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Analog "Halbwellenfahrt"

BeitragVerfasst: 10.03.2009, 14:14
von Hahnpc
Nun kommt mal eine dumme Frage :D auch wenn es keine dummen Fragen gibt.
Es wird immer von "Halbwellenfahrt" gesprochen bei Trafos, was ist daran besonders? Sind nicht alle Trafos mit Gleichrichter automatisch Halbwellengeräte? Denn nach der Bearbeitung mit Dioden hab ich eine Halbwelle? Was ist der Unterschied zwischen einem Trafo mit Halbwellenfahrt und einem "normalen" Trafo (5599). Kann mir Jemand ein Schaltbild senden was den Unterschied deutlich macht?

Re: Analog "Halbwellenfahrt"

BeitragVerfasst: 10.03.2009, 20:54
von TE lebt
Hallo Hahnpc (?),

ein Schaltbild würde Dir nichts nützen, solange Du das Prinzip nicht verstanden hast. Ich werde versuchen, es zu erklären.
Unsere Netz-Wechselspannung hat eine Frequenz von 50 Hz, das heißt sie besteht aus 50 positiven und 50 negativen Halbwellen. Da unsere Modellbahnen, mit Ausnahme alter Märklin-Modelle, die noch nicht digital laufen, aber mit den negativen Halbwellen nichts anfangen können, muss man diese Wechselspannung gleichrichten.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: die Halbwellengleichrichtung und die Vollwellengleichrichtung.
Beim ersten Verfahren werden nur die positiven Halbwellen durchgelassen, die negativen werden unterdrückt. Hinten kommt also eine Gleichspannung raus, die aus 50 positiven Halbwellen besteht, zwischen denen sich jeweils 50 Phasen ohne Spannung befinden.
Bei der Vollwellengleichrichtung werden dagegen nicht nur die positiven Halbwellen durchgelassen, sonder die negativen "nach oben geklappt", so dass hinten 100 positive Halbwellen herauskommen.
Wie das asusieht kannst Du Dir hier anschauen.
Die von Dir erwähnten Halbwellentrafos arbeiten nun im unteren Regelbereich mit Halbwellengleichrichtung, und erst ab einer bestimmten Reglerstellung gehen sie langsam zur Vollwellengleichrichtung über, d.h. die negative Halbwelle wird nach und nach in die Lücken eingesetzt. Dies soll verbesserten Durchzug bei Langsamfahrt bringen und einen ruhigen Motorlauf bei höheren Geschwindigkeiten. Wie sich das in der Praxis auswirkt kann ich jedoch nicht beurteilen, da ich mit derartigen Fahrpulten keine Erfahrung habe. Die Weiterentwicklung war dann die Impulsbreitensteuerung (z.B. Roco ASC 1000), die man später mit dem Digitaldecoder in die Lok verlegt hat.

So, das ist das Ender der Physikvorlesung. Ich hoffe, ich konnte weiter helfen.

Günther

Re: Analog "Halbwellenfahrt"

BeitragVerfasst: 11.03.2009, 15:25
von Hahnpc
Guten Tag Günther,

vielen Dank für die prima Erklärung, nun weis ich endlich was man damit meint. Somit ist also die Graetzschaltung eine Vollwellenfahrt und eine einfache Diode Halbwellenfahrt. Was das in der Praxis bringen soll ist mir zwar nicht so ganz klar, aber der Aufwand dürfte groß werden, denn man muss ja im Regelbereich dann mechanisch auf Vollwelle umschalten. Also kann man es eigentlich vergessen :wink:
Noch mal vielen Dank für die "Nachhilfe" :D

Viele Grüße, Bernd

Re: Analog "Halbwellenfahrt"

BeitragVerfasst: 12.03.2009, 19:37
von Roman Favero
Hallo Bernd
ganz so ist es eben nicht. Die Umschaltung von Halb zu Vollwellen erfogt natürlich kontinuierlich und elektronisch. Wenn Du mal einen gorssen grauen Tafo öfnest findest Du die Erklärung: Da sind insgesammt 5 dicke Dioden. warum 5 hab ich nicht herausgefunden. aber ich gehe davon aus das 2 davon mit zunehmender Spannung erst durchlassen. Auf jeden Fall ist das alles was an Elektronik in den sogenanten Electronic Halbwellen/Vollwellentrafos stecken.
Ich habe in einem alten Beitrag schon mal darüber geschrieben und 2 Fotos vom Wellenbild beigefügt. Schau mal unter EMS Beiträgen nach.
Roman