein Fahrpult mit Impulsbreitensteuerung. Bin gespannt auf Deine Erfahrungen, wenn Du die Lok fertig hast.
Gruß
Heiko

Verfasst:
21.10.2007, 22:48
von trix103
Hallo Heiko,
ich habe eine neue Trix E 50 bei einem Bekannten gesehen, der Gleichstrom analog fährt. Er berichtet von der Lok im analogen Fahrverhalten ebenfalls wie Du. Gleichmäßiges Fahren ist zumindest mit der Lok allein kaum möglich. Das ändert sich, sobald man "Last am Haken" hat. Je schwerer der Zug, desto besser lässt sich die Lok regeln. Wir haben es mit 12 sechsachsigen Mä-Flachwagen nebst Ladegut probiert. Das Problem scheint tatsächlich in der Lastregelung zu liegen. Diese funktioniert analog einfach nicht und regelt die Lok viel zu "rüpelhaft". Ich habe mir bei ebay eine umgebaute neue Trix 218 (Art. 22219) ersteigert. Die Lok hat mich optisch einfach restlos begeistert. Der Umbau sieht toll gemacht aus. Der Umbauer bietet öfter an und scheint tolle Arbeit zu machen, wenn man den Bewertungen glauben darf. Ich bin mal sehr gespannt, wie der Motor in der 218 läuft. Ich werde hier dann mal berichten.
Noch mal zur E 50: Mit Last am Haken fanden wir das Fahrverhalten ganz akzeptabel bis auf den Auslauf, der praktisch nicht vorhanden ist. Jedoch läuft der Motor relativ rau und "quietsch" ab und zu leise. Vielleicht ist das das einsetzen der Lastregelung? Digital soll der Motor wesentlich geschmeidiger laufen, so die Miba in der neuesten Ausgabe. Im übrigen frage ich mich immer wieder, warum die einschlägigen Magazine den Motor auch analog loben... Muss wohl an der Werbung auf dem Rücktitel liegen...
So, schönen Abend noch und vielleicht bis Dortmund,
trix103 (Stefan)

Verfasst:
22.10.2007, 14:38
von noels
Hallo Stefan,
für mich persönlich ist das nicht so wichtig, da ich die Lok digital fahre. Aber da ich auch Umbauten für andere mache, werde ich den Analogfahrern darunter erst einmal von der Lok abraten.
Das leise quietschen liegt wahrscheinlich nicht am Motor, sondern an den Rädern in Verbindung mit unserem Schienenprofil. Die (werksseitig) nur einseitige Haftreifenbelegung läßt die Drehgestelle "schief" laufen. Das gibt dann einen ähnlichen Effekt, wie mit dem feuchten Finger auf dem Rand eines Weinglases.
Wenn Du die 218 hast, würde mich ein Bericht sehr interessieren, auch auf welches Innenspurmaß der Umbauer die Radsätze eingestellt hat. Bei der V290 hat die Firma Fricke da gepatzt. Bei der E50 wird gern übersehen, daß die äußeren Radsätze mit den dickeren Spurkränzen an die innen liegenden Anschläge geraten und dann eine Brücke zum zweiten TE- Stromkreis herstellen. Das ist mir anfangs auch so gegangen. Thorsten hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Gruß
Heiko Mehnert

Verfasst:
22.10.2007, 21:45
von trix103
Hallo Heiko,
angeblich soll die 218 besser laufen als die E 50. Das berichtete mir mein Händler. Die 218 soll wohl schon wieder eine weiterentwickelte Platine im Vgl. zu der E 50 haben. Ob ich das glauben soll, weiss ich noch nicht so genau... Vielleicht steige ich noch mal digital ein. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Fahrverhalten einiger Loks dazu bewegen würde. Mal schauen. Vielleicht sehen wir uns ja in Dortmund. Da werde ich dann gern von der 218 berichten.
Bis dann,
Stefan

Verfasst:
23.10.2007, 07:27
von Dietmar
Bananen-Technologie für Analogfahrer ???

Verfasst:
23.10.2007, 11:55
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

Verfasst:
24.10.2007, 11:55
von trix103
Hallo Heiko und Ihr anderen,
wie oben geschrieben, habe ich mit bei ebay eine umgebaute neue Trix BR 218 (Art. 22219) ersteigert. Wegen des Softdrive sinus war ich, gearde auch vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen mit der E 50, sehr gespannt, wie der Motor in der 218 läuft. Nachdem ich die Lok gestern abend über vier Stunden laufen hatte, kann ich sagen, dass sie viel besser als die E 50 läuft. Getestet habe ich nur analog. Zwar "schuckelt" die Lok im mittleren Geschwindigkeitsbereich ohne Last am Haken leicht, jedoch läuft sie langsam und schnell sehr gut, wenn man mal von dem fast nicht vorhandenen Auslauf absieht. Sobald die Lok Last zieht, in meinem Falle acht der neuen Schnellzugwagen 23400 etc. ist das "Schuckeln" nahezu weg. Die Lok läuft dann sehr sauber und ruhig. Dank des absolut tollen Umbaus hat die Lok nun fünf Haftreifen satt zwei, wie die Serie, und ist mit der Zugkraft bei acht Wagen bei Weitem noch nicht am Ende.
Klar, ein vernünftiger Glockenanker wie in der 290 wäre klar besser, aber in der 218 ist der Softdrive ganz manierlich. Verglichen mit meiner E 50 weit besser. Wobei ich bei der E 50 auch das Getriebe mit mehr Zahnrädern für die lauteren Geräusche verantwortlich mache. Bei der E 50 sieht man vom Motor nichts, der ja dort den Metallrahmen komplett als Resonanzkörper "nutzt". Das ist bei der 218 besser, da ist der Rahmen um den Motor herum offen.
Heiko, zu den Spurmaßen kann ich leider nichts sagen, da ich keine Ahnung habe, wo und wie ich da messen soll. Die 218 hat Radreifen und läuft damit fast noch besser als die E 50 mit neu gedrehten Rädern.
Ich kann also die 218 fast uneingeschränkt auch für Analogfahrer empfehlen, den Umbauer sowieso. Er firmiert bei ebay unter dem Pseudonym einer uns gut bekannt alten Express-Elok. Die 218 war seit langem wieder meine erste Maschine von ihm. Wenn man nicht wüsste, dass die Lok umgebaut ist, könnte man auch meinen, sie käme so aus dem Werk.
Vielleicht gelingt es mir ja im nächsten Jahr, eine schöne Farbvariante zu erstehen, vielleicht in ozeanblau-beige als Ergänzung zu meiner Express 218 218-6.
so, bis Dortmund und Grüße an alle,
trix103 (Stefan)

Verfasst:
24.10.2007, 14:10
von Ulrich Albrecht
Das Problem ist wohl die fehlende Decoderinformation. Es ist schon erstaunlich, dass Maerklin/Trix immer noch nicht gelernt haben, dass Offenheit mehr verkauft. Leider legt der NMRA-Standard die CV's fuer die Kontrolle der Lastregelung nicht fest. Ich wuerde jedoch mal mit denen zwischen CV50 und CV60 spielen, da dort bei den meisten Herstellern die Motorregelung eingestellt wird. Wenn eine CV einen Wert > 0, sollte man versuchen, diesen auf 0 zu stellen. Aber alten Wert merken, sonst kann es ernsthafte Probleme geben.
Dieses ist ein typisches Problem der Abwaertskompatibilitaet: Zum Abstellen der Lastregelung benoetigt man eine DCC-Zentrale, wenn man aber eine solche hat, dann muss man die Lastregelung nicht abstellen.
Ulrich
Analogbetrieb mit Brückenstecker nicht möglich

Verfasst:
28.11.2007, 16:14
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

Verfasst:
29.11.2007, 11:11
von noels
Hallo Jürgen,
Dank für die Info. So ist die Vermutung also bestätigt.
Ob Märklin sich damit einen Gefallen tut?
Ich hoffe, daß die Verbraucher ihre Marktmacht demonstrieren. Mehr, als möglichst breit zu informieren, können wir nicht tun.
Jedenfalls kaufe ich keine solchen Fahrzeuge mehr. Statt der neuen V218 von Trix, habe ich die V160 (EpocheIII) von Brawa genommen. Man braucht nicht zu fräsen. Die Lok ist komplett aus Metall, fein detailliert und für < 120 € zu haben. Einen Decoder muß man selbst dazu kaufen. Trotzdem bleibt ein erheblicher Preisunterschied und man ist frei bei der Decoderwahl. Nur für Soundfetischisten bleibt die 218 interessant
Gruß
Heiko