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Das hohe Ross der Firma Märklin

BeitragVerfasst: 08.08.2005, 11:27
von Taigatrommel
Hallo Leute,
hiermit möchte ich mich auch mal über Unser Hobby äussern. In denn letzten Jahren wurden wir die Trix Express Sammler und Fahrer von der Firma Märklin so richtig, im negartiven Sinne, verwöhnt. Angefangen mit Einstellung des Gleissystems weiter über Einstellung von Fahrzeugneuheiten bis hin zu nicht mehr Lieferbaren bzw. sehr überteuerten Ersatzteilen für Trix Express. Ich bin auch am überlegen ob ich die Mietgliedsschaft im ,,Trix Profi Club´´ kündige. Denn wie von einigen Mitgliedern in anderen Forumsbeiträgen schon erwähnt, bietet uns die Zeitschrift Modelleisenbahner erheblich viel mehr Informationen zum Thema Trix Express. Auch wenn diese Informationen zum Teil versteckt sind, wie zum Beispiel in Fahrzeugtesten oder anderen Beiträgen, aber es wird bei weiten mehr an Information übermittelt, als es der Trix Profi Club macht und schaft.

Für 55,-Euro im Jahr ein Jahreswagen und vier Trix Magazine, wo im allgemeinen Berichte enthalten sind über die in anderen Eisenbahnmagazinen-heften auch schon einmal berichtet wurde, die Club-News und ein paar Vergünstigungen bei Musikels ist das in meinen Augen nicht viel für Trix Express Fans.
Wenn mam bei der Firma Märklin wollte könnte man für die Fahrer von Trix Express mehr machen. Angefangen von einer leichten Umrüstbarkeit von Wagen, über die Berücksichtigung bei Neukonstruktionen von Triebfahrzeugen und Lokomotiven ohne kompliezierte Nacharbeiten eine spätere Trix Express-Variante zu ermöglichen und dieses bei Neuheitenankündigungen auch mitteilt das zu einen späteren Zeitpunkt eine Trix Express-Variante erscheint. Dieses ist alles ohne erheblichen Kostenmehraufwand im Verhältnis bei einer Neukostruktion in HO machbar und man könnte dann mit einer grossen Anzahl gleicher Formteile drei Systeme bedienen; das International-, das Märklin-Wechselstrom- und eben das Trix Express System.
Das die Firma Rocco Insolvens angemeldet hat(steitereien, wert der Firma, zwischen Firmenbesitzer und den Banken im Zusammenhang mit rückläufigen Absatzzahlen) ist ja bestimmt vielen von euch bekannt, wenn das der Firma Märklin zustöst, dann aber bestimmt aus Hochnäsigkeit.
Denn sonst würde man unser Trix Express System weiter führen, auch wenn der Gewinn aus Express am Gesammtgewinn nicht so hoch währe. Warum Märklin dann aber ihr Nenngrösse Z nicht einstellt, für die ja nun Komplett alle Formen nur für das System gefertigt werden müssen, ist mir ein Rätzel zumal das Z-System wegen seiner kleinen Grösse sehr zu Betriebsstöhrungen neigt, da reicht schon einfacher Hausstaub in geringen Mengen. Aber wir sind nicht die einzigsten die von den hohen Herren der Firma Märklin verarscht werden. Fragt mal bei euren Händler oder bei den Märklinsammlern und -fahrern nach. Zu diesen Thema ist auch ein Buch zu emfehlen Sammelobjekt Modellbahn vom Gera Mond Verlag.

Viele Modelleisenbahner sind doch mittleren bis älteren Jahrganges, die Generation die heute mit die grösste Kaufkraft hat, und nicht gerade wenige von ihnen haben und hatten auch das Trix Express System und möchten ihr Jugendhobby wieder aufleben lassen bzw. machen ihre Enkel an das Hobby und werden jetzt von Märklin vor den Kopf gestossen. Hoffen wir das man bei Märklin lernt ,,das Kleinvieh auch Mist macht´´.
Aber vielleicht wird es auch nicht mehr lange Dauern und wir sind auf die Firma Märklin nicht mehr angewiesen.
Denn andere Firmen, Händler und Einzelpersonen decken unseren Markt immer mehr ab:
Haftreifen und bestimmte Wagenachsen gibt es bei Naumburg und Partner; Lokradsätze für Diesel- und E-Loks sowie Wagenradsätze bei Luck; div Ersatzteile als Orginal oder Replika bei Tom Jongen und Franz Nowack; Radscheiben zum hinterfüttern von Internationalrädern gibt es in div grössen bei Herrn Hess; Lokneuheiten gibt es bei: Kemo/Gecon Kerossinlok der KEG und später eine dreiachsige Industrie Diesellok; Naumburg und Partner die Limburger Zigarre und nach genügend Bestelleingänge (es fehlen noch ca. 50 Bestellungen), exkusive für Trix Express, die Köf 323; Bemo den hat den Triebzug 624 den man auch, wenn man nicht mit automatischen Blockstrecken fährt, zweiteillig einsetzen kann; die System-Umbaufirmen wie zB. die Firma Benzin, Manzei oder Hern Hess.
Nicht zu vergessen sind die schon Bekannten Modelle von Mehano, den Blue Tiger und die G 2000 die unter den Importeur Gecon für Express kammen, die Modelle der HDL 77, der Class 66 und weitere G2000 Varianten sind für eine Trix Express Variante vorbereitet, Vermutlich auch die Varianten des Tiger 2. Aber der neue Importeur OS-Powersale lebt wohl auch im Grössenrausch und will erst ab einer bestimmten Bestellmenge (hier legt er sich aber nicht Fest, da die gewünschte Bestellmenge immer schwankt, mal 350 dann wieder 500 Stück) ein Expressmodell bringen. Zumal hier in der Grösse passende Teile vorhanden sind, zB. bei der HDL 77 die Schleifer samt Schleiferhalterung sowie die Räder von der G 2000 passen und bei der Class 66 die Räder des Blue Tiger passen und man ja zwei Mittelschleifer der Wechsel-stromvariante verwenden könnte. Hier würde man schon uns ein Stück näher kommen, wenn man wenigstens die Erastzteile die man bei OS-Powersale bestellt hat auch mal liefert würden (bei Gecon habe ich dann die Teile bestellt und erhalten der hatte noch welche aus der Zeit als er Importeur war). Hier frage Ich mich ob man nicht bei solchen vorhanden HO-Modellen nicht kleinere Serien zu jeweils 50 Stück fertigt, die dann nach Bedarf um weitere 50 Stück aufgestockt werden können, da ja alle Benötigten Teile vorhanden sind. Aber auch OS-Powersale wird von seinen Ross runter kommen.
Was fehlt ist nur noch eine neue passende Kupplung, wobei es hier Gerüchte gibt, das eine in Entwicklung ist.

Also werde ich mein Geld was ich für mein Hobby Trix Express zur verfügung habe bei anderen Firmen ausgeben und man soll bei Märklin ruhig so weiter machen.
Gruss Wilhelm

BeitragVerfasst: 09.08.2005, 18:06
von noels
Hallo Wilhelm,
Noch ein paar ergänzende Bemerkungen:
Bei Märklin will man uns wohl bewußt vergraulen. Anders ist es beispielsweise nicht zu erklären, daß die, für neuere Wagen nötigen, Radsätze im Verkauf über 4 € kosten und es einen kostenlosen Radsatztausch bei Neukauf eines Wagens nicht mehr gibt.
Wenn man uns als Kunden nicht mehr will, könnte man doch auch die Rechte, Formen, etc. verkaufen. Aus dem "Profi- Club" werde ich auf Jeden Fall in den nächsten Tagen auch austreten.
Zusätzlich zu den Quellen für neue Fahrzeuge, gibt es noch eine Möglichkeit bei der es Thorsten Schlange schon sehr weit gebracht hat. Gebrauchte NEM- Fahrzeuge preiswert kaufen (ironischerweise eignen sich Märklin- Hamo Loks sehr gut) und umrüsten. Neben Peter Hess liefert auch Bernd Tauert Radkränze und kann auch individuelle Größen herstellen. So hat er mir auch welche für meine alte Fleischmann- BR65 (Vollmetall) gemacht. Auf meiner Homepage findest Du mehr dazu.
Für Umbauten von Neufahrzeugen ist auch die Firma Gbr. Fricke in Osnabrück zu nennen. Dort arbeitet man sehr professionell. Allerdings ist das kein billiges Vergnügen. So bin ich im zurückliegenden Jahr zu insgesamt zu sechs neuen Triebfahrzeugen gekommen, die nicht von Trix Express stammen. Es geht also tatsächlich. Besonders freut mich daran, daß kleine Firmen und private Hobbykollegen ein bischen Geld daran verdienen.
MfG
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 11.08.2005, 09:33
von Taigatrommel
Hallo Leute,
hier noch ein paar Nachsätze von mir.
Habe auf Grund von Noels Antwort doch mal ein paar Räder und Kupplungen, zwecks Umtausch, direkt an Märklin-Trix gesendet und warte nun mal ab was kommt und ob es hier noch Kostenlos ist.
Mit der Sache mit der neuen Kupplung muss ich mich schon korigieren, es gibt ja schon den Zughaken von den Kerosinwagen und den Mehanoloks. Dieser läst sich wunderbar bei der V 140 / V 16 einsetzen und beseitigt dort das ständige ungewollte Abkuppeln, wegen des klurzen Radstands der tragenden Achsen zum langen Überhang bis zur Kupplung.
So fehlt nur eine Kupplung mit Ausheber und Kupplungsbügel, aber die soll ja schon in Entwicklung sein.

Gruss Wilhelm

BeitragVerfasst: 24.10.2005, 08:33
von Taigatrommel
Hallo Leute,
man soll es nicht glauben, aber Märklin hat mir meine eingesendeten Radsätze und Kupplungen nach einigen schwierigkeiten gratis in TE umgetauscht. Ärgerlich ist nur das ich erst einmal anrufen muste, bis überhaubt was kam. Dann bei der ersten Lieferung die Hälfte fehlte und ich nochmals anrufen muste, das was fehlt, und mir bitte der Rest auch geliefert wird. Somit hat das ganze dann bis ich alles hatte zwei Monate gedauert und hat mir 2,20 Euro Porto plus für 2 X 5 Min. entsprechendes Telefongeld gekostet ,,ein toller Service´´.
Wichtig; beim ersten Anruf hat man mir mitgeteilt das man in Zukunft nur Radsätze und Kupplungen vor Wagen umtauscht für die eine Kopie des Kaufbeläges vorliegt der nicht ewieg alt ist.
Nun wäre es interessant ob dieser ,,Service´´ des dierekten Werkumtauschs bloss für Profimitglieder geboten wird oder für Jedermann.
Meine Entscheidung aus denn Profiklub auszutreten wird durch solch ein Service nicht geändert.
Und falls für Proficlubmitglieder doch mal was wirklich interessantes für Express erscheinen sollte oder im allgemeinen mehr für Trix Express geboten wird und nicht nur abgegriffen wird, kann man ja wieder Mitglied werden, so aber nicht.
Gruss Taigatrommel

BeitragVerfasst: 24.10.2005, 09:40
von Stefan
Hallo zusammen,

Zum hohen Ross von Märklin:
Märklin hat mit der Übernahme von Trix eine fast 50 jährige Feindschaft (inklusive bitterer Systemniederlagen bei Gleichstrom, EMS und Digital) mit einem Schlag beendet. Sieger schreiben Geschichte...
Objektiv:
- Trix Express ist nicht im "Aktien-Sinne" profitabel durch die Trix Firmenleitung geführt worden, und das mindestens seit den 70-ern. Märklin hat das erkannt und die Konsequenzen gezogen. Ich stimme allerdings dem Gedanken zu, dass Märklin den Markt von TE erheblich unterschätzt.
- Märklin ist mit seiner Kostenstruktur als gehobener Mittelständler mit weltweitem Auftritt nicht mit kleinen Firmen wie Naumburg vergleichbar, kann also auch nicht die gleiche Innovativität und Aktivität bieten. Ich stimme allerdings dem Gedanken zu, dass Märklin, bei entsprechender Berücksichtigung von TE-kompatiblen Konstruktionsmassnahmen mindestens bei den Wagen erhebliches Umsatzpotentiel nicht ausschöpft.
- Die TE Modellpolitik von Märklin kann hingegen nur als eine Frechheit bezeichnet werden. Leider sind da die Nieschenhersteller keineswegs besser. Wo bleiben aktuelle (in Detail und Fertigungsqualität, nicht unbedingt vom Vorbild her gesehen) Modelle von Maschienen, die in grosser Stückzahl Bundesweit eingesetzt werden bzw. wurden? Nichts gegen Linburger Zigarre & Co, das sind ohne Zweifel schöne Modelle, aber was ist mit universellen Maschienen wie BR23, BR03, V60, V80, E18, E44 usw.??? Maschienen, die eine weite Verbreitung über Grenzen und Epochen hinweg erfuhren und nie für TE gebaut wurden! Wie viele Bedruckungsvarianten von der Vossloh sollen wir denn kaufen, damit die sich rechnet?
- Das Risiko, dass ein brillianter Ex-Trixer trägt, wenn er eine Nische selbst bedient, kann mein bei Willi Ade genau verfolgen...

Bei ein paar Dingen müssen wir Expressler ehrlich zu uns selbst sein:
- unsere Altersstruktur bedeutet, dass in einer Generation (von mir aus auch 2) TE-ler bis auf einen kleinen elitären Sammlerkreis (vergleiche z.B. Biller-Bahn, Egger-Bahn) ausgestorben sein werden (Das finde ich Sch*** aber das ist so!). Allerdings ist es schon ein starkes Stück von Märklin so zu tun, als sei das bereits der Fall!
- Auch wenn wir zur kaufkräftigen Schicht gehören, wer von uns kauft schon mehrere komplette Züge im Jahr? Den Umkehrschluß von Märklin, uns mit Abfallprodukten zu bedienen (im Sinne von "fällt bei der Produktion mit ab") ist dann allerdings doch hart.
- 500 Stückzahlen (vergleiche Beiträge oben) können keinen Hersteller ernähren (500 Stk. * 250€ = 125.000€ Umsatz, eine Neuentwicklung kostet allein für Formenbau und Ingenieure etwa diese Größenordnung...), und für die Köf z.B. sind 250€ nicht durchzusetzen...

mit nachdenklichem Gruß
Stefan

BeitragVerfasst: 24.10.2005, 20:06
von Ulrich Albrecht
Ich stimme allen zu, dass die Firma Maerklin auf einem hohen Ross sitzt, aber wir duerfen auch nicht vergessen, dass Trix viel dazu beigetan hat, sich den Markt zu zerstoeren. Die Konzentration auf den N-Markt, die lange Zeit betrieben wurde, hat viele HOler vergraut. Ein besseres Gleissystem mit attraktiven Modellen, z.B. eine 44, haette viel getan, den Markt zu erhalten. Das sind Tatsachen, die wir einfach akzeptieren muessen.

Wer mehrere neue Modelle will, muss sich diese entweder umruesten lassen, oder einen Mischbetrieb NEM-Trix Express aufziehen. Da Trixgleise nicht mehr hergestellt werden, ist man entweder auf dem Selbstbau oder auf den Gebrauchtwarenmarkt angewiesen. Letzterer allein wird langfristig Beschaffungsprobleme haben.

Durch Umbau von Weichen (siehe Beitraege von Frank Bertram, Rei und mir), ist ein Mischbetrieb NEM-Trix Express ohne weiteres moeglich. Ich betreibe im Prinzip eine NEM-Bahn, auf der Trix Express Fahrzeuge eingesetzt werden koennen. (Zwei Strecken, eine nur NEM, eine gemischt mit Umbauweichen) . Fuer die, die hauptsaechlich Trixloks einsetzen wollen, bietet sich die Alternative eine Strecke Express, eine NEM/Express mit Umbauweichen an.

Ulrich

BeitragVerfasst: 24.10.2005, 20:16
von noels
Hallo Stefan,
zu Deinen Gedankengängen muß ich noch etwas sagen: Du zeigst wirtschaftliche Kompetenz, widersprichst Dir aber selbst (wohl unbewußt) an einer Stelle:
Du wünscht Dir Modelle, die beim Vorbild verbreitet waren. Andererseits analysierst Du völlig richtig, daß die Stückzahlen von 500 nicht reichen, um wirtschaftlich zu produzieren.
Kleine Firmen wie Naumburg können aber nur mit Modellen Geld verdienen, die nicht schon die Großen produzieren, damit auch NEM- Bahner sie kaufen. Naumburg beispielsweise kann auch nicht auf Teile anderer Modelle zurückgreifen. Trix hat selbst in Bestzeiten das Gestänge der BR01 an die BR18 geklatscht, weil es billiger war. Gerade Dampfloks sind sehr teuer zu produzieren. So dürfen wir von den kleinen Firmen nicht zuviel erwarten. Eine BR 23 oder eine V80 ist einfach nicht zu reißen, wenn es schon genügend davon am Markt gibt. Nur wir TE- ler sind dafür dann doch zu wenige.
Andererseits könnten die Großen sich die zurückgehenden Stückzahlen der allgemeinen Produktion etwas ergänzen, wenn man an ein paar Stellen etwas mehr nachdenkt und die Teile, mit denen man sich nicht selbst belasten kann, zukauft. Bei Wagen ist das ganz leicht: den Platzbedarf der TE- Räder berücksichtigen und die Räder eventuell sogar zukaufen- Das reichte schon, um aus den Formen mehr Stückzahlen zu holen. Bei vielen Lokmodellen, gerade bei Märklin, ist es ähnlich. Den Rahmen etwas schmaler machen, in Drehgestellen etwas mehr Luft lassen und schon läßt sich eine Lok auf TE- Gleise stellen. Selbst Spurkranzringe, wie sie Herr Hess und Bernd Tauert machen, würden viele TE-ler wohl akzeptieren, wenn sich kein Hersteller an die (Speichen-)Räder machen möchte. Solche Ringe sind für eine Firma wohl kaum ein Problem. Scheibenräder von Ellok und Diesellok wären es erst recht nicht. So ließen sich von einem VT11.5 oder einer BR50 sicherlich noch einige mehr an den Mann bringen.
Das ist keine Beweglichkeit, die man von einem Betrieb der Größenordnung Märklins nicht erwarten darf. Ohne solche Flexibilität wird Märklin vor die Hunde gehen. Dazu fällt mir ein Beispiel hier vor Ort (Osnabrück) ein: kaum ein Autohersteller belastet sich mit der Produktion von Cabrios. Solche, für die Massenproduktion unrentablen Spezialitäten überläßt man kleineren Firmen, wie Karmann. Aber man berücksichtigt bei der Grundkonstruktion, daß solche "Umbauten" wirtschaftlich machbar sind. So provitieren die Kunden davon und alle Beteiligten verdienen mehr Geld.
Du hast Recht, daß wir keine Zukunftsoption für eine Firma, wie Märklin sind. Aber für einige Jahre Investitionen besser ausnutzen zu können, sollte jeden kaufmännisch denkenden Manager reizen.
Vielleicht ist ja das die Crux bei Märklin: einerseits zu groß, um noch wirklich ein Ohr für den Kunden zu haben, aber auch viel zu klein, um Vernunft über Kleingeistigkeit zu stellen. Mal sehen, was dabei noch heraus kommt.
Viele Grüße
Heiko

BeitragVerfasst: 25.10.2005, 10:33
von Stefan
Hallo zusammen,

@Heiko
zum Wiederspruch: Der Gedanke war, dass ein weit verbreitetes Modell mit allen Varianten eben mittelfristig erheblich mehr Stück als 500 (Und damit meine ich nur TE!) erbringen kann (Epoche 2,3,4 Museum5, Fotoanstrich, ggf. Epoche 1), dazu Sonderserien mit Digital-Schmankerln und Faulhaber für die Analogfraktion. Dass die Variantenvielfalt teurer ist habe ich berücksichtigt in den kalkulierten 250€ (immerhin bietet Naumburg die Zigarre für unter 200€ an!). Für digital Premium und analog Premium sind auch Preise jenseits von 350€ bzw. 300€ durchsetzbar. Dass das Risiko damit erheblich steigt ist mir klar...
Negativbeispiel Limburger Zigarre: Auch Grosserienhersteller (Kato!) nehmen sich Nieschenprodukten an., d.h. keine Niesche ist so klein, als dass sich nicht jemand dafür findet...
Für Märklin würde ich vorschlagen, wie Audi mit der Quattro GmbH vorzugehen: Man liefere das Grundmodell (inkl. der von allen geforderten konstruktiven Vorbereitungen) und lasse von der "TE tuning GmbH " Modelle für TE produzieren. Ich stimme deinem Karman-Beispiel voll zu.
Vielleicht gelingt es ja auch einem kleinen Hersteller, Gehäuse und Motorblock von Märklin zu fairen Preisen zuzukaufen (wobei: seitdem der Adams "on the Top(p)" ist [GRINS] halte ich das für unwahrscheinlich...) und ein passendes TE-Fahrwerk/Chassis selbst zu entwickeln. Damit wären 500 Stückzahlen wieder zu grossseriennahen Preisen möglich.

@Ullrich
Hiermit oute ich mich auch als (un)heimlicher NEM-ler. Ich wollte nicht alle Modelle zugleich, im Gegenteil: Ich glaube nicht, dass der TE Markt mehr als 2 oder 3 Neuheiten pro Jahr verträgt. So gesehen gibt es jetzt beinahe schon zuviel.

@All
Wie Hoch das Ross von Märklin ist kann man daran ermessen, dass Veranstaltungen über/mit TE (und mit dem Besitzstand ist die Firmengeschichte von TE auch Geschichte von Märklin!!!) von Märklin überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder gar gefördrert werden. Im Märklin Museum oder im Modellbahn-Treff in Göppingen bleibt Trix Beiwerk, reduziert auf den Brandname. Aus den von Taigatrommel genannten Gründen war ich nie Mitglied im Proficlub, wer das genau erkennen will, wohin das führt, sollte sich mal mit Märklinisten über deren Clubs und "goodies" unterhalten...

Gruß Stefan

PS Ich weiss, dass es keinen Königsweg gibt, und ich bin durchaus froh, dieses Risiko nicht zu tragen. Wenn Naumburg überlebt (und das liegt an uns TE-lern) und in 5 Jahren einen echten Katalog anbieten kann, wissen wir, dass Märklin im Unrecht war (und wir TE-ler im Recht!!!). Andernfalls...

BeitragVerfasst: 26.10.2005, 09:37
von Taigatrommel
Hallo Stefan
um nochmal zu der wirtschaftlichkeit von Trix Express zu kommen. Überlege mal wie viele Expressbahner und wie viele Z-Spurbahner es gibt. Wenn ich über eine Modellbahnböhrse gehe sehe ich mehr für Express als für die Z-Spur.
Ich sehe das so, das Express nur eine Ergänzung zu HO und Wechselstrom ist und mit einfachen Mitteln zu bewerkstelligen ist, mit zwei kurzen Märklinschleifern und passenden Rädern wenn keine kompl. neuen Räder dann eben mit Spurkranzringen. Es ist ein Leichtes die Baufreiheit für Expressräder zu berüksichtigen, wenn man nur will, aber man will das bei Märklin nicht. Bei einen Grundmodell in HO sind es meiner Meinug nach über 80% Geichteile um das Modell dann in HO, Wechselstrom und Express zu fertigen, der Restlichen 20% ist dann für die unterschiedlichen HO-Systeme. Wenn man Express also bei der Konstruktion berücksichtigt dann sind die zusätzlichen Kosten für Express immer noch billiger als eine kompl. Entwicklung und die Kosten für die Fertigung der Z-Spur und jetzt erzähl mir mal wie sich Z wirtschaftlich rechnen sollte. Mein Bekannter Z- Spurbahner und Verkäfer in einen An- und Verkaufsgechäft für Modellbahnen sagt: Das Z gerade mal ein 1% von Märklin ausmacht und er mehr Express an- und verkauft als Z. Aber Z ist ja auch eine Entwicklung von Märklin und die wird man nicht so ohne weiteres aus wirtschaftlichen Gründen einstellen.
Gruss Taigatrommel

BeitragVerfasst: 26.10.2005, 10:25
von Stefan
Hallo Taigatrommel,

ich bin doch voll auf Deiner Seite! Dass Trix nicht wirtschaftlich betrieben wurde lag an Trix/Märklin, nicht am Markt!
Ich meine man muß nur mal bei Ebay schauen: Pro Wochenende gehen da 3 alte TE V200 über den Tisch (und das in der "saure Gurken Zeit"), *30€ im Mittel * 50 Wochen macht 4.500€ Umsatz mit einer Lok, von der ich dachte, dass eh' jeder Trixer mindestens eine davon hat, und die man für heutige Ansprüche heftig Umbauen oder für die Vitrine restaurieren muß...
Ich schätze vorsichtig, dass der Gebrauchtmarkt von TE bei Ebay mindestens bei 250.000€ / Jahr liegt - wohlgemerkt mit Gebrauchten Artikeln! Da gibt es mangels Neuheiten einen richtigen"Ersatzmarkt". Deswegen glaube ich ja auch, dass Mäklin mit seiner Einschätzung, mit TE könne man nix verdienen, im Unrecht ist (s.o.).

Gruß
Stefan

BeitragVerfasst: 26.10.2005, 20:26
von Antoine van Driel
Hallo Leute,

Welch eine interessante Diskussion! Meiner Meinung nach kann es nicht anders sein dass die Produktion von Z-Modelle, rein wirtschaftlich gesehen, sich als totaler Wahnsinn kwalifizieren lässt.

Im Bezug auf die Produkte von Naumburg & Partner und Bemo möchte ich Ihr einladen sofort einige Exemplare von bzw. die Limburger Zigarre zu ersteigern. Warum ?

1) die Prototypen der Modelle sehen sehr gut aus.
2) wenn auch Naumburg und Bemo es nicht schaffen um (umgebaute) Modelle mit Erfolg zu verkaufen, wird das Management von Märklin lächerlich sagen: Trix Expressler, seht Ihr mal: es gelingt selbst Kleinserienhersteller nicht erfolgreiche Modelle zu schöpfen...

Ich hoffe also das der Mut des Firmen Naumburg & Partner und Bemo von Ihrem Kauf belohnt wird.


Mit freundlichem Gruss aus Holland


Antoine van Driel

PS: Ihr kommt doch auch nach Nuland zum TEC-Clubtag am 19. November ? Bis dann!

BeitragVerfasst: 26.10.2005, 21:44
von dralle
Hallo,
ich finde, solange man die Interna einer Firma nicht kennt kann man auch über die Produktionskosten keine Aussagen treffen.
Ich war soeben auf der Internetseite des "Hohen Pferdes" und wollte gerne eine Fensterscheibe für die E 112, 2248 kaufen, sie kostet 5,56 €.
Die Fensterscheibe einer E 184, 2247 kostet dagegen nur 1,52 €. Kann mir jemand erklären, warum das Roß solche "Sprünge" macht, es scheint eben gescheiter als der Reiter. Wir sind vergessen, es befindet sich nicht einmal ein Hinweis oder Link auf Trix N, HO oder den legendären Express. Es ist zur Zeit ein nur ein Traum, doch warum sollten wir nicht über Naunburg & Partner eine Zukunft finden, wenn die Zigarre ein Erfolg wird, "bildet Banden". Ich werde sie bestellen und den Roß keine Träne nachweinen.
Grüße dralle

BeitragVerfasst: 27.10.2005, 09:45
von Stefan
Hallo zusammen,

@Dralle
zu den Firmeninterna: Ja und nein! Natürlich kannst Du nie die Kalkulation von Außen einsehen, aber bestimmte Grundmerkmale sind durchaus so allgemein, dass Rückschlüsse zulässig sind, Beispiel: Wenn der Herr Naumburg die Entwürfe für den Formenbau als selbstständiger Firmeninhaber am PC selbst macht kostet das nur etwa 1/3 bis die Hälfte, als wenn er dafür einen Ingenieur beschäftigen müsste. Warum:
- der Ing. geht nach 40 Stunden nach Hause (bei Überstunden wirds noch teurer!)
- der Ing kostet auch noch Lohnnebenkosten
- der Ing hat 30 Tage Urlaub
- der Ing kostet mehr Gemeinkosten (schliesslich muss der Herr Naumburg dann von der Wirtschaftsleistung des Ings leben)
Dazu kommt Direktvertrieb bei Naumburg gegen Händler und Vertreternetz bei Märklin usw.
Diese Möglichkeiten zu sparen hat die Fa. Märklin nicht, also sind die Modelle zwangsläufig teurer (wenn die gleiche Stückzahl abgesetzt wird). Ob die Fa. Trix optimal ihr Potential ausschöpft, kann man von außen durchaus bezweifeln: Wechselvolle Firmengeschichte mit wechselnden Eigentumsverhältnissen und Know-How-Abfluß durch wechselnde und sich selbstständig machende Mitarbeiter führt einerseits zu einer risikofeindlichen Firmenkultur und andererseits zu hohen Kosten um bereits erreichtes Niveau überhaupt zu halten. das Ändert sich auch nicht, wenn der neue Eigentümer eine gewachsene Struktur mitbringt und versucht, diese von Göppingen nach Nürnberg zu exportieren (oder neudeutsch Synergieeffekte nutzen will). Und ob eine Firma Ihre Kunden schnell und freundlich bedient und ein Ohr am Kunden hat oder den Eindruck vermittelt, dass Kunden eher lästiges aber notwendiges Übel sind (und ich glaube viele haben sich so schon behandelt gefühlt) kann man eben NUR von außen wahrnehmen (woher kommt sonst die Überschrift?!)

@Antoine
Ich bin fest davon überzeugt, dass Märklin Z Gewinne macht. Beobachte mal, wie der Herr Adams Pressekonferenzen abhält, die Bilanz vorstellt und mit den Mitarbeitern umspringt (ich sage nur Thema Fertigung in Göppingen...) Wenn da Zweifel über die mittelfristige Profitabilität von Z bestehen würden, wäre das Produkt nicht mehr auf dem Markt. Der Mann macht keine Quersubventionen aus sentimentalen Gründen (und zumindest das ist auch gut so).
Falls der Herr Adams mal wagen sollte, das mit seinen Kunden (und WIR sind seine Kunden!) zu diskutieren, würd ich glatt nach Göppingen fahren!

Gruß Stefan

BeitragVerfasst: 27.10.2005, 18:51
von Ulrich Albrecht
Stefan,

Ich stimme Dir in allen Punkten zu. Das Hauptproblem mit Trix ist, dass die Firma Trix auf dem HO-Markt in den 70er Jahren einfach den Anschluss verloren hatte. Lokomtiven wie die 01, 18.6, 42 waren in den 60er Jahren den meisten Produkten auf dem HO-Markt weit ueberlegen. Das gute Aussehen von Trixloks von damals wird sogar heute noch klar, wenn man sie neben einer neuen Lok aus dem Hause Roco sieht. Aus der normalen Entfernung von 1m beim Anlageneinsatz kann die Trixlok durchaus mithalten. Maerklin z.B. hat dieses Niveau erst Mitte der 70er Jahre mit der 50 und der 03 erreicht. Als jedoch Fleischmann mit der 01 und der 50er in den spaeten 60er Jahren auf den Markt kam, haette man sofort Modellpflege betreiben sollen, z.B. Bremsbacken und feinere Windleitbleche. Leider erfolgte der Neuanfang in HO erst in den 80er Jahren, aber da war der Markt schon zwischen Fleischmann und Roco verteilt. Trix und Liliput waren beide nicht in der Lage, sich einen grossen Anteil des Marktes zu sichern.

Auch war die Modellauswahl bei Trix immer etwas problematisch: Z. B. die BR 42: Obwohl diese eine meiner Lieblingsloks ist, war sie eigentlich eine schlechte Entscheidung von Trix. Sie kam 1958 oder 1959 auf den Markt, also 5 Jahre nachdem die Lok bei der DB (bis auf einige Saar Maschinen) ausgemustert war. Eine BR50 waere sicherlich ein vollerer Erfolg geworden, besonders wenn sie auch in 2-Leiter angeboten worden waere. Sogar eine 44 in der Qualitaet der 42 waere besser als die Maerklinlok gewesen. Eine andere schlechte Entscheidung war die E05: Es gab sie nur in 3 Exemplaren, und die verblieben alle im Osten. Eine E17 oder eine eigene E04 fuer den 2-Leiter Markt waere besser gewesen. Schliesslich war die E04 von Roco eine Fehlkonstruktion.
Andererseits waren die Bayern ein voller Erfolg, aber es fehlten auch hier einige wichtige Modelle, z.B. eine BR56, die es nur in N gab.


Ulrich

BeitragVerfasst: 28.10.2005, 07:15
von Taigatrommel
Hallo an alle,
ob nun Z- Quersubventioniert wird oder nicht bleibt dahin gestellt. Gestern habe ich noch mit einen anderen Händler (er verkauft Neu- und Gebrauchtware) und Sammlerfreund gesprochen dieser hat mir bestätigt das auch er mehr Expressbahner als Z-Bahner als Kunden hat (verhältnis 55 zu 45%). Weiter hat er mir gesagt das er von der Köf von Nauenburg und Partner mehrere Bestellungen hat und auch von den letzten Expressneuheiten div. verkauft hat. Nebenbei war Interesand das Märklin die Händerpartnerschaft (die Händler musten von jeder Neuheit mindestens ein Stück in einer Vitrine austellen) für Z selber gekündigt hat soviel zu Z.
Aber nun wieder zu Express. Das Märklin auf einen hohen Ross sitzt läst sich daran erkennen das der neue Jahreswagen nur bei der Expressversion Scheibenräder hat und man nicht die Speichenräder von Naunburg und Partner verwendet hat. Diese hätte man ja bei Nauenburg und Partner zukaufen können,wollte man aber anscheinend nicht . Und das Märklin von der Firma Nauenburg und Partner und ihren Produkten nichts weis bezweifel ich, da man im Hause Märklin die Firma kennt ,,der Golliat läst grüssen´´. Andere Firmen die für Express ihre Modelle anbieten greifen auch auf das Knowhow von Nauenburg und Partner zurück, somit haben wir also unsere Tuningfirma.
Gruss Taigatrommel