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Schienen aufarbeiten

Verfasst:
03.09.2008, 10:21
von andreas
Hallo zusammen,
ich habe meine alte "Spieleisenbahn" zerlegt um (endlich) eine neue Anlage zu bauen. Das Gleismaterial ist aus den 70iger Jahren, Kunststoffgleise. Leider sind die Schienen (insbesondere Mittelleiter) reichlich verrostet. Hierzu einige Fragen:
1) Wie kann ich diese reinigen?
2) Gibt es Kontaktschwierigkeiten - und wie kann diese beheben
3) Wie pflegt bzw. überholt man die Weichen?
Vielen Dank für Eure Hilfe,
Viele Grüße
Andreas

Verfasst:
03.09.2008, 13:36
von Ralf
Hallo Andreas,
über diese Thema wurde im Forum schon viel geschrieben. Versuche es einfach mal mit der Suchfunktion und gebe z. B. "Schienen reinigen" ein. Habe ich gerade mal probiert und haufenweise Beiträge gefunden.
Viele Grüße
Ralf

Verfasst:
05.09.2008, 18:36
von Ulrich Albrecht
Hallo Andreas,
Bei den Neusilberschienen sollte es nur mit dem Mittelleiter Rostprobleme geben. Ich wuerde mir mal einen Rocorubber besorgen, und damit den Mittelleiter aller Schienen polieren. Ausserdem wuerde ich die Schleifer der Loks erneueren, wenn diese Rillen haben. Weichen sind robust, nur nicht oelen! Einfach mit Waschbenzin saubermachen, vor allem die Mechanik.
Ulrich
Weichen aufarbeiten

Verfasst:
05.09.2008, 20:06
von Trixmumpf
Hallo Andreas,
ergänzend zu den Hinweisen von Ulrich noch der - übrigens in den Trix-Ratgebern auch zu findende - Tip
mit einer kleinen Menge Graphitstaub. Einfach in den Weichenantrieb geben, das geht am besten mit den kleinen Fläschchen, die für Schließzylinder verkauft werden. Damit habe ich bislang jedem festsitzendem
Weichenantrieb wieder Leben einhauchen können und auch im laufenden Betrieb empfiehlt sich das. Funktioniert übrigens sowohl beim Neusilbergleis als auch bei den Pappweichen, die ich fast ausschließlich
in Gebrauch habe.
Im übrigen kannst Due nach dem "Abziehen" des Mittelleiters mit dem Roco-Rubber auch die Schienenprofile mit einem Waschbenzinlappen reinigen.
Gerade nach jahrelanger "Betriebsruhe" hat sich doch oft schon ganz nett Patina gebildet, die nicht so wahnsinnig kontaktfördernd ist.
Viel Erfolg und viel Spass beim Trixen
Dirk

Verfasst:
16.09.2008, 04:24
von TTRExpress
Hello Andreas.
To clean rust from the middle rail you can use a fine sanding wheel with a Dremel tool. After, you can use a track cleaning/electrical contact solution called Rail Zip.
You can also make your own track cleaning wagon. The newer nickel-silver super track does not have the problems that the older Bakelite or Fibre based track did. You can clean the point mechanisms with TRIX Cleaning Solution. To make sure the switch moves easily, scrape a little graphite from a pencil into the mechanism. Test your points for electrical integrity to make sure the solenoids still work.
Um Rost von der mittleren Schiene zu säubern können Sie ein feines versandendes Rad mit einem Dremel Werkzeug benutzen. Nach, können Sie eine Lösung der Schienenreinigung benutzen/des elektrischen Kontaktes, die Rail Zip genannt wird. Sie können Ihren eigenen Schienenreinigungslastwagen auch herstellen. Die neueres Nickelsilber Superschiene hat nicht die Probleme, denen das ältere Bakelit oder die Faser gründete Schiene tat. Sie können die Punktmechanismen mit TRIX Reinigungs-Lösung säubern. Um die Schalterbewegungen leicht sicherzustellen, reiben Sie einen kleinen Graphit von einem Bleistift in den Mechanismus. Prüfen Sie Ihre Punkte auf elektrische Vollständigkeit, um die Solenoide noch sicherzustellen zu arbeiten.
Hope this helps.

Verfasst:
16.09.2008, 06:29
von Br01
Moin,
also ich benutze mittlerweile zum Reinigen auch einen Dremel (bzw. dessen Billigderivat), aber nicht mit einem Schmirgelkopf, sondern mit einer Messing-Rundbürste, die war hier auch mal in einem der älteren Beiträge abgebildet.
Der Vorteil: sie hinterlässt eine glatte Oberfläche, sodaß sich nichts in irgendwelchen Riefen ablagern kann, und der Materialabtrag ist sehr gering. Die Drehzahl nicht zu hoch wählen, weil sonst die Bürste nicht lange hält, und möglichst eine Brille tragen, da die kleinen Bürstenfasern sich gelegentlich verabschieden und das ins Auge gehen kann.
Übrigens funktioniert das auch sehr gut zum Reinigen der Schleifer.
Nun noch ein paar Fragen wegen des Graphits:
Wo kriegt man das Zeug her? Bleistift abschaben so wie beschrieben? Oder kriegt man das irgendwo? Und wenn Bleistift, welche Härte?
Achja und was ist mit den "Schließzylinderfläschchen" gemeint? Die Dinger, wo mal Enteiser drin war?
Und wo genau kommt das Graphit dann hin?
Na gut, nu die Kurzfassung auf Englisch:
Hi there,
you should use a round brass brush on your dremel instead of a sanding wheel. It leaves a smooth, polished surface so that rust won't be able to return quickly and also it just takes off very little amounts of metal so your rails will last longer.
Just keep the RPM low or the brush will be gone within minutes and wear glasses to protect your eyes against the brass fibre flying off the brush.
This method also works fine with the cars' contactors.
Where exactly do you apply the graphite on the switches? Can you use it for other purposes or just for the switches' mechanism?
Danke und Grüße,
Regards,
Bernhard
Graphit

Verfasst:
16.09.2008, 17:48
von Trixmumpf
Hallo Bernhard,
das Graphit bekommt man überall da, wo Schließzylinder und ähnliches verkauft werden, eigentlich bekommt man
das auch bei Schlüsseldiensten wie z. B. Mr. Minit. Ich meine aber, ich habe so etwas auch schon im Baumarkt bzw. bei Conrad gesehen.
Das Zeug ist meistens in kleinen Plastikfläschchen zu bekommen, funktioniert ohne Treibgas, einfach zusammendrücken. Das letzte Fläschchen, was ich mir geholt habe, wurde unter dem Namen "Gaphitus" verkauft, dürften vielleicht so 25 g in der Flasche sein, die reichen mittlerweile bei mir über 15 Jahre - auch wenn ich nicht nur die Weichen sondern auch tatsächlich Zylinderschlösser damit schmiere

.
Einfach in die Öffnung des Stellhebels sprühen und vorsichtig den Stellhebel bewegen, das reicht oft schon. Den Rest einfach auspusten oder mit dem Pinsel entfernen. Wenn die Mechanik sehr verdreckt ist oder mit Fusseln durchsetzt ist, sollte man erst den Deckel öffnen und den Schmutz entfernen. Ansonsten verfahren wie vorab beschrieben.
Gruß
Dirk

Verfasst:
16.09.2008, 18:30
von Br01
Hallo Dirk,
vielen Dank, hab das Zeug heute gefunden.
Die Anwendung ist dann offenbar ja einfach, habe mich schon darauf vorbereitet, überall die Deckel abzunehmen, aber wenns auch durch die Hebelöffnung geht, um so besser. Ich öffne mal eine Weiche zur Probe und sehe nach, wie groß die Verschmutzung ist, aber sonst spare ich mir diese Arbeit bei 2 Dutzend Weichen gerne...
Viele Grüße,
Bernhard

Verfasst:
16.09.2008, 18:38
von ecki
"Nun noch ein paar Fragen wegen des Graphits:"
Hallo Bernhard,
Graphit gibt 's in nahezu jedem Baumarkt - meistens abgepackt in den bereits erwähnten "Schließzylinder"- Fläschchen - will sagen: die Fläschchen haben eine dünne kanülenartige Öffnung, durch welche man den Graphitstaub auch in Schließzylinder drücken kann.
Wo anwenden?
Siehe Bild.
TRIX EXPRESSionistische Grüße
ecki

Verfasst:
16.09.2008, 18:46
von Br01
Perfekt!
Besser gehts nicht!
Vielen Dank!!!

Verfasst:
16.09.2008, 22:37
von Ulrich Albrecht
Bernhard,
Ich wuerde mit motorisch betriebenen Geraeten vorsichtig sein, denn Du willst keine Riefen einschleifen. Bei den Neusilberschienen sollte eigentlich nur der Mittelleiter zum Rostansatz neigen.
Ulrich

Verfasst:
16.09.2008, 23:58
von Br01
Hallo Ulrich,
Du hast recht, bei den Neusilber-Schienen rostet nur der Mittelleiter. Aber das Neusilber der Außengleise läuft leicht an und wird ein wenig stumpf, also es glänzt nicht mehr so recht. Man sieht es erst im direkten Vergleich gut. Habe zunächst auch nur den Mittelleiter poliert, als es so nicht besser wurde gings auch an die Schiene und siehe da, es ging.
Das Wort poliert sagt es dann auch: klar ist das Werkzeug motorisiert, aber das Messing schleift eben nicht, es poliert und nimmt außer dem oxidierten Metall des Anlaufs und etwaigem Schmutz kein Material weg, dazu ist es zu weich (Messing ist weicher als Neusilber und Blech). Das Gleis fühlt sich nach der Behandlung sehr glatt an und es glänzt dann richtig, von Riefen keine Spur.
Korrigiert mich wenn das falsch ist, aber ich bin nicht der einzige der es so macht.
Viele Grüße,
Bernhard

Verfasst:
17.09.2008, 00:49
von Ulrich Albrecht
Bernhard,
Wenn es so gut klappt, wie Du es beschreibst, dann hast DU die beste Methode gefunden.
Ulrich

Verfasst:
17.09.2008, 10:37
von Br01
Hehe danke für die Blumen,
aber die gehören mir nicht. Ich bin zwar von selber darauf gekommen, es so zu machen bzw. kam ein Freund auf die Idee, der viel mit Metall arbeitet und sich da auskennt. Aber ich habe das im Nachhinein auch hier im Forum gelesen, irgendwer hat sogar schon ein Foto von den besagten Messingbürsten gepostet. War in einem der Schienenreinigungsthreads.
Aber ist ja auch egal, jedenfalls funktioniert es sehr gut und es geht dabei auch noch unglaublich schnell und einfach.
Viele Grüße,
Bernhard

Verfasst:
17.09.2008, 20:28
von noels
... jau, das funktioniert gut, aber was so richtig fies ist:
die Messinghäärchen entwickeln eine erstaunliche Flugfähigkeit, setzen sich gerne in den Klamotten fest und piken dann ganz vorzüglich. Ok. die Augen schützt die Brille, aber mit Ganzkörperpariser arbeiten.... X(
In den letzten Jahren nehme ich nur noch den Roco- Gummi, wenn es sich um echte Korrosion handelt. Fettreste bekommt man auch gut mit WD40 ab. Davon darf aber nicht mehr, als ein minimalster Film zurück bleiben.
In der Saison genügt es zur laufenden Pflege der Anlage auch, mehrere Schienenreinigungswagen in verschiedenen Zügen mit laufen zu lassen um lange Zeit nicht putzen zu müssen.
Gruß
Heiko Mehnert