Hallo Stefan
Das Hamburger Abendblatt hat weitgehend nur die Pressemitteilung abgedruckt, die das Landgericht Köln auch auf die Internetseite des NRW-Justizministerium eingestellt hat:
http://www.justiz.nrw.de/Presse/dpa_ticker/DPA_19019/index.php?PHPSESSID=94287dc68dbe3dfa6fc8fd0fd2b9a342
Du schreibst: Märklin hat sein juristisches Ziel nicht erreicht.
Ich schrieb: Daß Märklin nun dumm dasteht und in den Augen der Öffentlichkeit als Verlierer angesehen wird, ....
In unsere Schlußfolgerung stimmen wir überein. Oberflächlich ordnet man das schnell unter dem Begriff Verlierer ein. Aber so richtig als glänzender Gewinner mit makelloser Weste steht Piko auch nicht da. Ich wollte nur herausarbeiten, daß sich das Gericht gar nicht damit beschäftigt hat, ob es nun ein Plagiat ist oder nicht und daß es im juristischen Sinne keine Gewinner und Verlierer gibt. Wie schwierig der Nachweis eines Plagiats ist, habe ich an dem Beispiel mit der Kettensäge versucht zu zeigen. Und wir wissen, daß es neben Gemeinsamkeiten auch gewisse Unterschiede zwischen den beiden ICE3-Modellen gibt. Wir ahnen, wie es ausgegangen wäre.
Natürlich hat damit Märklin sein Ziel, den Verkauf des Piko-ICE3 zu stoppen, nicht erreicht. Wenn man sich anschaut, wieviel Staub die Veröffentlichungen in den Medien aufgewirbelt hat, wäre Märklin sicher besser beraten gewesen, nicht den Gang zum Gericht zu gehen. Aber dann hätte es sicher auch Kritiker gegeben, die gefragt hätten, warum gehen die nicht vors Gericht? Es ist wie im klassischen Drama: wie man es macht, macht man es falsch.
Im Gedächtnis bleibt jetzt hängen: Märklin hat "verloren". Aber man muß sachlich bleiben, denn man kann aus der Mitteilung nicht ableiten, daß eine der streitende Parteien einen Prozeß gewonnen bzw. verloren hat. Es hat keinen Prozeß gegeben. Nur das wollte ich klarstellen.
Man mag das Herausarbeiten dieser juristischen Feinheiten aus der Pressemitteilung für oberlehrerhaft halten. Aber die Zeitungen hüten sich davor, "verloren" zu schreiben, das steht so nicht in der Pressemitteilung. Mit der Behauptung "Prozeß verloren" könnte eine Zeitung Ärger bekommen. - Was üble Nachrede für Folgen haben kann, sieht man an dem Fall des Medienunternehmers Leo Kirch (Pro7/Sat1). 2002 äußerte sich ein bekannter Banker der Deutschen Bank abfällig über Kirchs Kreditfähigkeit. Das führte dazu, daß sich Kirch binnen kurzer Zeit tatsächlich in finanziellen Nöten befand und der Banker seinen Posten verlor. Um den Schadensersatz streitet man heute noch.
Daß Sandro als Starter diese Threads hier vielleicht etwas Anderes lesen wollte, kann ich verstehen. Aber in diesem Thread wurde schon vor 3 Monaten über die Klageeinreichung geschrieben, und dann gehört auch dazu, den Ausgang der Klage hier zu erwähnen. Wem das Lesen solcher Dinge keinen Spaß macht, der mag es überlesen. Dazu braucht man sich nicht zu echauffieren. Wenn jemand trotzdem meint, sich nicht zurückhalten zu können. Auch gut. Ich kann es und spare viel Zeit. Oder glaubt einer, daß Beiträge dieses Umfangs in fünf Minuten dahin geschrieben werden?
Und was falsche Aussagen anbetrifft: wer noch nie einen Fehler gemacht hat, der hat auch noch nicht gearbeitet. Wie schnell man daneben liegen kann, offenbart auch dieser Artikel, dessen Autor bei Märklin Probleme mit "engen Styroporverpackungen" und "unzähligen Kupplungsvarianten" entdeckt hat.
http://www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1211276/default.aspx/vor-einem-steilen-berg.html
Viele Grüße
Georg
