von noels » 27.12.2006, 18:13
Hallo Jürgen,
in einigen Punkten kann ich Dir nicht ganz zustimmen.
Was den Riemenantrieb anbelangt (auch in Originalloks) wiederhole ich nicht einfach nur die Kritik, sondern gründe sie auf meine Erfahrung. Auch bade ich meine Loks nicht in Öl, sondern propagiere immer wieder den sparsamen Umgang damit.
Die BR92 wird nicht stark beansprucht. Sie ist keine "Zug"- Lok. Die Konstruktion (1997) lag in einem relativ kleinen Zeitfenster, in dem Trix den Riemenantrieb neu eingeführt hat. Man hat natürlich diese Konstruktion noch eine Zeit weiter verkauft, besonders auch an uns Expressler. Schließlich muß sich das ja amortisieren. Über die Gründe für die Abkehr kann man nur spekulieren. Aber wenn es der geniale Wurf gewesen wäre, sollte man vermuten, daß Märklin das weiter nutzen würde und auch andere Hersteller verstärkt darauf zugegriffen hätten.
Ein falscher Riemen ist schnell festgestellt und ausgetauscht. Das ist bei meinen Trix- Loks nicht der Fall gewesen. Mit rutschen habe ich keine Probleme, sondern mit Verschleiß- nicht nur des Riemens. Das fällt natürlich nicht ins Gewicht, wenn man seine Fahrzeuge nur extensiv nutzt.
Das zweite große Problem ist die starke Selbsthemmung, besonders beim Anfahren und bei Rangierfahrt. Auch das fällt nur bei Anlagenbetrieb ins Gewicht. In der Rheingold- E10 als Beispiel, bemerkt man von der Schwungmasse fast nichts. Unter umgerechnet etwa 20 Km/h ist die Lok fast nicht zu bewegen. Inzwischen, nach wenigen Jahren Anlagenbetrieb, nagelte der Motor wie der alte Permamotor. Sein vorderes Lager ist trotz regelmäßiger Schmierung, von der Belastung durch den Riemen offensichtlich nicht begeistert. Also mußte ich den Motor kürzlich austauschen und habe die Lok weitgehend zum Vitrinendasein verurteilt.
Gegen diese eigenen Erfahrungen hilft es mir auch nicht, das Loblied auf diese Konstruktion von Trix zu wiederholen. Davon wird das malade Motorwellenlager auch nicht wieder neu.
Die alten Modelle kann man auf Riemen umrüsten, wenn man einen Motor mit Schwungmasse dazu verwendet. Aber wie gesagt: Bei einer schweren Zuglok sollten es zwei Motoren sein. Dann kann man den Riemen lockerer einstellen. Aber das sind dann auch enorme Kosten. Bei einer Lok habe ich es gemacht, weil es mir den Aufwand wert war. Für Franks Entscheidungsfindung finde ich es wichtig, daß er mögliche Nachteile ebenso kennt, wie die Vorzüge.
Gruß
Heiko Mehnert