von Mechanik-Freak » 09.12.2008, 10:12
Mir sind in letzter Zeit drei BR42 in die Finger gekommen, bei denen das Getriebe umgebaut wurde (1x 21:1 und 2x 18:1).
Dieser Umbau macht aus meiner Sicht durchaus Sinn, wird doch dadurch die Geschwindigkeit auf einigermaßen NEM-gerechte Werte reduziert, andererseits die Zugkraft erhöht. Beides wirkt sich sehr positiv auf die Lok aus, kann man sie doch als das verwenden, was sie eigentlich ist: eine schwere Güterzuglok.
ABER: Aus meiner Erfahrung heraus müssen mit dem Umbau auch die Lager der Lok ausgebuchst werden, sonst kommt es unweigerlich zu Schäden. Das Material des Rahmens ist einfach nicht widerstandsfähig genug, um die höheren Kräfte, die durch den Umbau entstehen, aufnehmen zu können. Es ist unerheblich, ob die Plastik-Zwischenzahnräder verwendet werden, oder welche mit Stahlachsen - die Lager gehen als erstes kaputt. Dann folgen unweigerlich die Lager der Antriebsachsen, usw.
Bei einer Lok haben sich sogar die Kuppelstangen in die Schrauben eingearbeitet!
Stichwort Zwischenzahnräder: Die Original Zahnräder von Trix haben eine sehr große Fertigungstoleranz. Beim Ausbuchsen verwende ich mittlerweile Buchsen mit der Toleranz 2,5 H7(Mindestmaß=2,5mm + ca 30µm). Damit ist gewährleistet, daß die Stahl-Achsen in den Lagern sehr leichtgängig laufen, aber kein Spiel haben. Bei den Plastik-Zahnrädern funktioniert das aber nicht. Von den 6 Stück, die ich habe, hat kein einziges gepasst. 2 hatten Spiel im Lager, 1 hat geklemmt und 3 passten erst gar nicht rein. Der Einsatz von Zahnrädern auf Stahlachsen ist also durchaus sinnvoll, zumal sie auch widerstandfähiger sind, als die Plastikteile.
Eine so rastaurierte Lok dürfte also so schnell nichts mehr "aus der Fassung" bringen.
Gruß, Michael
Bei mir fährt nix, außer Trix
