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Interessengemeinschaft Trix-Express

Hartlöten Lokschleifer

Technisches: Fragen, Tipps & Tricks zu Wartung, Reparaturen, Umrüstungen etc.
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Wiederaufarbeitung der Schleifer

Beitragvon Thomas1959 » 13.10.2003, 23:07

Hallo,

jetzt hab ich noch ein Frage, weil ich schon dabei bin:

Letzthin hab ich in einer alten Ersatzteilkiste einen Stromabnehmer gefunden, der mit Lötzinn wieder aufgearbeitet wurde.
Das Lötzinn wurde einfach in die Riefen des Schleifers eingebracht, vielleicht wurde der Schleifer mit Lötwasser etwas vorbehandelt.
Dann wurde einfach mit einer Feile/Schmirgelpapier begradigt, optisch super und hält bombenfest.

Ich hab gedacht, eigentlich eine super Idee vom Opa.

Vielleicht könnte man das aber noch bessser machen.

Jetzt bitte nicht lachen, ich finde meine Idee genial.

Wie wärs mit ein paar Tropfen Zahngold.
Die Leitfähigkeit von Gold ist denke ich unübertrefflich und die Oxidationsprobleme sind auch geringer (vgl. mein Beitrag: "Leitfähigkeit von Gleise und Stromabnehmer").

Probleme sehe ich eigentlich nur in der Haltbarkeit der Verbindung mit dem Messig und der Abrieb durch die geringe Materialhärte.

Jetzt meine Frage:

Hat jemand schon Erfahrungen mit der Wiederaufbereitung von Schleifern ?

Vielen Dank im voraus
Thomas aus Nürnberg
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Schleifer

Beitragvon irolke » 14.10.2003, 17:09

Hallo Thomas

auf die Idee bin ich schon lange gekommen ich löte meine Schleifer mir Sielberlot auf wo man normal Kupferrohre mit hartlötet das funkzuniert ganz gut wenn man die Schleifer nach dem Löten so schleift wie das Orginal und da nach glatt polieren. Mit der haltbarkeit ist das auch ganz gut aber wenn ich neue Schleifer habe oder bekomme nehme ich die , wie ein Bekannter mir sagte soll es ein Holländer geben der die alten Schleifer für die Wechselstrom Loks auf lötet aber da habe ich mich nicht da rum gekümmert da ich keine Wechselstrom Loks habe.

Die Sache mit dem Hartlöten ist eine Heiße Sache und beim schleifen habe ich auch schon manches mal heiße Finger bekommen also Vorsicht Heiß!!


mfg Ingo
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Beitragvon noels » 15.10.2003, 16:49

Hallo Thomas,
auf meiner homepage (http://www.h-mehnert.de) habe ich schon einmal darüber geschrieben, wie man Schleifer länger am Leben hält. Man sollte sie regelmäßig bearbeiten, damit sich keine Rinne bildet, sondern die Reibung über die ganze Fläche erfolgt. Das hilft natürlich nur, wenn die Schleifer nicht schon völlig auf sind.
Ist der Schleifer schon stark abgenutzt, kann Deine Idee helfen. Ich habe mir auch von Ingo seine Vorgehensweise zeigen lassen. Das klappt, wenn man sauber arbeitet. Man muß sich nur die Zeit nehmen, eine schöne Rundung zu schleifen.
Fatal ist es, weiches Material zu nehmen mit niedrigem Schmelzpunkt (extrem: Weichlot). Im Betrieb kann man Funkenbildung nie ganz vermeiden. Das weiche Material löst sich dann und wird gleichzeitig an den Schienen wieder "angelötet". Die Folge ist eine elende Schweinerei.
Gruß
Heiko
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Hartlöten Lokschleifer

Beitragvon rei » 08.01.2004, 18:59

Hallo Trix Express Freunde
Ich habe auf Grund einiger Erzählungen und Hinweise,nicht zuletzt in Dortmund,damit angefangen meine Schleifer selber zu löten.Spätestens als ich zuletzt für einen V100 Schleifersatz 12 Euro zahlen durfte,ist bei mir der Gedanke eines Versuches immer stärker gereift.
Also habe ich mir bei Conrad einen Gasbrenner für kleines Geld gekauft.Er geht immerhin bis 1250 Grad,und wird mit Feuerzeuggas betrieben.
Dann habe ich mir im örtlichen Eisenwarenhandel eine Stange Silberlot mit Flussmittel gekauft.
Wie das Hartlöten funktioniert dürfte bekannt sein:Erhitzen des Schleifers,kurzes anhalten des Silberlot und das Flussmittel sorgt für einen schönen Verlauf.Dann habe ich das ganze in ein Wasserbad getaucht und abkühlen lassen.Hinterher mit der Feinbohrmaschine und einem Schleifaufsatz kurz geschliffen,anschliessend mit einer Stoffpolierscheibe nachpoliert.Wobei mit der nötigen Löterfahrung nur noch poliert werden muss,da das Silberlot fast glatt ist.
Anschliessend noch mal kurz mit Kontakt 60 gereinigt.
Das Ergebnis ist top!
Ich habe den Schleifersatz einer BR71 damit behandelt.Anschliessend habe ich sie eine halbe Stunde fahren lassen.Einwandfrei und keine Abnutzung erkennbar.Das gleiche gilt für BR100 Schleifer u.s.w.
Der Aufwand war ca.10min.Das ist doch nicht zuviel.
Sicherlich hilft die Methode nicht immer,aber ich werde auf die Art sicher den einen oder anderen Euro sparen.
Wer mehr Informationen will:Mailen!Oder anrufen.
Auch auf dem 1.Trix Express West Stammtisch werde ich es demonstrieren.wenn gewünscht.Allerdings werde ich vorher den Wirt fragen.
Bis denn
Schöne Grüsse aus Aachen :P
Rei
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Beitragvon Auchhabenwill » 12.02.2004, 20:24

Hallo,

also vielleicht sollte man doch noch mal kurz erwähnen, wie das mit dem Hartlöten funktioniert und vor allem würde mich interessieren, aus was das Silberlot besteht.

Weichlöten ist auch deshalb nicht gut, weil das verwendete Lot mit viel Zinn ein schlechte Oberflächeneigenschaften hat und als Kontaktwerkstoff ungeeignet ist.

Bis jetzt dachte ich immer, Hart- und Weichlöten unterscheidet sich nur durch die Löttemperatur, aber das ist wohl ein Irrtum.

Viele Grüße
Roland
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Hartlöten

Beitragvon rei » 15.02.2004, 12:55

Hallo
Da ich beim Stammtisch leider keine Demo machen konnte werde ich versuchen dies bei einem der nächsten Treffen zu realisieren.Vielleicht in Mijdrecht.
Beschreiben kann ich die ganze Aktion nur schlecht.Was gibt es zu beachten?Es sollte in jedem Fall Silberhartlot mit Flussmittel sein.Den Schleifer gut erhitzen und zum glühen bringen.Das geht mit dem von mir verwendeten Brenner ziemlich schnell.Ich klemme den Schleifer in die sogenannte dritte Hand.
Vielleicht baue ich mir aber eine Halteleiste aus Kupferrohr,wie sie Bernd Tauert empfohlen hat.Da kann ich mehrere Schleifer löten und spare Energie,da sich das Kupfer auch erwärmt.
Danach nur noch abkühlen lassen und anschliessen schleifen und polieren mit Hilfe eine Minibohrmaschine.
Ich habe die Schleifer anfangs in ein Wasserbad getaucht,weiss aber nicht ob das gut ist.Vielleicht werden sie dadurch spröde.Nun lasse ich sie normal abkühlen.Dauert ja nicht lange.Der Aufwand wird ja auch immer weniger.Am Anfang hat man viele Schleifer.Aber da die gelöteten sehr lange halten,muss man nur noch selten ran.
Der Gasbrenner hat bei Conrad die Art.-Nr.830267-12
und kostet 14,95.Gibt es in der Form aber sicher auch im Baumarkt.
Viel Spass beim testen. :D
Rei
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Neuer Schleifer

Beitragvon rei » 03.02.2005, 23:20

Hallo Freunde
Da ich heute ein wenig Langeweile hatte, habe ich ein wenig überlegt, wie man weitere Verbesserungen an den Schleifern vornehmen könnte.
Und da ich sowieso meine Fähigkeiten beim Hartlöten verbessern muss, habe ich eine Idee, die schon länger in mir weilte versucht umzusetzen.
Und siehe da, nach einigen Versuchen ist mir ein ganz nettes Modell geglückt.
Und getestet habe ich es auch.Nach ein paar kleinen Korrekturen lief es einwandfrei.Keine Probleme an den Weichen oder in Kurven.
Nur bei den alten Entkuppler hängt es hier und da.
Wird aber weiter verbessert.
Weitere Tests mit anderen Schleifern folgen.
Es ist zwar keine riesige Änderung aber sehr wirksam.
Für die Federn, unter den Schleifern auch kein Problem.
Und jederzeit wieder rückgängig zu machen.
Viel Spass beim nachbauen.
Oche Alaaf
Rei :]
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Weiter Neuentwicklung!!

Beitragvon rei » 15.02.2005, 23:45

Hallo Freunde
Wie versprochen habe ich weitere Schleifer bearbeitet.
Vor allem bei den kleinen Loks war mir dies ein Anliegen.
Zwar sind die ersten Modelle noch etwas grob, aber sie funktionieren einwandfrei.
Ich habe dies in mehreren Versuchen ausprobiert.Die Lok war kalt und ist mir einem normalen Motor versehen.Sie fuhr einwandfrei über alle Weichen.Ohne vorher die Schienen besonders zu reinigen.
Gleichfalls keine Probleme auf DKW.Jetzt folgt noch der Bogenweichentest.
Lediglich auf den Entkupplern blieb mir der grosse Schleifer mal hängen, aber nur bei Schleichfahrt.
Aber wie gesagt, sind ja Prototypen. ;)
Wichtig ist noch zu beachten, das man immer die gleiche Art Schleifer verwendet wegen des von Trix verwendeten Materials.
Bei den beiden ersten zu lötenden Schleifern erhitzten sich die beiden Stücke nicht gleich.
Weiter Berichte und Bilder folgen.
Für die Freunde in Holland sind die Modelle im April auf dem grossen Stammtisch zu sehen.
Bis denn
Rei
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Schleiferprototyp Bild 2

Beitragvon rei » 15.02.2005, 23:49

Hallo
Hier eine Nahaufnahme, auf der man sehr gut den Unterschied erkennt.Es gibt mit dem Aussenschleifer übrigens keine Probleme, da dieser gleichzeitig mit hinuntergeht, wenn die Lok aufgestellt wird.
Ausserdem habe ich die Innenseiten mit Isolierlack versehen.
Gruss
Rei :]
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Beitragvon rei » 12.02.2007, 22:55

Hallo
Habe das hartlöten von Schleifern mit Hilfe einer Dokumentation, Bildern und zwei kurzen Filmen auf unserer Homepage erläutert.
Wer will schaue hier:
Hartlöten

Viel Spass
Rei :D
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Beitragvon Hans » 13.02.2007, 10:32

Hallo,

Meine Erfahrungen mit der Aufbereitung der Schleifer mit Silberlot sind ebenfalls sehr positiv. Ich setze diese seit etwa 6 Jahren ein, nachdem die Schleiferbeschaffung über den „Fachhandel“ immer schwieriger und die Kosten dafür immer höher wurden.

Ich fahre ca. 20 Loks abwechselnd auf der Anlage (Streckenlänge ca. 37 Meter) und benötigte für diese etwa 1x im Jahr einen kompletten Schleifersatz der TE Originalschleifer.

Zum Aufbereiten der Schleifer möchte ich folgendes noch anmerken:

- Die Schleifer sollten vorher gut entfettet werden
- Silberlot ohne Flussmittel und das Flussmittel mit dem Pinsel aufgetragen lässt sich nach meinen Erfahrungen besser dosieren.
- Ich verwende Silberhartlot aus der Schmuckbranche, welches z.B. auch auf der Messe in Sinsheim angeboten wird.
- Im Gegensatz zu Elektroniklot mit Kolophonium (Harz) als Flussmittel ist das Silberlot Flussmittel sehr aggressiv und Flussmittelreste müssen komplett neutralisiert und entfernt werden. (Achtung beim Löten, Augen schützen!)
- Schleifer mit einer Silberlotoberfläche sind härter als die Originalschleifer. Aufgearbeitete Schleifer halten bei mir mindestens 3x so lange wie die Originalen.
- Nach 6 Jahren Betrieb mit diesen Schleifern habe ich keinerlei sichtbare Abnutzung am Mittelleiter festgestellt (trotz der härteren Oberfläche der Schleifer). Ich habe auf meiner Anlage nur Neusilberschienen im Einsatz, auf denen seit 30 Jahren Züge fahren.
- Ich poliere die Schleifer nass mit sehr feinem Schleifpapier und mit Polierpaste von Hand und bekomme dadurch eine sehr glatte Oberfläche, die meiner Meinung nach auch weniger verschmutzt als bei den Originalschleifern.
- Am schlimmsten verschmutzen die brünierten Originalschleifer, weshalb ich diese vor einigen Jahren vor dem Einbau nachpolierte. Heute setze ich diese wegen der Aufbereitung nicht mehr ein.

Zur Frage von Roland:

Hartlötungen sind Verbindungen mit Loten, deren Schmelzpunkt über 450 Grad C liegt.
Hierzu werden Lote aus Kupfer/Zink (Messinglote) oder Kupfer/Zink/Silber (Silberlote verwendet. Hartlötungen erfolgen durchweg als Flammlötungen.

Weichlöten findet bei Temperaturen unter 450 Grad C statt. Als Lote werden Zinn oder Zinn/Blei Lote verwendet mit den entsprechenden Schmelztemperaturen.
Auch beim Weichlöten werden großflächige Werkstücke mit der Flamme gelötet, da eine Kolbenlötung die größeren Flächen nicht genügend erwärmt.


Viele Grüße
Hans
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Beitragvon TE lebt » 13.02.2007, 14:14

Hallo rei,

ich habe da noch eine Frage an Dich.
In einem Posting, wo Du das Hartlöten beschreibst, steht, dass die Schleifer nicht glühen sollen. Im Posting darunter verlinkst Du auf eine bebilderte Beschreibung, in der zu lesen ist, dass Du die Schleifer bis zum Rotglühen erhitzt.
Was ist denn nun richtig?
Falls nicht bald jemand preiswerte Schleifer-Repliken herstellt, bin ich auch irgendwann auf diese Methode angewiesen.
Für ein klärendes Wort wäre ich daher dankbar.

Günther
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Beitragvon Ulrich Albrecht » 13.02.2007, 14:21

Die Idee mit dem Hartloeten habe ich auch schon gehabt, nur moechte ich eigentlich nicht mit einer offenen Flamme experimentieren. Ich habe jedoch im Elektronikhandel Silberlot gefunden, dass sich mit einem normalen Loetkolben loeten laesst, aber ungefaehr viermal haerter als das normale Weichlot ist. Kann man dies vieleicht zur Schleifererneurung benutzen?

Ulrich
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Beitragvon rei » 13.02.2007, 23:05

Hallo Günther
Da hast du recht. Ich war Anfangs der Meinung, die Schleifer sollten nicht zu sehr erhitzt werden. Dies ist so nicht mehr ganz korrekt. Mittlerweile stelle ich fest, das das Silberlot dann besser läuft und sich besser verteilt.
Das mag bei anderen Sorten anders sein, bei mir hat es sich in dieser Form doch sehr bewährt.
Den entsprechenden Bericht hier im Forum habe ich geändert.
Zu dem neuen Lot von Ulrich kann ich leider nichts sagen, da ich es nicht kenne.
mfg
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Beitragvon Richard » 15.02.2007, 12:24

Hallo Ulrich

Ich habe auch einmal Anzeige für Silber-Weichlot gesehen. Eine Nachfrage ergab dann, dass es sich um RoHS-konformes Elektroniklot aus einer Zinn/Kupfer/Silber-Legierung handelte. Solche Legierungen sind härter und spröder als früher übliche Zinn/Blei-Legierungen und haben auch einen höheren Schmelzpunkt. Solche "niedrigschmelzenden" Legierungen sind aber für Schleiferaufarbeitungen nicht geeignet.

Wie weiter oben erwähnt, braucht es Hartlote mit Schmelztemperaturen >500°C. Ich verwende seit vielen Jahren das Fabrikat Castolin 1802 mit dem dazugehöhrenden Flussmittel und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Es dürfte aber kein Problem sein, gleichwertige Lote anderer Fabrikate zu finden.

Freundliche Grüsse
Richard
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