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Zigarre reloadet

BeitragVerfasst: 20.04.2006, 22:37
von noels
Hallo zusammen,
Ein kleines Fazit zur zweiten Limburger Zigarre:
Im Januar hatte ich meine Zigarre bekommen, wohl eines der ersten Exemplare. Das Modell war ein ziemliches Fiasko. Um einer jungen Firma, die für uns Modelle fertigt zu helfen, habe ich seinerzeit nichts großartig darüber geschrieben, sondern einen Mängelbericht an Herrn Vincon geschickt und auf die Verbesserungen gewartet.
Die wesentlichen Kritikpunkte seinerzeit:
1. Das Fahrzeug lag zu hoch
2. Der Lack war besonders im Dachbereich zu dick, die Linien teilweise unsauber gezogen
3. Der Schleiferabstand passt nicht für hintereinanderliegende DKW. Die Schleifer konnten nicht ausreichend nach oben ausweichen, so dass die Zugkraft kaum für den Wagen selbst reichte
4. Vom Spitzenlicht war nichts zu sehen
5. Die ausschwenkbaren Schürzenteile hingen teilweise erbärmlich schief herunter. Die Mitnehmer für die ausschwenkbaren Schürzen an den Drehgestellen sprangen über
6. Die Haftreifen liefen unrund
7. Das Laufgeräusch war besonders in den Kurven unerträglich
8. Die Geschwindigkeit war zu niedrig

In den ersten beiden Wochen habe ich das Fahrzeug völlig auseinandergenommen und in regem Schriftverkehr mit Herrn Vincon nach den Fehlern hinsichtlich des Fahrverhaltens gesucht.
In Mijdrecht sollte ich dann endlich ein fehlerbereinigtes Exemplar bekommen. Erstaunlicherweise ließ sich erst das fünfte Exemplar überreden, halbwegs vernünftig durch die Kurven der Testanlage (R2 !!) zu fahren, so dass ich bereit war es mitzunehmen.

Nun Habe ich diesen VT ausgiebig getestet und will auf die oben genannten Punkte nochmals eingehen:
1. Durch weggelassene Unterlegscheiben auf dem Drehzapfen liegt der Triebwagen etwas niedriger, aber immer noch zu hoch
2. Die Lackierung ist besser geworden, aber immer noch recht dick. Andererseits ist sie wohl recht griffest.
3. Dem unpassenden Schleiferabstand begegnet man am einfachsten, indem man unter einem Drehgestell einen Skischleifer montiert. Ich habe den von BEMO verwendet.
4. Durch eine weitere Diode ist das Licht wirkungsvoll verbessert. Warum war dieser Pfennigartikel anfangs eingespart?
5. An diesem Exemplar hängen auch zwei der vier Schürzen schief, so dass wieder eine Stunde Eigenleistung angesagt ist. Liegt ein Steigungswechsel in einem Bogen springen die kleinen Mitnehmerzapfen immer noch über. So habe ich mir wieder kleine Verlängerungen daran geklebt
6. Die Haftreifen dieses Exemplars sind ok.
7. Das Laufgeräusch in Kurven hat sich durch verschiedene Maßnahmen leicht verbessert. So hat man die Kugelpfannen des Kardans Etwas geschwächt, dass sie nicht mehr an den Federn der Schürzen schleifen. Den Rädern hat man im Schwenkbereich am Rahmen etwas mehr Platz gegeben. Die eigentliche Ursache liegt aber in der Kombination von zu langen, unpräzisen Kardanwellen mit der zu hohen Drehzahl und dem irren Ausschlagwinkel auf dem Drehgestell.
Um das zu ändern, müsste man die Motorwelle verlängern mit einer zusätzlichen Abstützung, damit das Abwinkeln des Kardans sich gleichmäßiger auf beide Gelenke verteilt. Die Drehzahl müsste gesenkt werden. Bei hoher Fahrgeschwindigkeit biegt sich der Kardan in der Mitte bis zu 5 mm durch, schlägt sogar an die Innenverkleidung.
8. In der Epoche IV war das Fahrzeug im Original für 100 Km/h zugelassen. Die MIBA hat im Aprilheft eine maßstäbliche Geschwindigkeit von 92 Km/h gemessen. Wie wird das mit einem zusätzlichen Steuerwagen? Hätte man das zulässige NEM Maß ausgenutzt (ein leichtes Überschreiten wäre auch kein Beinbruch), würde man die Mechanik schonen und hätte das Geräuschproblem reduziert. Mit 10V fährt der VT nämlich recht zivilisiert durch die Kurven, aber eben viel zu langsam. Dafür ist auch die Serienstreuung der Motoren keine Entschuldigung. So groß ist die nämlich nicht. Herr Vincon sagte, bei Versuchen wäre ihm der Triebwagen aus der Kurve geflogen.....Bestimmt nicht, weil er zu schnell war.
Wie gesagt, bin auch ich dankbar, dass eine Firma etwas für uns anbietet. Ich wünsche Naumburg & Partner von ganzem Herzen Erfolg. Aber dafür ist ein gewisser Qualitätsstandart unerlässlich. Besonders die Punkte 7. und 8. sind sehr ärgerlich. Ich verstehe, dass man das jetzt in der Serie nicht mehr ohne weiteres ändern kann. Aber das wäre bei ordentlichem, ingenieurmäßigem Arbeiten vermeidbar gewesen. Ich bin selbst Ingenieur und habe die Vorgehensweise bei Neuentwicklungen in meiner Ausbildung anders gelernt. Das gab es sogar als eigenes Unterrichtsfach an meiner Fakultät. Auch in der Firma, in der ich arbeite, passiert es, dass diese Grundregeln einmal verletzt werden. Aber dann müssen wir dazu stehen und diese Fehler vollständig auf unsere Kosten beseitigen, um die Kunden nicht zu verlieren. Sind solche Fehler wiederholt einem Mitarbeiter zuzuordnen, muß er die Konsequenzen tragen. Ist man selbstständig, feuert einen zwar nicht der Chef, langfristig aber der Kunde. So sind die Folgen letztlich die gleichen.
Herr Vincon wollte mit der Zigarre vor dem avisierten Konkurrenzprodukt auf dem Markt sein. Er meinte auch, Kritik wäre hauptsächlich von uns Expresslern gekommen, weniger von NEM- und Märklin- Kunden. Ich hoffe für ihn, dass ich mit meiner Interpretation falsch liege: Die jetzigen Expressfahrer sind allesamt engagierte Modellbahner und sagen daher schneller etwas. Andere ärgern sich vielleicht mehr still, beschweren sich bestenfalls bei ihrem Händler (das habe ich öfters erzählt bekommen) und kehren der Marke den Rücken. Wäre ich NEM- Fahrer, hätte ich auch meine Zigarre stumm dem Händler zurück gegeben und auf das Konkurrenzprodukt gewartet. Jedenfalls habe ich keine begeisterten Berichte über die Zigarre gehört, oder gelesen und bei den Expresslern eher den Eindruck, dass sie wohlwollend schweigen, damit es noch weitere Produkte für uns gibt. Aber wenn N & P nicht an den anderen Modellbahnern vernünftig verdient, gibt es für uns auch nichts mehr. Deshalb halte ich konstruktive Kritik für unerlässlich, damit es in Zukunft besser wird.
In der Folge werde ich jedenfalls kein Modell mehr direkt und unbesehen bestellen, geschweige denn vorab bezahlen, sondern warten, bis es beim Händler ist, dort probieren und gegebenenfalls liegen lassen.

Mich würde interessieren, wie die Kollegen das sehen, also, ob ich das Modell zu kritisch sehe, oder andere die gleichen Erfahrungen gemacht haben.
Gruß
Heiko Mehnert

N+P Zigarre

BeitragVerfasst: 21.04.2006, 08:12
von Byrds 63
Hallo Heiko,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
Für mich ist und bleibt die N+P Zigarre ein Exot,mein In-
teresse hält sich daher in Grenzen.

Sicher landet die Zigarre bei vielen NEM + Märklin-Fans
sofort im Schaukasten,die haben eh genug "Fahr"zeuge.
So fällt der eine oder andere Mangel nicht auf.

Nach Deinem Bericht werde ich die N+P Neuheit BR 245
nicht "blind" vorbestellen.Bei einem Preis von ca.145 E.
darf man schon einiges verlangen.......

Gruß
Andreas

BeitragVerfasst: 24.04.2006, 15:32
von Taigatrommel
Hallo Leute,
das mit der Höhe der Zigarre ist nur ,,unseren´´ Weichenantrieten wegen. Da sonnst die mitte der Schürtze an den Weichen hängen bleiben würde. Das Problem mit den Geräuschen habe ich wie gesagt nicht, wobei es bei Kurvenfahrt nur unwesentlich lauter wird. Der Punkt mit der Geschwindeigkeit ist für mich nicht so ein Kritikpunkt, da neue Fahrzeuge sowieso langsamaer fahren als Ältere. Das das Licht schwach da stimme ich zu, aber es mus bei Tageslicht ja auch nicht unbedingt zu sehen sein, besser so, als wenn es bei Dunkelheit durch das Gehäuse leuchtet. Bei den Schleifern ist es wohl so das viele Trixfahrer einen Märklinschleifer ablehnen. Daher habe ich mir selber auch ein Märklinschleifer zur besseren Stromversorgung angebaut. Die meisten Probleme beruhen nach meiner Meinung auch daher das die Zigarre auch ein sehr langes Modell ist, was bei einen Trixmodell sicherlich Probleme begünstigt.
Sollte jemand ein Modell haben was Fehler hat sollte er es, direkt bei N + P zur Nachbeserung einsenden.
Trotz dieser Fehler ist mir solch ein Modell lieber als ein Modell von Märklin was auch seine Fehler hat. Somit warte ich lieber weiter auf meine Köf. Hier sollten die Probleme wegen der Fahrzeuglänge nicht auftretten.
Gruß Taigatrommel

BeitragVerfasst: 28.05.2006, 11:04
von noels
Hallo "Zigarrenraucher",
inzwischen habe ich die untersetzung meiner Zigarre korrigiert.
Dazu hat Bernd Tauert mir neue, zweigängige Schnecken gemacht. Es hat einige Versuche gebraucht, aber jetzt ist das Ergebnis zufriedenstellend. Die Drehzahl von Motor und Antrieb wird deutlich gesenkt. Die Höchstgeschwindigkeit steigt um geschätzte 25%. Um diese höhere Geschwindigkeit ging es mir weniger. Ziel war, daß der Triebwagen bei gleicher Geschwindigkeit ruhiger läuft. Mit dem alten Trix-Trafo erreicht man jetzt bei Stufe 6 eine annehmbare Streckengeschwindigkeit. Dabei klingen Motor und Kardanantrieb längst nicht mehr so gequält, wie vorher. Also dürfte die Lebensdauer der Komponenten steigen.
Der Umbau ist allerdings nicht ganz einfach: Man braucht einen guten Abzieher, um die Originalschnecken zu entfernen. Leider hat N&P ein sehr weiches Material für die Welle verwendet, so daß man sehr vorsichtig sein muß, diese nicht zu verbiegen. Man muß genau messen, an welcher Stelle die Schnecke sitzen muß und mit dünnen Distanzscheiben das axiale Spiel möglichst klein halten. 1/10 mm mehr oder weniger entscheidet schon über Krach, oder Ruhe im Getriebe.
Werksseitig wäre eine solche Untersetzungskorrektur finanziell fast irrelevant.
Übrigens: Auch jetzt fliegt die Zigarre selbst im R1 nicht aus der Kurve. Wie her Vincon das hinbekommen haben will, ist mir schleierhaft- Vielleicht auf der Rampe von einem Noch- Fertiggelände? (das war sein Argument für die niedrige untersetzung).
Wer das auch probieren möchte, kann sich wegen den Schnecken an Bernd Tauert wenden.
Bei Interesse kann ich in etwa 2 -3 Wochen eine bebilderte Anleitung liefern.

MfG
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 19.07.2006, 15:10
von Taigatrommel
Hallo Leute,
heute habe ich im Augustheft 06 des Modelleisenbahner den Bericht über die Zigarre von Kato gelesen. So ein Super Modell mit vielen Technischen Schnick-Schnack. Diese ist für einen Radius von 420 mm als zweiteilige Einheit gedacht , schaft aber auch einen Radius von 360 mm ohne Beiwagen. Auch diese macht schon bei einen Radius von 420 mm Geräusche. Ich für meinen Teil gehe davon aus, das solch ein langes Fahrzeug bei solch einen langen Drehpunkt- abstand egal wer es konstruiert, durch den starken Drehgestelleinschlag schon von Hause aus zu Geräuschen neigt. Anders kan ich mir nicht erklären warum das Katomodell auch Geräusche macht. Und noch ein Problem hat das Katomodell es fährt erst bei umgerechnet 30 km/h an. Nun läst sich wieder darüber steiten, das die Übersetzung von N+P zu kurz ist, mir ist es dann doch lieber sie fährt langsam aber dafür auch in engen Kurven vernünftig an. Die kurze Übersetzung bringt in engen Kurven den Vorteile, das bei starken Drehgestelleinschlag eine menge Kraft nötig ist um den Triebwagen in Bewegung zu setzten. Bei all den Fehlern die unsere Zigarre hat, ist aber noch keinen das Problem aufgefallen (nun nicht Unruhig werden und Testen, so ist das Problem nicht zu finden, es ist auch erst einmal kein Fehler oder so etwas) über das ich Herrn Vincon schon imformiert habe und auch gleich eine Lösung vorgeschlagen hatte. Auch Kato hat das Problem welches mir bei unsere Zigarre aufgefallen ist. Um nochmal auf die Geräusche zu kommen, der GDT wird hier warscheinlich auch keine Ausnahme machen und bei Kurvenfahrt lauter werden.
Gruß Taigatrommel

BeitragVerfasst: 19.07.2006, 15:41
von noels
hallo Taigatrommel,
Zitiat: Bei all den Fehlern die unsere Zigarre hat, ist aber noch keinen das Problem aufgefallen (nun nicht Unruhig werden und Testen, so ist das Problem nicht zu finden ist auch erst einmal kein Fehler oder so etwas) über das ich Herrn Vincon schon imformiert habe und auch gleich eine Lösung vorgeschlagen hatte. Auch Kato hat das Problem welches mir bei unsere Zigarre aufgefallen ist.


Von welchen der vielen Fehler sprichst Du denn jetzt?

MfG
Heiko Mehnert

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BeitragVerfasst: 19.07.2006, 18:42
von Dietmar
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BeitragVerfasst: 19.07.2006, 19:24
von noels
Hallo zusammen,
vor einigen Tagen hatte ich einen ICE von Piko in der Werkstatt. Dieser hat genauso lange Kardanwellen, wie die Zigarre und auch eine starke Drehgestellauslenkung. Er lief absolut ruhig in den Kurven.
Ein wichtiger Unterschied: Die Kardanpfannen waren komplett geschlitzt und nicht geschlossen. So werden die kleinen Zapfen an der Kardankugel nicht bei starker Auslenkung eingezwängt.
Mit zwei Schritten also habe ich auch meiner Zigarre halbwegs manierliche Geräusche beigebracht:
1) Mit einer anderen Schnecke von Bernd Tauert die Übersetzug etwas erhöht, bzw die Drehzahl gesenkt
2) Die in der Kardanpfanne sichtbaren Schlitze nach außen erweitert.
Das fiese Malgeräusch in den Kurven ist so beseitigt. Das Geräusch klingt kaum noch gequält.
MfG
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 20.07.2006, 13:32
von Taigatrommel
Hallo Heiko,
über das Problem was ich noch gefunden habe möchte ich noch nicht schreiben. Es hat auch nichts mit Verscheiß durch Dauereinsatz oder Materialalterung zu tun so zu tun. Mir ist es nun mal vorab schon aufgefallen und wie gesagt der Kato-Zug hat ja auch das gleiche Problem.
Mit dem erweitern der Schlitze bin ich selber Vorsichtig wenn das Material nach Jahren eingelaufen ist und man war zu großzügig mit den Aufweiten, könnte die Kardanwelle zur Seite herausspringen. Sicherlich würde hier eine Nacharbeit der Pfanne von Hand und noch genaueres Einstellen des längsspiels der Kardanwelle bei der Fertigung noch ein bischen mehr Ruhe bringen. Vielleicht fließt diese Anregung mit in die laufende Produktion ein.
Gruß Taigatommel

Keine neuen Nachrichten?

BeitragVerfasst: 04.09.2006, 21:38
von Kochendorf
Hallo Leute!
Es gab hier eine ausführliche Diskussion über die Limburger Zigarre von Naumann und Partner. Seit 5 Wochen keine neuen Info's. Ist die Zigarre jetzt perfekt? Dann will ich mir eine kaufen. Oder haben die Fachleute aufgegeben?
Gruß Günter.

BeitragVerfasst: 05.09.2006, 13:51
von Taigatrommel
Hallo Günter,
also Perfekt ist sie nicht, sie hat auf Grund ihrer Länge so ihre Schwächen, hier sollte jeder für sich entscheiden ob ihn die Fahreigenschaften bei unseren engen Radien genügen. Wobei ich mir meine Zigarre wieder kaufen würde. Und auch wieder den einen Mittelschleifer gegen einen Skischleifer ersetzen würde.
Mein Tip ist; Auf einen von unseren Trix-Treffen sie bei Herrn Vincon zu kaufen und vorher auf einer der ausgestellten Anlagen eine Probefahrt machen ob sie deinen Ansprüchen an Fahreigenschaften genügt, hier gibt es doch eine große Bandbreite der Auslegung.

Bei einen Gespräch mit einen meiner Modellbahnhändler der beide hat; hat dieser mir gesagt das N & P ihre bessere Langsamfahreigenschaften hätte und man sie besser von der Anlage nehmen kann (bei der Zigarre von Kato sind die Befestigungsnasen fürs Gehäuse zu lose) ohne das das Fahrwerk abfällt. Ersagte aber auch das die Stirnseiten optisch ungenau aussehen obwohl die Lackierung keine Fehler aufweist. Auch hatte er die Beleuchtung für zu schwach empfunden, hier gild aber, im Dunckeln sieht man sie und sie scheind vor allen nicht durch, was zB. beim Blue Tieger der Fall ist.
Im Enddefeckt must du selber entscheiden ob sie deinen Ansprüchen genügt und ob dann dazu der Preis stimmt. Ich bin aber auch der Meinung das die V 45 die N & P bringen will, wegen ihre Länge weniger Schwierrigkeiten auf unseren Gleisen hat, und habe mir solch eine Lok bestellt.
Gruß Taigatrommel

BeitragVerfasst: 05.09.2006, 20:15
von noels
hallo,
weitgehend würde ich Taigatrommel recht geben. Nur sieht für mich die persönliche Wertung anders aus: Ich würde sie nicht nocheinmal kaufen. Den Triebwagen setze ich nur sehr selten ein. Er steht meist, weil mich das Geräusch in Kurven trotz aller Nacharbeit zu sehr stört. Den alten VT08 (mit anderem Motor) habe ich weit mehr im Einsatz.
Ein weiterer Punkt: Der Preis ist wesentlich höher, als bei Kato/Noch. Allerdings relativiert sich das, wenn man diesen nicht selbst umrüsten kann.
Tip: Warte ab, ob es N&P noch schafft, den Steuerwagen zu liefern und wie der komplette Zug dann läuft. Kommt der Steuerwagen nicht, oder klappt der Betrieb dann nicht auf unseren Gleisen, hat sich die Frage eigentlich erledigt
Gruß
Heiko Mehnert

BeitragVerfasst: 13.09.2006, 16:29
von Dietmar
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BeitragVerfasst: 13.09.2006, 17:20
von Ulrich Albrecht
Ich befuerchte, dass die Zukunft fuer N & P nicht rosig aussehen wird. Ich habe in der MIBA beide Berichte ueber die Zigarren gelesen, und fand, dass der Kato-Triebwagen bedeutend besser abschnitt. Sogar, wenn man annimmt, dass Kato als bekannte Firma weniger kritisch als ein Neuling betrachtet wurde, hat der Katowagen immer noch die Nase voraus.

Meiner Meinung nach wurde bei N & P einfach zu sehr gefuscht, um das Model schneller als das Katomodel auf den Markt zu bringen. Diese Strategie klappt heute nicht mehr, da die Preise der Fahrzeuge so hoch sind. Wenn ich fast 200.00 Teuro fuer einen fahrbaren Personenwagen bezahle, dann will ich auch ein perfekt funktionierendes Modell erhalten. Ich wuerde daher auf jeden Fall auf das Konkurrenzmodel warten, um zu sehen, ob dieses ein besseres Preis-Leistungverhaeltnis bietet.

Die Zigarre veranschaulicht ein weiteres Problem: Einen 30.3cm langen Triebwagen um den R1/R2 zu biegen ist nicht einfach. Um die Flexibilitaet des Antriebs zu verbessern, haette man die Drehgestelle individuell antreiben muessen. Bei solch einem Antriebskonzept waere das Problem der Schwingungen und Geraeusche weggefallen. Ich habe mir mal das motorisierte Drehgestell angesehen, dass Liliput (Wien) in meinen VT26 eingebaut hatte. Es koennte leicht fuer TE modifiziert werden. Mit zwei solchen Drehgestellen, waere die Zigarre ein ruhig laufendes Modell geworden.

Meine U-foermige Anlage misst 4.20m x 3.70m. Um 1:87-Wagen der 26.4m Generation glaubhaft einzusetzen, muesste der Minimalradius auf 54cm erhoht werden (siehe meine Ueberhangsformel in einem anderen Beitrag). Um dies zu erreichen, muesste ein Schenkel des U wegfallen, und die Bahnhofsgleise im Bogen verlegt werden. Dies wuerde die Betriebsmoeglichkeiten der Anlage stark reduzieren. Aehnliche Ueberlegungen werden wohl Fleischmann und Trix/Maerklin dazu gebracht haben, sich dem Trend zu modernen Wagen im Masstab 1:87 nicht anzuschliessen. Ich finde, dass 1:93.5 ein guter Kompromiss ist, da dieser Masstab den Flair der modernen Wagen besser als 1:100 wiedergibt, aber die betrieblichen Probleme der 1:87 Wagen vermeidet. Eine Zigarre in 1:93.5 haette ich mir auch zugelegt, obwohl ich ueberzeugter Nichtraucher bin. Andererseits werde ich aber meine 36 Wagen im Masstab 1:100 nicht einmotten.

Ulrich

BeitragVerfasst: 13.09.2006, 19:54
von Georg
Original von Ulrich Albrecht
Ich befuerchte, dass die Zukunft fuer N & P nicht rosig aussehen wird. Ich habe in der MIBA beide Berichte ueber die Zigarren gelesen, und fand, dass der Kato-Triebwagen bedeutend besser abschnitt.


So deutlich war das im "der modelleisenbahner" auch nicht zu lesen, aber wer zwischen den Zeilen lesen kann, kommt zum gleichen Schluß.

Hier auf diesen Bildern von Jörg Reitemeyer kann man die Triebwagen vergleichen (das Lemaco-Modell ist ein Handarbeitsmodell):
http://www.mitglied.lycos.de/carrydozer/Bilder/Front%20517.JPG
http://www.mitglied.lycos.de/carrydozer/Bilder/Limburger%20Zigarren1.JPG
http://www.mitglied.lycos.de/carrydozer/Bilder/Limburger%20Zigarren2.JPG

und hier das Vorbild:
http://img170.imageshack.us/img170/2807/5170051980081410szollhaus56835.jpg
http://hometown.aol.de/KatholischerGbf4/Drehscheibe-800.jpg
http://hometown.aol.de/KatholischerGbf4/Drehscheibe-802.jpg
http://hometown.aol.de/KatholischerGbf4/Drehscheibe-809.jpg


Original von Ulrich Albrecht
Meiner Meinung nach wurde bei N & P einfach zu sehr gefuscht, um das Model schneller als das Katomodel auf den Markt zu bringen.


In dem Moment, in dem Kato auch die Zigarre ankündigte, war für N&P die Möglichkeit weggefallen, das Fahrzeug in Ruhe weiter zu konstruieren. Auch würde der von Kato angekündigte Preis die Entscheidung der (Nicht-Trix Express-) Kunden beeinflussen. So gab es nur noch zwei Möglichkeiten: aufgeben oder schneller als Kato sein.

Die Limburger Zigarre ist aber weniger ein Modell für den typischen (meist markentreuen) Spielbahner, sondern ist für den engagierte Modellbahner gedacht, der in der Regel auch eine Modellbahnzeitschrift liest, also sofort nach der Messe wußte, daß es ein Konkurrenzprodukt von Kato geben würde. Damit wird jeder Interessent mit einer Vorbestellung vorsichtig, wie Ulrich auch schon schrieb:

Original von Ulrich Albrecht
Ich wuerde daher auf jeden Fall auf das Konkurrenzmodel warten, um zu sehen, ob dieses ein besseres Preis-Leistungverhaeltnis bietet.


Und das hast nicht nur Du gemacht. Um schneller zu sein, kam es zu einem "Schuß aus der Hüfte".

Original von Ulrich Albrecht
Die Zigarre veranschaulicht ein weiteres Problem: Einen 30.3cm langen Triebwagen um den R1/R2 zu biegen ist nicht einfach...
.....
Aehnliche Ueberlegungen werden wohl Fleischmann und Trix/Maerklin dazu gebracht haben, sich dem Trend zu modernen Wagen im Masstab 1:87 nicht anzuschliessen. Ich finde, dass 1:93.5 ein guter Kompromiss ist, da dieser Masstab den Flair der modernen Wagen besser als 1:100 wiedergibt, aber die betrieblichen Probleme der 1:87 Wagen vermeidet.


Bei Märklin haben meines Erachtens folgende Überlegungen zu der Entwicklung der 1:93,5-Schnellzugwagen geführt. Wer sich die zuletzt gefertigten Märklin-Wagen im Maßstab 1:100 anschaut, bemerkt, daß die Formen für die Wagen, die aus der Zeit um 1973 stammen, am Ende ihrer Nutzungszeit angekommen waren. Die Seitenwände der Wagen wurden wellig und die Passung der Einzelteile waren bei den letzten Wagen einfach nicht mehr so wie zu Anfang. Es mußten daher neue Formen angefertigt werden. Der Märklin-Radius R1 beträgt 360 mm, der Radius R2 ist 437,5 mm, der Parallelgleisabstand beträgt 77,5 mm. Märklin wird ermittelt haben, daß man mit Wagen im Längenmaßstab 1:93,5 gerade noch problemfrei auf Märklin-Gleisen fahren kann. Das dürfte der Grund für diesen "krummen" Längenmaßstab sein. Weniger weil er zufällig in der Mittel zwischen 1:87 und 1:100 liegt.

Der Trix-Radius R1 beträgt 342,5 mm, der Radius R2 beträgt 401,7 mm, der sich ergebende Parallelgleisabstand ist damit 59,2 mm. Damit ist bei kleineren Radien der Parallelgleisabstand bei Trix rund 18 mm geringer. Daraus folgt, daß die 1:93,5-Schnellzugwagen auf Trix Express-Gleisen sich in Kurven nicht begegnen dürfen - also eigentlich für Trix Express-Gleisbögen ungeeignet sind. - Und die Limburger Zigarre noch etwa zwei Zentimeter länger.

Georg