von Georg » 15.04.2007, 18:37
Karl,
folgendes wird Dir bei Deinem Vorhaben wenig nützen, aber zur Klarstellung, damit keine Mißverstandnisse aufkommen, einige Worte an:
@ Ulrich,
Natürlich kann man die alten Wechselstrom-Lokomotiven auf Gleichstrom umbauen. Den Umbau hat Trix ja sogar in den 1950er-Jahren angeboten. Weil man mit der unzuverlässigen Trix-Umschaltung nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen war.
Nur geht beim Umbau von Feldspule auf Permanentmagnet doch der ganze Flair der alten Lokomotiven mit ihrem typischen Fahrverhalten verloren. Ferner geht ein Teil des Wertes dieser alten Loks verloren. Gerade deswegen will Karl doch die alten Schätze mit Wechselstrom fahren. Abgesehen davon, funktioniert die Entkupplungseinrichtung an der BR 01, der BR 71 und der E 94 dann nicht mehr, wenn Du die Umschaltung außer Funktion setzt.
Ulrich, Du machst dann den Vorschlag: "Die Magnetspule wird über den Brueckengleichrichter gespeist, der Anker direkt aus dem Gleis."
Damit beschreibst Du einen typischen Nebenschlußmotor. Aber Du kannst die Trix-Feldwicklung nicht einfach mit der vollen gleichgerichteten Betriebsspannung aus einem Gleichrichter speisen. Sowohl bei der Trix- als auch Märklin- Wechselstromlok sind Anker und Feldwicklung in Reihe geschaltet, wobei die Feldwicklung nur zu einem sehr geringen Spannungsabfall führt. Der Trix- bzw. Märklin-Wechselstrommotor ist aber ein Hauptschlußmotor, da der für die Modellbahn von der Charakteristik besser geeignet ist, als ein Nebenschlußmotor, der gerade beim Anlaufen nur sehr geringe Kräfte entwickelt. Ferner bräuchte man im Trix-Fall genaugenommen für den Gleichstrombetrieb einen Anker mit etwas anderen elektrischen Werten.
@ Frank
Es geht um die Gedanken, ein drittes elektrisches System in das Gleis einzuspeisen. Das wäre grundsätzlich möglich. Mechanisch wurden ja schon etliche Märklin-Loks mit entsprechenden Radsätzen auf das Trix Express – Gleissystem umgebaut. Aber üblicherweise baut man die Lok dann auch auf Gleichstrombetrieb um.
Nur wer auf den Gedanken kommt, die umgebaute Märklin-Lok weiterhin mit Wechselstrom und Überstromrelais betreiben zu können, (so hatte es ja Ulrich eingangs mit seinem dritten Stromsystem angedacht,) sollte das ganz schnell vergessen. Weil dort Spannungen am Gleis entstehen können, die gefährlich werden. Das ist auch der Grund, warum die Trix – Wechselstromloks mit abfallenden Relais arbeiten. Hätte Trix sein Zweizugprinzip mit einer Märklin-Überstromumschaltung realisiert, wo der Transformator im Leerlauf locker auf 30 Volt hoch läuft, dann hätte man im ungünstigsten Fall sogar 2 x 30 Volt = 60 Volt am Gleis. Da ist nun mal keine Kleinspannung mehr! Nach den heutigen Vorschriften ist nur bei Spannungen unter 25 Volt kein Schutz gegen Berühren vorgeschrieben. Darüber sind Isolierungen bzw. Abdeckungen vorgeschrieben, was natürlich bei Gleisen unmöglich ist.
Gruß Georg