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Trix 2 Leiter, Trix Ho, Röwa, Hamo, andere

BeitragVerfasst: 20.01.2005, 23:23
von dralle
Hallo,
ich stelle mir in letzter Zeit die Frage, ob es Modellbahner gibt, die wie ich von Express auf International umgestiegen sind oder auch erst seit kurzen ein Herz für Trix HO gefunden haben. Meine Frage richtet sich nicht nur an aktive Modellbahner sondern auch an Sammler. Es wäre doch interessant zu wissen was für ein Potential auf dieser Schiene liegt. Über eine rege Beteiligung freue ich mich.
Gruß an alle
dralle

BeitragVerfasst: 21.01.2005, 20:23
von noels
Hallo dralle,
ich bin mir nicht so ganz sicher, worauf Du hinaus willst. Ich gehe davon aus, daß es Dir nicht um die Diskussion Express oder Zweileiter geht, sondern darum, was Ex- Expressionisten erwartet und erwarten.
Ich bin kein Sammler, sondern Betriebsbahner, beobachte aber schon den Markt. Ich glaube, daß für den "normalen" Modellbahner die Marke Trix H0 nicht eine so hohe Wertigkeit hat. Sicher behalten die alten, schweren Fahrzeuge auch auf kleinem Spurkranz ihren Charme. Die aktuellen Fahrzeuge, weitgehend aus Metall, (eigentlich ja Märklin- Gleichstrom) unterscheiden sich bestimmt in gewissem Maße von anderen Produkten. Aber die besondere Individualität der alten Express- Fahrzeuge erreichen sie nicht mehr. Der Ruf des besonderen ist auch in den 80-ern und 90-ern mit den Plastikloks zerstört worden. Abgesehen vom Mittelleiter und dem hohen Spurkranz gab es keine Abgrenzung zu Fahrzeugen von Roco & Co. Die International- Fahrzeuge dieser Epoche waren mit denen anderer Hersteller absolut austauschbar.
So gibt es also für den Liebhaber der alten Trix- Fahrzeuge zwei Wege:
a) Man macht es wie Du: Die Express- Fahrzeuge werden auf NEM umgerüstet, um mit modernen Fahrzeugen zusammen eingesetzt zu werden.
b) Man rüstet Wunschmodelle aus dem NEM- Bereich auf Express um.
Beides bedingt etwa gleich großen Aufwand. Man muß die Räder bearbeiten oder austauschen. Aus Sicht des Sammlers ist Variante b vorzuziehen, da die Fahrzeuge original bleiben und der Sammlerwert höher liegt. Für reine Betriebsbahner, die nicht viele Trix- Fahrzeuge haben, ist wohl a interessanter.
Für den NEM- Fahrer liegt also das interessante darin, das eine oder andere alte Schätzchen weiter zu betreiben. Ein paar Modelle gab es nur von Trix. So kann man Lücken schließen. Es werden also wohl bisherige Trix- Lok weiterhin Interesse finden, aber im Preisniveau unter Express bleiben. Doch als Zukunftsperspektive sehe ich Trix in Form als HAMO- Ersatz nicht sonderlich stark. Der Name wird wohl mittelfristig nur in der Spur N weiter leben.
Mal sehen, wie andere darüber denken.
Gruß
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 21.01.2005, 22:28
von dralle
Hallo Heiko,
ich danke Dir für die umfassende Stellungnahme. Leider ist mir eine Panne beim anlegen des Themas unterlaufen , der Beitrag gehört natürlich in die Rubrik Diskussionenen.
Gruß dralle

BeitragVerfasst: 22.01.2005, 10:27
von Sandro Coletta
Hallo Heiko,

grundsätzlich hast Du m.M.n. Recht, ein klein-wenig muß ich Dir allerdings doch widersprechen - ich finde nicht, daß Trix mit der Einführung der (Teil-) Kuststoff-Lokomotiven "mainstreamig" geworden ist. Wenn ich mir z.B. BR92, BR54 oder die E05 anschaue - und die sind ja in den späten Siebzigern entwickelt worden - dann erkenne ich die klar als Trix-Produkte wieder - vor allem auch wegen der spitzenmässigen Qualität. Wenn ich mir Roco (die (ex Röwa-) Waggons waren natürlich super, aber die Loks?) oder Märklin/Primex (stabil aber nicht sehr detailliert) von damals anschaue, na ja... Fleischmann war seinerzeit ganz vergleichbar, wenn ich mich recht erinnere. Ich mag die Trix-Produkte aus dieser Zeit sehr gerne - teilweise sind sie noch heute meine Lieblingsstücke :)

Gruß,
Sandro

PS: Ich bleibe bei Express - an Lokomotiven gibt es alles Wichtige oder ich lasse sie mir wenn möglich von Herrn Hess umbauen; bei Waggons kaufe ich Trix HO (wenn als in Nürnberg produziert erkennbar ;) ) und rüste sie selber um.

PPS: So und jetzt gehe ich ein bischen mit der V36 (Mabuchi-Motor) rangieren - zur Entspannung :)

BeitragVerfasst: 23.01.2005, 15:52
von Georg
Dralle:
Zitat:

: Ich stelle mir in letzter Zeit die Frage, ob es Modellbahner gibt, die wie ich von Express auf International umgestiegen sind oder auch erst seit kurzen ein Herz für Trix HO gefunden haben. Meine Frage richtet sich nicht nur an aktive Modellbahner sondern auch an Sammler.

Um auf die zweite Hälfte der Frage (Herz für TrixH0) zuerst zu antworten: Ich glaube kaum! In den letzten Jahrzehnten wurde TrixH0 als erweiterbares Modellbahnsystem kaum beworben, während Roco und Fleischmann sehr aktiv waren. Mangels eines eigenen Gleissytems konnte man von TrixH0 nur Fahrzeuge zur Ergänzung seiner mit Gleismaterial anderer Hersteller aufgebauten Anlage kaufen. Damit kommt aber der Flair einer TrixH0-Anlage nicht auf. Es gibt auch niemand, der sein Herz für eine „Hamo“-Bahn gefunden hat. Und so wie Märklin TrixH0 bisher behandelt hat, ist es nichts anderes als ein etwas erweitertes Hamo-Angebot. Auch die Preise für gebrauchte TrixH0-Fahrzeuge, die immer unter denen vergleichbare Express-Modelle liegen, spiegeln das geringe Interesse wider.

Erst in letzter Zeit hat Märklin unter dem Druck des Erfolges der in den Discountmärkten angebotenen Zweileiter-Gleichstrom-Anfangspackungen die Marke TrixH0 als „Start-Bahn“ wieder neu entdeckt. Denn der Käufer einer solchen Startpackung aus dem Discountmarkt, der dadurch wirklich zur Modellbahn findet, kann als Käufer einer Märklin-Bahn in der Regel vergessen werden. Damit schwindet aber langfristig der Marktanteil der Märklin-Bahn auf dem deutschen Markt. Ob aber diese in China gefertigten Modelle jemals größeren Sammlerwert, ein bestimmtes Flair oder besonderen Charme verbreiten werden, muß bezweifelt werden. Beobachte den Markt von anderen schon länger in China gefertigten Waren, z.B. Modellautos, da tut sich nichts.


Um nun auf die erste Hälfte der Frage (von Express auf International umgestiegen) zu antworten: Ja.


„Nach damaligen Stand der Technik“ kam in meiner Kindheit von Uhrwerkseisenbahnen abgesehen nur die elektrischen H0-Bahnen Trix Express, Fleischmann und Märklin in Frage. Wie ich später herausbekam, führte der Händler, wo mein Vater die meine Bahn kaufte, Fleischmann aber nicht. Warum mein Vater mir ein Jahr nach der Uhrwerksbahn eine Trix Express-Bahn und keine Märklin-Bahn kaufte? Als ich über die Frage nachzudenken begann, konnte ich ihn leider nicht mehr befragen.

Irgendwann waren meine Eltern der Ansicht, der Umfang meiner Bahn wäre groß genug. Kommt aber nichts Neues hinzu, läßt der Spieltrieb mit der Zeit nach. Außerdem zeigten sich die Folgen der immer fliegend aufgebauten Anlagen. Die Schienenlaschen erwiesen sich als Schwachstelle, der Halt wurde immer lockerer, die Schienen wurden durch die Fliehkraft insbesondere in den Kurven auseinander getrieben und entweder wurde der Mittelleiter unterbrochen und die Loks blieben stehen oder der Mittelschleifer der Lok schob die Gleise ganz auseinander mit der Folge einer Entgleisung. Das einfache Nachbiegen der Laschen mit einer geeigneten Zange war mir als Kind nicht möglich, es gab nicht an jeder Ecke einen Baumarkt, wo man Werkzeug hätte kaufen können. So wurde mangels Hilfe durch die Eltern einem langsam die Freude vergällt.

In der Pubertät wandte man sich dann anderen Interessen zu. Die Bahn lag, abgesehen von den genannten Mängeln, funktionsfähig verstaut im Karton. Damals gab es keine Flohmärkte, Modellbahnbörsen, Händler mit gebrauchten Modellbahnen, wo man die Bahn hätte verkaufen können. So fragte eines Tages ein Nachbar an, ob die Anlage noch existierte und er sie für seine Kinder kaufen könne. Vom Trafo bis zu Hausbeleuchtung sollte sie 120,- DM bringen. Ich konnte mich aber nicht davon trennen. So schlummerte sie weiter im Karton.

Rund zehn Jahre später wurde mit wachsender Mobilität die große Bahn entdeckt. Es gab immer wieder etwas bei der großen Bahn zu entdecken und so reiste man den langsam verschwindenden Dampfloks nach. So wurde auch wieder die alte Bahn hervorgeholt. In Eisenbahnzeitschriften mit Modellbahnteil kam Trix Express damals kaum noch vor und ein Freund (selbst Märklin-Fahrer) riet mir, bei einem Neubeginn mit dem internationalen H0-Gleichstromsystem weiterzumachen. Trix selbst konzentrierte sich damals auf die N-Spur und bewarb die Trix Express-Bahn kaum. Neuanfänger begannen entweder mit N oder H0. Kam H0 in Frage, mußte nur noch zwischen Fleischmann und Märklin entschieden werden. So baute ich die Trix Express-Lokomotiven und -Wagen um. Inzwischen bot Trix selbst ein Großteil der Fahrzeuge als International-Fahrzeuge an, so daß der Bezug der benötigten Umbauteile kein Problem darstellte. So einfach gestaltete sich der Umbau allerdings nicht. Eine E10 003 kann man nicht so leicht umbauen wie eine 2252. So mußten bei der BR 64 Radsätze der Fleischmann BR 65 beschafft werden. Die BR 64 vom gleichen Hersteller gab es noch nicht. Allerdings war bei der Stromaufnahme auch Erfindungsgabe erforderlich, da auf Schienenschleifer verzichtet werden sollte. Da ich auch eine 754 besaß, war alllerdings ein völliger Umbau nicht möglich. Meine International-Zeit beschränkte sich darauf, Lokomotiven zu sammeln, denn zu einer Gleisanlage kam es nicht, weil es zu der Zeit an Platz mangelte. Wenn mal gelegentlich gefahren werden sollte, wurden kurzerhand die noch vorhandenen Express-Gleise aufgebaut.

Für die Neubeschaffung von Fahrzeugmodellen errichtete ich mir ein Limit von 100,- DM für ein Triebfahrzeug. Das mag niedrig erscheinen, aber der Preis für die BR 42 und den VT08 lagen damals weit darunter. Als dann ein Händler in der Nähe das gesamte Trix-Röwa Programm auflöste und die Wagen für wenige DM verkaufte, wuchs der Bestand an Express-Fahrzeugen wieder an, die natürlich umgebaut werden sollten. Inzwischen gab es auch die ersten Flohmärkte. Nachdem diese sich als Publikumsmagnet erwiesen, war es nur eine Frage der Zeit, wann der erste Flohmarkt nur für Modelleisenbahnen stattfand. Die Modellbahnbörse war geboren. Da sah ich die Modelle, die ich mir als Kind immer gewünscht hatte, und konnte endlich einen VT50 günstig erstehen, den ich eigentlich nur aus dem Katalog kannte, da er schon lange aus den Läden verschwunden war. Und das alte Fahrzeug mit dem alten (ursprünglich für Wechselstrom vorgesehenen) Motor lief überraschend weich, viel angenehmer als die Modelle mit den (schwungscheibenlosen) Perma-Motor. Damit war die Liebe zu der alten Trix Express-Bahn aus der Kinderzeit wieder da. Da die Teile vom Umbau auf International noch vorhanden waren, war ein Rückbau leicht möglich.


Heiko:
Zitat:
: Sicher behalten die alten, schweren Fahrzeuge auch auf kleinem Spurkranz ihren Charme. Die aktuellen Fahrzeuge, weitgehend aus Metall, (eigentlich ja Märklin- Gleichstrom) unterscheiden sich bestimmt in gewissem Maße von anderen Produkten. Aber die besondere Individualität der alten Express- Fahrzeuge erreichen sie nicht mehr. Der Ruf des Besonderen ist auch in den 80-ern und 90-ern mit den Plastikloks zerstört worden.


Die Individualität früherer Modelle, liegt zum großen Teil daran, daß Konstrukteure relativ freizügig das Vorbild umsetzten. Hauptsache das Wesentliche wurde nachgebildet. Es hat keiner mit einer Schieblehre nachgemessen. Kinder lernen aber früh Abstraktion. Ein Bauklotz ist ein Bauklotz, daraus kann ein Bahngebäude entstehen, es kann aber sowohl Ladegut auf einem Güterwagen als auch Prellbock sein. Und in der Sandkiste ist der gleiche Klotz eine Planierraupe. Die Detailierung eines Modells braucht also für ein Kind gar nicht so weit getrieben werden, wie wir Erwachsenen es erwarten. Die Batterie-Lok ist ein gutes Beispiel, was ein Kind von einer Lok erwartet: ein Führerhaus mit Fenstern aus dem der Lokführer herausschaut, ein großer Schornstein, aus dem der Qualm hervorquillt, die Zylinder, denen zischend der Dampf entweicht, die lärmende Pfeife, die wirbelnden Treibstangen, die leuchtenden Lampen und natürlich die Puffer, die, da bei einem Kind genau in Augenhöhe, sofort ins Blickfeld geraten. Das sind die Details, die ein Kind auf einem Bild zeichnen würde. Ein Kind braucht auch keinen Dampferzeuger im Schornstein: ein wenig Watte hineingestopft erfüllt den gleichen Zweck.

Gerade Röwa und später auch Trix (begonnen mit der BR 92) haben Maßstäbe für vorbildgetreue Fahrzeuge gesetzt. Dagegen hatte früher, als man es nicht so genau nahm, jede Modelleisenbahn-Marke ihren speziellen Charakter. Fleischmann war insgesamt etwas zu groß. Bei Märklin war vieles zu klein. Bei Trix war manche Loks zu breit. Wer es nicht glaubt, nehme sich die alten Modelle der E10/110 vor und vergleiche sie mit dem aktuellen Roco-Modell. Es war damals beabsichtig, daß die Modelle nicht so richtig zusammenpaßten. Sie sollten nicht austauschbar sein, man wollte die Kunden bei der einmal gewählten Marke halten.

Wenn man heute ein Modell von einem bestimmten Vorbild konstruiert, müßte es, da vom Kunden höchste Vorbildtreue verlangt wird, von allen Herstellern gleich aussehen. Im Zeitalter der Austauschkupplung ist die Kupplung auch kein Indiz mehr. So werden die „Handschriften“ der einzelnen Modellbahnhersteller immer ähnlicher und man muß sich bei den Fahrzeugen schon die Unterseite ansehen, um zu ergründen was man in Händen hat. Damit ist aber der Charme einer bestimmten Marke verschwunden.

Der Charme einer Trix Express-Bahn liegt für mich in den alten Fahrzeugen. Aber es ist für mich auch reizvoll, Fahrzeuge aus immerhin 8 Jahrzehnten nebeneinander fahren lassen zu können und damit die technische Entwicklung der Modellbahn aufzeigen zu können. Das Spiel im Sinne von Fahren muß dabei nicht im Vordergrund stehen. Es macht einfach mehr Freude, die aus einem Schrotthaufen wieder auferstandene Lok fahren zu sehen, als eine neue, teuer gekaufte Lok bei ihrer Fahrt mit der Sorge zu beobachten: Hoffentlich bricht nichts ab.

Trix HO

BeitragVerfasst: 23.01.2005, 17:36
von rei
Hallo Georg :)
Ein sehr schöner Bericht,dem ich vor allem am Ende gerne zustimme.
Wir hatten gestern unseren Stammtisch und dort konnte man das von dir(und Heiko) beschriebene Flair beobachten.
Allerdings habe ich auch Verständnis für Dralle.
Im übrigen ist er da ja auch nicht ganz alleine.
Ich kenne noch andere Expressler die umsteigen.
aber die Mehrzahl wird dem System wohl treu bleiben.
Trotzdem fände ich schon interessant auf einer Veranstaltung umgebaute Express-Modelle auf Zweileiter fahren zu sehen. 8o
Vor allem die Fahreigenschaften würden mich interessieren.
Ich selber wünschte manchem meiner Modelle eine bessere Stromabnahme über die Räder.
Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wie ich dies bei Express-Modellen teilweise realisieren kann? ?(
Bis denn
Rei

BeitragVerfasst: 24.01.2005, 21:02
von dralle
Hallo,
bei den Berichten freut man sich doch, das man mal lesen gelernt hat. Ich finde das Flair welches Trix Express Modelle ab 1960 vermitteln ist auch bei Trix International Modellen vorhanden.

Georg: Meinem Vater hatte ich ebenfalls die Frage gestellt. Er gab TE den Vorzug, weil die Gleispläne schöner waren. Als Elektriker war ihm der Vorteil des Zweizugbetriebes sicherlich bekannt, aber erwähnt hat er es nicht.

Rei: Über Fahreigenschaften könnte man ein neues Thema anlegen. Die International E 50 und die E 94 haben abgesehen von den Schienenschleifer zusätzliche Radschleifer. Die Radschleifer sind aus Draht gebogen und mit einer Schraube festgeklemmt. Das ganze sieht abenteuerlich aus, aber funktioniert klasse und ist leicht herzustellen.
Grüße dralle

BeitragVerfasst: 25.01.2005, 09:25
von dho
Hallo an alle.

Eure Argumentation kann ich gut nachvollziehen und auch ich bin der Meinung, dass die alten TE-Modelle einen ganz eigenes, wunderschönes und nicht zu überbietenes Flair verbreiten, wenn sie über eine Anlage fahren.

Was mich an TE aber schn immer genervt hat sind die viel zu kleinen Radien der Kurven und Weichen und der riesige Abzweigwinkel der Weichen. Das hat bei mir aber nur zum Teil mit der Optik zu tun. Bei mir ist der Hauptgrund für die Abneigung gegen diese kleinen Radien die Betriebssicherheit.
Da ich in der glücklichen Lage bin, viel Platz zu haben (ein kompletter ausgebauter Dachboden von 10 Metern Länge und 6 metern Breite steht mir komplett für meine Anlage zur Verfügung), bin ich in der Lage lange Zuggarnituren fahren zu lassen. Und hier treten die Probleme bei mir auf: Meine TEE-Garnitur (E03 oder E112 mit 8 langen Trix-Röwa TEE-Wagons) und meine D-Zug-Garnituren die aus 8 von den noch längeren Trix-Röwa D-Zug-Wagen bestehen mögen die engen Radien überhaupt nicht. Vor allem im R1 quittieren sie jede noch so kleine Geschwindigkeitsänderung damit, dass sie sich auf die Seite legen. Und das obwohl die Wagons sehr sehr leicht laufen. Auch Versuche mit unterschiedlichen Zusatzgewichten in den Wagen haben keinen Erfolg gebracht.
Deshalb habe ich radikale Maßnahmen ergriffen: Ich fahre inzwischen ohne Mittelleiter, habe die Lok´s und Wagons auf Radschleifer umgerüstet (die Stromaufnahme ist nach dem Umbau viel besser als mit den Schienenschleifern) und mir Gleise aus Peco- und Tillig-Material selbst gebaut (hab ich im Forum bereits vorgestellt). Was noch nicht ganz abgeschlossen ist, ist der Selbstbau von schlanken Weichen (siehe andere Forenbeiträge).
Wenn alles fertig ist, habe ich eine Anlage auf der TE, TI und NEM Material gefahren werden kann mit einem Minimalradius von 700 mm. Da alles digital gesteuert wird habe ich durch den fehlenden Mittelleiter keine Nachteile.

Altes Trix-Material ist toll, die Trix-Röwa-Wagons traumhaft, aber meine neue BR 05 (Profi-Club) ist auch ein Traum.

Dirk

BeitragVerfasst: 25.01.2005, 23:05
von dralle
Hallo Dirk,
diese Konfiguration kenne ich bisher garnicht. Es ist schon erstaunlich zu welchen Lösungen man kommen kann. Das Problem mit den Röwawagen kenne ich nicht. Meine fahren in der Ebene (keine Berg + Talbahn) und ohne Beleuchtung ohne Probleme. Sind deine Wagen mit KKK (Röwamatik) ausgestattet, dann könnte es daran liegen.
Gruß Ralf

BeitragVerfasst: 26.01.2005, 14:59
von dho
Hallo dralle,

die Kupplungen der Wagen sind die orginal Trix-Kupplungen. Das Problem liegt meiner meinung nach auch woanders.
Ich habe folgendes beobachtet:
1. Die Züge kippen nur um, wenn sich der Zug in einer R1 Kurve die mehr als 90 Grad (also 3 mal 4312) befindet, die Lok die Kurve schon durchlaufen hat und mindestens 2 Wagons noch nicht in die Kurve eingefahren sind. Beschleunige ich dann den Zug nur ganz leicht, dann passiert das Unglück.

2. Bei Kurven die mir R2 beginnen und dann mit R1 weitergeführt (1 mal R2 + 2 mal R1) werden, kann die Beschleunigung schon stärker sein.

3. Bei einer 180 Grad Kurve die aus 3 mal R2 und 3 mal R1 besteht gibt es schon keine Probleme mehr, es sei denn, ich reiße den fahrtenregler abrupt voll auf (aber das ist ja ohnehin schwachsinnig).

Ich gehe ganz stark davon aus, dass die Züge durch die in den engen Radien ungünstigen Kräfteeinwirkungen und die in engeren Kurven höheren Reibungswiderstände aus der Bahn geworfen werden.

Dirk

BeitragVerfasst: 26.01.2005, 18:51
von noels
Hallo,
dralle: Ich denke, das hast Du schon ganz richtig beobachtet. Beim Vorbild wird auch mit erweitertem Radius am Kurvenanfang und Ende gefahren. Es gibt zwar kein Flexgleis von Trix, aber das Neusilbergleis kann man recht stark biegen. Die dann kurveninnere Schiene muß natürlich gekürzt werden. Auch der Mittelleiter macht das erstaunlich gut mit. Wenn man die Verbindungsfähnchen herauszieht, kann man auch diesen an den Enden um das erforderliche Maß einkürzen. Ab einem gewissen Maß der Biegung muß man daß äußere Schwellenband an einigen Stellen auftrennen, wie bei normalen Flexgleisen auch. Wenn man diese Technik benutzt, kann man dem Gleisbild schon viel der starren Symetrie nehmen und Kurven erträglicher machen.
Zu Deinen Wagen: Prüfe doch einmal das Spurmaß der Radsätze. Oft ist dieses zu weit. Dann werden die Radsätze in den Kurven schwergängig.
Gruß
Heiko

BeitragVerfasst: 26.01.2005, 20:56
von dho
hallo noels,

das Spurmaß der Radsätze liegt zwischen 15,6 und 15,8 mm. Ich denke das ist o.k. so.
Ich hab mal einen Versuch gemacht:
Ich hab ein offenes Gleisoval aufgebaut, 5 Gerade 180 Grad Kurve R1 und dann wieder 5 Gerade.
Die ersten 5 Geraden hatten ein Gefälle von 5mm.
Wenn ich am Anfang einen Wagon aufsetze läuft er durch die Schwerkraft die Gefällestreche herunter, durch die gesamte Kurve durch und bleibt erst kurz vor dem Ende der an die Kurve anschließenden Geraden zum Halt. Ich denke, dass die Wagons leicht genug laufen.

Dirk

BeitragVerfasst: 27.01.2005, 00:15
von dralle
Hallo,
ich habe Dirks Problem auf einer Teppichbahn mit Rocogleis (2,1 mm Höhe) mit Radius R2 ( entspricht Trix R1) und einen 10 teiligen Trix-Röwa Zug in International Ausführung nachgestellt. Gezogen von der 22110 Trix E 103 in Kombination mit Travo 5501, kann der Travo schlagartig von Stufe 5 auf Anschlag geregelt werden, ohne das ein Wagen kippt. Die Lok stand dabei am Kurvenanfang bzw. Mitte.
Ich habe die Vermutung, daß die Schleifer der Beleuchtung oder die Paarung Schiene/ Radsatz die Probleme erzeugen.
Gruß dralle

BeitragVerfasst: 27.01.2005, 15:58
von dho
Hallo an alle die Ahnung haben.

kann es sein, dass TE-Radsätze generell schwerer laufen als NEM-Radsätze??

Ich habe folgendes versucht:

Ich habe mit TE-Gleisen eine ca 2 Meter lange 2-gleisige Gefällestrecke aufgebaut (ca 50 cm Steigungsstrecke und dann 1,5 m waagerecht, Gefälle auf den 50 cm 2mm)

Ich habe dann so lange probiert, bis ich zwei Wagen gefunden habe die fast genau gleich laufen. Ich habe den Versuch mit den beiden Waagen sehr oft und in allen Variationen wiederholt, bis ich mir sicher war, dass die Waagen wirklich gleich laufen.

Dann hab ich einen Wagen auf TI-Radsätze umgerüstet.
Der Waagen lief anschließend besser.

Dann hab ich den anderen Waagen auch umgerüstet.
Beide Waagen liefen wieder gleich.

Den ersten umgerüsteten wieder zurück auf TE.
Der Waagen lief schlechter.

Als Gründe dafür fallen mir nur ein:
1. Das größere Massenträgheitsmoment der TE-Radsätze.
2. Die Profilgeometrie der TE-Radsätze. Bei den TE-Radsätzen beträgt der Winkel der Außenseite der Spurkränze zur Radsatzachse genau 90 Grad. Dadurch berühren die TE-Räder die Schiene an einer Linie.
Bei NEM-Radsätzen verläuft dir Außenseite der Spurkränze schräg nach innen weg. Dadurch berühren die NEM-Räder die Schienen nur an einem Punkt.

Vielleicht kann mir jemand den richtigen Weg zeigen. Wo denke ich in die falsche Richtung.

Dirk

BeitragVerfasst: 27.01.2005, 18:25
von Georg
> Bei den TE-Radsätzen beträgt der Winkel der Außenseite der Spurkränze zur Radsatzachse genau 90 Grad. Dadurch berühren die TE-Räder die Schiene an einer Linie.

Was Du da beobachtes, ist gar nicht so falsch. Nur ist es keine Linie, sondern sogar eine "Fläche", die sich da berührt.


Beschäftige Dich mal mit

http://www.cis.tugraz.at/mel/lehre/%20zusatzinformationen/310214/kapitel5.pdf


Vorsicht! die Datei ist fast 4 MB groß. Es ist für Studenten gedacht und es geht um die Verhältnisse beim Vorbild.

Aber ab der Seite 9 in dem Dokument wird das Zusammenspiel von der Spurweite des Gleise und der Spurweite des Radsatzes behandelt. Die Differenz zwischen beiden ist das Spurspiel.

Das Spurspiel ist bei Expess-Radsätzen von Haus aus größer als beim Zweileiter-International-Radsatz. "Dho" hat 15,6 bis 15,8 mm gemessen, die Spurweite des Gleises beträgt 16,5 mm. Die Differenz (= das Spurspiel) beträgt im ungünstigen Fall 0,9 mm.

Wenn man das Express-Spurspiel auf die große Bahn 1 :87 umrechnen würde, würde das bedeuten, daß man mit einem Normalspurradsatz, dem man eine breitere Lauffläche verpaßt hat, auf der russischen Breitspur fahren will. Jeder kann sich vorstellen, daß dabei kein guter Lauf heraus kommt. Beim Express-Radsatz sind die Verhältnisse aber so.

Dazu heißt es auf Seite 9 zum Spurspiel wörtlich:

Diese Größe ist entscheidend beim Laufverhalten des Schienenfahrzeugens.



Nun berühren sich Rad und Schiene normalerweise nur an einem Punkt. In Kurven kommt es beim kurvenäußeren Radsatz aber zu einer Zweipunktberührung. Einmal auf der Lauffläche und einmal am Spurkranz. Da aber die Berührungspunkte auf unterschiedlichen Laufkreisradien liegen, kommt es zu Längsschlupf zwischen diesen beiden Berührungspunkten und Verschleiß (zumindest bei großen Vorbild). Dabei wird ein Teil der Bewegungsenergie eines zu Tal rollenden Wagens aufgezehrt.


Da nun der Trix Express-Radsatz ein größeres Spurspiel und einen besonders großen Spurkranz hat, sind die beiden Berührungspunkte weiter auseinander als beim International-Radsatz. Der Längsschlupf ist also beim Express-Radsatz größer. Der Express-Radsatz verzeht also mehr Bewegungsenergie und rollt daher nicht so weit.

Da ferner der Spurkranz des Express-Radsatzes, wie Du festgestellt hast, einen 90° Winkel zur Radlauffläche bildet, ist es nicht nur eine Zweipunktberührung, sondern eine Mehrpunktberührung (ja, man kann fast von einer flächigen Berührung des Spurkranzes sprechen), und jeder Berührungspunkt befindet sich auf einem anderen Radius. Die Folge sind noch größerer Längsschlupf und Verzehr an Bewegungsenegie.

Wenn jetzt eingeworfen wird: "aber auf einer geraden Strecke".

Der Radsatz läuft auf einer geraden Stecke nicht genau gerade, sondern immer "sinus-förmig". Wegen des Spurspieles läuft der Radsatz mal an der an der linken und mal an der rechten Schiene an. Er tut gewissermaßen an der Schienenkante seitlich "anecken" und es kommt wie in Kurven zur kräfteverzehrenden Zweipunktberührung (beim Express-Radsatz wegen des 90°-Winkels also wieder zur Mehrpunktberührung).


Alles klar?

Wer mehr wissen will, vertiefe sich in der Pdf-Datei. Es wird allerdings sehr schnell wissenschaftlich mit vielen Formeln.