Hallo Dieter,
ich schrieb:
... Leider ist dazu ein Eingriff in den Tender erforderlich, so daß der Original-Zustand dieser doch recht seltenen Variante durch die Maßnahmen mehr oder weniger leidet.
Bei meinen Vorschlägen habe ich mich davon leiten lassen, die Eingriffe in die Lok auf ein Mindestmaß zu begrenzen, um den Original-Zustand möglichst zu erhalten bzw. den von Trix gepflogenen Konstruktionsprinzipien zu folgen. Daher der Vorschlag, nachträglich Achsschleiffedern einzubauen.
Daß man die Sache auch anders angehen kann, zeigt Dein Bild. Deine Lösung, so den Strom von der Außenschiene zusätzlich über die drei Treibachsen abzunehmen, mag Deinen Ansprüchen genügen. Aber Die Befestigung an der Unterseite des Umlaufbleches (so sieht es jedefalls aus) erleichter nicht gerade das Öffnen und Schließen der Lok und macht das Justieren dieses Schleifers zum Glücksspiel. Darüberhinaus tragen die erste und dritte Treibachse Haftreifen. Einigermaßen zuverlässig nimm die Lok den Strom über den Spurkranz nur bei Fahrt durch eine Linkskurve auf. Die mittlere Achse ist im Durchmesser ein klein wenig kleiner und berührt normalerweise nicht den Schienenkopf und trägt daher wenig zur Stromabnahme auf. Nimm mal eine Schieblehre zu Hilfe und messe nach.
Die Stromübertragung von der ersten Achse über das Gestänge. Naja, .... dann hättest Du Dir die Schleiffeder oberhalb Achse 2 und 3 ganz sparen können und den Strom auch direkt vom Steuerungsquerträger (zwischen erster und zweiter Treibachse) abnehmen können.
Das kann aber nicht zur Nachahmung empfohlen werden. Die Gelenke der Steuerung sind nicht dafür gedacht Strom weiterzuleiten. Da wo Strom in den beweglichen Verbindungen der Steuerung, den Lagerstellen der Treib- und Kuppelstange fließt, entstehen winzige Funken, die dazu führen, daß Dir die Stellen schwarz werden und dann keinen Strom mehr übertragen.
Zur Verbesssung Deiner Lösung würde ich folgendes machen.
Besorge Dir einen Hamo-Schleifer von Märklin. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen. Nimm einen so langen Schleifer, daß Du mit ihm die erste und letzte Treibachse erreichst, da die noch am meisten zur Stromaufnahme beitragen. Denn - wie erwähnt - die mittlere Achse schwebt wegen des kleineren Durchmessers über den Gleisen.
Den Hamoschleifer montierst Du aber nicht unter das Umlaufblech des Kessel, sondern auf den Rahmen. Dann kannst Du die Lok auch wieder wie üblich öffnen und schließen.
Die Hamo-Schleiffedern nehmen den Strom von der Radrückseite auf. Das ist weniger auffällig. Wenn Du Platzproblemen beim Befestigen des Hamo-Schleifers wegen der Schneckenwelle bekommst, baue einen Sockel und plaziere den Hamo-Schleifer oberhalb der Schneckenwelle. Du kannst ihn zusätzlich noch teilweise rot anstreichen.
Etwas abgewandet habe ich das an einer International - Version der BR 01 erprobt und die Stromaufnahme verbessert. Im Auslieferungszustand nimmt die BR 01 den Strom vom Tender in bekannter Weise auf. Aber statt vom Mittelleiter nimmt die Lok beim Zweileitersystem den Strom nur von zwei Vorlaufrädern und dem einen Nachlaufrad auf. Da läßt sich einiges verbessern, das aber nicht hier zum Thema gehört.
Der von Rei empfohlene dritte Mittelschleifer verbessert zwar allgemein die Stromaufnahme vom Mittelleiter. Das hat aber nichts mit den Stromaufnahmeproblemen des Tender 1020/2 zu tun.
Georg