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Erfahrung mit den Gleissystemen.

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 08:45
von KaSo
Hallo,
ich möchte meiner Frage vor einigen Wochen, die sehr qualifiziert und nett beantwortet wurde noch eine Frage hinterhersenden. Ich möchte ja aus nostalgischen Gründen das Bakelit Gleis nutzen. Allerdings möchte ich für den normalem Betrieb eines der beiden anderen Gleissysteme nutzen weil es doch schon vorbildähnlicher ist. Ich weiß das es die Gleise mit den Papp-Schwellen und welche mit Kunstoffschwellen gegeben hat.
Könnt Ihr mir mal was über die Verwendung der Gleise in der Praxis berichten? Wie sind es mit der Verfügbarkeit aus? Zu welchem Gleis tendiert Ihr? Was gibt es für Vor und Nachteile.
Vielen Dank für Eure Antworten

Karl

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 12:13
von Stefan
Hallo Karl,

Meiner MEINUNG nach spricht ausser nostalgischen Gründen nichts für das Pappgleis. Es hat vorbildwiedrige Hohlprofile, eine böse Neigung zu Flugrost, die Einteilung des Schwellenbandes stimmt nicht, das verwendete Material ist weicher und verzundert leichter, es gibt keine Bogenweichen...
Die nostalgischen Gründe dafür: herrlich klobige beleuchtete Weichenlaternen, Schaltgleise, Signale mit "angespritzten" Gleis...

Ich glaube, die Frage kannst Du nur selbst beantworten. Für beide Systeme sind die Preise und Verfügbarkeiten etwa gleich.

Gruß
Stefan

TE-Kunststoffgleis mit nichtrostendem Mittelleiter

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 12:40
von miximaxi
Beitrag durch Autor gelöscht !

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 17:02
von rei
Hallo
Da ich beide Systeme auf einer Anlage habe kann ich dir nur folgenden Tipp geben.
Die Neusilbergleise sind eindeutig besser was die Fahreigenschaften angeht.
Andererseits sind die beleuchteten Weichenlaternen beim Pappgleis ein Traum.
Desweiteren sind die Pappgleise erheblich preiswerter. Allerdings bekommt man sie oft nur in schlechtem Zustand. Und die Preise bei den Neusilberschienen sind auch wieder auf ein recht normales Maß gefallen.
Ich würde diese Dinge auch nie über E..y kaufen sondern immer nur bei Trix Treffen oder bei bekannten Verkäufern aus der Szene. Da hast du die Möglichkeit alles in Ruhe zu betrachten und eventuell zu reklamieren.
Aber das allerwichtigste, egal welches System:
Ein hochwertiger Reiniger, einen guten Schienenreinigungswagen und stets sauber gepflegte Gleise. Dann läuft auch Pappe gut. Und Neusilber ist schmutzig auch nichts wert.Weitere Hinweise findest du auf unserer Homepage und hier im Forum.
Bis denn
Rei

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 17:11
von Ulrich Albrecht
Ich hatte noch einen alten Schienenreinigungswagen von Liliput. Das Reinigungsfilz wird von einem Metallklotz gehalten, in dessen Mitte sich eine Rille befindet. In diese Rille passte ich einen Streifen des Rocorubbers ein. Dieser Streifen liegt auf dem Mittelleiter auf, die Seiten des Klotzes aber nicht auf den Schienen. Somit erhielt ich auf einfachste Weise einen Mittelleiterpolierwagen. Nach laengerer Betriebspause fahre ich mit diesem Wagen ueber die gesamte Anlage, und der Mittelleiter ist wieder sauber. Fuer die Aussenschienen benutze ich einen normalen Schienenreinigungswagen von Roco.

Ulrich

Gleismix

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 19:07
von Trixmumpf
Hallo,

auch ich fahre quasi zweigleisig, etwa 2/3 der Anlage, insbesondere der mit viel Landschaft überbaute und untertunnelte Bereich sind mit dem Kunststoffgleis ausgestattet, der gesamte Bahnhofs- und Rangierbereich aber mit Pappgleisen und etlichen Weichen mit den dazugehörigen Weichenlaternen. Letzteres bingt unheimlich viel Flair in den betreffenden Bereich und da ja ohnehin alles eingeschottert wurde, fällt das nicht ganz so vorbildgetreue Pappschwellenband auch nicht so ins Gewicht. Die Pappschwellen gehören für mich schon aus der Kindheitserinnerung her einfach zu Trix-Express dazu und mir gefällts. Von Zeit zu Zeit werden die Gleise mit dem Reinigungsgummi abgezogen und dann einmal vorsichtig mit Trix-Fluid rüber - alles bestens. Man muss nur beim Renigen der Weichen etwas vorsichtig sein, damit man sich nicht mit dem Tuch an der Feder verhakt, die ist schnell hinüber. Ob die schon mal erwähnten Spannungsverluste beim Pappschwellengleis wegen der Hohlprofile größer sind als beim Neusilbergleis, kann ich nicht sagen, ich habe genug Einspeisepunkte für den Fahrstrom eingebaut. Wichtig ist, vor dem endgültigen Verschrauben auf die Kontaktischerheit zu achten, besonders gilt das bei den Verbindungen der Mittelleiter. Einige Trixer verlöten die Mittelleiter daher meiner Kenntnis nach. Kann man machen, man kann aber die Verbindungslaschen auch so biegen, dass sie ziemlich Kontaktsicher aufeinander aufliegen. Der Mix der Gleise Alt/Neu ist ja durch die Übergangsstücke kein Problem. Ich habe mir mittlerweile auch einige Übergangsstücke von Bakelit auf Pappe hingelegt, um meine im Bau befindliche transportable Bakelit-Anlage auch mal direkt an das Hauptgeschehen anhängen zu können. Bilder folgen, sobald die Sache vorzeigbar ist...;-)))

Rei hat übrigens Recht, man sollte gerade bei dem Pappmaterial möglichst vorher genau sehen, was man kauft. Es ist ja doch noch etliches davon im Angebot, aber oftmals in einem leider saumäßigen Zustand, der auch das Aufarbeiten nicht lohnt, oft verrostet und / oder mit ausgerissenen Schwellen. Es gibt natürlich auch immer wieder Material, dass die Jahrzehnte hervorragend überdauert hat und das man mit Vergnügen verbauen und befahren kann. Einfach mal gucken. Ich persönlich lasse immer die Finger von Pappschwellengleis, wenn es als Bastlerware angeboten wird und stelle selber solchen Ausschuss auch nicht bei ebay ein sondern entsorge es diskret über den Hausmüll. Das spart allen Beteiligten unnötigen Frust und den soll unser Hobby ja gerade nicht mit sich bringen...;-))

Viele Grüße

Dirk

BeitragVerfasst: 01.06.2007, 23:35
von Dietmar
Hallo

Also ich würde auf alle Fälle das Kunststoffgleis bevorzugen. Es ist meiner Meinung nach betriebssicherer als das Pappgleis. Gerade auch umgebaute Fremdfahrzeuge fahren auf Kunststoff doch sicherer. Was die Verschmutzung angeht, da hilft einfach die Anlage so gut es geht sauber zu halten. Ich kann aus Erfahrung nur sagen, dass der Mittelleiter bei mir nur bei direkter Berührung mit Wasser rostet. Auf meiner alten Anlage, die in einem unbeheizten Raum stand, war auch nach 30 Jahren kein Rost. Der Raum war im Winter auch feucht und es regnete schon mal etwas durch. Nur an den stellen wo direkt das Wasser auf die scheinen kam, rostete der Mittelleiter leicht. Der größere Feind war ganz einfach der Schmutz. Ich habe auch scheinbar im Gegensatz zu den meisten hier andere Erfahrungen gemacht. Bei mir war der Mittelleiter weit weniger schmutzanfällig als die Außenschienen. Auf den Schienen war auch der Abrieb der Haftreifen und der Kunststoffräder der Grund für die Verschmutzung. Auch der sich ablagernde Schmutz unter den Rädern löste sich an manschen Stellen und verdreckte so die Schleifer. Mit den neueren Trix Express Schienen mit Neusilber- Mitteleiter habe ich keine Erfahrung. Ehrlich gesagt kannte ich die auch bisher nur vom Hörensagen, gesehen habe ich noch keine. Auf meinen beiden Ausstellungsanlagen lasse ich immer einen Roco Reinigungswagen mitlaufen. Der reinigt zwar nur die Außenschienen zuverlässig, weil der Mitteleiter nicht immer auf der gleichen Höhe ist, aber das langt. Wenn die Anlage einmal sauber gefahren ist, reicht das, der Mittelleiter ist bei mir nicht so anfällig. Ganz hartnäckiger Schmutz holt der Roco Clean auch nicht weg, da muss man mit dem Roco Reinigungs- Gummi ran. Aber wie gesagt nur auf den Außenschienen. Der Liliput Reinigungswagen ist auch eine Hilfe bei hartnäckigem Dreck. Auch an nicht so gut zugänglichen Stellen hilft er. Aber, das SR Reinigungsöl ist gründlich. Es holt bei der 2. Runde auf den nun nassen Schienen auch den Schmutz von den Lokrädern runter und läst in gelöst auf den Schienen liegen. Deshalb ist er im laufenden Betrieb nicht zu gebrauchen, er würde von allen Rädern den Schmutz lösen und das Ergebnis wäre noch schlechter als vorher. Er eignet sich für eine Grundreinigung am Ende eines Spieltages, oder am Anfang mit entsprechender Trockenpause. Auch habe ich die Erfahrung gemacht das zu saubere Schienen nicht zwangsläufig gut sind. Richtig trockene, saubere Schienen fördern die Funkenbildung mehr als Schienen, die einen Hauch von einem Ölfilm haben. Jeder Funken hinterläst auf den Gleisen eine Stelle die nicht gut leitet und deshalb wieder gereinigt werden muss. Damit mich jetzt keiner falsch versteht, nicht die Schienen ölen, das ist natürlich falsch. Sondern der natürliche Schmierfilm, der sich im Betrieb durch Abrieb und Ölverluste einstellt reicht. Deshalb ist das SR 24 Reinigungsöl auch meiner Meinung nach besser als Benzin oder Sonstige gründlichen Reiniger die auch den Letzten Ölfilm vom Gleis holen, es hinterläst einen Hauch von Ölfilm. Wie gesagt, das ist meine Erfahrung, wenn da einer eine andere hat, auch gut.
Also immer einen Reinigungswagen mitlaufen lassen, dann sollte es ohne Schwierigkeiten gehen. Wem der von Roco zu auffällig ist, von Piko gibt es einen Ähnlichen als normaler Güterwagen Ep.4 oder auch 5. Von Märklin/Trix gibt es einen Schwerin mit nur Außenschienenreinigung, aber der passt nur zur Ep.3 in Güterzügen. Ich habe meinen Roco Clean einfach braun angestrichen, so fällt er nicht mehr auf, und kann auch zur Not noch glaubhaft als Stückgutwagen in Personenzügen mitfahren. Auf den Bildern vom Trixtag 2006 in Koblenz kann man ihn auf meiner Anlage sehen.

Grüße
Dietmar

Gleismix

BeitragVerfasst: 02.06.2007, 12:57
von Frank Bertram
Hallo Freunde,

als überzeugter Bakelifahrer hier mein Senf dazu: ich habe Erfahrung mit allen drei Gleissystemen machen können und stimme Dietmar zu. Auch bei mir ist es weniger der Mittelleiter, der verschmutzt, sondern sind es die Außenschienen.

Dennoch habe ich meinen Dampfern einer Anregung von Reimund folgend weitere Mittelschleifer "verpaßt". Damit lassen sich DKWs einfach sicherer durchfahren und bei Weichenstraßen gibt es seltener Probleme.

Der Schienenreinigungswagen auf Klappdeckel- Wuppertal- Basis hat bei mir drei Putzflächen: für die beiden Außenschienen und den Mittelleiter. Hartnäckige fälle löst der Roco-Gummi.

Bakelischienen und Pappgleise lassen sich, wie auch Pappe und Kunststoffgleise, an jeder beliebigen Stelle verbinden (auch ohne Übergangsgleis). Wen es interessiert, die sehe sich mal im IG Farum, auf der Euregiostammtischseite oder in alten Mibas der 50ger Jahre um. Einfacher geht es nicht.
Für Pappe/Kunststoff-Übergänge gab es Übergangsschuhe, die hin und wieder noch zu haben sind. M.E. ließen sie sich sogar nachbauen.

Übrigens: der von Reimund seinerzeit vorgestellte Schie-Rei wirkt ebenfalls Wunder (bitte beim Euregiostammtisch nachschauen).

Gruß

Frank

BeitragVerfasst: 04.06.2007, 07:50
von KaSo
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten. Das hat mich schon ein ganzes Stück weiter gebracht. Die Gleise bei Ebay zu kaufen ist nicht so einfach, das habe ich schon gemerkt. Die Papp und Kunstofgleise zu unterscheiden geht ja noch wenn ein Bild dabei ist, aber die unterschiedlichen Kunstoffgleisgenerationen von denen ich jetzt weiß zu unterscheiden wird wohl schwierig. Ich hoffe ich kann dieses Jahr nochmal an einem TE Treffen teilnehmen. Das ist immer ein bischen weit weg für uns im Norden. Aber es lohnt sich sicher und ich hoffe, dass ich dort auch faire Preise bekommen. Also vielen Dank nochmal.

Karl