Du mußt unterscheiden zwischen den älteren Schienen auf Pappbettung und den neueren Schienen auf Plastikschwellenbettung.
Die Bettung der Pappgleise besteht aus bitumengetränkter Hartpappe. Die hält zwar viel aus, aber für längere Zeit würde ich die nicht in eine Flüssigkeit legen. Das Außenschienenprofil ist hohl. Aber Du mußt nachher daraus die Flüssigkeit herausbekommen. Die Schienenprofile sind aus Eisen (Außenschiene vernickelt, Mittelschiene brüniert). Bei gebrauchten Schienen kann die Nickelschicht auch schon mal abgefahren sein. Ähliches gilt für den Mittelleiter. Bei längerer feuchter Lagerung setzt sich dann Flugrost an, der ein schlechter Stromleiter ist. Insbesondere am Mittelleiter kann man den Rost schlecht erkennen. - Blank muß aber nur die Oberseite der Schienen sein. Die Schiene braucht aber nicht wie "neu" auszusehen. Es reicht, wenn die Lauffläche blank ist. Aber nicht die Stifte und Kontakte von Gleis zu Gleis vergessen. Sollte blankes Eisen schon zum Vorschein kommen, dann die Schienen mit einem in Öl getränkten Lappen fein abreiben, damit sich nicht gleich wieder Rost ansetzt.
Die Außenschienen auf dem Plastikschwellenband sind aus Neusilber gefertigt, das zwar nicht rostet, aber bei langer Nichtbenutzung beläuft. Diese Profile lassen sich noch am leichtesten reinigen. Der Mittelleiter ist wie bei den älteren Pappschienen aus Eisen. – Nur die von Märklin in den letzten Jahren produzierten Schienen haben einen Mittelleiter aus Neusilber (mit Magneten prüfen). Der Mittelleiter ist ein nach unten offenes Hohlprofil, aus dem man, wenn man das Gleis in eine Flüssigkeit getaucht hat, die Feuchtigkeit relativ leicht herausbekommt. Hier kann man also schon eher die Tauchbadlösung anwenden. Zum Rostlösen ist zum Beispiel Ballistol-Öl geeignet. Die für ein Tauchbad erforderliche Menge ist aber nicht billig.
Aber es gibt noch einen besonders harten Weg, mit dem Du Schienen blank bekommst.
Dieser besonders harter Weg ist, es mit Rundbüsten, die man in eine kleine Bohrmaschine spannt, zu versuchen. Es gibt sie aus Stahl und Messing. Damit die Nickelschicht bzw. Brünierung des Mittelleiters nicht zu stark angegriffen wird, würde ich zu der weicheren Messing-Rundbüste raten. Aber auch da braucht man noch einige Minuten für ein Gleis.
Conrad- Art.Nr. 800099
5tlg. Rund-Bürstensatz-Messing- Zum Reinigen und Polieren von Metallen (auch NE- und Edelmetalle), Kunststoff und Holz.
WICHTIG:
UNBEDINGT ERFORDERLICHE VORSICHTSMASSNAHMEN BEI DER BENUTZUNG VON ROTIERENDEN BÜRSTEN!
Die Standzeit dieser kleinen Rundbürsten ist nicht sehr lang. Deshalb gibt es mehrere in einer Verkaufspackung. Die feinen Drähtchen der Bürsten brechen leider sehr schnell und fliegen dann im Zimmer herum. Daher unbedingt SCHUTZBRILLE AUFSETZEN. Die feinen wegfliegenden Drähtchen der Rundbüste sind schneller im Auge, als man glaubt. Sie setzen sich überall fest, auch in den Haaren, und krabbeln in den Halsausschnitt. Es mag seltsam klingen, aber mit einem Motorradhelm (mit Visier) wäre Gesicht, Haare und Hals gut geschützt. Die Unbequemlichkeit des Helms ist leichter zu ertragen, als wenn man nachher die feinen Büstendrähtchen aus den Haaren usw. klaubt.
Also noch einmal:
Mit der Rundbüste nur arbeiten, wenn man mindestens eine SCHUTZBRILLE aufgesetzt hat.
Viele Grüße Georg
