Oder frei nach Dieter Nuhr:
Wer keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.
Gefragt wurde nach dieser Lokomotive:
http://www.miba.de/neuheit/06/09/piko1.htm
Und das Bild zeigt doch deutlich genug,
warum Manzei die Lok nicht umbauen will bzw. kann. Bei der Lok wären auch die Fricke-Brüder mit ihrem Latein am Ende.
Zur Unterbringung der großen Spurkränze, die das Trix Express - System benötig, muß man in der Regel den Rahmen schmaler machen – so auch hier.
Dann wurde vermutet, daß man auf die Spurkränze bei den beiden mittleren Radsätzen verzichtet werden müßte, um die beiden äußeren Radsätzen mit den großen Spurkränzen zu versehen. Das wäre bei dieser Lok aber wahrscheinlich nicht nötig, weil der Abstand zwischen erstem und zweitem bzw. drittem und viertem Radssatz vergleichsweise weit ist. Nur zwischen zweitem und drittem Radsatz geht es eng zu. Aber Radsatz zwei und drei bräuchten keinen vergrößerten Spurkranz.
Daran scheitert es nicht.
Aber wer jetzt noch immer nicht begreift, warum Manzei abwinkte, schaue sich das Bild noch einmal an. Dämmert es jetzt? Die Trix Express - Spurkränze sind doch nicht nur in Richtung Gleis und benachbarter Achse 2 mm hoch, sondern zeigen genauso auch 2 mm nach oben. Und was sitzt da? Richtig! Das Umlaufblech der Lok! Das sitzt sogar so niedrig, daß man beim Vorbild auf dem Umlaufblech Radkästen über die Räder gebaut hat. Diese Radkästen sind im Modell so groß, daß normale NEM-Spurkränze (vielleicht noch Märklin-Spurkränze) abgedeckt werden. Wie sollen denn da die Trix Express – Spurkränze hineinpassen? Etwa alle Radkästen wegschneiden und die Trix Express – Spurkränze oben durchs Umlaufblech blitzen lassen? Oder als Abdeckung überdimensionale Radkasten neu anfertigen? Oder das Umlaufblech höher legen oder ganz weglassen? Was würde denn ein Kunde sagen, wenn Manzei so eine verunstaltete Lok abliefern würde, weil es keine andere Möglichkeit gibt? Oder soll Manzei ganz winzige Radsätze einbauen, die dann unters Umlaufblech passen? Dann stimmen die ganzen Proportionen der Lok doch nicht mehr. Und ob dann noch unter der Lok ein Mittelschleifer paßt? Nur Schleifer unter dem Tender? Der Tender der Piko-Lok ist rund 1 cm kürzer als der Tender der Trix BR 54.
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Dann sind hier von den Vorschreibern einige Lokbaureihen durcheinander gebracht worden. Der zeitlichen Reihenfolge nach gab es:
1. Das erste und älteste Modell einer BR 55 stammt von Piko. Es ist eine BR 55.25 (=pr.G8.1) die in verschiedenen technischen Versionen (auch für Wechselstrom) von 1952 bis 1957 gebaut wurde. Die Lok, die noch ein Bakelit-Gehäuse hat, ist in Westdeutschland weitgehend unbekannt geblieben.
2. 1966 brachte Piko ein neues Modell der BR 55.25 heraus. Dieses Modell, das es in vielen Farbvarianten, für die es nicht immer ein Vorbild gab, hat seinen Weg nach Westen gefunden, weil während der langjährigen Produktionszeit die Firma Schreiber Piko-Modelle nach Westdeutschland importierte. Die Lok fand ihre Abnehmer wegen ihres konkurrenzlos niedrigen Preises.
3. Denn etwa zeitgleich brachte Fleischmann sein Modell der BR 55.25 heraus. Das Modell war das erste Dampflokmodell, das einen "reinen" Tenderantrieb aufwies, war ein Meilenstein in der Lokmodell-Entwicklung und lies wegen der damals verblüffenden Laufruhe mit einem Schlage die Modelle von Trix und Märklin alt aussehen. Zum Zeitpunkt der Konstruktion führte Fleischmann die Modelle in dem "Zwischenmaßstab" 1:85 aus (alle früheren Modelle sind im Maßstab 1:82), so daß die etwas zu groß geratene Lok aus dem Zugverband "herausragt".
4. Jahrzehnte später hat Fleischmann eine Neukonstruktion dieser Lok vorgenommen, diesmal im korrekten Maßstab 1:87. Die Lok findet man im aktuellen Fleischmann-Katalog.
5. Dann gibt es das Modell der BR 55.25 von Trix bzw. Märklin, das im Gegensatz zum Fleischmann-Modell den Antrieb in der Lok hat. Diese Modell wurde von der Firma Benzin als Umbau für Trix Express angeboten.
6. Das jüngste Modell einer BR 55 ist das Modell von Piko. Es handelt sich aber nun um die
BR 55.0, die ehemalige pr. G7.1, die wesentlich kleiner und zierlicher ist.
Während man bei der BR 55.25 also die "Auswahl" hat, gibt von der jüngsten Piko-Dampflok nichts Entsprechendes in den Katalogen anderer Hersteller. Nur - die Piko-Lok läßt sich aus den geschilderten Gründen nicht für das Trix Express – System umbauen.
Da es schon Mitte der 70er-Jahre zwei Modelle der BR 55.25 im Handel waren, haben sich die Hersteller auf andere bekannte preußische Güterzugdampfloks konzentriert. So arbeitete Röwa kurz vor der Insolvenz an einem Dampflokmodell der BR 58.10 (pr. G12). Die halbfertigen Formen hat Roco übernommen. Die Lok erschien dann mit etlicher Verzögerung schließlich von Roco. Denn man arbeitete bei Roco zu der Zeit an einer eigenen Länderbahn-Güterzugdampflok. Es war die BR 57.10 (pr. G10). Die beiden Roco-Modelle erschienen etwa zur gleichen Zeit.
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Von folgenden Länderbahn-Güterzugdampfloks mit Tender gab/gibt es H0-Modelle:
(von Handarbeitsmodellen und Umbausätzen abgesehen)
BR 53.3 (pr G4.3) von Fleischmann
BR 53.8 (wü Fc) von Brawa
BR 54.15 (bay. G3/4H) von Trix
BR 55.0 (pr G7.1) von Piko (um die es in der Eingangsfrage geht)
BR.55.25 (pr. G8.1) von Piko (2x), Fleischmann (2x) und Trix/Märklin
BR 56.20 (pr.G8.2) von Gützold (nicht Piko) und Fleischmann – die BR 56.1 (pr.G8.3) unterscheidet sich äußerlich nur durch den Zweizylinderantrieb des Vorbildes.
BR 56.8 (bay. G4/5H) von Brawa, Neuheit 2006
BR 57.10 (pr. G10) von Roco
BR 58.2 ff. (pr. G12) von Röwa geplant, von Roco ausgeführt
BR 59.0 (wü. K) von Rivarossi und Trix/Märklin
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Da von einem der Vorschreiber die BR 58.0 (pr. G12.1) erwähnt wurde. Diese Lok hat bis auf die Achsfolge 1'E nichts gemeinsam mit der BR 58.2 ff. (pr. G12). Es handelt es ich um eine Lok, die zwar 1913 für die schlesischen Strecken geplant war, deren erste Exemplare aber erst 1915 fertiggestellt wurden. Es blieb bei 21 Stück, da die Loks für die damaligen Gleise recht schwer ausgefallen waren. Für Zwecke des Militärs baute man vielmehr die veraltete und schwache G7.1 nach. Die Heeresverwaltung forderte aber eine leistungsfähige Lok. Da während des I. Weltkrieges gerade Lokomotiven mit der Achsfolge 1'E für die Ottomanische Eisenbahn (die Türkei gab es noch nicht) im Bau waren, nutzte man die Erfahrungen aus beiden 1'E-Loktypen und konstruierte eine gänzlich neue Lok. Die so entstandene G12 gilt als erste deutsche Einheitslok, da sie von mehreren Bahnverwaltungen beschafft wurden: Baden: BR 58.2; Sachsen: BR 58.4; Württemberg: BR 58.5; Preußen: BR 58.10 bis 58.21. Die Loks wurden von 1918 bis 1922 gebaut und kamen für den I. Weltkrieg zu spät auf die Schienen. Nach 1922 wurde dieser Loktyp weiter für ausländischen Bahnverwaltungen gebaut. Mit dem Anschluß Österreichs und im Verlauf des II. Weltkrieges gelangten diese nachgebauten Loks teilweise in den Bestand der DR und bekamen Nummern im Anschluß an die höchste bisher vergebene Nummer.
Den letzten Auftrag für einen Nachbau der G12 vergab die Türkei. Fertiggestellt wurden die Lokomotiven erst 1941. Kriegsbedingt konnten die Loks nicht an den Auftraggeber geliefert werden und wurden von der Deutschen Reichsbahn übernommen und im Anschluß an die vorhandenen Loks der BR 58 als 58 2801 bis 2825 eingereiht, aber schon 1943 an die Bulgarische Eisenbahn abgegeben.
Dagegen gab es in der Türkei Lokomotiven, die der BR 56.20 (pr.8.2) sehr "ähneln". Sie wurden aber nicht in Deutschland gebaut. Einige Loks taten noch in den 90er-Jahren im Raum Eregli an der türkischen Schwarzmeerküste Dienst auf einer Kohlenbahn.
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