von koegais » 29.09.2013, 21:14
Hallo zusammen,
da hier immer wieder gefragt wird, "wie sind die anderen?", möchte ich nachstehend über die ersten Erfahrungen mit meiner E 103 109 berichten, die ich am vergangenen Freitag bei meinem Händler abholen konnte.
Die Lok kommt einfach wunderschön aus der Verpackung: Lackierung, Bedruckung, Nachbildung der Scheibenwischer mit Doppelgestänge, alles perfekt!
Die ersten Fahrschritte trüben allerdings leider diesen positiven Eindruck. Deutlich ist der Ruf der Lok nach Öl und Fett zu hören. Motorankerwelle und Getriebe laufen trocken und zusätzlich gibt es ganz offensichtlich, trotz zuvor gereinigter Gleise, Kontaktprobleme. Diese treten immer an derselben Stelle der Strecke auf, bei Langsamfahrt bleibt die Lok hier sogar stehen.
Bei der Erledigung des Schmierdienstes, dazu lag die Lok zeitweise auf dem Dach mit Stromzuführung über Mittelschleifer und Rad des antrieblosen Drehgestells, ist mir aufgefallen, daß es bei bestimmter Position oder Lage des Antriebsdrehgestells im Rahmen zur Stromunterbrechung des Motors kommt. Diesen Vorgang kann man auch auslösen, indem man das Andriebsdrehgestell so anhebt, daß es über die Drehlager keinen Berührungskontakt zum Rahmen hat. Der Motor bleibt dann, trotz Stromversorgung über das antriebslose Drehgestell, stehen. Offensichtlich bezieht der Motor den "roten" Strom nur über das eine Drehlager aus Metall, da das zweite Drehlager in das Motorschild aus Kunststoff integriert ist und somit als Stromleiter entfällt. Bei bestimmten Kippbewegungen der Lok im Betrieb, dazu genügen Bruchteile von Millimetern, ist der Motor somit stromlos. ( Ist das der in einem anderen Beitrag benannte Verdrahtungsfehler? )
Abhilfe: Anlöten eines Kabels an die linke, untere Schraube mit Lötfahne des Motorschildes und Verbindung mit dem Lokrahmen, z. B. über die Befestigungsschraube der Platine, herstellen. Danach werden auch die vorher kritischen Gleisabschnitte im Kriechgang durchfahren. Zur Optimierung der "blauen" Stomversorgung über die Mittelschleifer habe ich noch den Anpressdruck durch Anlöten von kegelförmigen Federn der Fleischmann-Pilzkontakte unter die Schleifer erhöht. Diese Methode hat sich schon bei der Ae 6/6, der E 151, etc. gut bewährt. Falls dazu weitere Infos gewünscht werden, bitte hier melden.
Nach Erledigung dieser Maßnahmen läuft die 103 109 jetzt einwandfrei und ist vom Fahrverhalten mit dem der Helvetia 103, bis auf die Zugkraft, da die 103 109 nur zwei Haftreifen besitzt, identisch.
Mit Romans Messwagen habe ich folgende Zugkräfte, jeweils bis zum Schleudern der Antriebsräder, gemessen: Helvetia 103 ca. 280g, 103 109 ca. 180g.
Aufgefallen ist mir noch, daß sich die Verdrahtungen und "Elektronikbauteile" der 103 109 deutlich von denen der Helvetia 103 unterscheiden.
Zum "Original" sind evtl. folgende Infos von Interesse: Die 103 109 war die erste ausgelieferte Serienlok der 103.1-Bauserie und hatte als einzige E 103 die silbergrauen Zierflächen mit "dynamischen Dreiecken" um die Lüftergitter und den bis hinter die Führerstandtüren geführten, roten Frontzierstreifen. 1987 wurde sie in orientrot umlackiert, im Juli 2000 wurde sie ausgemustert.
Trixgruß, Gerhard