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Loks restaurieren

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Loks restaurieren

Beitragvon Br01 » 09.10.2008, 12:08

Hallo,

zwecks Übersichtlichkeit erstelle ich ein neues Thema neben dem "Loks reinigen und ölen/fetten".

Ich habe gerade meine Br64 zerlegt und bevor ich nun weitermache (dauert eh noch da ein Mabuchi rein soll) habe ich folgende Fragen:

1. Ich habe die Haftreifen von der Antriebsachse abgezogen. Sie waren schmutzig, scheinen aber ansonsten in Ordnung zu sein. Woran erkenne ich, ob ich neue Haftreifen benötige?

2. Einige Teile wie zum Beispiel die Antriebsschnecke müssen gereinigt werden, außerdem möchte ich das Fahrgestell reinigen. Was empfiehlt sich hier? Sollte man die Teile in Reinigungsflüssigkeit einlegen oder nur abwischen? Der Lack sollte dabei jedoch keinen Schaden nehmen

3. Woanders schrieb jemand, daß er zum Reinigen Petrol aus dem Baumarkt nimmt. Was genau ist das, ich verstehe darunter Petroleum/Lampenöl, was ich mir jedoch nicht vorstellen kann. Hat jemand einen Handelsnamen und/oder Hersteller? Oder sollte man etwas anderes zum Reinigen nehmen?

4. Kann man die Teile auch im Ultraschallbad reinigen? Wenn ja, welche Flüssigkeit sollte darin sein?

5. Die Räder der einzelnen Achsen lassen sich bei meiner Lok gegeneinander verdrehen, was im Betrieb natürlich nicht gut ist. Ich kann die Achsen auch relativ problemlos aus den Achsen ziehen.
Was empfiehlt sich hier. Alles reinigen und entfetten (womit?) und dann festkleben oder anderweitig fixieren?


Vielen Dank schonmal und Grüße,
Bernhard
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Beitragvon noels » 09.10.2008, 19:44

Hallo Bernhard,
dazu gibt es wahrscheinlich fast so viele Antworten, wie es hier Mitglieder gibt.
Einiges findest Du auch in meinen Reparaturanleitungen: http://www.h-mehnert.de/html/reparaturanleitungen.html

zu Deinen konkreten Fragen meine Meinung:

1) Ich habe die Haftreifen von der Antriebsachse abgezogen. Sie waren schmutzig, scheinen aber ansonsten in Ordnung zu sein. Woran erkenne ich, ob ich neue Haftreifen benötige?

- An älteren Modellen sind die Haftreifen zwar selten abgenutzt, aber fast immer völlig verhärtet, also auswechseln. Am besten sind welche aus weicherem Material, als die Originalen

2) Einige Teile wie zum Beispiel die Antriebsschnecke müssen gereinigt werden, außerdem möchte ich das Fahrgestell reinigen. Was empfiehlt sich hier? Sollte man die Teile in Reinigungsflüssigkeit einlegen oder nur abwischen? Der Lack sollte dabei jedoch keinen Schaden nehmen

- Unterscheide hier zwischen Gehäuse und Technik.
Das Gehäuse würde ich mit Pinsel, Druckluft und angefeuchteten Wattestäbchen reinigen. Angewärmtes Prilwasser schadet nicht. Wenn man daran glaubt, kann man auch TFT- Reiniger nehmen.
Die Technik ist oft mit völlig verhärtetem Fett und Öl versaut. Hier ist ein Ultraschallbad in Spülmittelwasser nicht verkehrt. Zahnräder kann man auch in Petroleum entfetten.

3) Woanders schrieb jemand, daß er zum Reinigen Petrol aus dem Baumarkt nimmt. Was genau ist das, ich verstehe darunter Petroleum/Lampenöl, was ich mir jedoch nicht vorstellen kann. Hat jemand einen Handelsnamen und/oder Hersteller? Oder sollte man etwas anderes zum Reinigen nehmen?

- Gemeint ist Petroleum. Für die Zahnräder und Schnecken kann man das durchaus verwenden.

4) Kann man die Teile auch im Ultraschallbad reinigen? Wenn ja, welche Flüssigkeit sollte darin sein?
- siehe oben

5) Die Räder der einzelnen Achsen lassen sich bei meiner Lok gegeneinander verdrehen, was im Betrieb natürlich nicht gut ist. Ich kann die Achsen auch relativ problemlos aus den Achsen ziehen.
Was empfiehlt sich hier. Alles reinigen und entfetten (womit?) und dann festkleben oder anderweitig fixieren?

- Da bleibt wohl nur noch mit Kleber zu fixieren nach entfetten im Ultraschallbad, oder besser noch - neue Buchsen. Statt Kleber habe ich auch schon einmal den roten Lack verwendet, mit dem ich auch die Räder neu lackiert hatte, ging auch.

Gruß
Heiko Mehnert
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Beitragvon ecki » 09.10.2008, 21:31

Hallo Bernhard,

1) "...Haftreifen von der Antriebsachse abgezogen. ...Woran erkenne ich, ob ich neue Haftreifen benötige? "

Schon am Preis! Haftreifen sind so billig, da solltest Du auf jeden Fall wechseln!

Ich übrigens würde im Gegensatz zu Heiko die Originale bevorzugen,
a) aus "religiösen" Gründen ;)
b) weil sie besser in der vorgesehenen Nut liegen (die weichen sind aus Röhren geschnitten und passen sich dem Nutkonus m.E. nicht so gut an.

2) "Einige Teile wie zum Beispiel die Antriebsschnecke müssen gereinigt werden, ... . Was empfiehlt sich hier? "

Ich reinige stark verschmutzte Metallteile ohne Lackierung (Schnecken, Zahnräder, Wellen pp) mit aromatenfreier Nitroverdünnung. Ist eine weitere, sehr effektive Methode, jedoch nur bei guter Entlüftung wirklich zu verantworten.


5) "Die Räder der einzelnen Achsen ...

- Da bleibt wohl nur noch mit Kleber zu fixieren"

Ich fixiere mit Sekundenkleber - versehe die Achse jedoch unter der Buchse mit einer kleinen Nut (Trennscheibe) - seitdem hat sich noch kein Rad erneut gelöst - ohne die Nut ist mir das (aber sehr selten!) einige Male passiert.

Gruß
ecki
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Beitragvon Br01 » 09.10.2008, 22:29

Moin,

vielen Dank für die Antworten.
Das bringt mich schonmal weiter.

1) Bezüglich der Haftreifen: bei der Br64 waren sie noch nicht brüchig, aber wenn die so billig sind ist der Wechsel natürlich eine Option. Aber wo bekomme ich denn Haftreifen? Die Bucht gibt da nicht viel her...

2) Hmm, mir fällt ein daß das olle Ultraschallbad, was ich hier noch hatte letztes Jahr aufgegeben hat. Wollt mir eigentlich kein neues kaufen, weil ich das sonst nie brauche...
Ansonsten also Petroleum, ich dachte immer das wäre selbst ölig. Geht auch Waschbenzin oder Propylalkohol? Das habe ich hier nämlich noch.
Nitro würde ich auch nehmen, bin da recht skrupellos ;) Reicht es, die Teile darin einfach einzulegen und dann abzuwischen? Oder muß man noch mit Bürste o.ä. zwischen die Zähne und Ritzen?

5) Dann versuche ich es mal mit Kleber und Nut. Zur Not: wo bekomme ich neue Buchsen?


Vielen Dank noch mal für die Hilfe, besonderen Dank an Heiko für die Anleitungen, die sind wirklich toll. Habe heute anhand der Anleitung die Br64 in nicht mal 15 Minuten komplett zerlegt gehabt.

Viele Grüße,
Bernhard
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Beitragvon ecki » 09.10.2008, 23:45

Moin,

zu 1) Ersatzteile, u.a. Haftreifen, kannst Du z.B. beim IG-Ersatzteilservice (mail an IG oder an ecki.te@online.de) beziehen.

zu 2) Waschbenzin, Isopropyl uva, z.B. Kaltreiniger, gehen auch, Isopropyl allerdings wirkt nicht ganz so gut.

Bei allen gilt: bürsten ist manchmal erforderlich - das hängt eben einfach vom Grad der Verschmutzung ab und davon, woraus die Verunreinigung besteht.

TRIX EXPRESSionistische Grüße
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Beitragvon Br01 » 10.10.2008, 08:52

Moin,

vielen Dank, Mail ist raus.

Ich gehe mal davon aus, daß zum bürsten eine weichere Bürste (Zahnbürste) ok ist, oder sollte man besser mit einer Drahtbürste an die Metallteile (Zahnräder)? Bei den Kunststoffschnecken werd ich lieber vorsichtig sein.

Gibt es irgendwo eine Restaurationsanleitung für die V200, Br80 und E10?

Grüße,
Bernhard
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Beitragvon Richard » 10.10.2008, 11:38

Hallo Bernhard

Mit Isopropyl(alkohol) solltest Du sehr vorsichtig sein, da TRIX zeitweise spritlösliche Farben verwendet hat. Ich wollte z.B. einmal an einer BLS-Lok die Farbe entfernen. Eine Woche einlegen in Nitroverdünner brachte nichts, mit Brennsprit war die Farbe dann in einer halben Stunde weg.

Erfahrungsgemäss nützt es nichts, Getriebteile nur einzulegen. Abbürsten mit einer alten Zahnbürste und anschliessendes Abblasen mit Pressluft bringt ein optimales Ergebnis.

Für Petroleum gibt es keine spezielle Handelsmarke. Im Baumarkt sind die Flaschen mit Lampenpetrol angeschrieben und ein Liter kostete im Sommer etwas mehr als 2 Euro. Lampenöl ist dickflüssiger, enthält meistens Duftstoffe und ist zur Reinigung nicht geeignet.

Viele Grüsse
Richard
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Reinigen von Getriebeteilen

Beitragvon Roman Favero » 10.10.2008, 15:46

Sali
Alles bisher gesagte ist Ok.
Dazu liesse sich nur noch ein Ultraschallgerät empfehlen. In letzter Zeit hat Aldi solche ganz billig verkauft. Ich habe eines getestet: Urteil: recht gut für seltene und kleine Anwendungen.
Im Vergleich zu meinem alten Profigerät ist es schwächer in der Leistung aber für den Preis erstaundlich gut. Es hat keine Heizung, das heisst für eine gute Wirkung muss Heisswasser genommen werden oder aber mit einem Tauchsieder die Reinigungsflüssigkeit erwärmt werden. Verdünner, Alkohol oder Benzin darf nur indirekt eingesetzt werden.
Dazu lege ich die Teile in ein kleines Büchslein und dieses dann in das wässrige Reinigungsmittel.
In einem Ultraschallgerät kann man alle wässrigen, also auch Säurehaltige oder alkalischen Flüssigkeitnen einsetzen. Normalerweise sind stark fettlösende Reiniger dem Wasser zuzusetzen.
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Beitragvon noels » 10.10.2008, 17:46

noch eine kleine Ergänzung wegen der Frage nach der Wirkung von Petroleum:
einen lipoiden Stoff als Lösemittel für Fette, ist kein Widerspruch. Motorradfahrer reinigen ihre Ketten seit alters her mit Petroleum, um das klebrige Kettenfett zu lösen. Oder: wenn Du Dir in der Adventszeit die Finger, oder Klamotten mit Baumharz versaut hast, wirst Du mit Seifen kaum Erfolg haben. Ordinäre Margarine, oder Sonnenblumenöl lösen das aber blitzschnell. Das fettige Zeug bekommt man dann mit Seife, oder bei Kleidungsstücken mit Gallseife entfernt.
Gruß
Heiko
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Beitragvon Br01 » 10.10.2008, 17:55

Nabend,

vielen Dank für die weiteren guten Antworten.

Der Hinweis mit dem Alkohol ist gut. Meinst Du mit "Brennsprit" auch Propylalkohol oder Waschbenzin?

Nach einem neuen Ultraschallgerät werde ich dann mal gucken. War das erst letztens bei Aldi? Nord oder Süd?
Bei Ultraschall würde ich wohl einfach heißes Wasser mit Geschirrspülmittel verwenden und hinterher gut abtrocknen.

Zum Petroleum: daß das Zeug den (fettigen) Schmutz löst, leuchtet ein. Aber das Petroleum muß danach ja auch weg, die Teile sollen ja an sich nach der Reinigung frei von Öl sein. Reicht da einfaches, gründliches abwischen?

Grüße
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Ultraschallgerät

Beitragvon Roman Favero » 10.10.2008, 18:39

Hallo
Bei Aldi Schweiz das heisst Aldi Süd hab ich das Gerät gekauft.
Allerdings finden sich im Ebay unter dem Stichwort Ultraschallgerät viele günstige und sogar mit Heizung versehene Geräte. Die meisten sind auch grösser und leistungsfähiger als die von Aldi.
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Petroleum

Beitragvon TE lebt » 10.10.2008, 19:08

Hallo Br01,

ich habe in Baumärkten noch nie wirkliches Petroleum gefunden (siehe Richards Ausführungen). Ich kaufe mein Petroleum im Farbenfachhandel.

Gruß Günther
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Beitragvon noels » 10.10.2008, 19:47

... Waschbenzin hat nichts mit Alkohol zu tun, außer das beides Kohlenstoff enthält. Aber Waschbenzin ist wirklich Benzin, nur hochrein. Brennspiritus ist Alkohol, der mit Vergällungsstoffen für den Verzehr ungeeignet gemacht wird. Das hat steuerliche Gründe.
Für die Anwendung ist noch wichtig, ddie unterschiedlichen Flammpunkte und damit die Explosionsgefahr zu kennen. Petroleum verdamfpt kaum und ist erheblich schwerer entflammbar, als Spiritus, oder Waschbenzin. Mit Waschbenzin würde eine Petroleumlampe zur Bombe :D
Gruß
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Beitragvon Br01 » 10.10.2008, 21:41

Moin,

danke für die Hinweise bezüglich Ultraschallbad und Petroleum.
Ich machs mir jetzt erstmal einfach und nehme Waschebnzin zum reinigen der Zahnräder, Schnecken und Ritzel. Die unlackierten Metallteile reinige ich auch damit, die lackierten Teile wisch ich mit Seifenlauge ab.
Wenn das nicht gut funktioniert probier ichs nochmal mit dem Petroleum oder Ultraschall.

Meinst Du mit "Brennsprit" auch Propylalkohol oder Waschbenzin?

Heiko, mit dem obigen Satz habe ich mich doof ausgedrückt, hinter "Propylalkohol" hätte ein Komma gehört. Ich kenne den Unterschied zwischen beiden Stoffen sehr gut. Ich arbeite mit Propyl gerne im Computerbereich zum Reinigen von Chips vor dem aufbringen von Kühlkörpern, daher die Idee, das Zeug zum Reinigen zu verwenden.
Allerdings meine ich eben mit Alkohol besagtes Propyl, nicht Spiritus. Ich weiß nun aber auch nicht, ob zwischen Spiritus (Ethanol) und Propyl (Propanol) lösemittel- und reinigungstechnisch ein großer Unterschied besteht.

Mir war nur nicht klar, ob Richard die Farbe nun mit Waschbenzin oder Alkohol gelöst hat, da er schreibt, daß ich mit Propyl wegen der Farbe vorsichtig sein soll, später aber von "Brennsprit" bzw. von "Sprit" spricht. Darunter würde ich nun eher Waschbenzin verstehen.
Es wäre mir auch neu, daß Propyl Farben lösen kann.


@Richard: Kannst Du das nochmal präziser bzw. unmissverständlich erklären?


Vielen Dank und Grüße,
Bernhard
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Beitragvon Richard » 12.10.2008, 12:37

Hallo Bernhard

Die Farbe an der BLS-Lok habe ich mit Brennsprit entfernt. Isopropylalkohol verwende ich nur, wenn ich etwas reinigen muss und keine Rückstände zurückbleiben sollten. Spritlösliche Farben werden von Isopropylalkohol aber auch angegriffen.

Mit Petrol oder Waschbenzin gibt es erfahrungsgemäss keine Probleme mit den Farben von Lokchassis und Lokmetallgehäusen.

Günther hat natürlich recht, wenn er sagt, dass er Petrol im Baumarkt nicht gefunden hat. Ich habe da die Begriffe verwechselt, es sollte natürlich Heimwerkerfachmarkt heissen (gemeint ist OBI,etc.). Dort ist es meist in der Campingabteilung zu finden, wo es auch die dazugehörenden Lampen zu kaufen gibt.

Freundliche Grüsse
Richard
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